ich habe auch früher mal verschiedene Tuning-Tools benutzt, mittlerweile mache ich es aber lieber wieder von Hand.
Hier mal einige Tipps:
Schnelleres Booten:
1. Datei Winstart.bat:
Beim Starten sucht Windows immer nach der Datei "WINSTART.BAT". Findet Windows diese Datei, wird sie automatisch ausgeführt.
Auf den meisten Rechnern ist diese Datei aber nicht vorhanden, weshalb Windows erst mal alle Ordner nach dieser Datei durchsucht und dann den Bootvorgang weiter fortsetzt. Legt man nun diese Datei WINSTART.BAT im WINDOWS Ordner an (z. B. mit den Inhalt "@echo off"), wird die Suche nach dieser Datei verkürzt.
Bei den heutigen schnellen Festplatten bringt es keinen so großen Zeitgewinn mehr, aber wenn man noch mit einer alten Festplatte arbeitet, kann man damit doch schon ein wenig einsparen.
2. Startlogo ausschalten:
in der msdos.sys unter [Options] folgende Zeile einfügen:
Logo=0
jetzt wird das Logo beim Booten nicht mehr geladen, was etwas Geschwindigkeit bringt.
3. Denkpause beim Booten:
Eine Pause beim Booten kann an der Grafikkarte liegen:
Sie versucht, sich mit dem Monitor per DDC zu verständigen. Wenn der Monitor nicht DDC-fähig ist, geht's erst nach einer Timeout-Zeit weiter. Ärgerlicherweise lässt sich das nicht per INI-Eintrag abschalten. Man kann es aber in der Registry versuchen:
unter:
HKEY_LOCAL_MACHINE/ SYSTEM/ CurrentControlSet/ Services/ Class/ Display/ <nnn>/ Default
"nnn" ist eine 4-stellige Zahl (0000, 0001, 0002...), je nach der Anzahl der verwendeten Grafikkarten und -treiber. Finde dort den Eintrag "DDC" und falls er auf "1" steht, stelle ihn auf "0". Nun sollte es keine Pause mehr geben.
4. Deaktivierung der Laufwerkssuche:
Win98 überprüft bei jedem Start die Diskettenlaufwerke neu, was für Laptops etc. ganz nützlich ist, wenn diese nicht immer am Rechner angeschlossen sind. Auf Standard-PCs kann diese Suche aber normalerweise entfallen. Dazu deaktiviert man in der Systemsteuerung, unter "Systemsteuerung" -> "System" -> "Leistungsmerkmale" -> "Dateisystem" -> "Diskette" die Option "Suche nach neuen Floppylaufwerken".
Speicheroptimierung:
Unter "Start" -> "Systemsteuerung" -> "System" -> "Leistungsmerkmale" -> "Dateisystem" -> "Festplatte" sollte man ab 64 MB Ram das Dateisystem auf Netzwerkserver umstellen, weil damit dem Cache eine höhere Priorität bei der Vergabe des verfügbaren Hauptspeichers zugeordnet wird. Mit weniger Speicher als 64 MB bei intensiver Nutzung von Multitasking führt diese Einstellung aber zu einer stärkeren Benutzung der Auslagerungsdatei. Das bedeutet jedoch einen häufigeren Zugriff auf die Festplatte, was die Geschwindigkeit wieder verlangsamt.
Nicht benötigte DLLs sofort aus dem Speicher entfernen
Windows hat die Angewohnheit, belegten Speicher durch DLL-Dateien nicht sofort wieder freizugeben, auch wenn die geladene DLL-Datei schon länger nicht mehr verwendet wird. Dadurch wird versucht, die Ladezeiten gering zu halten, falls die DLL wieder gebraucht wird. Dieses Verhalten kann nachteilig sein, wenn man wenig Arbeitsspeicher hat und oft unterschiedliche Programme startet.
Damit nicht benötigte DLLs sofort aus dem Speicher entfernt werden, muss man die Registry editieren:
unter:
HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\
erstellt man einen neuen Schlüssel mit dem Namen "AlwaysUnloadDLL" und setzt den Eintrag "(Standard)" vom Datentyp Zeichenkette auf 1.
Eigener Adressraum für den Explorer
Der Explorer läuft im selben Adressraum wie die Taskbar und der Desktop von Windows. Stürzt der Explorer bzw. der Desktop ab, werden auch die anderen Anwendungen davon betroffen.
Über den Registrierungseditor hat man die Möglichkeit, dem Explorer einen eigenen Adressraum zuzuweisen.
unter:
HKEY_CURRENT_USER\ Software\ Microsoft\ Windows\ CurrentVersion\ Explorer
legt man hier nun einen neuen Wert als Datentyp DWORD mit dem Namen: "DesktopProcess" und weist diesem Eintrag den Wert "1" zu.
Sollte der Explorer nun mal wieder abstürzen, hat man weiterhin Zugriff auf den Desktop und die Taskbar. Durch diese Umstellung wird aber etwas zusätzlicher Speicher und mehr Prozessorzeit benötigt (bei heutigen Systemen aber vernachlässigbar).
Mehr freier Speicher nach Office-Installation
Bei der Installation des Officepakets legt die Setuproutine eine Verknüpfung in den Startordner, die sich Office Start nennt. Hierbei handelt es sich um ein Routine, die mehrere DLL-Dateien von Office beim Start von Windows bereits in den Arbeitsspeicher lädt. Wer nicht ständig die Office-Boliden aktiviert, sollte diese Verknüpfung besser aus dem Startordner löschen. Die DLL-Dateien werden dann erst bei Aktivierung der Programme angefordert.
VCache in den hohen Speicherbereich laden
Öffne die Datei SYSTEM.INI im Windows-Ordner und ändere folgendes unter [386Enh]:
LocalLoadHigh=1
SWAP-Verhalten beeinflussen:
Windows 98 legt, anders als Windows 95, schon beim Start eine große Auslagerungsdatei an und lagert Bereiche aus, bevor der Arbeitsspeicher ganz ausgenutzt wird. Dieses Verhalten ist Absicht und bringt meist auch zeitliche Vorteile.
Unter gewissen Umständen (Rechner mit viel Arbeitsspeicher) kann aber das alte Swap-Verhalten von Windows 95 besser sein. Durch einen Eintrag in der SYSTEM.INI kann man dieses Verhalten beeinflussen. Ab 128 MB kann man schon mal probieren, ob es mit dem alten Verhalten nicht schneller wird.
Füge unter dem Abschnitt [386Enh] folgende Zeile ein:
ConservativeSwapfileUsage=1
Welche Einstellung für welchen Rechner am besten ist, kann man pauschal leider nicht genau sagen. Je nach Arbeitsspeicher, Geschwindigkeit der Festplatte und verwendeten Applikationen kann die eine oder die andere Einstellung Geschwindigkeitsvorteile bringen. Durch Ausprobieren und Beobachtungen mit dem Systemmonitor kann man die fürs System beste Einstellung ermitteln.
Die "Standard-Formel" Auslagerungsdatei = 2x Ram-Menge IST UNFUG.
Wie gross man die Auslagerungsdatei anlegen sollte, ermittelt man am besten mit dem Systemmonitor (dafür ist er schliesslich da).
Hier die Erklärungen zu den verschiedenen Begriffen:
Freier Speicher:
Weniger wichtige Angabe. Das ist RAM-Speicher, der nicht benutzt wird. Auf freien Speicher kann besonders schnell zugegriffen werden, wenn Programme neuen Speicher anfordern. Eine schlecht programmierte Anwendung, die häufig den von ihr benötigten Speicher in winzigen Stückchen anfordert, würde also von freiem Speicher besonders profitieren.
Reservierter Speicher:
Eine der wichtigsten Angaben. Soviel Speicher benötigt man insgesamt (RAM und Swap). Wenn der reservierte Speicher gleich groß ist wie RAM + (permanente) Auslagerungsdatei, sollte man schnell alle Daten sichern und einige Programme schließen. Sollte dies öfter geschehen, muss die Swap-Datei vergrößert werden (wenn permanent).
Größe der Auslagerungsdatei:
Ist nur interessant wenn Win95 die Auslagerungsdatei verwaltet (oder wenn man in der system.ini ConservativeSwapfileUsage=1 eingetragen hat). Dann gilt:
Reservierter Speicher = (RAM - freier Speicher) + Auslagerungsdatei. Allerdings ist diese Faustregel nicht ganz genau, da die Größe der Auslagerungsdatei nach dem Schließen von Programmen nicht immer sofort geändert wird. "Größe der Auslagerungsdatei" - "Belegt von Auslagerungsdatei" ist das, was an RAM verschwendet wird, wenn man swappen nicht zulässt.
Belegt von Auslagerungsdatei:
Speicher, der tatsächlich benutzt und bei Bedarf wieder in den Hauptspeicher des Rechners zurückgeschrieben werden kann. Man kann übrigens feststellen, dass auch nachdem der Hauptspeicher wieder freigegeben wurde, sich hier immer noch Informationen befinden. Das liegt daran, dass die entsprechenden Pages nur noch entfernt und nicht mehr ausgelagert werden müssen. Das bedeutet, dass selbst wenn die Auslagerungsdatei zum großen Teil belegt ist, nicht notwendigerweise ständig darauf zugegriffen wird. Ist dieser Wert ständig sehr hoch, sollte man trotzdem über ein RAM-Upgrade nachdenken. Noch wichtiger ist allerdings die Anzahl der Seitenfehler.
Seitenfehler (eine Seite sind 4 KB):
Eine Anwendung versucht auf Speicher zuzugreifen, den Sie im RAM vermutet. Dieser Speicher befindet sich aber auf der Festplatte. Der Speicherinhalt muss nun zunächst von der HD ins RAM geladen werden (dies geschieht für die Anwendung vollkommen transparent). Im RAM muss aber zunächst evtl. Platz geschaffen werden.
Entfernte Seiten:
Speicherinhalt, der sich schon in der Swap Datei befindet, also nur entfernt werden muss, um Platz zu schaffen.
Seitenauslagerungen:
Speicherinhalt, der sich noch nicht in der Swap Datei befindet, also vor dem Entfernen aus dem RAM noch gesichert werden muss.
Seiteneinlagerungen:
Speicherinhalte, die von Anwendungen angefordert wurden und nun aus der Swap-Datei in den RAM geschrieben werden sollen.
Größe des Datenträger-Cachespeichers:
Erklärt sich von selbst. Übrigens: Der Disk-Cache wird natürlich nicht ausgelagert (genausowenig wie die Auslagerungsdatei gecacht wird).
Gesperrter Speicher:
Nicht auslagerungsfähiger Speicher, zum größten Teil der Disk-Cache.
Sonstiger Speicher:
=Reservierter Speicher - Auslagerungsfähiger Speicher
Es handelt sich beim sonstigen Speicher um 32-Bit Code, d.h. um alle 32-bittigen Programme und DLLs und um sonstige "Memory-mapped files". Die im "Sonstigen Speicher" befindlichen Pages werden nicht geswappt, sondern nur discarded, d.h. aus dem Speicher entfernt, da sie schon auf der Festplatte vorliegen.