Wehe, Du benutzt (k)einen Router!

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Gerade stolpere ich über ein Thema, das bisher irgendwie an mir vorbei ging:
Internetprovider dürfen ihren Kunden vertraglich dazu verpflichten, einen Router zu benutzen - aber nicht nur irgendeinen, sondern einen ganz bestimmten - nämlich den, der mit Vertragsabschluss überreicht wird und den der Provider sogar mit einem Passwort vernageln darf, welches der Kunde nicht kennt. Die Bundesnetzagentur sieht darin kein Problem und auch keine Chance, dies rechtlich irgendwie anzugreifen.
Wie Golem schreibt, hat sich Fritz!Box-Hersteller nun zum Anwalt der Kunden aufgeschwungen und diese Willkür der Provider kritisiert. Die Berliner sehen da neben den Rechten der Kunden auch ihre eigenen Umsätze davon schwimmen.

Nun, abgesehen von der Tatsache, dass ich niemals einen Vertrag unterschreiben würde, der mir die Nutzung eines bestimmten Endgeräts vorschreibt, musste ich bei der Meldung noch aus einem anderen Grund schmunzeln.
Wer erinnert sich noch an die Zeit, in der es laut AGB verboten war, einen Router zu benutzen? Wer 'erwischt' wurde, riskierte die Kündigung und Stilllegung seines Anschlusses (mir ist allerdings kein Fall bekannt, in dem es dazu gekommen wäre). Ja, so etwas gab es wirklich, ich kann es nur zeitlich nicht mehr genau einordnen.

Das Router-Verbot war damals so weltfremd, wie es die Vorschrift eines bestimmten Gerätes heute ist. Und die Leute, die sich bei den Providern einen solchen Unsinn ausdenken, werden auch noch vom Geld der Kunden bezahlt.
 

xjrbiker

nicht mehr wegzudenken
na das kann doch dann nur von billig-internetprovidern kommen,mit den man dann eh ständig stress hat,weil sie leistungen anbieten, die sie nicht einhalten und mit dem router dann noch mietgebühren verlangen..bis der kunde wieder kündigt ;)) das und deren gebührenpflichtige hotline bringen den umsatz heut zutage :((
 

Duftie

assimiliert
Mein Anbieter lieferte früher einfach ein Kabelmodem, heute gibt es die FritzBox 6360 mit integriertem Kabelmodem. Zunächst war ich angepisst, aber mittlerweile habe ich mich an die Büchse gewöhnt und denke, dass es vielen "normalen" Kunden entgegenkommt, da auf weitere Geräte verzichtet werden kann.

Das Gerät zieht automatisch die Config Files für den Kabelanschluss, ansonsten kann man es aber frei konfigurieren.
 

Pixel-Toast

schläft auf dem Boardsofa
Wenn der Provider uns, das meist schlecht verarbeitete Gerät, umsonst anbietet, ohne das wir dafür draufzahlen müssen, dann gerne.

Es gibt nämlich auch Benutzer, welche den Anschluss alleine im Haushalt benutzen, wie es bei mir zur Zeit der Fall ist, da kann der Rechner auch direkt am Modem hängen.
 
Mein Anbieter lieferte früher einfach ein Kabelmodem, heute gibt es die FritzBox 6360 mit integriertem Kabelmodem. Zunächst war ich angepisst, aber mittlerweile habe ich mich an die Büchse gewöhnt und denke, dass es vielen "normalen" Kunden entgegenkommt, da auf weitere Geräte verzichtet werden kann.

Das Gerät zieht automatisch die Config Files für den Kabelanschluss, ansonsten kann man es aber frei konfigurieren.

Der ISP kann ja weiterhin Modems und Router verteilen, aber warum sollte er das Recht dazu haben, dich zu zwingen, diesen zu benutzen. Das sind ja zwei unterschiedliche Punkte.

Man kann ja immer noch einen (NAT-)Router hinter den gelieferten Router hängen. Der ISP hat dann keinerlei Möglichkeit das nachzuweisen. Schön ist das natürlich nicht.
 

Zweierpotenz

schläft auf dem Boardsofa
UM hat mir ein Kabelmodem von Cisco angeschlossen, dass einen ordentlichen Eindruck macht, aber austauschen kann ich es nicht. Dahinter hängen zwei Router, die mir gehören. Hätte ich die Möglichkeit, wäre einer der Router eine Fritz 6360 geworden und ich hätte einen Stromfresser weniger. Die 6360 bekäme ich aber nur von UM, wenn ich für 5 Flocken pro Monat eine "Komfort Telefon Option" dazu buchen würde, die ich nicht brauche und ich auch zu teuer finde.

Aber darum geht es im Prinzip nicht.
Das "sponsern" von Modems und Routern finde ich lästig, ob es nun das aufgezwungene Gerät von UM ist oder die "Schenkung" von DSL-Anbietern wie 1&1, die einem alle zwei Jahre eine neue FritzBox zuschicken (war zumindest so, als ich noch bei denen war). Das ist sowieso alles im Preis mit einkalkuliert. Ein geringerer Monatspreis und man kauft sich das Gerät, das man wirklich benötigt, selbst - das wäre besser.
Man kann ja Geräte, die man dann auch selbst anbietet, "empfehlen" oder vermieten, damit der technisch uninteressierte Kunde passend ausgestattet ist. Doch der technisch versierte Kunde hat dann alle Möglichkeiten offen, ohne Elektronikleichen in irgendeiner dunklen Ecke lagern zu müssen, weil er sie nicht braucht. Ich zumindest habe so einen Billigrouter, den mir UM zugeschickt hatte, seit Jahren original verschweißt herum liegen. :-/
 

Duftie

assimiliert
Der ISP kann ja weiterhin Modems und Router verteilen, aber warum sollte er das Recht dazu haben, dich zu zwingen, diesen zu benutzen.
Ggf. gilt das Argument, dass der ISP seinen Netzabschluss definieren möchte, um Störungen zu vermeiden.

Das ein Anbieter bei DSL oder Kabel das Endgerät vorschreibt, finde ich durchaus legitim, schließlich ist das der Netzabschluß. Bei uns waren sie eben so schlau und sind auf den Wunsch vieler "Normaluser" eingegangen, die nicht x-Geräte rumstehen haben wollten und haben die Fritzbox mit Kabelmodem ausgewählt. Damit wird der Service vereinfacht und die Masse der Kunden ist glücklich (ich, wie bereits oben erwähnt, nach einiger Zeit auch).

Es geht schon damit los, dass die schiere Masse der User zu dusselig ist, ein Modem oder einen Router vernünftig einzurichten und die Service-Calls natürlich beim ISP landen. Durch die Reduzierung möglicher Hardware wird das zum einen reduziert, zum anderen ist die Beantwortung der Service-Calls wesentlich einfacher, weil man sich auf bestimmte Geräte reduzieren kann. Der Focus sollte da natürlich eher auf dem Modem liegen, aber auch bei einem Router kann man so einiges erreichen.

Einige Anbieter werden diese Einschränkungen durch die Bundesnetzagentur gerne nutzen, um Dienste zu sperren und damit die eigenen Einnahmen zu sichern (z.B. VoIP).
Aber zum Glück leben wir ja in einem freien Land und man kann sich einen Anbieter aussuchen, der nicht zu solchen Mitteln greift...
 
@Duftie:
Vielleicht ist es nicht ganz klar worauf ich hinaus möchte. Es ist ja durchaus in Ordnung, wenn wir der ISP einen Router empfiehlt oder mitliefert. Was mich stört ist der Zwang, diesen benutzten zu müssen. Und dann kann ich nicht mal die Konfiguration anpassen?
Wenn ich mich natürlich für ein eigenes Gerät entscheide, muss der ISP dafür keinen Support geben. Das sollte klar sein.

Die Frage die sich aus meiner Sicht stellt ist, bis wohin die Zuständigkeit des ISPs geht und ab wo MEIN LAN anfängt. Aus meiner Sicht liegt die Grenze zwischen DSL-Modem und Router. Da die Heim-Geräte aber beides (und noch mehr) kombinieren, muss man die Grenze verschieben. Ich wäre auf keinen Fall dazu bereit, die Kontrolle über einen Teil meines LANs abzugeben. Genau das ist aber der Fall, wenn ich nicht mal an auf die Konfiguration des "Routers" zugreifen kann, weil der ISP diese mit einem Passwort schützt.

Der Post gehörten früher auch mal die Telefone und das hat sich auch geändert. Es gibt schließlich standardisierte Protokolle zur Kommunikation zwischen den Geräten. Da ist es dann auch relativ egal, welches Gerät man verwendet...
 

Duftie

assimiliert
So richtig verstehe ich das Problem nicht: Wenn der ISP einen Modemrouter vorschreibt, kannst Du doch noch Deinen eigenen Router dahinter hängen und somit hast Du Dein LAN auch voll unter Kontrolle ...
 
Dann habe ich aber auch mehr Geräte da stehen und vermutlich wird das ganze auch noch doppelt "geNATtet". Da freut sich der Netzwerkadministrator...

Wenn ich nur ein DSL-Modem bekomme ist das ja noch in Ordnung...
 

QuHno

Außer Betrieb
Tjo und dann hat der Provider bei seinem festgetackert und vorkonfigurierten Router/Modem keine Port-Freigaben eingerichtet und ein Spiel oder der lokale FTP oder HTTP Server ist nicht mehr nutzbar, weil er nicht mehr auf Anfragen von draußen horchen kann. Verkaufen die Provider auch zufälligerweise teuren zusätzlichen Serverspeicherplatz und fürchten bei Anbindungen mit schnellem Upload Konkurrenz durch lokale Server?

Honi soit ...
 
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