Teure KI: Braucht Microsoft eigene Chips, um Geld verdienen zu können?

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Teure KI: Braucht Microsoft eigene Chips, um Geld verdienen zu können?

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In der letzten Woche gab es Berichte, wonach Microsoft an eigenen KI-Chips arbeitet, in erster Linie für seine Server in der Cloud. Dabei geht es wohl nicht nur darum, sich technologisch einen Vorteil zu verschaffen, sondern wohl auch und vielleicht sogar primär darum, die Kosten im Rahmen zu halten.

Das neue Bing auf Basis von ChatGPT verursacht eine enorme Rechenlast, überhaupt sind KI-Funktionen sehr ressourcenintensiv. Für die Bestrebungen, den CO₂-Fußabdruck von Technologie zu senken, ist das kontraproduktiv, außerdem verursacht es entsprechende Kosten.

SemiAnalysis (via WindowsCentral) hat die Kosten von ChatGPT geschätzt und kam zu dem Ergebnis, dass der Betrieb fast 700.000 Dollar kostet – pro Tag. Die Kosten einer einzigen Anfrage beziffern die Analysten auf 36 Cent.

Ich war bislang davon ausgegangen, dass Microsoft die Zahl der täglichen Anfragen an das neue Bing nur deshalb begrenzt, weil man sich vor einer Überlastung der Serverkapazitäten schützen möchte. Wenn diese Schätzungen korrekt sind, dann geht es mutmaßlich eher darum, dass die Kosten nichts ins Uferlose wachsen.

Einen wesentlichen Anteil daran haben die Hardware-Kosten. Wenn Microsoft die Chips nicht mehr teuer bei Nvidia einkaufen muss, sondern sie zumindest teilweise selbst produziert, könnten diese Kosten deutlich gesenkt werden.

Unabhängig davon, ob das neue Bing zu einem Erfolg wird, geht Microsoft nicht davon aus, dass daraus künftig eine lukrative Geldquelle wird. In dem Artikel wird Satya Nadella mit der Aussage zitiert “die Gewinne mit der Internetsuche werden sinken – für immer”.

Das offenbart, in welcher Zwickmühle Google derzeit steckt. Einerseits sind sie bemüht, eine schnelle Antwort auf Microsofts KI-Bemühungen zu geben, weil man fürchtet, auf Dauer Marktanteile zu verlieren, andererseits torpediert man damit sein eigenes Brot- und Butter-Geschäft.

SemiAnalysis rechnet vor, dass eine KI-gestützte Suche nach dem Vorbild von Bing die Gewinne, die Google mit seiner Suchmaschine einfährt, von aktuell 55,5 Milliarden Dollar auf 19,5 Milliarden schrumpfen lassen würde.

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