Vorschau: Windows auf der Microsoft Build 2024

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Vorschau: Windows auf der Microsoft Build 2024

Microsoft Build 2024


In knapp drei Wochen, am 21. Mai 2024, startet Microsofts Entwicklerkonferenz Build. Aus Windows-Sicht ist das seit Jahren eine eher unspektakuläre Veranstaltung. Auch in diesem Jahr wird der Fokus nicht auf dem OS-Fossil liegen, diese Zeiten sind für immer vorbei. Allerdings gibt es dennoch ein paar Gründe, der Build mit Spannung entgegenzusehen.

Das liegt auch an einem Event, der zwar nicht direkt mit der Build zu tun hat, aber einen Tag vorher ebenfalls in Seattle stattfindet: am 20. Mai wird Microsoft die ARM-Versionen von Surface Laptop 6 und Surface Pro 10 vorstellen, die nicht nur mit den neuen Qualcomm-CPUs ausgerüstet sind, sondern sich auch äußerlich von den Intel-Varianten unterscheiden.

Es ist davon auszugehen, dass wir im Rahmen dieser Veranstaltung viel Neues zu Windows 11 und den geplanten KI-Funktionen hören. Ich rechne sogar damit, dass es primär darum gehen wird und die neuen Geräte nicht die Hauptrolle spielen.

Ein zentrales KI-Feature im kommenden Windows 11 Update ist der “AI Explorer”. Eine Funktion, die mit tödlicher Sicherheit für Diskussionen sorgen wird. Die Kernfunktion soll nämlich eine Art allwissendes Gedächtnis sein, das genau weiß, wann und wo wir was an unserem PC gemacht haben. Totalüberwachungs-Clickbait in 3…2…1.

Man wird den AI Explorer “was habe ich letzte Woche mit Klaus besprochen?” fragen können. Überflüssig, sich zu erinnern, ob das eine E-Mail, ein Teams- oder WhatsApp-Chat war, der AI-Explorer findet die gewünschte Information und liefert sie. Das stelle ich mir äußerst nützlich vor, setzt aber voraus, dass man zu 100% darauf vertrauen kann, dass diese Informationssammlung lokal bleibt und nicht missbraucht wird, etwa für Werbezwecke. Diesbezüglich kann man Microsoft im Privatkundenbereich leider nicht mehr weiter trauen, als man eine Waschmaschine werfen kann, darum werden die Artikel mit der Überschrift “So deaktiviert man den AI-Explorer” mindestens ebenso beliebt sein wie die Horror-Szenarien. Schade eigentlich.

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dass der AI Explorer zunächst exklusiv für ARM-Geräte kommt, wäre das taktisch vielleicht sogar klug – auf nahezu allen aktiven Windows-Geräten käme er vorerst nicht zum Einsatz und könnte in Ruhe in der Nische reifen.

Auf der Build selbst wird es einige Sessions geben, die sich mit Windows beschäftigen. Die vollständige Agenda könnt Ihr bei Interesse hier einsehen: MS Build Session catalog.

Eine Session, die unmittelbar Bezug auf die neuen Geräte nehmen wird, ist Introducing the Next Generation of Windows on Arm. Mit den neuen Qualcomm-Chips und neuen PCs nicht nur von Microsoft soll Windows on ARM in diesem Jahr endgültig Fahrt aufnehmen, dementsprechend wird Microsoft versuchen, die Entwickler zu motivieren, ihre Anwendungen nativ auf die Plattform zu bringen. In der Session Windows-on-Arm ecosystem migration stories werden Entwickler aus erster Hand berichten, wie die Umstellung ihrer Apps funktioniert hat.

Logischerweise wird Künstliche Intelligenz DAS bestimmende Thema auch bei den Windows-Sessions sein. Microsoft wird den Entwicklern näher bringen, wie sie den Copilot in Windows für sich nutzen, indem sie etwa Plugins erstellen, die sich dort integrieren. Eventuell hören wir im Rahmen der Build-Konferenz Neuigkeiten zur Verfügbarkeit des Windows-Copilot in unserer Region. Aufgrund des Digital Markets Act hängt die Einführung in der EU nach wie vor in der Schwebe.

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Optimierung von Anwendungen für die neuen KI-Coprozessoren. Entwickler werden erfahren, wie sie die NPUs mit KI-Funktionen gezielt ansprechen können.

Die Session mit dem abstrakten Namen Designing for a brand new Windows AI feature dürfte mit dem oben erwähnten AI Explorer zu tun haben. Nach den bisherigen Berichten soll das “KI-Gedächtnis” mit den meisten Windows-Anwendungen auch ohne explizite Anpassung funktionieren. Das wäre eine Grundvoraussetzung, ansonsten wäre es “dead on arrival”, denn alle Windows-Neuerungen der letzten 15 Jahre, die auf die Mitarbeit der Entwickler angewiesen waren, teilen das gleiche Schicksal – sie haben sich nicht durchgesetzt und verschwanden wieder.

Die Build startet am 21. Mai um 18 Uhr deutscher Zeit mit der Keynote von Satya Nadella. Die virtuelle Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, erfordert aber eine Registrierung auf der Build-Homepage.

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