Phil Spencer: Xbox würde Scheitern des Activision-Deals überleben – eigener mobiler Store weiterhin geplant

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Phil Spencer: Xbox würde Scheitern des Activision-Deals überleben – eigener mobiler Store weiterhin geplant

Xbox Titelbild


Microsofts Gaming CEO Phil Spencer tourt derzeit von einer Kartellbehörde zur nächsten, um für eine Zustimmung zur geplanten Activision-Übernahme zu werben. Lebensnotwendig sei dieser Deal für die Xbox und Microsofts Gaming-Geschäft laut Spencer allerdings nicht. Außerdem bekräftigt er die Pläne, unter Android und iOS einen konkurrierenden Store zu etablieren.

In der letzten Woche weilte Spencer bekanntermaßen in Brüssel, um an der dortigen Anhörung vor der EU-Kommission teilzunehmen, zuvor hatte er noch bei der britischen CMA vorbeigeschaut und in diesem Zusammenhang der britischen Ausgabe der Times ein Interview gegeben.

Dabei wurde ihm wie so oft die Frage gestellt: Was passiert, wenn dieser Deal am Ende scheitert? Spencers Antwort: „Dies ist eine wichtige Akquisition für uns. Aber sie ist auf lange Sicht kein Dreh- und Angelpunkt. Xbox wird weiterleben, wenn dieser Deal nicht zustande kommt “

Diese Aussage hat mich insofern überrascht, als damit zum allerersten Mal jemand von Microsoft überhaupt nur in Erwägung gezogen hat, dass die Sache schiefgehen könnte. Bisher war man entsprechenden Fragen immer ausgewichen und hatte demonstrativen Optimismus ausgestrahlt. Bröckelt dieses Selbstbewusstsein nun und glaubt Microsoft selbst nicht mehr so richtig daran? Durchaus möglich, allerdings dürfte diese Aussage einmal mehr taktischer Natur sein.

Ein Microsoft, bei dem das Überleben des eigenen Gaming-Geschäfts vom Gelingen dieser Übernahme abhinge, würde nach erfolgreichem Abschluss alles tun, die Früchte dieses Deals zu schützen – inklusive einem harten Vorgehen gegen die Konkurrenz. Das Statement kann daher auch als Signal an die Kartellwächter gesehen werden: Nun macht euch mal nicht ins Hemd, sooo wichtig ist das für uns eigentlich gar nicht, dass wir deswegen unfair spielen würden.

Das stimmt selbstverständlich nicht, das ist sehr wohl kritisch für Microsoft. Nicht wegen eines Spielchens wie Call of Duty, sondern weil sie mit Abschluss des Deals einen dicken Fuß im mobilen Bereich auf den Boden bekämen. Dieser ist auch für die Cloud-Strategie wichtig, und darum könnte die Frage, ob der mobile Einstieg gelingt, auf Dauer in der Tat zur Existenzfrage für Microsofts Gaming-Business werden.

Stichwort mobiler Einstieg: Im Oktober hatte Microsoft erstmals vorgetragen, dass man unter Android und iOS einen eigenen Store auf die Beine stellen möchte. Ein Thema, bei dem die Wettbewerbsbehörden sehr interessiert und aufmerksam zugehört hätten, so Spencer. Im Rahmen des Interviews bekräftigte er, dass man diese Pläne weiterhin zielgerichtet verfolgt. Auch das ist kein Zufall, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass die Behörden die Dominanz von Google und Apple in ihren eigenen Ökosystemen brechen wollen, wo die beiden Unternehmen mit ihren Stores Monopoly spielen. Hier ist die Botschaft von Microsoft an die Kommissare ebenfalls klar: Gebt uns Activision, und wir helfen euch dabei.

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