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Mehr Minimalismus bei Windows: Ein persönlicher Bericht
Wenn man sich selbst zu den Powerusern zählt und die seit sehr vielen Jahren etablierte Arbeitsweise stets nur in evolutionären Dosen weiterentwickelt wurde, kommt es eher selten vor, dass man einen nennenswerten Abschnitt davon einer größeren Neuausrichtung unterzieht. Entsprechendes hat sich bei mir über den Herbst hinweg schon länger angedeutet und ist nun in ein konkretes Softwarepaket gemündet, um das es in diesem Beitrag gehen soll.
Grundsätzlich sei aber gesagt, dass jeder anders arbeitet und meine Punkte hier keinesfalls als Goldstandard interpretiert werden sollen. Mir ging es darum, Probleme in einem konkreten Teilbereich meiner Arbeitsweise zu reparieren, ohne diese grundsätzlich auf links zu drehen.
Hintergrund
Die Vorgeschichte zu diesem Softwarepaket beginnt eigentlich schon in der Corona-Zeit. Wenn ihr euch noch an meine Beiträge aus den besagten Jahren erinnern könnt, wisst ihr, dass damals zwei konkrete Sachen zusammengelaufen sind: Erstens hatte ich Akutmaßnahmen wegen der Nachrichtenflut über das Virus ergriffen, weil mir das auch mit meiner mentalen Gesundheit und Anfälligkeit für das Gedankenkarussell zu viel wurde. Zweitens hatte ich zu dieser Zeit verschiedene Dienste und Apps wie Notion getestet, die sich konkret an Powerusern richten, nur um dann doch zu den bewährten Methoden wie OneNote zu bleiben.
Dieser Kontext hat mich in den vergangenen Wochen mehr oder minder wieder eingeholt. Fairerweise werden hiermit auch einige Aspekte fortgeschrieben, die ich bereits im Beitrag zu meiner digitalen Skillsbox erwähnt hatte. Während sich an den Grundzügen wenig verändert hat, kam es doch zu Veränderungen. Die PowerToys haben ihren Test nicht positiv überstanden, während Vivaldi, der absolut für Poweruser gedacht ist, irgendwann auf den Zen Browser getroffen ist, den ich euch hier vorgestellt hatte und wo mir solche Sachen gezeigt haben, dass ich zwar keinen Umbruch will, aber ein konzentrierterer Teilansatz sinnvoll wäre.
Untermauert wurde der Gedanke noch durch Gespräche, die ich in der Assistenz hatte. Neben Künstlicher Intelligenz und deren Auswirkungen über Algorithmen und dergleichen ging es auch viel um den Medienkonsum, den ich schon viel stärker regulieren und bewusster gestalten wollte. Das Problem ist bei sowas immer, dass es Commitment verlangt und man ins Manchen kommen muss, um etwas zu verändern.
Administrivia
Die Frage, wie ich das Ganze für mich lösen kann, hat sich passenderweise wieder durch jemanden von Microsoft ergeben, auch wenn es in dem konkreten Fall nichts von Microsoft direkt betraf. Scott Hanselman, den viele vor allem aus der .NET-Community rund um Microsoft kennen, hatte vor einigen Jahren ein Video über „Überforderung“ beim Programmieren gemacht und was man dagegen tun kann. Klingt leicht abgedreht, ist es aber ganz und gar nicht.
Kurz gesagt erzählt er in seinem Video davon, wie wichtig es ist, sich konkrete Gedanken über seine Arbeitsumgebung im echten sowie im digitalen Raum zu machen, dass auch die kleinen Sachen einen großen Unterschied machen und dass man das aktiv üben und damit auseinandersetzen muss. Ich kann das in knappen Sätzen kaum zusammenfassen, deswegen solltet ihr euch das Video an sich anschauen, wenn ihr der englischen Sprache mächtig seid und Interesse an dem Thema habt.
Jedenfalls ist es bei mir, nachdem ich mein Problem mal mit etwas Abstand betrachtet habe, am Ende in ein konkretes Softwarepaket gemündet, welches entsprechende Änderungen vorgenommen hat. Wichtig waren dabei zwei Sachen: Erstens spielte Künstliche Intelligenz bei den Lösungen ausdrücklich keine Rolle, zum anderen konzentrierten sich die Änderungen auf die konkreten Bereiche, die wirklich verändert werden mussten. Es ist kein grundsätzliche Umbruch.
Was steckt drin?
Für den Beitrag vom 23. Dezember war zeitweise auch Opera Air hier im Einsatz, allerdings spielt dieser im Gegensatz zum Zen Browser keine Rolle mehr und ist hier auch nicht mehr vorhanden. Wenn ihr euch im Übrigen für Firefox Translations mit der lokalen Maske interessiert, die ihr mittels „about:translations“ in der Adressleiste ansteuern könnt, binde ich euch hier mal einen Screenshot ein, wie das Ganze aussieht.
Künstliche Intelligenz
Das Anliegen war, wie bereits erwähnt, von Anfang an als inkrementielles Paket ausgelegt und so sollte es auch niemanden wundern, dass keiner der einzelnen Punkte wirklich eine Revolution ausgerufen hat. Zudem werden hiermit in erster Linie auch Maßnahmen ergänzt, die etwa über die digitale Skillsbox bereits verwendet und im Gesamtrahmen nochmal nachgeschärft werden. Gerade der Punkt, dass nur traditionelle Methoden berücksichtigt werden und KI in diesem Paket außenvor bleiben soll, ist mir aber besonders wichtig gewesen.
Die Problematik mit den Algorithmen und meinem Gedankenkarussell spielt hier mit rein, das will ich nicht verleugnen. Der eigentliche Grund liegt aber auf der technischen Ebene. Künstliche Intelligenz kann, darf und soll an den Stellen implementiert werden, wo auch ein tatsächlicher Mehrwert geschaffen und die Sicherheit vor Angriffen wie Prompt Injections bestmöglich gewahrt wird. Dass sie das nicht überall tut, zeigen Beispiele wie zuletzt beim VS Code-Fork Google Antigravity, das von Google auch bestätigt wurde und aktuell untersucht wird.
Traditionelle Methoden wie eine klassische Regex-Suche oder gezielt ausgesuchte Software mögen nicht so modern anmuten, aber sie sind bewährte Mittel und bieten ein Maximum an Kontrolle. Deswegen werde ich zwar weiterhin in einem sehr kontrollierten Rahmen auch KI einsetzen, wo es sinnvoll erscheint, aber weiterhin auch diese traditionelleren Möglichkeiten vorhalten.
Wenn KI eingesetzt wird, möchte ich nach Möglichkeit vorrangig auf lokale Integrationen unter meiner Kontrolle zurückgreifen. Wie das insgesamt aussehen könnte, hatte ich euch vor einigen Tagen bereits in diesem Beitrag über meine verbesserte Pipeline für Dr. Windows gezeigt.
Ausblick
Zwei Schwerpunkte werden im kommenden Jahr angegangen. Der Wichtigere der beiden ist die Frage nach der mobilen Umsetzung, wie man Android in einen vergleichbaren Status bekommt und wie das sinnvoll portiert wird. Zum anderen steht auch noch die Frage nach einem Linux-System im Raum, was vor allem als Low Budget-Lösung für leichtes Gaming umgesetzt werden und vor allem auf Steam und Proton und basieren, aber mittelfristig auch Windows 10 als Zweitsystem verdrängen soll, wenn das ESU-Programm wirklich mal ausgelaufen ist.
Ihr könnt ja gerne mal eure Sicht auf die Dinge in die Kommentare schreiben. Ähnliche Beiträge dürften zwischendurch auch im kommenden Jahr hier immer wieder mal auftauchen.
Der Beitrag Mehr Minimalismus bei Windows: Ein persönlicher Bericht erschien zuerst auf Dr. Windows.
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Wenn man sich selbst zu den Powerusern zählt und die seit sehr vielen Jahren etablierte Arbeitsweise stets nur in evolutionären Dosen weiterentwickelt wurde, kommt es eher selten vor, dass man einen nennenswerten Abschnitt davon einer größeren Neuausrichtung unterzieht. Entsprechendes hat sich bei mir über den Herbst hinweg schon länger angedeutet und ist nun in ein konkretes Softwarepaket gemündet, um das es in diesem Beitrag gehen soll.
Grundsätzlich sei aber gesagt, dass jeder anders arbeitet und meine Punkte hier keinesfalls als Goldstandard interpretiert werden sollen. Mir ging es darum, Probleme in einem konkreten Teilbereich meiner Arbeitsweise zu reparieren, ohne diese grundsätzlich auf links zu drehen.
Hintergrund
Die Vorgeschichte zu diesem Softwarepaket beginnt eigentlich schon in der Corona-Zeit. Wenn ihr euch noch an meine Beiträge aus den besagten Jahren erinnern könnt, wisst ihr, dass damals zwei konkrete Sachen zusammengelaufen sind: Erstens hatte ich Akutmaßnahmen wegen der Nachrichtenflut über das Virus ergriffen, weil mir das auch mit meiner mentalen Gesundheit und Anfälligkeit für das Gedankenkarussell zu viel wurde. Zweitens hatte ich zu dieser Zeit verschiedene Dienste und Apps wie Notion getestet, die sich konkret an Powerusern richten, nur um dann doch zu den bewährten Methoden wie OneNote zu bleiben.
Dieser Kontext hat mich in den vergangenen Wochen mehr oder minder wieder eingeholt. Fairerweise werden hiermit auch einige Aspekte fortgeschrieben, die ich bereits im Beitrag zu meiner digitalen Skillsbox erwähnt hatte. Während sich an den Grundzügen wenig verändert hat, kam es doch zu Veränderungen. Die PowerToys haben ihren Test nicht positiv überstanden, während Vivaldi, der absolut für Poweruser gedacht ist, irgendwann auf den Zen Browser getroffen ist, den ich euch hier vorgestellt hatte und wo mir solche Sachen gezeigt haben, dass ich zwar keinen Umbruch will, aber ein konzentrierterer Teilansatz sinnvoll wäre.
Untermauert wurde der Gedanke noch durch Gespräche, die ich in der Assistenz hatte. Neben Künstlicher Intelligenz und deren Auswirkungen über Algorithmen und dergleichen ging es auch viel um den Medienkonsum, den ich schon viel stärker regulieren und bewusster gestalten wollte. Das Problem ist bei sowas immer, dass es Commitment verlangt und man ins Manchen kommen muss, um etwas zu verändern.
Administrivia
Die Frage, wie ich das Ganze für mich lösen kann, hat sich passenderweise wieder durch jemanden von Microsoft ergeben, auch wenn es in dem konkreten Fall nichts von Microsoft direkt betraf. Scott Hanselman, den viele vor allem aus der .NET-Community rund um Microsoft kennen, hatte vor einigen Jahren ein Video über „Überforderung“ beim Programmieren gemacht und was man dagegen tun kann. Klingt leicht abgedreht, ist es aber ganz und gar nicht.
Kurz gesagt erzählt er in seinem Video davon, wie wichtig es ist, sich konkrete Gedanken über seine Arbeitsumgebung im echten sowie im digitalen Raum zu machen, dass auch die kleinen Sachen einen großen Unterschied machen und dass man das aktiv üben und damit auseinandersetzen muss. Ich kann das in knappen Sätzen kaum zusammenfassen, deswegen solltet ihr euch das Video an sich anschauen, wenn ihr der englischen Sprache mächtig seid und Interesse an dem Thema habt.
Jedenfalls ist es bei mir, nachdem ich mein Problem mal mit etwas Abstand betrachtet habe, am Ende in ein konkretes Softwarepaket gemündet, welches entsprechende Änderungen vorgenommen hat. Wichtig waren dabei zwei Sachen: Erstens spielte Künstliche Intelligenz bei den Lösungen ausdrücklich keine Rolle, zum anderen konzentrierten sich die Änderungen auf die konkreten Bereiche, die wirklich verändert werden mussten. Es ist kein grundsätzliche Umbruch.
Was steckt drin?
- Zen Browser ergänzt Edge und Firefox in der zweiten Reihe und wird von mir dann genutzt, wenn ich mich voll und ganz auf ein Thema bei einer Recherche o.ä. konzentrieren und nicht abgelenkt werden möchte.
- Beim Dateimanagement habe ich klassische Zwei-Fenster-Dateimanager wie MultiCommander und Double Commander gestrichen und setze stattdessen auf Files for Windows. Hintergrund ist, dass seine Implementierung der von bekannten Linux-Vertretern wie Nemo und Dolphin gleicht, was ich bevorzuge, und ich so trotzdem einen zweigeteilte Ansicht haben kann.
- Bei der Dateisuche kommt mit dnGrep ein Programm zum Einsatz, was sich u.a. Regex-Funktionen zunutze machen kann. Mit grepWin habe ich vor etlichen Jahren schon mal ein ähnliches Programm benutzt, allerdings hat sich dnGrep für diese Neuauflage als wesentlich leistungsfähiger und besser erwiesen.
- Das Setup der bestehenden Browser wird überarbeitet, um die effizienter zu nutzen. Die Bookmarks bei Edge werden entschlackt und verschiedene Funktionen zur Organisation wie die Tabgruppen besser genutzt. Bei Firefox wird die Keywordsuche, die ich bisher meistens nur für Dr. Windows verwendet habe, auf weitere Bereiche ausgedehnt. Zudem verwende ich für schnelle Übersetzungen mittlerweile Firefox Translations in der lokalen Maske, wo das möglich ist.
- FluentWeather hat MSN Wetter als Wetter-App in Windows abgelöst. Klingt nach einer winzigen Maßnahme, aber mir ist MSN mit seinen Apps und seiner aktuellen Integration in Windows 11 mittlerweile ein echter Dorn im Auge. FluentWeather bringt die identische Wettergrafik, aber als freie Software (GPL 2.0) eben auch nur das.
- Der Medienkonsum wird nahezu vollständig auf flexible Angebote umgestellt. Bei den Texten hatte ich das ja schon, nun folgen auch Mediatheken/Streaming für’s Fernsehen und die Podcasts als Ersatz für das Radio. Das ist das einzige Element aus dem Paket, was direkt mit der Assistenz zu tun hat. Am Ende geht es darum, dass bewusst darüber entschieden wird, dass man etwas schauen oder hören möchte. Wenn es mir mental mal nicht so gut geht, bleiben die Apps eben geschlossen.
- Die Migration der Daten wurde von mir endlich mal weiter angegangen und ich habe mich mal vom Brennen von Datenträgern (ja, das habe ich ab und an tatsächlich noch gemacht…) verabschiedet. Hier wurden jetzt ebenfalls Apps wie LocalSend nachgerüstet.
- Die Verwendung der Pomodoro-Technik wird auf Ambie umgestellt. Die Windows-App bietet einfach insgesamt noch ein paar mehr Möglichkeiten und erhielt deswegen den Vorzug. Experimentell habe ich mir außerdem mal BreakTimer nachinstalliert, um mich an Pausen erinnern zu lassen. Ob das dauerhaft bleibt, weiß ich aber noch nicht.
- Verschiedene Kleinigkeiten in Windows 11 wurden von mir ebenfalls minimal angepasst, damit sich das mit dem, was ich auch zur digitalen Skillsbox schon geschrieben habe, gut integriert.
Für den Beitrag vom 23. Dezember war zeitweise auch Opera Air hier im Einsatz, allerdings spielt dieser im Gegensatz zum Zen Browser keine Rolle mehr und ist hier auch nicht mehr vorhanden. Wenn ihr euch im Übrigen für Firefox Translations mit der lokalen Maske interessiert, die ihr mittels „about:translations“ in der Adressleiste ansteuern könnt, binde ich euch hier mal einen Screenshot ein, wie das Ganze aussieht.
Künstliche Intelligenz
Das Anliegen war, wie bereits erwähnt, von Anfang an als inkrementielles Paket ausgelegt und so sollte es auch niemanden wundern, dass keiner der einzelnen Punkte wirklich eine Revolution ausgerufen hat. Zudem werden hiermit in erster Linie auch Maßnahmen ergänzt, die etwa über die digitale Skillsbox bereits verwendet und im Gesamtrahmen nochmal nachgeschärft werden. Gerade der Punkt, dass nur traditionelle Methoden berücksichtigt werden und KI in diesem Paket außenvor bleiben soll, ist mir aber besonders wichtig gewesen.
Die Problematik mit den Algorithmen und meinem Gedankenkarussell spielt hier mit rein, das will ich nicht verleugnen. Der eigentliche Grund liegt aber auf der technischen Ebene. Künstliche Intelligenz kann, darf und soll an den Stellen implementiert werden, wo auch ein tatsächlicher Mehrwert geschaffen und die Sicherheit vor Angriffen wie Prompt Injections bestmöglich gewahrt wird. Dass sie das nicht überall tut, zeigen Beispiele wie zuletzt beim VS Code-Fork Google Antigravity, das von Google auch bestätigt wurde und aktuell untersucht wird.
Traditionelle Methoden wie eine klassische Regex-Suche oder gezielt ausgesuchte Software mögen nicht so modern anmuten, aber sie sind bewährte Mittel und bieten ein Maximum an Kontrolle. Deswegen werde ich zwar weiterhin in einem sehr kontrollierten Rahmen auch KI einsetzen, wo es sinnvoll erscheint, aber weiterhin auch diese traditionelleren Möglichkeiten vorhalten.
Wenn KI eingesetzt wird, möchte ich nach Möglichkeit vorrangig auf lokale Integrationen unter meiner Kontrolle zurückgreifen. Wie das insgesamt aussehen könnte, hatte ich euch vor einigen Tagen bereits in diesem Beitrag über meine verbesserte Pipeline für Dr. Windows gezeigt.
Ausblick
Zwei Schwerpunkte werden im kommenden Jahr angegangen. Der Wichtigere der beiden ist die Frage nach der mobilen Umsetzung, wie man Android in einen vergleichbaren Status bekommt und wie das sinnvoll portiert wird. Zum anderen steht auch noch die Frage nach einem Linux-System im Raum, was vor allem als Low Budget-Lösung für leichtes Gaming umgesetzt werden und vor allem auf Steam und Proton und basieren, aber mittelfristig auch Windows 10 als Zweitsystem verdrängen soll, wenn das ESU-Programm wirklich mal ausgelaufen ist.
Ihr könnt ja gerne mal eure Sicht auf die Dinge in die Kommentare schreiben. Ähnliche Beiträge dürften zwischendurch auch im kommenden Jahr hier immer wieder mal auftauchen.
Der Beitrag Mehr Minimalismus bei Windows: Ein persönlicher Bericht erschien zuerst auf Dr. Windows.
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