25 000 Euro Strafe für Inter Mailand ...

RollerChris

R.I.P.
04.04.2006, 18:47 Uhr
25 000 Euro Strafe für Inter Mailand nach rassistischen Schmährufen
Der italienische Fußballclub Inter Mailand muss nach erneuten rassistischen Schmährufen von Fans 25 000 Euro Bußgeld zahlen. Zudem droht dem Verein nach Aussage von Ligarichter Maurizio Laudi eine Strafe von einem Spiel vor leeren Rängen, sollte es wieder zu solchen Zwischenfällen kommen. Laudi kündigte ein härteres Vorgehen des Ligaverbandes gegen rassistische Vorfälle an. Bei der Partie gegen Messina am vergangenen Sonntag hatten die berüchtigten Inter-Fans den schwarzen Messina-Spieler Marc Zoro beleidigt.

Quelle: DPA
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Viel z wennig Strafe meine ich
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Andererseits: Was kann der Verein dafür? Klar, irgendjemanden muss man bestrafen, und sei es nur, um das eigene Gewissen zu beruhigen.
Normalerweise sind es nur Minderheiten, die sowas treiben - wirklich was dagegen tun können eigentlich nur die echten Fans, die direkt daneben stehen und es mitbekommen.
 

chmul

Moderator
Teammitglied
Bei Waffen, Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern, bei Eskalation von Gewalt, weil die Ordnungskräfte geschlafen haben, bei Randale, bei all diesen Sachen sehe ich eine Möglichkeit des Vereins etwas dagegen zu tun. Aber bei Schmährufen? :eek:

Ein Probesingen am Eingang oder eine Befragung zum Thema Rassismus vor dem Spiel dürfte kaum dazu führen, dass diese Idioten nicht mehr in's Stadion kommen. Die Zuschauersperre könnte zwar den Druck auf die "normalen" Fans erhöhen, gegen die Schwachköpfe vorzugehen, aber erstens wird dadurch die große Mehrheit für den Scheiß einer kleinen Gruppe bestraft und zweitens ist es nicht jedermanns Sache, einem volltrunkenen irren zu sagen, er möge doch bitte nicht den Rassisten raushängen.

Ich hab' bisher von dieser Geschichte nix mitbekommen und kann deshalb nicht beurteilen, welcher Natur diese Schmährufe waren. Grundsätzlich denke ich aber, dass es einen Unterschied macht, ob man sich im Stadion auf einen Spieler der gegnerischen Mannschaft einschießt oder im Stechschritt unter Trommelwirbel mit erhobenem Arm durch die Straßen maschiert.

Es ist bedauerlich, aber eben Realität, dass manche Stadionbesucher bei der Wahl der Mittel den Anstand schmerzlich vermissen lassen. Der Spruch "Ballack Du Arschloch" oder das werfen von Bananen begleitet von der Imitation von Tiergeräuschen bei Olli Kahn belegen, dass in der Regel einfach die gegnerische Mannschaft gemeint ist und nicht die Stadt, das Bundesland, das Land oder die Rasse an sich.

Inter sollte den Fans in's Gewissen reden und eventuell versuchen bekannte Aufhetzer herauszufiltern und diese nicht in's Stadion zu lassen, alles andere halte ich aber für nicht machbar und dementsprechend für wenig hilfreich!
 

Trouble

kennt sich schon aus
Rassismus ist in der italienischen Liga schon länger keine Angelegenheit mehr, die nur vereinzelte Idioten betrifft. Das ist mittlerweile zu einem echten Problem geworden und einige Spieler, wie z.B. der Kapitän von Lazio Rom Paolo Di Canio, unterstützen diese Bewegungen und heizen die Situation immerwieder an, z.B. mit dem Hitlergruß, den er gerne zum Torjubel verwendet.

In diesem Zusammenhang sind auch die Aktivitäten der Lega Nord oder der Forca Nuova zu sehen, die in der letzten Zeit dramatisch zugenommen haben und mit der Abspaltung des industriellen Nordens vom "armen" Süden zusammenhängen. So lies z.B. Roberto Calderoli (Lega Nord) die Moslem Karikaturen auf T-shirts drucken u.ä.

Die Bestrafung der Vereine muss man sicherlich kritisch betrachten, allerdings sehe ich es als einzige Möglichkeit gegen diese Leute vorzugehen. Sicher lassen sich "Hardcore" Personen nicht beeindrucken, wenn es ihnen nur um das Durchsetzen ihrer Ansichten geht, aber der Mitläufer, der eigentlich doch wegen dem Fussball ins Stadion geht, lässt sich so vielleicht davon abhalten mit zu skandieren etc. Und wenn man das schafft, dann verstummen auch die anderen (irgendwann).
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Bei solchen Tendenzen müssen Vereine und Spieler natürlich Zeichen setzen. Wenn ein Spieler beim Torjubel den Hitlergruß zeigt und nach Spielende immer noch einen Arbeitsvertrag hat, dann ist ein Vorgehen gegen den Verein ganz sicher angemessen.
 

Chicken

treuer Stammgast
Dumme Frage, ist die Zahlung von 25.000 Euro für Inter Mailand überhaupt eine Strafe?
Ein Geisterspiel oder die Androhung desselben ja, aber lumpige 25.000 Euro?
 

chmul

Moderator
Teammitglied
Ok, wenn sogar die Spieler mitmachen (wie gesagt, ich habe davon noch nichts mitbekommen), dann sieht die Sache ganz anders aus. Dann folge ich der Argumentation von Supi voll und ganz.
 

chmul

Moderator
Teammitglied
Ich habe gerade eben gesehen, dass Owomoyela und Asamoh ebenfalls üblen Angriffen ausgesetzt sind/waren. Allerdings weniger seitens gegnerischer Fans sondern direkt aus der braunen Ecke. Demnach wollen die rechten Schwachköpfe (bezogen auf ihre Gesinnung, leider nicht auf den IQ) die WM und das damit verbundene Interesse als Plattform für ihre Parolen nutzen.

Konkret wurde jetzt ein Strafantrag gegen die NPD gestellt. Die hatte einen WM-Planer herausgegeben, auf dessen Titelbild ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen ist und der Text:

"Weiß - mehr als eine Trikotfarbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!"

Allein darüber könnte ich mich schon maßlos aufregen, aber das ist ja nicht alles. Das Trikot trägt die Nummer 25 und damit wird daraus ein direkter Angriff auf Patrick Owomoyela, der eben dieses Trikot derzeit trägt und bekanntermaßen deutsch-afrikanischer Abstammung ist.

Der DFB und Owomoyela wollen nun per Einstweiliger Verfügung dafür sorgen, dass der WM-Planer in dieser Form nicht mehr verteilt werdend darf. Auch Werder Bremen will dagegen vorgehen.

Meine Meinung: ?!%xx%%&§ :kotz

Quellen:

DFB

Spiegel Online
 

Lucky

Senior Member
Leider wird es wahrscheinlich nicht ganz zu verhindern sein dass irgendwelche Idioten die WM nutzen wollen um ihren rechten Mist publik zu machen. Ich hoffe dass die Verantwortlichen der WM und der Politik in der Lage sind dieses, soweit möglich, zu minimieren. Diese Jungs zu ignorieren wäre gefährlich.

Wir „normalos“ sollten uns bewusst sein, dass wir bei diesem Event der Gastgeber sind, und unsere Gäste auch dementsprechend behandeln müssen.

Ich finde es auf jeden Fall toll das soviel unterschiedliche Nationen zu uns kommen, und wir uns auf einen Einblick in ihre verschiedenen Kulturen freuen können.
 
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