Beim Betrieb eines Netzwerks werden zwei Varianten unterschieden.

Workgroup-Netzwerke:
Häufig besteht der Wunsch, die Teilnehmer einer Arbeitsgruppe (z.B. Verkauf, Einkauf oder Marketing) mit ihren Rechnern zu vernetzen. Die Teilnehmer sollen lediglich Daten untereinander austauschen und ggf. Geräte gemeinsam nutzen können. Die Zahl der in das Netzwerk zu integrierenden Geräte ist dabei begrenzt und der Aufwand zur Installation und zur Organisation in einem solch kleinen Netzwerk soll begrenzt bleiben. In diesen Fällen wird ein Workgroup-Netzwerk verwendet.

Bei diesem Konzept werden alle Rechner durch ein Netzwerkkabel untereinander verbunden. Auf den jeweiligen Rechnern läuft eine Netzwerksoftware, die sowohl den Datenaustausch zwischen den Geräten als auch deren gemeinsame Nutzung erlaubt. Alle Rechner im Netzwerk sind gleichberechtigte Teilnehmer. Ein Benutzer kann Ressourcen seines Rechners wie Festplatten, Verzeichnisse oder Drucker für andere Anwender im Netzwerk freigeben. Gleichzeitig darf ein Benutzer seinerseits auf im Netzwerk freigegebene Ressourcen innerhalb des Netzwerks zugreifen. Dieses Netzwerk funktioniert, sobald mehr als ein Anwender im Netz aktiv ist.

Da an einem physikalischen Netzwerksegment in einem Unternehmen mehrere hundert Teilnehmer angeschaltet sein können, die Arbeitsgruppe aber selten mehr als 20 Teilnehmer umfasst, werden diese unter einem gemeinsamen Arbeitsgruppennamen verwaltet. Teilnehmer einer Arbeitsgruppe arbeiten primär mit den freigegebenen Ressourcen dieser Arbeitsgruppe. Unter den einzelnen Arbeitsgruppen lassen sich natürlich auch Daten austauschen.

Der Vorteil der Workgroup-Netzwerke besteht in einem geringen Realisierungsaufwand. Es werden lediglich für jeden PC eine Netzwerkkarte sowie Verbindungskabel benötigt. Windows XP Professional ist bereits mit der Software für Workgroup-Netzwerke ausgestattet. Ein solches Netzwerk lässt sich schrittweise ohne hohe Kosten ausbauen. Weiterhin können Rechner, auf denen Windows 95/98 oder Windows NT 4.0 Workstation installiert ist, direkt in eine solche Arbeitsgruppe eingebunden werden.

Als Nachteil wirkt sich die dezentrale Verwaltung der Ressourcen aus. Jeder Benutzer gibt primär die Ressourcen für das Netzwerk frei, um anderen Teilnehmern den Zugriff darauf zu erlauben. Im Ergebnis lassen sich solche Netzwerke nur für kleinere Arbeitsgruppen betreiben. Bei umfangreichen Netzwerken ist der Aufwand zur Pflege und zum Betrieb nicht mehr tragbar bzw. dann haben serverbasierte Netzwerke deutliche Vorteile. Sind in der Arbeitsgruppe nur Windows XP-Rechner vorhanden, lassen sich die Vorteile von Windows XP optimal nutzen.

Serverbasierte Netzwerke:
Beim umfangreichen Netzwerken ist die dezentrale Verwaltung der Ressourcen sowie die Zugangskontrolle zu aufwendig. Weiterhin reicht die Rechnerleistung der einzelnen Arbeitsstationen nicht mehr aus, wenn mehrere Teilnehmer zusätzlich auf deren Ressourcen zugreifen. Hinzu kommt, dass in großen Netzwerken bestimmte Anforderungen bezüglich der Sicherheit gestellt werden. Hier kommen serverbasierte Netzwerke zum Einsatz. Es wird ein eigener Rechner, der so genannte »Server«, im Netzwerk betrieben. Dieser Server verwaltet die zentralen Ressourcen wie Festplatten, CD-ROMs, Drucker etc. Der Server sowie die im Netzwerk enthaltenen Arbeitsstationen sind durch ein Netzwerk untereinander verbunden.

In diesen Netzwerken können die Benutzer lokal auf dem eigenen Rechner arbeiten oder auf freigegebene Ressourcen des Servers zugreifen. Alle von mehreren Benutzern zu nutzende Ressourcen (zum Beispiel Laufwerke und/oder Ordner zur Speicherung von Dateien) müssen auf dem Server bereit liegen. Dieses Netzwerk ist nur dann funktionsbereit, falls der Server arbeitet. Weiterhin erhalten nur solche Teilnehmer Zugriff auf den Server, die dort als berechtigte Nutzer aufgeführt sind. Durch eine Benutzer- oder Teilnehmerliste lässt sich also sehr elegant steuern, wer mit den Daten auf dem Server arbeiten darf.

Vorteil dieser Netzwerke ist die zentrale Verwaltung der Netzwerkressourcen auf dem Server. Weiterhin unterstützen diese Netzwerksysteme eine benutzerbezogene Verwaltung der Ressourcen, d.h., bestimmte Benutzer lassen sich anhand ihres Namens vom Zugang zu einem Drucker, zu einer Festplatte oder zu einem Ordner ausschließen. Zur Realisierung eines solches Netzwerks benötigen Sie einen eigenen Server-Rechner sowie eine Netzwerkverkabelung, an der alle Arbeitsstationen angeschlossen sind. Zusätzlich muss auf dem Server eine spezielle Netzwerksoftware installiert sein. Typische Beispiele für solche Netzwerke sind Windows NT-Server oder Windows 2000-Server. Die Client-Software der Arbeitsstationen ist dagegen bereits in Windows 95/98/ME, in Windows NT 4.0 Workstation, in Windows XP Professional & Home oder in Windows 2000 Professional enthalten.


Windows XP Professional unterstützt beide Netzwerkvarianten, wobei sogar innerhalb eines physikalischen Netzwerks beide Systeme (Server und Arbeitsgruppen) gleichzeitig nutzbar sind. Es dürfen auch mehrere Server oder mehrere Arbeitsgruppen im gleichen physikalischen Netzwerksegment betrieben werden. Windows und die Netzwerksoftware übernehmen die Verwaltung der Datenübertragung. Als Benutzer müssen Sie sich nicht weiter um diese Sachverhalte kümmern.


LAN versus WAN
Beim Betrieb eines Netzwerks werden je nach Lage der Arbeitsstationen noch zwei Varianten unterschieden:

Ist das Netzwerk an einem Ort (z.B. in einem Büro oder in einem Gebäude) installiert, spricht man von einem Local Area Network (LAN). Alle Rechner hängen am gleichen Netzwerksegment oder sind zumindest durch direkt verbundene Netzwerksegmente erreichbar.

Größere Firmen betreiben häufig Netzwerke, deren Teile an verschiedenen Orten (z.B. in verschiedenen Städten oder Ländern) installiert sind. Diese einzelnen Inseln stellen ihrerseits LAN-Netzwerke dar. Werden die Teilnetze jedoch zu einem Netzwerk verbunden, spricht man von einem Wide Area Network (WAN). Die Verbindung zwischen den Netzwerkteilen erfolgt dann über Telefon- oder Datenleitungen.

Windows XP Professional unterstützt beide Netzwerkvarianten. Wird eine Arbeitsstation nicht im lokalen Netzwerk gefunden, benutzt Windows zur Verbindungsaufnahme das DFÜ-Netzwerk. Über eine Wählverbindung lässt sich Kontakt zu einem DFÜ-Server aufnehmen.

Im Ordner Netzwerkumgebung bemerken Sie hiervon allerdings nichts. Die Netzwerksoftware »kennt« alle in einem Netzwerk tätigen Arbeitsstationen. Je nach Netzwerk kann dieses zwischen zwei und mehreren tausend Arbeitsstationen umfassen.

Um überhaupt in einem solchen Netzwerk navigieren zu können, wird eine hierarchische Struktur mit Untergliederung in Arbeitsgruppen oder Domänen gewählt.

Domain, Domäne
In einem Netzwerk können durchaus mehrere Arbeitsgruppen und mehrere Server aktiv sein. In einem serverbasierten Netzwerk fasst man die Computer des Netzwerks, die logisch zu einem Server bzw. einer Servergruppe oder einer Arbeitsgruppe gehören, unter einem Namen (Windows-Domäne) zusammen. Diese Struktur wird als Domain (oder deutsch Domäne) bezeichnet. Eine Arbeitsstation kann einer solchen Domäne zugeordnet werden. Dann sieht der Benutzer beim Öffnen der Netzwerkumgebung nur die Server der eigenen Domäne. Innerhalb einer solchen Domäne lassen sich Server-Ressourcen für einzelne Benutzer und Benutzergruppen freigeben. Bei der Anmeldung in einer solchen Domäne wird das Kennwort durch einen Server verifiziert. Nur wenn der Benutzer in der Domäne registriert ist, ist der Zugriff auf die Netzwerkressourcen möglich.