Gebrauchte mp3 Musik zu verkaufen - nur wenig gehört

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Verkaufe 5 Gigabyte beste Popmusik. Wenig gehört, Bässe kaum abgenutzt, guter Preis!
Klingt mächtig bescheuert oder?
Genau das ist aber das Geschäftsmodell von ReDigi, einem US-Startup, welches sich auf den Handel mit gebrauchter Musik spezialisieren will. Damit man sofort sieht, was man gegenüber dem "Neukauf" spart, wird neben dem Preis für den gebrauchten Titel auch der aktuelle Preis bei iTunes angezeigt.
Und damit der Verkäufer nicht nur eine billige Kopie verschachert, sorgt eine spezielle Software dafür, dass der verkaufte Song mit Abschluss der Transaktion auch wirklich vom Rechner des Verkäufers gelöscht wird.


redigi.jpg



Als ob der nicht vorher noch schnell ein Backup....naja lassen wir das.
Ich kann mir ohnehin nicht vorstellen, dass die GEMAfia und ihre Gefolgschaft ein solches Modell in Deutschland zulassen würden. Notfalls heißt es "Angie, wir faxen mal eben ein neues Gesetz durch, bitte unterschreiben.
Aber mal angenommen, es gäbe so etwas - würdet Ihr das nutzen?
Obwohl es ja eigentlich nur eine Ansammlung von Nullen und Einsen ist - ich hätte dann doch lieber das "Original".
 

jakabar

Kino Beauftragter
Klingt für mich nach dem Modell "Aus nichts Geld machen! Ich "ziehe" mir mal eben einige GB Musik aus dem Netz und verschachere sie anschließend. Einkauf 0,- € - Gewinn garantiert! Wer soll das nachvollziehen. Da werden nur wieder einige skrupellose Leute reicher als sie ohnehin schon sind.
 

speedguru

nicht mehr wegzudenken
früher hat man seine alten Schallplatten auf dem Flohmarkt verkloppt, also warum nicht heute ihre moderne Entsprechung ?

wenn das ankommt und gut eingeführt ist kann es durchaus zu einer Alternative zu den bestehenden Portalen für Musikkauf werden ... von daher würde ich dem ganzen durchaus eine Chance geben, wenns nix taugt oder zusehr illegal genutzt wird werden die verantwortlichen den Hahn schon zudrehen ;)
 

Schpaik

jeder nach seiner Façon
Teammitglied
Wenn dieses Modell dafür sorgt, das die in meinen Augen viel zu hohen Preise für Musik gedrückt werden, find ich das okay. Wenn ich auch noch explizit einzeln die Lieder auswählen darf und nicht irgendwelche Pauschal-Mucke dazu kommt, warum nicht?!

Andererseits besitze ich keinen Eipott....
 

Duftie

assimiliert
Informier dich bitte mal, wie viel ein Künstler pro verkauftem Album genau verdient und dann denk nochmal über diese Aussage nach
Ich finde die Aussage von Schpaik nicht so ganz verkehrt. Es ist ja gerade der Punkt, dass die Künstler nur einen kleinen Teil bekommen und der größte Teil im Wasserkopf der Unternehmen verschwindet. Allerdings wird das durch so eine "Zweitverwertung" auch nicht besser... ;)
 

timtaya

schläft auf dem Boardsofa
Klingt mächtig bescheuert oder?

Ja.

..aber ich kann mir vorstellen, das die Realität so einer Absurdität, noch viel bescheuerter werden wird. :wand

Ich bin gespannt, was in nächster Zukunft noch aus dem Ärmel gezogen werden wird, das Schilda als Hochburg von Intellektuellen dastehen lassen wird.
 

Schpaik

jeder nach seiner Façon
Teammitglied
Informier dich bitte mal, wie viel ein Künstler pro verkauftem Album genau verdient und dann denk nochmal über diese Aussage nach ;)

Wahrscheinlich sehr wenig. Farin Urlaub hat schon vor Jahren in einer Talk-Sendung gesagt, das sich der Verkauf der Lieder über Plattenfirmen nicht mehr lohnt. Geld würden nur noch Konzerte einbringen.

Daher denke ich nicht, das "die Künstler" wirklich etwas mit dem Preis zu tun haben, sondern eher die, die im Hintergrund stehen.
 

natt i nord

Nordlicht
Wahrscheinlich sehr wenig.
Ein paar wenige Cent pro verkauftem Album im Laden, bei digitalen Alben ist es etwas mehr.

Die Künstler haben damit auch nix zu tun - aber wenn man durch "andere Mittel" dafür sorgt, dass die Preise noch mehr gesenkt werden müssten, um konkurrenzfähig zu bleiben, bekommen die Künstler noch weniger, und noch weniger, ... und irgendwann machen sie dann sogar Miese. Und was glaubst du wie viele Künstler sich dann noch die Mühe machen, ihre Musik auf Alben zu veröffentlichen, wenn sie dafür dann noch draufzahlen?
Denn dass die Plattenfirmen nachgeben und den Künstlern mehr bzw bei Preissenkungen noch so viel wie vorher zustehen, glaube ich persönlich nicht.

Die Haupteinnahmequelle von Bands sind wirklich Konzerte.

Daher kaufe ich meine Musik weiterhin brav im Original - die digitale Variante, weil ich eh keinen Cd-Spieler habe und nur am PC bzw. per ipod Musik höre, und zum großen Teil auch, weil die Künstler dadurch an sich mehr Geld erhalten.
 

Schpaik

jeder nach seiner Façon
Teammitglied
Ein paar wenige Cent pro verkauftem Album im Laden, bei digitalen Alben ist es etwas mehr.

Ja, so ähnlich dachte ich mir das. Ich weiß es nur von Spieleerfindern. Also den Leuten, die ihre Kunst einsetzen an Gesellschaftsspielen so mit Brett usw. Dort sind es im Schnitt 10 Cent pro verkauften Spiels.

aber wenn man durch "andere Mittel" dafür sorgt, dass die Preise noch mehr gesenkt werden müssten, um konkurrenzfähig zu bleiben, bekommen die Künstler noch weniger, und noch weniger, ... und irgendwann machen sie dann sogar Miese. Und was glaubst du wie viele Künstler sich dann noch die Mühe machen, ihre Musik auf Alben zu veröffentlichen, wenn sie dafür dann noch draufzahlen?
Denn dass die Plattenfirmen nachgeben und den Künstlern mehr bzw bei Preissenkungen noch so viel wie vorher zustehen, glaube ich persönlich nicht.

Da Plattenfirmen von der Kreativität leben, die Andere schaffen, kann ich mir nicht vorstellen, das sie ihre Einnahmequellen versiegen lassen. Das wäre kollektiver Selbstmord.

Ich denke, das die Musiker/Künstler, die in diesem Geschäft leben, es sich zweimal überlegen, ob sie zu einer Plattenfirma gehen, wenn für sie nix dabei rum kommt. Es gibt klare Alternativen zu den Plattenfirmen. Sobald das den PF klar wird, werden sie ihre Geschäftsnatur überdenken müssen oder eingehen. Ganz einfach!

Und dann gibt es natürlich noch die Künstler, aus denen selbst die Musik herauskommt. Die werden weiterhin Musik machen, ob es sich nun lohnt oder nicht. Was in meinen Augen auch die einzig richtige Art von Kunst ist.
 

chmul

Moderator
Teammitglied
Ich würde einen solchen Service vermutlich nicht nutzen. Ich halte es grundsätzlich für zweifelhaft, ob sich das Angebot verwirklichen lässt ohne missbräuchlichem Handeln Tür und Tor zu öffnen. Eine Software, die mit Löschrechten auf meinen Rechner zugreift? Auch das klingt nicht sehr reizvoll. Wäre ich Verschwörungstheoretiker würde ich vielleicht sogar einen Vorstoß der Musikindustrie sehen, Zugriff auf die bösen Raubkopierer zu bekommen.

Das ist allerdings nicht der Grund für meine Vermutung, dass ich so etwas nicht nutzen würde. Ich stehe einfach auf physische Datenträger. Ich will auf dem Sofa sitzen und mich am Anblick meiner vollen CD-Regale ergözen. Für mich kommt also schon der Erwerb der "Neuware" nicht in Frage, somit scheidet auch der Verkauf "gebrauchter aber gut erhaltener" digitalen Musikstück aus.
 

Kneip

bekommt Übersicht
Eigentlich ein logisches Angebot wenn ich etwas kaufe und es Besitze und es nicht mehr möchte verkaufe ichs weiter oder werfe es weg.

Die Frage ist nur ist es wirklich Eigentum ab dem Zeitpunkt des Kaufes bei Itunes oder Amazon ,die Argumentation der Musikindustrie lautet vor
Gericht zum teil das der Benutzer des Musikstückes nur das recht es zu hören angemietet hat.


Desweiteren kauft die Firma momentan nur Musikdateien von Itunes oder Amazon auf, diese wird bis zum Verkauf auf deinem Rechner gelassen, man bekommt eine Gutschrift,
wird dieses Musikstück verkauft werden, alle Files auf dem Endgerät gelöscht und auf den angeschlossenen Diveses und man erhält noch einmal eine Gutschrift die man dann wiederum in dieser
Firma für andere Gebrauchte Musik ausgeben kann / könnte??

So in der Art haben se es jedenfalls vor Gericht dargestellt, die Einstweilig Verfügung gegen die Firma wurde fallen gelassen, da der Wirtschaftliche schaden bis ins kleinste dokumentiert wäre
für den Richter da die Transaktion leicht nachzuvollziehen seien.

Sehr spannende Sache, wenn etwas gekauf werden kann, sollte es eigentlich auch weiterverkauft werden können.

Somit wäre es jedem Produkt gleich gestellt.


Ich lass mich überraschen.


Grüße Kneip
 
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