Fototechnik MFT-Kameras: Vor- und Nachteile des spiegellosen Systems

Gamma-Ray

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Wer über den Kauf einer Kamera nachdenkt, weil zum Beispiel das Smartphone längst nicht mehr ausreicht, sollte über den Kauf einer MFT-Kamera nachdenken und deren Vorteile und Nachteile gegeneinander abwägen?

Wenn euch eine digitale Spiegelreflexkamera zu groß, zu sperrig und vor allem zu schwer ist, dann seid ihr bei einer spiegellosen MFT-Kamera (Micro Four Thirds) vermutlich genau richtig.

Ein paar Argumente zu den Stärken und Schwächen dieses Systems sind:

Die Stärken im Überblick

1. kompakte Maße, da diese Technik ohne Spiegel auskommt und der Sensor nur 17,3 x 13 mm groß ist mit einem Seitenverhältnis von 4:3 (four third). Bei Spiegelreflexkameras ist das APS-C-Format und das Kleinbild-Vollformat. Das ganze wirkt sich letztendlich auf das Gesamtgewicht von Kamera und Objektiv aus, was zum Beispiel für Reisen optimal ist.

zum Vergleiche mal die unterschiedlichen Größen von Sensoren:
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2. günstige Preise, weil wie bei jeder Systemkamera (DSLM) das Objektiv näher an der Kamera sitzt. Entsprechend können Hersteller gute Objektive günstiger herstellen – und damit günstiger verkaufen.

3. freies System, denn das von Olympus und Panasonic entwickelte System ist frei kompatibel im Standard. Du kannst also mit deiner MFT sowohl Objektive von Olympus wie auch von Panasonic nutzen. Sogar Größen wie Tamron oder Sigma bieten mittlerweile MFT-Objektive an. Weitere Objektive bieten auch inzwischen chinesische Hersteller wie 7Artians uvm. an, die lichtstark und sehr preisgünstig sind, weil sie einen manuellen Fokus haben.

4. flotter Fokus - die leichten Linsen erlauben zudem einen flotten Autofokus. Tatsächlich ist dieser meist schneller als in einer „schweren“ Vollformat.

5. Telewirkung – die ist dank des nur halb so großen Sensors die Wirkung des Tele bei gleicher Brennweite größer. Wer also ein MFT-Objektiv von 12-60 mm kauft, hat im Vergleich zum Kleinbildformat 24-120 mm.

6. unauffällige Größe durch deutlich kleinere Kameragehäuse


Ihre Schwächen im Überblick

1. Lichtschwäche ist gegenüber dem Kleinbildformat nur eine kleine Schwäche, die aber bei den Topmodellen kaum wahrnehmbar ist. In punkto Bildqualität sind die MFT-Kameras auf jeden Fall überzeugend, selbst bei wenig verfügbarem Licht

2. Strombedarf ist höher, wegen der Elektronik und den vielen technischen Finessen. Auch der Sucher ist elektronisch und fordert daher Strom.

3. Ersatz-Akkus sind auf längeren Touren sind daher Ersatz-Akkus Pflicht. Das macht theoretisch einen kleinen Teil des Gewichtsvorteils wieder zunichte, dürfte allerdings in der Praxis eine weniger große Rolle spielen.

4. Haptik - Manche Modelle sind zudem so kompakt, dass die Haptik leidet. Weil du „fast nichts“ in der Hand hast. Aufgrund der großen Auswahl an Modellen aber kein echtes Problem.

5. Ermüdung - der elektronische Sucher wird – im Gegensatz zu einem „echten“ optischen – außerdem vom menschlichen Auge als ermüdend empfunden. Längere Sessions macht das weniger schön.

Fazit zur spiegellosen MFT Kamera

Leicht, kompakt, spiegellos, schnell: MFT Kameras überzeugen. Viel billiger sind MFT Kameras gegenüber einer DSLR trotzdem nicht immer. Selbst im Einsteiger-Segment sind 400 Euro die Norm, im gehobenen Segment bist du meist im vierstelligen Bereich, aber das kosten die Top-Smartphones ja auch, aber die erreichen die Qualität von MFT-Kameras nicht. Dennoch gelten spiegellose Kameras, ob MFT oder APS-C, im Vergleich der Sensorgrößen als optimale Kombi von Preis und Leistung.

Ich besitze inzwischen 3 Kameragehäuse von Panasonic mit einer Vielzahl an Objektiven, mit den ich im Prinzip alles fotografieren kann, egal ob Superweitwinkel-, Makro-, Portrait- und Telezoomobjektiv, ich bin sehr überzeugt von diesem System.

Ein paar Links:

Micro Four Thirds – Wikipedia

Lumix – Wikipedia

Olympus – Wikipedia
 
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