XBOX: Was Asha Sharma über Exklusivtitel sagt – und wie ich es verstehe

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XBOX: Was Asha Sharma über Exklusivtitel sagt – und wie ich es verstehe

Asha Sharma, Microsoft Gaming CEO


Seit Asha Sharma ihren Job als Microsoft Gaming CEO antrat und damit Phil Spencer beerbte, gab es für die treuen XBOX-Fans viele gute Nachrichten. Die neue Chefin verspricht eine Rückbesinnung auf die Konsole und scheint viel stärker auf die Community zu hören als ihr Vorgänger das zuletzt tat. Jetzt hat sie sich zu Exklusivtiteln geäußert. Dabei gilt es, wie immer, zwischen den Zeilen zu lesen.

Ich muss zugeben: So ganz habe ich den Wirbel um Exklusivtitel aus Sicht der Spieler noch nie verstanden. Aus der Sicht von Microsoft und insbesondere Sony mögen sie sinnvoll sein, um die Spieler an das eigene Ökosystem zu binden und ihnen den Wechsel zu erschweren. Für mich als Spieler wird ein Game aber doch nicht besser, nur weil es exklusiv auf meiner bevorzugten Plattform zur Verfügung steht. Ebensowenig macht die Verfügbarkeit auf mehreren Plattformen ein Spiel schlechter.

Warum die XBOX-Fans jetzt sehnsüchtig darauf warten, dass Asha Sharma beim Thema Exklusivität den Strategiewechsel ihres Vorgängers rückgängig macht, erschließt sich mir demnach nicht.

In einem Interview mit Bloomberg (via WindowsCentral) wurde die XBOX-Chefin auf dieses Thema angesprochen. Ihre Antwort:

„Das ist ein schwieriges Thema. Sehen Sie, wir sind der zweitgrößte Publisher weltweit, und um ein großartiger Publisher zu sein, müssen unsere Spiele ein großes Publikum erreichen. Gleichzeitig werden wir zunehmend zu einer Plattform. Und um eine Plattform zu werden, braucht man exklusive Inhalte und Dienstleistungen.

Deshalb betrachten wir das sehr genau. Ich denke, wir müssen bei jedem Titel sehr achtsam sein, wie wir darüber denken wollen, und aus ähnlichen Fällen in der Branche lernen. Genau das tun wir.“


Sieht so ein konkretes Bekenntnis zu exklusiven Spielen aus? Wenn man unbedingt möchte, kann man das so verstehen.

XBOX-exklusiv bedeutet nicht mehr Konsolen-exklusiv​


Es ist möglich, dass es in Zukunft wieder Spiele gibt, die exklusiv auf der XBOX-Plattform erscheinen. Die Konsole ist aber nur ein Teil davon, und da die nächste Konsole auf einem Windows-PC basiert, ist die XBOX-Konsole lediglich noch ein Formfaktor, mehr nicht. XBOX, das ist PC, Handheld, Cloud und Konsole. Exklusivität bedeutet in Zukunft also nur noch, dass ein Spiel nicht für rivalisierende Plattformen wie die PlayStation erscheint.

Man achte auf die Wortwahl​


Bleiben wir beim Beispiel PlayStation. Diese Plattform ist schlicht zu groß, um sie als Spiele-Publisher zu ignorieren. Ein Spiel mit Blockbuster-Potenzial nicht auf die PlayStation zu bringen, ist verschenktes Geld.

Asha Sharma spricht in ihrem Statement nicht von Spielen, sondern von „Inhalten und Dienstleistungen“. Das ist kein Zufall, die Worte sind sorgfältig gewählt. Es ist viel wahrscheinlicher, dass XBOX-Spieler künftig exklusive Zusatzfeatures in Spielen erhalten, als dass es komplett exklusive Spiele gibt. Und wenn doch, dann werden das eher nicht die „großen Titel“ sein, sondern eher solche, wo man mit Exklusivität die eigenen Fans begeistert, aber dennoch nicht viel Geld verliert.

Fazit: Es bleibt alles anders​


Ich zitiere an dieser Stelle aus meinem Artikel „Microsoft, Windows und die Xbox: Über Worte, Taten und Strategien“ vom April.

Ich bin absolut davon überzeugt, dass sich an der Strategie und der künftigen Ausrichtung rein gar nichts geändert hat. In der Zukunft der Xbox gibt es keine Konsolen mehr, dafür mehr Cloud-Gaming und einen starken Game Pass.

Microsoft hat allerdings begriffen, dass man nicht einfach losrennen und darauf vertrauen kann, dass die Nutzer folgen. Statt die Strategie mit der Brechstange umzusetzen, hört man (wieder) zu und versucht, mit den aktuellen Versprechungen ein wenig Nestwärme zu erzeugen.


Die Aussage zum Thema Exklusivität passt für mich perfekt in dieses Muster. Um die Fans der eigenen Plattform (wieder) zu begeistern, muss man ihnen ein wenig von dem geben, was sie wollen, ohne dass dadurch aber ein wirtschaftlicher Schaden entsteht. Wenn man so will, dann sagt Asha Sharma das in ihrem Statement sogar wortwörtlich.

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