Raumfahrt

Norbert

Moderator
Teammitglied
Das hast du jetzt mit dem anderen Milliardär Richard Branson verwechselt, der bereits vor etwa 11 Tagen in den Weltraum startete. Seine Rakete war es, die mit schmutzigem Sprit flog (Kerosin oder Hydrazin), „Blue Origin“ verwendet dagegen ausschließlich Wasserstoff und Sauerstoff. 😉

Was die Unvernunft des Weltraum-Tourismus betrifft, gebe ich dir allerdings recht. Der ist genauso unnötig wie Kreuzfahrten.
 

Bio-logisch

Moderator
Teammitglied
Neidisch? Die beiden beschäftigen in Ihren Unternehmen und auch mit diesen Raketen jede Menge Menschen. Gut, bei Elon Musk muss man sich nicht über Firmenkultur auslassen, aber besser, das Geld wird mit so einer Aktion wieder unter die Leute gebracht, als dass Sie einfach ein paar Goldbarren in Fort Nox einlagern. Just my 2 Cents...
 

Tequilla

assimiliert
Nein, kein Neid. Ich flieg nicht mal wenn es sich vermeiden lässt. Es ist einfach nur eine maximal sinnlose Verschwendung von Geld und Ressourcen für eine Person in diesem speziellen Fall die mich mit offenem Mund zurück lässt. Bezos hats dann mit dem Dank an seine Mitarbeiter ad absurdum geführt.

Da fällt mir wenig zu ein, um so einer Ideotie etwas Positives abzugewinnen, nicht mal "Arbeitsplätze schaffen".
 

SoKoBaN

B.Ohlsen der alte Schwede
Teammitglied
Ich frage mich so schon manchmal, was ich mit dem Geld, welches ich habe so schönes anfangen könnte. Ich hab mal aus Jux Aktien gekauft. Das hat sich mittlerweile verdoppelt. Theoretisch müsse ich die Aktien jetzt verkaufen. Dann hätte ich noch mehr Geld. Und wieder keinen Plan, was ich damit machen könnte.
Und dabei hab ich jetzt garnicht mal so furchtbar viel Geld...
Da habe ich schon irgendwie Verständnis, wenn jemand mit so abscheulich viel Geld wie der Herr Bezos mal im Weltraum rum fliegen will. Was mich wieder zu der Frage bringt, was würde ich machen, wenn ich so derartig viel Kohle hätte. Denn im Weltraum rumfliegen möchte ich einfach nicht.
Grundsätzlich habe ich auch was ich brauche. Ein Dach überm Kopf, ein Auto, eine nicht ganz so garstige Frau und immer reichlich Essen, Trinken und Klamotten. 🤷‍♂️
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Ich frage mich immer, welche Erkenntnisse die Menschen in den letzten Jahren gesammelt haben durch die Raumfahrt und was haben sie dadurch gelernt und anders gemacht?
Wenn es einen echten Nutzen gegeben hätte, dann hätte man doch Erfolge vorweisen können zum Beispiel in Sachen Klimawandel.

Wenn Staaten wie die USA mehr in den Umweltschutz investiert hätten und auch ihre marode Infrastruktur bei der Stromversorgung verbessert hätten, dann wäre das eine Entwicklung gewesen, von der alle was haben.

Was soll denn das für eine Entwicklung sein, wenn jetzt nur sehr reiche Menschen sich mit enormer Geschwindigkeit ins All schießen lassen, damit sie sich feiern lassen, wie toll sie doch sind?
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Wenn es einen echten Nutzen gegeben hätte, dann hätte man doch Erfolge vorweisen können zum Beispiel in Sachen Klimawandel.
Erfolge gibt es und zwar haufenweise, nicht nur, was den Klimawandel betrifft und wie man damit umgehen sollte. Allerdings ist dieses Thema viel zu vielschichtig und aufwändig, als dass ich jetzt einfach hier eine Liste der wissenschaftlichen Erfolge und für den Alltag nützlichen Erkenntnisse und Entwicklungen zusammenstellen könnte. Wer sich dafür interessiert, sollte sich mal die entsprechenden Videos im Link meiner Signatur heraussuchen und anschauen. Auch hunderte von Vorlesungen wurden auf YouTube für jedermann zugänglich veröffentlicht. Was aber daraus gemacht wird und vor allem, wie schnell, steht leider oftmals auf einem anderen Blatt. Nicht selten werden Notwendigkeiten von Politik und Lobbyismus tot geredet oder auf die lange Bank geschoben.

Geld für die Rüstung ist immer da. Zwar werden diese Ausgaben hin und wieder von der Öffentlichkeit als zu hoch kritisiert, aber dann wieder schnell vergessen. Außerdem werden sie fast immer nur in Prozent vom Gesamthaushalt angegeben, eine Zahl, die einem klein erscheint. Dass die öffentlichen Ausgaben für die Raumfahrt wiederum nur eine einstellige Prozentzahl von den Militärausgaben betragen, wird gerne verschwiegen und stattdessen werden reißerisch die so irre hoch klingenden Milliardenbeträge in den Vordergrund geschoben. Auch eine Art der Meinungsmanipulation.

Hier mal ein naturgemäß nur sehr kurzer Abriss einiger dieser praktischen Umsetzungen, die durch die Raumfahrt ermöglicht wurden. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs:

Auch die neuartige Technik der Raumkapsel bzw. deren Art der Anbringung auf der Rakete und der Landung könnte nützliche Erkenntnisse für die Raumfahrt und deren Anwendung bringen, wenngleich ich das Hauptziel des Herrn Bezos, den Weltraumtourismus zu fördern, ebenfalls verurteile.

Und noch ein Nebenblick auf einen winzigen Zweig der Forschung, die vielen möglicherweise unnütz erscheint:
Was bringt es uns denn zu wissen, wie z. B. die Venus tickt?
Nun, in Anbetracht des Klimawandels kann man an ihr als Beispiel sehen und erforschen, was mit der Erde längerfristig passieren wird, wenn wir das Problem nicht schnellstens in den Griff bekommen. Das ist die Hölle wie sie im Märchenbuch der Christen steht, was aber kein Märchen bleiben wird, tun wir nichts dagegen.

ot:
Theoretisch müsse ich die Aktien jetzt verkaufen. Dann hätte ich noch mehr Geld. Und wieder keinen Plan, was ich damit machen könnte.
Darf ich dir meine Kontonummer geben? 😂
 

Grainger

Praktizierender Atheist
Auch die neuartige Technik der Raumkapsel bzw. deren Art der Anbringung auf der Rakete und der Landung könnte nützliche Erkenntnisse für die Raumfahrt und deren Anwendung bringen, …
Das Argument ist also, dass die Raumfahrt nützliche Erkenntnisse für die Raumfahrt bringt? 😜
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Die Geschichte der Raumsonde „New Horizons“ und was nach ihrem Vorbeiflug am Primärziel Pluto vor 6 Jahren kam.


Was wird sie noch entdecken, nachdem sie einige Kuipergürtelobjekte wie den berühmten Schneemann im All „Ultima Thule“ beobachtet und wertvolle Daten gesammelt hat, die ein besseres Verständnis für die Entstehung unseres Sonnensystems liefern sollen. Immerhin soll die Sonde noch mindestens bis ins Jahr 2035 Daten liefern können. Das entspräche einer Entfernung von etwa 90 AE (~13,5 Milliarden km) und ist begrenzt von der Lebensdauer der Plutonium Batterie. Theoretisch könnten Daten der Sonde sogar aus einer Entfernung von 200 AE (fast 30 Milliarden km) empfangen werden, was einen Betrieb bis 2070 erfordern würde, doch dafür wurde leider nicht genug Plutonium für die Stromerzeugung geladen.

Wo ist New Horizons jetzt? Ständig aktualisierte Karten ihres Kurses und der aktuellen Position:
 

gisqua

ist wieder öfter hier
Danke Norbert.
Solche Filme machen mich immer richtig demütig. Da wird mir immer wieder bewusst, wie klein unsere Welt ist; wie unwichtig wir doch sind in diesem unvorstellbar großen Universum.
(Und diese unsichtbaren kleinen Minis behaupten von sich, dass sie die Krone der Schöpfung seien!)
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Und diese unsichtbaren kleinen Minis behaupten von sich, dass sie die Krone der Schöpfung seien!
ot:
Was die Komplexität und Größe des Hirns betrifft, mag man ja nach derzeitigem Kenntnisstand durchaus zustimmen.
Aber was den innewohnenden Verstand und die Intelligenz angeht, habe ich bei vielen doch arge Zweifel. :rolleyes::LOL:
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Jetzt wird es richtig heiß! 🌞

Der Solar Orbiter (SolO) ist eine Raumsonde der ESA in Zusammenarbeit mit der NASA zur nahen Erforschung unserer Sonne. Sie startete am 10.02.2020 von der Cape Canaveral Space Force Station (CCSFS) in Florida und soll bis 2030 einen sonnennahen Orbit innerhalb der Merkurbahn erreichen, weniger als 42 Millionen km von der Sonne entfernt. Momentan befindet sie sich nach Vollendung ihres zweiten Swing-by Manövers an der Venus auf dem Rückweg zur Erde, wo sie ebenfalls einen weiteren Swing-by ausführen wird. Es werden weitere 6 an der Venus folgen, bevor sie endlich auf ihrem endgültigen Kurs zur Sonne ist.

Animation_of_Solar_Orbiter%27s_trajectory_-_polar_view.gif


Ihre Hauptaufgaben sind die Erforschung von Sonnenwind, Sonnenpole, Magnetfeld und des Weltraumwetters, sekundär sollen auch Strukturen in der Sonnenkorona aufgenommen werden.



Ebenfalls und fast zeitgleich ist noch eine Sonde zur Sonne unterwegs und soll sie bereits 2024 erreichen, die Parker Solar Probe der NASA.

Solar_Probe_%2B_trajectory.jpg


Ihre Hauptaufgabe ist die Erforschung der einige Millionen Kelvin heißen Sonnenkorona. Im Gegensatz zum Solar Orbiter wird sie nicht über die Sonnenpole fliegen, sondern einen normalen Orbit in der Ekliptik einschlagen, der sie bis auf fast 6 Millionen km an die Sonne heranführt. Dort herrscht eine Temperatur von etwa 1430 °C (was nur ~100 °C unter dem Schmelzpunkt von Eisen ist) und die Sonde wird an diesem sonnennächsten Punkt die rekordverdächtige Momentangeschwindigkeit von ~690.000 km/h bzw. 190 km/s haben.

Videoaufnahmen von Tests der Parker Solar Probe, sowie Animation der Mission

1920px-Parker_Solar_Probe.jpg


@gisqua: Im Gegensatz zu dir bin ich heute nicht in die Vergangenheit getaucht und ins kühle Nass gesprungen, sondern habe einen Höhenflug in die Zukunft und den heißesten Gefilden unserer entfernteren Umgebung gemacht. Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. :D
 

gisqua

ist wieder öfter hier
@Norbert : In dieser fernen Region fühlen sich meine Gedanken auch irgendwie zuhause.
Mir ist es immer noch unbegreiflich, wie solche präzisen Berechnungen zustande kommen können,
wie man ein solches Mini-Objekt finden kann und dann auch noch die Sonde dahin schicken kann.
Aber ich muss ja nicht alles verstehen, staunen und darüber nachdenken reicht ja auch schon.
(New Horizons) Der Vergleich mit dem Tontauben-Schießen war übrigens sehr anschaulich.
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Du sprichst also über Beitrag #71 und Ultima Thule (offizieller Name "Arrokoth") und nicht die Sonne. Das nur zur Klarstellung für die Mitleser.

Mir ist es immer noch unbegreiflich, wie solche präzisen Berechnungen zustande kommen können,
wie man ein solches Mini-Objekt finden kann und dann auch noch die Sonde dahin schicken kann.

Soo schwierig ist das mit den Berechnungen gar nicht, relativ einfache Keplersche Mathematik, die schon seit rund 400 Jahren bekannt ist.
Aber das Aufspüren so winziger und weit entfernter Fels- und Eisbrocken ist schon eine enorme Leistung und wird im Video auch gut erklärt.
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Ich hatte ja schon einmal hier einen Größenvergleich vom kleinsten Teilchen bis hin zum Laniakea Supercluster gezeigt, in welchem unsere Milchstraße in dieser grafischen Animation noch nicht einmal so groß wie ein einzelnes Pixel ist.

Dem möchte ich nun einen Größenvergleich vom Erdmond über den kleinsten und bis zum vielleicht größten bekannten Stern (Stand 2017)* hinzufügen, vorgetragen von Josef M. Gaßner mit seiner unvergleichlich begeisterten und sympathischen Art.

* Damals noch UY-Scuti oder Westerlund, nach neueren Erkenntnissen aber vermutlich Stephenson 2-18, Messungen dieser Art sind extrem schwierig. Allerdings werden sie immer genauer und UY-Scuti wurde mittlerweile auf unter 1000 Sonnenradien abgestuft, während Stephenson über 2000 R☉ haben soll.


Den größten bekannten Stern mit einem Jumbo zu umrunden, würde weit über 1100 Jahre dauern.
Aber leider kommen wir ja noch nicht einmal hin und erst recht nicht wieder zurück, jedenfalls nicht damit: 😄

glast08pd1642.jpg
20170313_870.jpg
 

Norbert

Moderator
Teammitglied
Schade, ich hatte mich schon mit dem ursprünglich im Oktober geplanten Start vom James Webb Weltraumteleskop auf baldige scharfe und hoch aufgelöste Bilder gefreut, doch der Start mit einer Ariane 5 wird jetzt auf den 18. Dezember 2021 verschoben. Wenn alles klappt, werden die ersten Bilder aber voraussichtlich erst im Sommer 2022 zu sehen sein. Besonders gespannt bin ich darauf, ob man die mutmaßliche Entdeckung der Population III Sterne, das sind die allerersten Sterne im jungen Universum nur wenige Millionen Jahre nach dem Urknall, sicher bestätigen kann.

 
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