[Politik] Prostitution "kein Beruf wie jeder andere"

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Prostitution "kein Beruf wie jeder andere"

Das Bundeskabinett hat heute den unter Federführung des Bundesfamilienministeriums erstellten Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten beschlossen. Ziel des Gesetzes war es, die rechtliche und soziale Lage von Prostituierten zu verbessern. Der Zugang zur Sozialversicherung sollte ermöglicht, die Begleitkriminalität zurückgedrängt, gesundheitliche Gefährdung von Prostituierten abgebaut und der Ausstieg aus der Prostitution erleichtert werden. Doch dies ist nicht ausreichend gelungen. "Das Prostitutionsgesetz hat sein Ziel nur in Teilen erreicht. Wir müssen weiter daran arbeiten, den Schutz der Prostituierten erheblich zu verbessern und die Prostitution wirkungsvoller zu kontrollieren", erklärt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

kompletter Artikel

Später wird Frau von der Leyen dann deutlicher:
"Der Ausstieg aus der Prostitution ist unser wichtigstes Ziel"

Ob das wirklich so eine gute Idee ist?
Zwar muss man Zwangsprostitution bekämpfen, ebenso sollte es einer arbeitslosen Fleischereifachverkäuferin nicht unbedingt zugemutet werden, dass man ihr bei der Arbeitsagentur eine Stelle im Bordell anbietet - ansonsten denke ich aber schon, dass man in der heutigen Zeit, wo eine Gesellschaft mit zu wenig Homosexuellen schon als abnormal gilt ;), auch diesem Beruf zu so viel Normalität wie möglich verhelfen - so sehe ich das zumindest.
 

Quampo

nicht mehr wegzudenken
Hmm - es gab Zeiten, da war die Prostitution eine heilige Handlung, und selbst höher situierte Töchter pflegten in Tempeln diesbezüglich eine Art "soziales Jahr" abzuleisten.
Aber das war vor dem Auftauchen der katholischen Kirche ...
 

Smuggler

schläft auf dem Boardsofa
:D Hat doch eigentlich nichts mit der Kirche zu tun ....

Aber mal sachlich:

Als Ausstieg ist wohl gemeint (ich interpretiere jetzt mal positiv ...), dass Menschen (ja, es gibt nicht nur weibliche Prostituierte ...), die aus wirtschalftlicher Not in diese für sie augenscheinlich missliche Lage gekommen sind, der sog. Ausstieg mit entsprechenden Angeboten seitens regulativ geschaffener Möglichkeiten erleichtert werden soll. Guter Ansatz ...

Zwangsprostitution und die Inanspruchnahme dessen (ob wissentlich oder nicht - egal) soll konsequenter und durchgängiger sanktioniert werden. Guter Ansatz ...

Der Schutz von Minderjährigen soll verstärkt werden. Sehr guter Ansatz ...

Ausbeutung in jedweder Form in diesem Umfeld soll unterbunden werden. Guter Ansatz ...

Bordelle sollen in eigenem Rahmen genehmigungs pflichtig werden - ähnlich wie Gaststätten oder Hotelbetriebe. Guter Ansatz ...

Allerdings kommt man nicht über gute Ansätze hinaus. Konkrete Maßnahmen (Gesetzesänderungen, Organisatorisches, etc.) werden nicht beschrieben.
Man stellt nur offiziell fest, dass "es" nicht zum erwünschten Ziel geführt hat und versucht nun durch die entsprechenden Ankündigungen kompetent und zielführend zu wirken.

Zuzugeben, dass man im Laufe der Zeit ein wenig weltfremd geworden ist, ist natürlich so gut wie unmöglich.

Für mich ist das eine der vielen unfreiwilligen pseudo-intellektuellen Bankrotterklärungen diverser Ministerien und angeschlossener Dezernate - noch nicht mal gut ausformuliert.
 
B

Brummelchen

Gast
>> eine Stelle im Bordell anbietet

Das war IMO auch nie das Ziel - Prostitution sollte nur den selben Schutz erhalten wie
jeder andere Beruf. Nur davon sind die seit Vorlage immer noch weit entfernt.
Gestern/Vorgestern kam der Bericht dazu.
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Mit einer Kontrolle über den Sozialversicherungsausweises analog wie im Baugewerbe könnte man die Zwangsprostitution vielleicht reduzieren.


ot:

Die Kontrolleure dürfen sich nur nicht bestechen :sex lassen. :D
 

TBuktu

assimiliert
Asoziales Gesindel
Wer 2 gesunde Hände hat (wo eine ja schon reichen würde)...

Gut, dass ein Sozialvers-Ausweis die Probleme beheben soll :D
Auf dem Bau funzt es ja schliesslich auch

Was hat Schwarzarbeit mit Zwangsarbeit zu tun ?

Gruss
Tim
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
TBuktu schrieb:
Was hat Schwarzarbeit mit Zwangsarbeit zu tun ?

Eigentlich nichts. Und hätten die Zwangsprostis einen SvA?

ot:
Fällt mir der Spruch von Raab ein:
"Die Russen haben das Gas abgedreht. Das Einzige, was wir in den nächsten Jahren weiter verlässlich aus Russland bekommen, sind Boxer und Nutten."

 
B

Brummelchen

Gast
Raab mal wieder :lachweg

Der Kerl wird mir wieder richtig symphatisch dadurch, ich schau den nur nie.
 

matsch79

Der mit der Posting-MP
Brummelchen schrieb:
>> eine Stelle im Bordell anbietet

Das war IMO auch nie das Ziel - Prostitution sollte nur den selben Schutz erhalten wie
jeder andere Beruf. Nur davon sind die seit Vorlage immer noch weit entfernt.
Gestern/Vorgestern kam der Bericht dazu.

Mag sein, daß es nicht das Ziel war,
aber auch das gab es ....
Hartz IV: Vermittlung ins Bordell
Arbeitslose soll als Prostituierte arbeiten

und erst einige Zeit später kam das:
Arbeitsamt: Huren vermitteln verboten - Jobs FOCUS Online

Aber auch so geht es:
Prostitution und Unterhalt » Scheiden tut weh
_____________________
 

Thargor

Senior Member
Quampo schrieb:
............. und selbst höher situierte Töchter pflegten in Tempeln diesbezüglich eine Art "soziales Jahr" abzuleisten.
Aber das war vor dem Auftauchen der katholischen Kirche ...


An sowas bin ich wohl heute Nacht in einer Disco in Shanghai geraten. Obwohl Französin war der Katholizismus da eigentlich kein Thema.

:D :D :D :D

Das mit dem sozialem Jahr gefällt mir!
 
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