Starfield und weitere Xbox-Spiele für die PlayStation? Multi-Plattform ist der sinnvolle Weg für Microsoft

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Starfield und weitere Xbox-Spiele für die PlayStation? Multi-Plattform ist der sinnvolle Weg für Microsoft

Xbox Titelbild


Wilde Gerüchte machen seit dem Wochenende die Runde: Microsoft will Teile seines Tafelsilbers verkaufen und bisher exklusive Xbox-Spiele auf die PlayStation bringen. Man muss gar nicht lange überlegen, um zu dem Schluss zu kommen, dass das eigentlich nur logisch und vernünftig wäre.

Mehrere Brancheninsider gaben übereinstimmend zu Protokoll, dass es bei Microsoft ernsthafte Überlegungen gibt, neben Starfield auch den Überraschungserfolg Hi-fi Rush auf PlayStation und Switch zu veröffentlichen, sogar “ureigene” Exklusivtitel wie HALO, Forza oder Gears of War sollen auf der Liste stehen. Das kommende “Indiana Jones and the Great Circle” könnte ebenfalls ein Kandidat sein.

Die erste Frage, die man sich in diesem Zusammenhang zwangsläufig stellt, lautet: Wenn Microsoft das tut und bisherige Exklusivtitel auf andere Plattformen bringt, warum sollte man sich dann überhaupt noch eine Xbox kaufen?

Eine solche Frage impliziert allerdings, dass die Zahl der verkauften Konsolen für Microsofts Strategie signifikant wichtig ist. Genau das ist sie aber nicht (mehr), im Gegenteil: Die geringen Verkaufszahlen der Xbox-Konsolen werden für Microsoft immer mehr zum Hemmschuh. Echtes Wachstum ist nur möglich, wenn man sich aus dieser Abhängigkeit endgültig befreit.

Bereits im Jahr 2020, noch vor dem Erscheinen der aktuellen Konsolengeneration, hatte ich aufgezeigt, warum es für Microsoft keinen Wettlauf mit Sony mehr gibt, weil es für die Redmonder nicht mehr darum geht, möglichst viele Konsolen zu verkaufen: Der Xbox Game Pass auf dem Weg zur kritischen Masse – die Wege von Microsoft und Sony trennen sich.

Die damalige Strategie, den Game Pass weiter kräftig wachsen zu lassen und sich mit dem Cloud Gaming ein weiteres Standbein aufzubauen, ist bisher allerdings nicht aufgegangen. Der Game Pass wächst seit zwei Jahren praktisch überhaupt nicht mehr, weshalb Microsoft auch keine Zahlen mehr kommuniziert. Das Cloud Gaming ist ein netter Bonus für die Spieler, die ohnehin schon im Microsoft-Ökosystem unterwegs sind, aber technisch nach wie vor nicht konkurrenzfähig.

Alles dreht sich derzeit bei Microsoft im eigenen Saft und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich das Xbox-Ökosystem kurz- oder mittelfristig signifikant vergrößern wird.

Das Festhalten an der Exklusivität erscheint auch dann immer unlogischer, wenn man auf die schiere Größe von Microsofts Spiele-Abteilung schaut. Als die Redmonder in der vergangenen Woche ihre aktuellen Geschäftszahlen veröffentlichten und darin erstmals auch die Einnahmen von Activision enthalten waren, griffen diverse Medien die Anekdote auf, dass Microsoft jetzt mehr Geld mit Spielen verdient als mit Windows.

Angesichts der Tatsache, dass Windows ohnehin nur noch knapp ein Zehntel von Microsofts Einnahmen ausmacht, wäre die eigentlich spannende Erkenntnis: Spätestens mit der Übernahme von Activision erzielt Microsoft den Großteil seiner Gaming-Einnahmen abseits der Xbox. Wenn man kein Plattform-Fanboy ist, dann erscheint es geradezu hirnrissig, mit aller Gewalt dieses kleine Business vergrößern zu wollen, anstatt einfach dorthin zu gehen, wo die meisten potenziellen Kunden sind.

Ein solcher Strategiewechsel könnte selbstverständlich den Anfang vom Ende der Xbox-Konsolen bedeuten. Doch auch das ist für Microsoft nicht zwingend eine trübe Aussicht, denn bei der Hardware zahlen sie ohnehin immer drauf. Noch ist es viel zu früh für derartige Prognosen, aber ein Vergleich mit Windows Phone drängt sich an dieser Stelle auf: Hier könnte ein Strategiewechsel bevorstehen, der viele Fans wütend und enttäuscht zurücklässt, aber Microsoft letztlich erfolgreicher macht.

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