Wo bleibt die zentrale Internet-Registrierungsstelle?

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Gestern war es mal wieder soweit:
Ich hab eine Bestellung bei einem Internet-Shop auf, bei dem ich vorher noch nie bestellt hatte. Und wieder einmal musste ich allerlei persönliche Daten von mir eingeben, damit die Bestellung abgewickelt werden kann.
Eigentlich versuche ich es aus genau diesem Grund zu vermeiden, mich bei zusätzlichen Shops oder Diensten anzumelden - aber im Grunde muss feststellen, dass ich vor diesem Problem fast resigniert habe.
Ich muss einsehen, dass ich es einfach nicht mehr überblicke, wem ich im Laufe der Jahre so alles meine Daten anvertraut habe.
Dabei wäre es ja ganz einfach - man müsste nach erfolgreicher Abwicklung der Bestellung dem Transaktionspartner nur mitteilen, dass er doch das Konto und alle damit verbundenen Daten bitte wieder löschen möge.

Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, wie schön es doch wäre, wenn man sich an einer zentralen Stelle anmelden könnte, und diese würde dann im Bedarfsfall die Daten einmalig an den Shop oder wen auch immer übermitteln.
Aber mal abgesehen davon, dass ein solches Zentralregister für Cyberkriminelle ein Freudenfest werden könnte - eine wirkliche Kontrolle darüber, dass die Daten dann nicht doch an anderen Orten gespeichert werden, hätte ich dann ja wieder nicht.

Wie handhabt Ihr das?
Habt Ihr Euch streng auf ein paar Shops oder Dienste festgelegt und weicht nicht davon ab?
Ist es Euch völlig egal geworden?
Oder geht es Euch wie mir, dass Ihr Euch zwar grundsätzlich bewusst seit, Eure Daten in der Welt zu verteilen, aber auch keine Idee habt, wie man das anders machen könnte?
 

Threepwood

UnBunt.
Naja, wenn ich aus dem Katalog bestelle, oder einen Händler telefonisch avisiere, gebe ich meine Daten dann handschriftlich per Post oder telefonisch weiter.

Völlig egal, ob ich 1980 Poster bestellt habe oder heute im Internet mein Rattenfutter bestelle - es hat sich nichts geändert, dieselben Händler bekommen dieselben Daten in der selben Quali- und Quantität. Eben weil es (noch) kein Zentralregister gibt, ist alles gleich geblieben bei Fernabsatzgeschäften. Lediglich die Wahrnehmung in der Gesellschaft ist weit höher, und die Anzahl der Kunden für Fernabsatz ist mit Sicherheit hundertfach höher.

Missbrauch ist damals wie heute genauso geblieben wie es war: wenn man an entsprechender Stelle "einbricht" (ob virtuell oder real) kommt man an Daten, und kann sie missbrauchen. Heutige Sicherheitssysteme sind nicht schlechter als früher, wennauch die Art sich geändert hat (Inselsystem vs. Tresor, Server vs. abgeschlossener Rollcontainerschublade).

Früher wie heute muss ich jedem erneut meine Adresse und andere Daten geben, ich möchte auch nicht, dass sich das ändert. Denn selbst wenn es eine "Zentrale Erkennungsstelle" gäbe, würden die Daten dennoch an den Händler, Versand etc übergeben. Es würden also nicht weniger Stellen meine Daten bekommen, sondern sogar +1 mehr.

Der Nachteil ist: bricht da dann jemand ein, hat er womöglich wirklich *alle* Daten, nicht nur die Daten einzelner Kundenstämme des einen Händlers.

Nun sei mir eine unterschwellige Notiz am Rande gewährt: "Login with Facebook" ..
 

Hidden Evil

Moderator
Teammitglied
Ich bin da teilweise ziemlich altmodisch:
Nur wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt registriere ich mich bei einem weiteren Online-Händler. Angefangen hatte es mit Steam (wobei es bei mir nur als notwendige Plattform für CS 1.6 diente), dann Ebay und später noch Paypal. Bei Sonys PSN-Netzwerk bin ich auch angemeldet und aufgrund eines einmaligen Kaufes einer Soundkarte bei einem einzigen Online-Händler. Ebay und besagter Onlinehändler sind mittlerweile entbehrlich für mich, der Rest leider nicht.

Sogar Reichelt konnte ich bisher effektiv vermeiden, weil ich ein Conrad in der Nähe habe und die Elektronik von dort beziehe, wenn auch um einige Cent bis Euro teurer.

Und bisher kam ich damit gut zurecht, so wenig wie möglich online zu bestellen, mit Ausnahme obiger Ausnahmen.

Offen gesagt mache ich mir da weniger Sorgen um meine Daten, die sind schon lange im Umlauf und durch eine Löschung wird das nicht wirklich verhindert, wenn sie bereits in den falschen Händen sein sollten (sind sie dank Sonys Sicherheitslücken ja schon).

Eine zentrale Stelle halte ich für keine gute Idee, aus bekannten Sicherheitsgründen. Sobald irgendwelches Ungeziefer es schafft, dort einzudringen ist das Fiasko komplett, und das sollte vermieden werden.
 

Ernst_42

schläft auf dem Boardsofa
Sollen doch die "Bad Guys" auch ein wenig Arbeit haben, sich meine Daten und anderer Netizens aus dem Netz zusammenzusammeln... :D
Die sollen mal etwas tun und sich die Früchte ihrer Arbeit verdienen :ROFLMAO:

Man muss es ihnen ja nicht sooo leicht machen und alle Daten an einer Stelle zusammentragen.

In der Natur würden die Jäger auch fett und rund werden, wenn sich ihre Beute an einem Ort regungslos versammelt und das vorher noch öffentlich ankündigt.
Warum aufwendig nach Beute suchen und ihr - nicht selten vergeblich - hinterherjagen, wenn man es so einfach haben könnte?!
 

Carhith

Schlichtgesicht
Da wo ich was bestellen will, muß ich meine Adresse eingeben, das finde ich nicht schlimm, die sollen das Zeug ja zu mir schicken. Ob dann jemand meine Daten an Leute weitergibt, die mir dann Spam schicken, ist mir wuscht, ist ja deren Porto, das sie verschwenden... alles Unerwünschte landet im Papiermüll.
Zum Glück kostet Hardwarespam ja noch was, daher hält sie sich wohl ziemlich in Grenzen..
 

QuHno

Außer Betrieb
Demnächst benutzen doch alle eh das zentrale Facebook login, warum also noch eine andere Stelle? Die wissen doch jetzt schon wann ca. 30% der deutschen Bevölkerung wo auf dem Klo gesessen haben (sowohl übertragen als auch wörtlich gemeint) ... :devil

OK, genug gelästert:
Ich habe derzeit 8 Logins bei Shops und brauche wahrscheinlich auch in nächster Zeit nicht mehr. Alle haben sich bisher vorbildlich verhalten, ich bekomme nicht mehr Spam als früher und werde auch von denen nicht zugemüllt oder sonstwie belästigt. Was will ich mehr?

Für alles andere gibt es von mir eh keine persönlichen Daten zumindest keine die stimmen (hier ist eine ziemliche Ausnahme, aber das waren ja damals auch noch die wilden Zeiten im Netz, mit weniger Webseien, und man erkannte noch jeden schon an der Schreibweise :ROFLMAO:) sondern nur plausibel klingende. Für die hartnäckigen Fälle habe ich sogar noch ein Paar LiveIDs parat, die allesamt mit Bogusdaten bestückt sind.
 
Yo, ich halte meine "Onlinegeschäfte" auch eher übersichtlich.
Das erste was ich mache ist, das ich mir mal das Impressum anschaue und die Handelsregister, und/oder ob da jemand persönlich steht. Dann "goggel" ich die Fa. noch etwas nach Kulanz oder sonstigen negativen Händler & Kunden erfahrungen.
Also der Geschäftsführer oder der die Prokura hat. ;)

Von Firmen, die im exotischen Ausland sitzen, lasse ich prinzipiell die Finger
mit Ausnahme US/UK.



tty.
.
 

little tyrolean

Elder Statesman
Name, Adresse, Mail-Addy und sonst nichts.

Ich bezahle grundsätzlich per Voraus-Überweisung, nachdem ich mir die Händlerbewertungen durchgelesen habe.
Wenn nötig, fordere ich andere Zahlungsweisen als Kredit- oder Bankomatkarten an,
steigt der Händler nicht darauf ein, dann hat er Pech.

Bis jetzt bin ich damit gut gefahren, und von ebay halte ich ohnehin nichts...
 
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