Mini-PC NiPoGi AM21 ausprobiert: Satte Power für Büro und Gaming

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Mini-PC NiPoGi AM21 ausprobiert: Satte Power für Büro und Gaming

Mini-PC NiPoGi AM21


Mini PCs von NiPogi habe ich schon so einige auf meinem Tisch gehabt. Eines der neueren Modelle, den AM21 habe ich in den vergangenen Tagen und Wochen ausprobiert, und dank AMD Ryzen 7 8745HS mit integrierter Radeon 780M versprach ich mir so einiges an Leistung.

Sehr interessant bei der Vorbereitung dieses Tests, bzw. bei der Anfrage des Herstellers fand ich, dass es sich dieses Mal nicht um eine betagte Notebook CPU mit 10-15 W TDP handelt, sondern um eine wirkliche High End CPU aus dem Hause AMD mit Zen 4-Technologie aus dem Jahre 2024. Natürlich, auch hier handelt es sich um eine Notebook CPU, andernfalls würde es bei dem Formfaktor auch schwierig mit der Kühlung werden. Dennoch hat der kleine Prozessor eine TDP von 54 W und verspricht damit ordentlich Leistung, ohne frühzeitig zu drosseln, vernünftige Kühlung natürlich vorausgesetzt.

Hier kurz die wichtigsten Spezifikationen für den kleinen Rechner:

  • AMD Ryzen 7 8745HS (Zen 4)
  • AMD Radeon 780 Grafik (RDNA 3)
  • 32 GB DDR5 5.600 Arbeitsspeicher
  • 1 TB NVMe PCIe 4.0×4 SSD
  • Wi-Fi 6
  • Bluetooth 5.2
  • Preis (UVP): 899,99 Euro
  • 4x USB-A (2x 3.2 Gen2 (10 GBit), 2x 3.2 Gen1 (5 GBit))
  • 2x USB-C (1x 3.2 Gen2 (10 GBit / PD / DP 1.4), 1x 4 (40 GBit / PD / DP 1.4)
  • 2x HDMI 2.1 (4K@120 Hz)
  • 2x LAN (1x 2,5 GBit, 1x 1 GBit)
  • 1x 3,5 mm Klinke
  • Windows 11 Pro

Das Unboxing​


In der für NiPoGi typischen, weißen Schachtel befinden sich neben dem Mini PC ein 90W Stecker-Netzteil, ein HDMI-Kabel und eine Adapterplatte zum Anbringen des Rechners an eine VESA-Halterung. Entgegen vielen anderen Netzteilen in dieser Leistungsklasse ist dieses hier recht klein, sodass nicht zu viel Gewicht direkt auf der Steckdose hängt. Im Gegensatz zu dem zuvor getesteten Low-End Rechner E2 von NiPoGi, handelt es sich hierbei um ein wirklich edel anmutendes Gerät. Das Gehäuse ist zwar vollständig aus Kunststoffoberflächen, aber alles wirkt stabil und wirklich wertig.

Mini-PC NiPoGi AM21

Die Größe von 120 x 120 x 35 mm fällt für mich ganz klar in die Kategorie Mini. Auf dem Gehäuse sind wie immer die bei NiPoGi üblichen Aufkleber mit einem WhatsApp-Chat für den Support befestigt. Zum Glück haben diese eine nicht klebende Nase und sind schnell rückstandslos entfernt. Auf der Unterseite sind ca. 3 mm hohe Gummifüße angebracht, damit der Rechner sicher steht und damit die zur Kühlung des Prozessors notwendige kühle Luft angesaugt werden kann.


Auf der Unterseite befinden sich zudem vier kleine PH1 Schräubchen. Sind diese abgedreht, kann die Abdeckung entfernt und darunter der Arbeitsspeicher und die M.2 NVMe erreicht werden. Hier zeigt sich ein weiterer, leerer M.2 2280 Slot, über den eine zweite NVMe dem System hinzugefügt werden kann.

Mini-PC NiPoGi AM21 mit geöffneter Unterseite

Vorinstalliert ist, wie bei den meisten anderen Mini PCs, Windows 11 in der Geschmacksrichtung Pro. Mittlerweile denke ich, dass NiPoGi und andere Hersteller aus dem Sicherheitsvorfall vom letztem Jahr gelernt haben und in ihren Images keine Spyware mehr mitliefern. Dennoch ist mein erster Schritt vor der Inbetriebnahme weiterhin die Installation eines frischen Windows 11 Images mittels Media Creation Tool.

Hier sei angemerkt, dass im Standard-Windows-Image die Netzwerktreiber für den verbauten WLAN-Chip nicht enthalten sind. Anhand der Geräte-IDs im Gerätemanager fand ich schnell heraus, dass es sich um eine Realtek 8852BE WLAN-Karte handelt, die auch in vielen HP- und Lenovo-Notebooks verwendet wird. Hierüber konnte ich schnell die benötigten Treiber finden, installieren und das Netzwerk ans Laufen bekommen. Anschließend wurden die restlichen nicht gefundenen Treiber problemlos über Windows Update gefunden. Weiter installierte ich noch die aktuellen AMD-Chipsatz- und Grafikkartentreiber, um hier die maximale Leistung abrufen zu können.

Leistungsfähigkeit / Benchmarks​


Für meine Tests habe ich auf dem System Geekbench 6.4.0, Cinebench 2024.1.0, Crystal Diskmark 9.0.0 und OCCT 14.2.3 installiert.

Der verbaute AMD Ryzen 7 8745HS ist eine Notebook-CPU der High-End-Klasse und bietet mit seinen 8 Zen 4 Kernen insgesamt 16 Threads. Die Basisgeschwindigkeit liegt hier bei 3,8 GHz und der Turbo geht sogar bis zu 5,1 GHz. Die 32 GB Arbeitsspeicher sollten hier genug Platz mitbringen, um die für dieses System notwendigen Aufgaben zu befüttern. Wem das nicht ausreicht, der kann hier aber auf den zwei vorhandenen Steckplätzen auch größere Module verbauen.

Das Kühlkonzept des Mini-PCs sieht vor, von links und rechts kalte Luft anzusaugen und die warme Luft nach unten hinauszupusten. Das funktioniert selbst auf dem kleinen Bauraum gut. Von unten wird dann auch noch ein wenig Luft angesaugt, damit Arbeitsspeicher und NVMes luftumströmt sind, auch wenn hier nicht noch zusätzliche Luft angesaugt wird. In der Leistungsklasse ist Lüftung natürlich nicht unwichtig, weshalb man hier nicht unbedingt von Geräuscharm sprechen kann. Zwar ist der Lüfter im Leerlauf des Systems teilweise sogar gänzlich still, gelegentlich und unter Volllast dreht er aber ordentlich auf und lässt ein klar erkennbares Pusten im Raum.

Vorinstalliert sind in meinem Modell zwei 16 GB RAM-Riegel und eine M.2 NVMe mit 1 TB Speicher. Beides von dem Hersteller Rayson, welchen ich aus meinem Alltag zwar so nicht kenne, aber andere Modelle von NiPoGi setzen hier auf den gleichen Hersteller. Ausfälle hatte ich hier bislang nicht. Den Aufbau des Systems finde ich in Ordnung sowie wartungs- und nutzerfreundlich.

Anschlüsse bietet der Mini-PC, wie man es erwartet: Auf der Rückseite befinden sich der Netzanschluss, beide Netzwerkbuchsen, zwei HDMI Anschlüsse, ein USB-C 4.0- und zwei USB-3.2 Gen1-Ports. Auf der vorderen Seite befinden sich ein USB-C 3.2 Gen 2-, zwei USB-3.2 Gen2-Ports und ein 3,5 mm Klinkenanschluss sowie der Powerknopf. Die Anschlüsse sind mit genügend Abstand nebeneinander angeordnet, sodass auch mit größeren USB-Sticks jeder einzelne Anschluss nutzbar sein sollte.

Mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 ist das System zwar nicht ganz auf dem aktuellsten Stand der Technik, aber für die nächsten Jahre locker gerüstet. Hardware mit verbauten Wi-Fi 7 Chips und vor allem Router um Wi-Fi 7 überhaupt erst zu etablieren, sind ohnehin noch so rar gesät, dass hier an sich Wi-Fi 6 auch wirklich ausreichend ist. Wer großen Netzwerkdurchsatz mit diesem Rechner erreichen will oder muss, wird wahrscheinlich ohnehin auf den LAN-Anschluss mit 2,5 GBit setzen.

Die Ergebnisse der Messungen mit Cinebench, Geekbench und Crystal DiskMark lauten wie folgt (jeder Wert in der Liste ist der Durchschnitt über drei gleiche Messungen):

Cinebench 2024

  • Multicore 868
  • Singlecore 104

Geekbench 6

  • CPU Multicore 12125
  • CPU Singlecore 2473
  • GPU (Vulkan) 36045

Crystal DiskMark

  • SEQ1M Q8T1: Read 4753,35 / Write 4442,59
  • SEQ1M Q1T1: Read 2418,36 / Write 1856,68
  • RND4K Q32T1: Read 651,81 / Write 500,27
  • RND4K Q1T1: Read 39,57 / Write 161,01

Browser Benchmark Speedometer 3.1 (Edge 139.0.3405.102)

  • Ergebnis: 10,8
  • Abweichung: +-0,58

Die Leistungsaufnahme betrug im Leerlauf unter Windows zwischen 7 und 10 Watt. Unter Last konnte ich als maximale Leistungsaufnahme im Stresstest mit OCCT 71 Watt messen. Im ausgeschalteten Zustand betrug die Leistungsaufnahme des Netzteils 1 Watt. Abgesehen von der Leistung im ausgeschalteten Zustand finde ich die Werte mehr als in Ordnung. Im ausgeschalteten Zustand könnte man sich dann doch überlegen, das Netzteil vom Strom zu trennen. Kostentechnisch über ein Jahr dürfte es dann aber doch eher weniger auffallen.

Der verbaute Lüfter ist im Leerlauf nicht wahrnehmbar. Mit der App Dezibel X auf dem iPhone konnte ich einen Lautstärkepegel von 29 dB im Leerlauf messen. Ohne den Rechner hatte ich ebenfalls eine Lautstärke von 29 dB im Raum, wodurch ich wirklich nicht sagen konnte, ob der Rechner läuft oder nicht. Unter Volllast produziert der Prozessor mit seinen 54 W TDP dann doch einiges an Wärme, wodurch das System auf eine Lautstärke von 50 dB erreichte. Das Rauschen bzw. Pusten der Lüfter peakt hier bei etwa 1500 Hz. Ein ganz deutlich wahrnehmbares, aber nicht extrem nerviges Rauschen, was bei der Bauform und Größe sicher schwierig ist, anders zu realisieren.

Die verbaute M.2 NVMe in meinem Testmuster ist sehr schnell. 4,75 GB / s sind ein echt guter Wert und werden sonst auch nur von Spitzenklasse NVMes erreicht.

Bei den oben angegebenen Benchmarks und vor allem dem echt guten GPU-Wert für eine Notebook-CPU im Geekbench habe ich dann doch einmal aus Interesse auch einen Spielebenchmark angeworfen. In Ermangelung aktueller Spiele habe ich Shadow of the Tomb Raider gestartet und den eingebauten Benchmark durchlaufen lassen. Das Spiel selbst ist mittlerweile zwar ein paar Jährchen alt, kann aber auch heute noch gute Grafik liefern. Von Raytracing müssen wir natürlich bei dieser Leistungsklasse überhaupt nicht reden.
Bei einer 720p-Auflösung und im Profil High konnte der Benchmark eine durchschnittliche Framerate von 38 FPS messen. Bei einer 1080p-Auflösung waren es dann nur noch 28 FPS im Mittel. Bei 720p kann man hier also durchaus von „spielbar“ sprechen. Auf den Konsolen wurden damals 30 FPS als Zielframerate gesetzt.

Wie zu erwarten: Es handelt sich hierbei definitiv nicht um einen Gaming-PC, aber das eine oder andere, auch moderne Spiel kann bei ein paar Abstrichen in den Einstellungen durchaus Spaß machen. Insbesondere für Emulation im Bereich der Generation XBOX 360, PS4 oder sogar Switch könnte die CPU mit der Radeon 780M absolut zufriedenstellende Ergebnisse liefern.

Fazit​


Bei dem AM21 von NiPoGi handelt es sich ganz klar um eine Arbeitsmaschine im Mini-Format. Anspruchsvolle Rechenaufgaben sind mit dem hier verbauten 8745HS überhaupt kein Problem. Videoschnitt, Fotobearbeitung oder Medienkonvertierung macht der Ryzen 7 problemlos. Beim Spielen wird er dann schon eher an seine Grenzen gebracht, aber für ein kleines Spielchen zwischendurch steht ebenfalls genug Leistung zur Verfügung. Wer sich keinen großen Tower unter den Schreibtisch stellen will, aber auch mit einem Laptop nicht zufrieden wäre, der findet mit diesem Rechner wirklich ein tolles Gerät.

Verarbeitungsqualität, Optik, Größe, Lautstärke, ich kann hier wirklich nirgends meckern. Klar, eine moderne Desktop-GPU würde das Ganze noch einmal deutlich nach vorn bringen, aber wo soll die in so einem Formfaktor Platz finden? Vielleicht wäre ein OCuLink-Anschluss für eine eGPU noch wünschenswert, aber so wirklich durchgesetzt haben sich diese externen Grafikkarten auch nicht. Entsprechend wäre das wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Natürlich hat ein solches Gesamtpaket auch seinen Preis. 899,99 EUR fallen regulär für den NiPoGi AM21 mit Ryzen 7 8745HS an. Aktuell läuft eine befristete Aktion bei Amazon, wodurch es 22% Rabatt gibt und der Rechner für 699,99 EUR erstanden werden kann. Ein Preis, der meines Erachtens für das hier Gelieferte absolut angemessen ist, vor allem wenn man den Rabatt einbezieht.

Exklusiver Rabatt für DrWindows-Leser: Für euch habe ich vom Hersteller einen noch besseren Rabattcode erhalten: M2LH97VO Mit diesem Code erhaltet ihr zusätzlich 140 Euro Rabatt, was den Preis auf insgesamt 559,99 EUR drückt. Für dieses System mit der Leistung ein absoluter Spitzenpreis, wie ich finde.

Wem weniger Leistung genügt, der bekommt den gleichen Rechner auch mit der auf ZEN 3+ basierenden Ryzen 9 6900HX-CPU. Hier ist aber auch nur die schwächere Radeon 680M GPU enthalten, wodurch die Leistung wirklich deutlich reduziert ist. Dafür ist diese Variante dann auch schon für 399,99 EUR bei Amazon zu erstehen.



Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde uns vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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