Linux im Bundestag

Eure Meinung zu diesem Thema?

  • Keine Chance

    Stimmen: 9 56,3%
  • Linux schafft es in den Bundestag

    Stimmen: 6 37,5%
  • Ist doch eigentlich egal

    Stimmen: 1 6,3%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    16

--RAVEN--

dem Board verfallen
Seid einger Zeit läuft ja die Diskussion, ob und in welchem Maße, im Bundestag zukünftig Linux eingesetzt werden soll. Die Lobbyarbeit von den konventionellen Softwareherstellern, allen voran Microsoft, und auf der anderen Seite der Open-Source-Fraktion ist voll im Gange.
Was meint ihr? Hat Linux überhaupt eine Chance es bis auf die Rechner des Bundestages zu schaffen? Wollen es die Abgeordneten überhaupt? Spart es tatsächlich Steuergelder oder gehen die Lizenzersparnisse durch teuren Support und noch teurere Schulungen wieder verloren?
 

BigMäc

Senior Burger
@--RAVEN-- : *push* ;)

ich denke aber das es auch gar nicht so schlecht ist wenn auf den rechnern windows drauf ist...
bin ja selbst "windowser" und finde es seit win98se ziemlich gut.

hab allerdings auch noch keine erfahrung mit linux. kommt dann als nächstes.

ich finde die open source diskussion aber viel weniger sinnig als eine diskussion um die sicherheitslücken, die es gerüchteweise in windows geben soll :angel

das stört mich etwas - aber ich bin da auch nicht so auf dem laufenden weil ich mich mit linux nicht so auseinandersetze.
 

Eintracht

Bundesliga-Tabellenführer
Es geht nicht nur um den Bundestag, sondern um die Kommunalverwaltungen insgesamt. Experten haben errechnet, dass allein bei den Lizenzgebühren Ersparnisse im Milliardenbereich möglich sind.

Den Umschulungsaufwand beim Endbenutzer halte ich für nicht so groß. Auf der Betriebssystemebene haben die ohnehin nichts verloren, ein Staroffice unterscheidet sich nicht so sehr von Office (ausser das es besser ist). Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist, dass die Hardwareanforderungen deutlich geringer sind. Linux erfordert nunmal keinen Rechner mit mind. 128 MB und Zwischengasbeleuchtung und obenliegender Nockenwelle ;) Das heißt, auch hier sind nicht unerhebliche Reduzierung beim Investitionsaufwand möglich.
 

Hans- Peter

dem Board verfallen
Warum nicht?
Linux kann bestimmt noch nicht alles, aber als Office- Desktop kann ich mir es gut vorstellen.

Wenn man bedenkt, dass eine SuSE Distri theoretisch für den gesamten Bundestag ausreicht :D
 

Hans- Peter

dem Board verfallen
Original geschrieben von Pennywise
Linux hat heutzutage auch recht hohe Hardwareanforderungen, wenn StarOffice betrieben wird.

Das kommt bei Linux aber in erster Linie auf den Windowmanager an, KDE frisst Leistung, WindowMaker ist blitzschnell und StarOffice selbst gibt sich nix, ob es unter Windows oder Linux läuft.

Klar brauch Linux heute auch Power, aber die wollen ja nicht mit ihren 386ern weitermachen, sondern es geht in erster Linie um die Lizenzkosten und da schlägt Microsoft gnadenlos zu.
 

rsjuergen

assimiliert
Ich denke mal das Linux keine Chance hat, das Handling ist doch gegenüber Windows wesentlich gewöhnungsbedürftiger. Aber der wichtigste Grund ist das Problem "Open Source" und hier hat MS bereits in einigen Ländern nachgegeben, und soviel wie ich mitbekommen habe, auch in den Bundesverwaltungen wird demnächst XP Einzug halten, aber eine "Open Source Lizenz" von XP.
 

Marvin

treuer Stammgast
hmmm ich hab mir auch Gedanken darüber gemacht ob denn nun die öffentliche Verwaltung auf Open-Source-Software umsteigen wird. Ich glaube nicht.

Ein Hauptgrund dafür wird sein, daß Herr Gates eine sehr starke Lobby sowohl in den Bundes- als auch den Landesbehörden hat. Diese Lobby wird gepflegt und gehegt.

Die deutschen Behörden sind mit die größten Beschaffer im IT-Markt. Wenn z. Bsp. die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg oder die Bundeswehr 100.000 Lizenzen einer Software bestellt freut sich sogar ein Bill Gates.

Und glaubt mir Herr Gates hat ganze Heerscharen von Lobbyisten in aller Welt unter Vertrag um diese potentiellen Kunden nicht gegen die Open-Source-Gemeinde zu verlieren.
 

--RAVEN--

dem Board verfallen
Mit Lobbyarbeit kennen die sich ziemlich gut aus.
Der offene Brief des VDI an den Bundestag wurde von dessen Vorsitzendem verfasst. Tja, sein voriger Job war bei Microsoft im Mittelstandsmanagement. Der Diplom-Informatiker, der Bundestagsabgeordneter ist und sich für Microsoft eingesetzt hat, arbeitet für eine Firma, die seid Jahren ein Partner von Microsoft ist. Eine ziemliche Schlammschlacht würde ich sagen...
 

--RAVEN--

dem Board verfallen
Öffentliche Petition soll Linux in den Bundestag bringen

Unter www.bundestux.de können Interessierte eine partei- und verbandsübergreifende Petition unterzeichnen, die die Einführung von Linux in den Bundestag fordert. Die Petition greift Argumente auf, wie sie beispielsweise der Linux-Verband in einer ersten Stellungnahme und in einer Reaktion auf die Kritik des Verbandes der Softwareindustrie Deutschland (VSI) oder die Free Software Foundation Europe in einem offenen Brief genannt hatten.

Die Unterzeichner der Erklärung sind der Meinung, dass "die Einführung eines Freien Betriebssystems im Deutschen Bundestag aus ordnungs-, wettbewerbs- und standortpolitischen sowie demokratischen Gründen ein notwendiges Signal für Deutschland ist". Ein Kernpunkt ist dabei die "Sicherung des Wettbewerbs". Freie Software sei zwar nicht aus sich heraus ein Garant für freien Wettbewerb. In der heutigen Situation gebe es aber keine anderen Alternativen zur kostengünstigen und sicheren Ausstattung der Legislative mit Informationstechnologie. Außerdem sei der Ansatz von Open Source gegenüber proprietärer Software demokratischer und die Förderung von verteilter Software-Entwicklung "vor Ort" bringe zudem Standortvorteile.

Dreißig "Akteure aus Politik, Wirtschaft und Open-Source-Projekten" haben als "Erstunterzeichner" ihre Unterschrift bereits unter die Petition gesetzt. Darunter befinden sich Mitglieder unterschiedlicher Parteien wie die Bundestagsabgeordneten Martina Krogmann (CDU/CSU) und Christian Simmert (Grüne), aber auch Vertreter von Unternehmen wie intraDAT und Verbände wie der Linux-Verband oder der LinuxTag e.V. (odi/c't)

Quelle: heise.de

Ab mit euch, Boardies, alle eintragen :devil
 

Ragaller

treuer Stammgast
soweit schliesse ich mich der Meinung von Eintracht an. Zudem ist eine Chance den Arbeitsmarkt auf diesem Gebiet etwas zu beleben. Ein Umdenken von Windows auf Linux fördert auch neue Ideen und Inovationen hervor, da sich viele Leute von Grund auf mit der Materie beschäftigen müssen. Unter Linux gibt es Gute und leistungsfähige und bewährte Standarts, welche Microsoft weit hinerher ist bzw. gegensteuert. Mein Voting für diese Sache ist jedenfalls getan und hoffe das es für die OpenSource-Sache ausfällt.
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Habt Ihr denn kein Mitleid mit Microsoft? Kurt Sibold, einer der deutschen MS-Chefs, drückt jedenfalls kräftig auf die Tränendrüse. Der ganze Text bei Golem
 

--RAVEN--

dem Board verfallen
Wie meine 1.300 Mitarbeiter in Deutschland sich bei solchen Anschuldigungen fühlen, habe ich über zahlreiche E-Mails bereits erfahren.

*SchniefUndInsTaschentuchSchneutz*

Ja, ja... die kleine Firma sorgt sich um das Ego und die Brötchen ihrer Angestellten. Ist doch auch mal was schönes :ROFLMAO:
Vielleicht bekommen MS-Angestellte ja mittlerweile Mengenrabatt bei Psychatern, jetzt wo sie so plötzlich die Realität erkannt haben: Microsoft ist unbeliebt! :eek:
 

Ragaller

treuer Stammgast
Linux im Bundestag: Microsoft reagiert

Wer mal Richtig geniale Meinungen und Komentare lesen möchte, empfehle ich mal einen Besuch bei Pro-Linux
Was da ab geht ist echt der Hammer. Ich kam selber aus dem Staunen nicht mehr raus. Oder habt ihr gewusst, das Microsoft intern zum Briefe schreiben noch Word8 benutzen? Schauts euch an, es lohnt sich!!!
 

pogo.d

chronische Wohlfühlitis
Die Faulstoffels im Bundestag sind meines Erachtens .
1: Geistig garnicht in der Lage mit Linux zu arbeiten
2: nicht Willens, Geld zu sparen
3. nicht geneigt, die Gates-Lobby vor den Kopf zu stossen
aus diesen Gründen wirds wahrscheinlich bei Windoof bleiben.


pogo.d :angel
 

--RAVEN--

dem Board verfallen
Na, scheint so, als würde es auf einen Kompromiss rauslaufen: Auf den Servern Linux, die Clients bekommen XP...

Entscheidung über Linux im Bundestag angeblich weitgehend gefallen

Am Donnerstag entscheidet die Kommission für Informations- und Kommunikationstechnik des Ältestenrates (IuK) über den Einsatz eines neuen Betriebssystems im Bundestag. Laut heute.online sei die Entscheidung bereits weitgehend gefallen: Linux werde für die Server eingesetzt, die Abgeordneten bekommen Windows auf ihre Schreibtische. Nur beim Verzeichnisdienst sei die Entscheidung noch offen, zitiert heute.online ein Interview mit dem IuK-Vorsitzenden, Uwe Küster (SPD).

Bislang gingen die Diskussionen davon aus, dass der Bundestag sich bei den Servern in Richtung Linux bewegen solle, wird Küster zitiert. "Bei der Frage, ob wir auch bei der Office-Anwendung in Richtung Open Source gehen sollten, ist die mehrheitliche Ansicht der Kommission zurzeit eher nein." Bei einer flächendeckenden Ausrüstung sei das "von der Kostenseite her derzeit eher ungünstig". In bestimmten Bereichen sei die gesamte Kommission auf den Einsatz von Open-Sourcen-Produkten eingestimmt.

Auf die Frage, wie die Entscheidung am kommenden Donnerstag ausfallen werde, antwortet Küster: "Die Öffnung auf den Servern ist keine Diskussion mehr, auch bei den Clients ist klar, dass es bei Windows XP bleibt. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass mehrheitlich eine Entscheidung für Open LDAP getroffen wird, um uns zukünftig am Markt besser platzieren zu können."

Im Hinblick auf Sicherheitsfragen meint Küster, allgemein werde Open-Source-Software von der strategischen Bedeutung in der Sicherheitsfrage von Netzen sehr hoch eingeschätzt. "Microsoft hat vor einigen Monaten entschieden, sich einen Monat ausschließlich Sicherheitsfragen zuzuwenden. Nach meiner Bewertung haben sie es einfach versäumt, Sicherheit als strategische Entwicklungslinie mit im Auge zu behalten."

Vor kurzem hatte die Bundestagsverwaltung noch die Einsatzreife von Linux bestätigt, nachdem eine externe Migrationsstudie den Einsatz von Linux lediglich als E-Mail-Server und Groupware-Lösung empfohlen hatte. (anw/c't)

Quelle: heise.de
 

--RAVEN--

dem Board verfallen
Nach Jörg Tauss scheint ein für Linux besserer Kompromiss möglich zu sein: Auf den Servern Linux und auf den Clients hat der Anwender die Wahl zwischen XP und Linux. Klingt nach einer vernünftigen Lösung.

Wer das Interview von ihm lesen will, findet es hier Es ist ziemlich interessant. Er läßt sich am Ende auch recht deutlich über Microsofts Lobbying-Versuche aus.

*mittrommelwirbelgespanntaufdonnerstagwart*
 
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