Microsoft, gib Dir einen Ruck: Die Systemanforderungen von Windows 11 sind bereits inkonsistent

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Microsoft, gib Dir einen Ruck: Die Systemanforderungen von Windows 11 sind bereits inkonsistent

Windows 11 Upgradeangebot


Viele alte PCs können Windows 11 nicht ausführen, weil die Systemanforderungen nicht erfüllt sind. Microsoft sollte diese künstliche Sperre beseitigen, denn es herrscht ohnehin Durcheinander. Dafür hat Microsoft selbst gesorgt.

Ich hatte von Beginn an eine zwiespältige Meinung zu diesem Thema. Als Windows 11 im Jahr 2021 auf den Markt kam, unterstützte es viele Prozessoren nicht, die zum damaligen Zeitpunkt nicht sehr alt waren. Inzwischen sind sie es, was aber nichts daran ändert, dass die damit ausgestatteten Computer noch funktionieren.

Wer nachschauen möchte:


Zudem verlangt Windows 11 nach einem TPM 2.0 Chip, über den viele ältere Geräte nicht verfügen. Offiziell wollte Microsoft damit die Sicherheit verbessern, aber es gab letztlich nur einen wahren Grund, warum Microsoft diesen Schritt gegangen ist: Windows 11 sollte den Verkauf neuer PCs ankurbeln. Alle anderen von Microsoft genannten Gründe für die gestiegenen Systemanforderungen sind vorgeschoben.

Hier stehen wir nun. Vier Jahre später und das Supportende von Windows 10 vor Augen. Im Oktober 2025 ist Schluss. Firmen können allerdings bis zu drei Jahre Supportverlängerung erkaufen, sogar Privatkunden können dieses Mal in das ESU-Programm einsteigen, unter gewissen Umständen sogar kostenlos.

Ich habe neulich in einem Artikel geschrieben, dass ich die Kontroversen um die Systemanforderungen von Windows 11 inzwischen für eine Scheindiskussion halte. Die betroffenen Geräte sind bis Ende 2026 wirklich alt und sollten ausgetauscht werden. Für diese Meinung habe ich mir in den Kommentaren Kritik eingefangen, ich stehe allerdings weiterhin dazu.

Hinzu kommt, dass ich die kolportierte Zahl von 200 Millionen PCs, die auf Windows 10 festhängen, für maßlos übertrieben halte. Einen Gegenbeweis kann ich allerdings nicht antreten, wie denn auch.

Als ich mir dieser Tage einmal mehr Gedanken um das Thema machte, wurde mir bewusst, dass Microsoft inzwischen eine weitere Grenze eingezogen hat. Und zwar innerhalb von Windows 11.

Ich rede von den Copilot+ PCs. Dabei handelt es sich erneut um eine Spezifikation, die man sich ausgedacht hat, um den Verkauf neuer PCs zu fördern. Anders als bei den Grundvoraussetzungen für Windows 11 handelt es sich hierbei aber in der Tat um eine technische Hürde.

Kern dieser Anforderungen ist eine NPU (Neural Processing Unit) mit mindestens 40 TOPS Leistung. Neben dem KI-Prozessor muss ein neuer Computer noch über mindestens 16 GB RAM und eine 256 GB große SSD verfügen. Zudem muss eine Authentifizierung mittels Windows Hello an Bord sein, damit sich ein Computer Copilot+ PC nennen darf.

Ich habe das Thema neulich in einem Artikel angerissen: Copilot+PC ist ein Marketing-Slogan – Du solltest Dir trotzdem einen kaufen.

Viele Funktionen in Windows 11 bauen schon jetzt auf dieser Spezifikation auf, in Zukunft kommen noch viele weitere hinzu.

Heißt im Umkehrschluss: Wer einen PC besitzt, der noch mit Windows 10 läuft und die grundsätzlichen Systemanforderungen von Windows 11 erfüllt, kann nach einem Upgrade nicht alle Funktionen nutzen. Weil sein PC für diese zu alt ist.

Mit den Copilot+ PCs hat Microsoft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb von Windows 11 geschaffen. Wer den vollen Funktionsumfang ausschöpfen möchte, muss auch die „zweite Welle“ der Systemanforderungen erfüllen. Wenn es also ohnehin keine einheitlichen Anforderungen mehr gibt, warum dann nicht auch die alten Computer ohne TPM-Chip auf die Upgradeschiene setzen? Die können dann halt die darauf basierenden Sicherheitsfunktionen nicht nutzen. So what? Das können sie schon heute nicht.

An meiner grundsätzlichen Meinung hat sich nichts geändert: Ich halte die Diskussion um die angeblichen Berge voller Elektroschrott, die das Supportende von Windows 10 hinterlässt, für unsinnig. Dennoch – oder genau deshalb – sollte Microsoft diese beenden, indem es einfach die Schleusen öffnet: Windows 11 für alle Windows 10-Geräte. Technisch ist das kein Problem, das ist längst bewiesen.

Und wer weiß: Wer dann erst einmal bei Windows 11 ist und bemerkt, was ihm alles entgeht, weil er keinen Copilot+ PC hat, kauft sich am Ende womöglich tatsächlich einen neuen.

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