Microsoft: Jährliche Entlassungsrunde startet ungewöhnlich früh

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Microsoft: Jährliche Entlassungsrunde startet ungewöhnlich früh

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Microsoft hat angekündigt, seine Belegschaft um gut drei Prozent zu reduzieren. Insgesamt 6.000 Stellen sind davon betroffen. Die jährlichen Entlassungsrunden sind bei Microsoft Routine, in diesem Jahr sind die Redmonder allerdings ungewöhnlich früh dran.

Microsofts Geschäftsjahr beginnt am 1. Juli und endet am 30. Juni. Es ist üblich, dass in diesem Zusammenhang Umstrukturierungen stattfinden. Je nachdem, auf welchen Zielen im aktuellen Bilanzjahr ein besonderer Fokus liegt, stellen sich die dafür zuständigen Teams neu auf, während das Personal an anderer Stelle reduziert wird.

Gegenüber CNBC hat Microsoft die anstehenden Maßnahmen bestätigt, die sich offenbar durch alle Abteilungen und Führungsebenen ziehen. Die Begründung ist das übliche, inhaltsleere Blabla: „Wir setzen weiterhin die notwendigen organisatorischen Änderungen um, um das Unternehmen optimal für den Erfolg in einem dynamischen Markt zu positionieren.“ Ich will eines Tages auch mal Pressesprecher werden, das ist so ein leichter Beruf.

Den größten Anteil am Stellenabbau trägt die Zentrale in Redmond, hier fallen 1.985 Jobs weg, der Rest verteilt sich auf die internationalen Niederlassungen.

Bei Meldungen wie diesen bin ich immer im Zwiespalt. Als Mensch tut es mir selbstverständlich immer leid für die Menschen, die ihren Job verlieren. Insbesondere deshalb, weil die Umsetzung in den USA maximal unmenschlich ist. Man kommt morgens nichts ahnend zur Arbeit und es heißt „pack Dein Zeug und verschwinde, Du bist raus“.

Kontext – so wichtig​


Als Berichterstatter ärgert es mich, dass viele Menschen sicherlich denken, Microsoft habe in den vergangenen Jahren nur Leute rausgeworfen. Entlassungen sind immer eine willkommene Schlagzeile, selten lese ich, dass die Informationen in den Kontext gesetzt werden.

Ich habe mir im vergangenen Jahr die Mühe gemacht, genauer nachzusehen. Eigentlich war es keine Mühe, denn die Zahlen sind öffentlich auf Microsofts Homepage abrufbar. Obwohl es im vergangenen Jahr gleich mehrere Entlassungswellen bei Microsoft gab, die alle brav ihre Schlagzeilen bekamen, beschäftigte Microsoft am Ende des Geschäftsjahres 7.000 Menschen mehr.

Ob die aktuelle Entlassungsrunde am Ende wirklich dazu führt, dass die Belegschaft sich im Jahresvergleich verkleinert, lässt sich also erst sagen, wenn Microsoft diese Zahlen aktualisiert, was meist gegen Ende Juli oder Anfang August passiert.

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