News-Bote
Ich bring die Post
LincPlus LincStation N2 ausprobiert: Logisches Upgrade des N1
Im August habe ich euch das kleine NAS N1 von LincPlus bereits vorgestellt. Besonders beeindruckt haben mich der kleine Formfaktor, das professionelle NAS-Betriebssystem Unraid sowie die Möglichkeit, in solch einer kleinen Box einen komplett aus Flashspeicher bestehenden Speicherpool mit bis zu sechs Laufwerken aufzubauen.
Leider ließen die Leistung des Intel-Celeron-Prozessors der N-Serie sowie die Anbindung der Laufwerke etwas zu wünschen übrig, sodass das volle Potenzial des Flashspeichers nie ganz ausgenutzt werden konnte. Aus dem gleichen Hause gibt es allerdings auch den leistungsstärkeren Verwandten mit der Bezeichnung N2.
LincPlus hat mir ein Gerät für einen Test zur Verfügung gestellt. Die LincStation N2 habe ich nun seit einigen Wochen im Einsatz und möchte euch meine Erfahrungen mit dem System näherbringen. Zunächst liste ich hier einmal die technischen Daten auf und zeige die Unterschiede zum N1 auf, damit diese schnell klar werden:
Ferner bot die LincStation N1 noch die Möglichkeit der Konnektivität via Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Dies ist bei der N2 bedauerlicherweise entfallen.

In der kleinen, schwarzen Box befindet sich zunächst einmal das Herzstück, die LincStation N2. Neben dem kleinen NAS befinden sich noch eine mehrsprachige Anleitung, eine Lizenzaktivierungskarte für Unraid, ein Schraubendreher, Schrauben zur Befestigung der 2,5″ Laufwerke und ein 60 W-Netzteil mit Kaltgerätekabel in der Box.

Vorder- und Rückseite der LincStation N2 gleichen, abgesehen von ein paar wenigen Details, weitgehend denen der LincStation N1. Die Tiefe des Gerätes ist minimal gewachsen, und aus den zwei USB 3.2 Gen 2-Anschlüssen mit 10 GBit sind ein USB 3.2 Gen 2 mit 10 GBit und zwei USB 2.0-Anschlüsse geworden. Wahrscheinlich, weil man die 10‑GBit-Leitung des zweiten USB-Ports jetzt für den schnelleren LAN-Anschluss, der im N2 mit bis zu 10 GBit arbeitet, benötigt hat. Ansonsten hat sich zwischen den beiden Geräten optisch absolut nichts getan.
Der Einbau der Festplatten ist in der LincStation N2 ebenso einfach, wie auch schon in der N1. Die zwei SATA-Rahmen können vorn über eine Klappe erreicht und mittels Hebel herausgezogen werden. Die Festplatten können hier je nach Bedarf einfach nur eingeklemmt oder mit dem enthaltenen Schraubendreher und den Schrauben festgeschraubt werden.
Bei SSDs ist das nicht zwingend nötig, da diese nicht rotieren und somit keine Vibrationen erzeugen. Auch wenn das NAS als All-Flash-Lösung vermarktet wird, bietet sich hier natürlich auch die Möglichkeit, drehende Festplatten einzubauen. Diese würde ich zur Vibrationsvermeidung in jedem Fall vernünftig festschrauben. Schade ist nur, dass die Laufwerksrahmen keine Entkopplung oder gummierte Schraublöcher besitzen, um Vibrationen noch stärker zu dämpfen.

Die vier NVMe-Slots sind, wie auch schon beim N1, unter zwei Klappen, die nur mit einem Federmechanismus zu entriegeln sind, an der Unterseite angebracht. Auch hier wird jede NVMe mit einem weiteren Federmechanismus befestigt. Das spart Schrauben und funktioniert erstaunlich gut. Einziger Nachteil: Es ist nicht vernünftig möglich, hier kürzere NVMes einzubauen als die vorgesehenen 2280er, da es keine weiteren Schraubvorrichtungen für die anderen Standardlängen gibt.
Im Fach für die NVMe 2 und 3 befindet sich zudem ein eingesteckter USB-Stick zwischen den beiden Federmechanismen, auf dem Unraid vorinstalliert ist, da Unraid immer von einem USB-Stick booten muss.

Die Installation der in meinem Fall vier Laufwerke dauerte keine zehn Minuten, und schon konnte es losgehen. Das Netzteil ist schnell mit der Buchse auf der Rückseite verbunden und das LAN-Kabel am Router angeschlossen. Mittels Powerknopf startet nach wenigen Minuten Unraid und mit den bekannten Standardpasswörtern ist eine Anmeldung sofort möglich. Vorinstalliert auf dem USB-Stick war die Unraid Version 6.12.15 aus Januar 2025 – die letzte Version der 6er-Reihe. Aktuell ist die Version 7.2.2.
Das System fordert zunächst eine Lizenzaktivierung. Hier ist entweder die Aktivierung im Demo-Modus für 30 Tage oder direkt die Aktivierung der beigelegten Lizenz möglich. Beides funktionierte bei mir zunächst leider nicht, wodurch Unraid den Zugriff auf die installierten Datenträger komplett unterband. Mit ein wenig Suche in Foren und in Log-Dateien habe ich das Problem aber schnell gelöst. Die Uhrzeit des Systems war nicht aktuell, was dazu führte, dass die Zertifikate des Lizenzservers vom System als ungültig erkannt wurden. Ich habe dann die NTP-Funktion in Unraid aktiviert und die Zeit über einen Internetzeitserver aktualisieren lassen, und schon funktionierte auch die Lizenzierung von Unraid reibungslos.
Kurz darauf folgte der nächste Fehler: Unraid ließ sich zwar starten, doch beim Update traten Prüfsummenfehler auf – laut Protokoll verursacht durch einen defekten USB-Stick. Eine Überprüfung und ein erneutes Flashen des Systems auf den USB-Stick bestätigten dies und bescheinigten mehrere defekte Blöcke auf dem Stick. Diesen hat mir der LincPlus-Support unkompliziert und schnell ausgetauscht, sodass auch dieses Problem schnell vom Tisch war. Die bereits aktivierte Lizenz konnte mittels Assistent von Unraid problemlos binnen Sekunden auf den neuen Stick übertragen werden und die volle Funktionalität war sofort wiederhergestellt.
Im Gegensatz zur N1 gibt es bei der N2 einen ganz entscheidenden Unterschied in Bezug auf die beigefügte Unraid-Lizenz. Im Februar 2024 hat Lime Technology, der Hersteller von Unraid, angekündigt, das Lizenzmodell umzustellen (heise berichtete). Wurde beim N1 noch die alte Basic-Lizenz mit lebenslangen Updates beigelegt, ist diese für die LincStation N2 nicht mehr verfügbar. Ihr erhaltet zwar eine lebenslange Lizenz mit dem Gerät, aber Updates gibt es nur für ein Jahr nach Aktivierung. Die Verlängerung kostet derzeit 36 US‑Dollar jährlich. Vorteil bei Unraid: Solltet ihr eine Lizenz mit altem Modell besitzen, könntet ihr diese auf den Stick der N2 übertragen oder einfach den Stick mit der Lizenz in der N2 verwenden.
In meinem Beitrag zur LincStation N1 habe ich euch auch einen kleinen Ausflug zum NAS-OS Unraid niedergeschrieben. Hier ändert sich grundsätzlich erst einmal überhaupt nicht. Unraid bleibt Unraid: Prinzipiell ein sehr einfach zu bedienendes Betriebssystem, in dem File- und Diskshares schnell und einfach verwaltet werden können. Die Festplatten müssen im Unraid Array nicht zu einem RAID-Array zusammengefasst werden und sind somit nicht voneinander abhängig, sodass nicht immer alle Festplatten aktiv sein müssen. Dennoch können die Daten über ein oder zwei Paritätslaufwerke abgesichert werden. Durch direkte Anbindung an Docker, den eingebauten Hypervisor und einen extrem umfangreichen Community-Appstore ist es möglich, nahezu jede Software auf Unraid zu betreiben und dies als allumfänglichen Homeserver zu nutzen. Ansonsten bleibt es im Kern eben Unraid. Applikationen sind schnell und einfach in Betrieb zu nehmen und können mit dem System gut verwaltet werden. Hier sind euren Fantasien keine Grenzen gesetzt.
Bei der LincStation N1 habe ich mich deutlich über die schwache CPU und die Leistung der angeschlossenen Festplatten ausgelassen. Der hier verbaute Intel N100 ist in jedem Fall ein spürbarer Fortschritt im Vergleich zum zwei Jahre älteren, betagten Celeron N5105 in der N1. Ein Leistungsvergleich findet sich hier. Die TDP, also der Stromverbrauch in der Basis, sinkt, wohingegen mehr Potenzial für leistungshungrige Prozesse nach oben frei ist. Im Gegensatz dazu ist die Grafikeinheit im N100 ein wenig schwächer als im alten Celeron.
Was die Festplatten angeht, hat sich hier leider überhaupt nichts verändert. Mit dem Tool DiskSpeed aus dem Unraid Appstore habe ich die identischen vier SSDs getestet, die ich auch schon bei der N1 getestet habe. Und auch hier ist das Bild wieder identisch: Die Samsung 980 1 TB NVMe kommt hier auf gerade einmal 882 MB/s anstelle der 3.000 theoretisch möglichen MB/s. Habe ich das bei der N1 noch als okay abgetan, fällt hier besonders auf, dass die Transferraten deutlich unter den 10‑GBit‑(1,25 GB/s)‑Werten des neuen Netzwerkanschlusses liegen. Bedauerlicherweise kann ich das mangels 10‑Gbit-Switch nicht bei mir testen. Eine No-Name-NVMe kommt immerhin auch auf im Durchschnitt 857 MB/s. Die per SATA angeschlossenen SSDs kommen hier auf ca. 320 MB/s beim Lesen. Das ist sogar etwas langsamer als noch in der N1.

Für den Fall, dass der 10-GBit-Anschluss diese vollständig leisten kann, wird es hier tatsächlich schwierig, diese auch wirklich aus einer einzelnen Platte zu erhalten. Parallel über mehrere NVMes wäre es hier aber theoretisch dann doch möglich.
Über den Befehl lspci -vv konnte ich herausfinden, dass die NVMes über den gleichen Port 0 an PCIexpress angeschlossen sind. Dieser besteht aus 4 Lanes, wovon meine beiden NVMes allerdings nur über je eine Lane aktiviert wurden.
Das erklärt die gemessenen rund 880 MB/s bei den NVMe‑Laufwerken. Die 8GT/s lassen auf PCI-Express 3.0 schließen. Hier sind über eine Lane entsprechend maximal 984,6 MB/s möglich. Wo ich dann schon die einzelnen Geräte mir auf Konsolenebene angeschaut habe, so kann ich sagen, dass die Netzwerkkarte mit dauerhaft 2 Lanes angebunden ist und somit 1,9 GB/s schaffen sollte. Somit sind die 10 GBit ziemlich sicher möglich.
Die Lautstärke des NAS beträgt etwa 30 dB in direkter Nähe – ein sehr angenehmer Wert. Die Stromaufnahme betrug in meinen Tests im Idle etwa 10 W, bei CPU‑Last etwa 30 W. Damit zeigt sich das System erfreulich effizient.
Wenig bekannt, aber interessant: LincPlus bietet inzwischen ein eigenes NAS‑Betriebssystem namens LincOS an. Auf der Seite von LincPlus gibt es einen Link dazu, unter dem man das eigene System herunterladen kann mit Hinweisen, wie dies auf der N2 zu installieren ist. Leider bin ich nicht dazu gekommen, hier auch noch ein alternatives Betriebssystem zu testen. Allerdings denke ich, dass es ähnlich wie die anderen Systeme schlüsselfertiger NAS-Systeme etwas eingeschränkter sein wird, als das vorinstallierte Unraid. Dafür aber werden vielleicht die ein- oder andere Stellschraube einfacher und für Einsteiger in dieses Thema eher geeignet sein.,
Ich bleibe dabei: Ich liebe diesen Formfaktor! Die LincStation N2 ist, genau wie ihr Vorgänger, klein, wertig und schick anzusehen. Sie verschwindet in jedem noch so kleinen Raum und bleibt dabei angenehm leise. Der Ansatz All-Flash überzeugt mich nach wie vor, hat aber mit der aktuellen Speicherkrise einen großen Haken. Flashspeicher ist und bleibt teuer. Wer nicht viele Daten speichern, dafür aber Ruhe will, ist mit diesem kleinen NAS in jedem Fall gut beraten. Videotranskodierungen laufen über die GPU in Echtzeit, sodass auch das Streaming über den eigenen Medienserver mit Jellyfin oder Plex problemlos funktioniert.
Empfehlen würde ich die LincStation N2 somit jedem, der ein kleines und leises Datenzentrum für zu Hause benötigt, welches mehr können soll, als nur Daten zu beherbergen. Das System Unraid gefällt mir nach wie vor sehr gut, auch wenn jetzt leider jährlich Geld eingeworfen werden muss, um an den neueren Funktionen teilhaben zu dürfen. Allein das Abo-Modell wäre verschmerzbar, doch dass auch Sicherheitsupdates davon betroffen sind, trübt den Gesamteindruck etwas.
Die Probleme mit dem Zeitserver und dem defekten Stick schiebe ich mal auf das länger liegende Kontingent an Testmustern und einen „Montagsstick“ und würde insgesamt keine großen Einschränkungen im Regelbetrieb erwarten.
Wegen des leistungsstärkeren Prozessors ist die LincStation N2 etwas teurer als die N1. Für 399 Euro ist sie allerdings aktuell bei Amazon zu erstehen. Ein sehr guter Preis für ein NAS mit Unraid-Lizenz und 6 Steckplätzen für Datenträger, die aktuell allerdings mehr denn je in das Budget einschlagen. Im Shop vom Hersteller LincPlus direkt könnt ihr noch ein wenig sparen und zahlt aktuell nur 395,95 Euro.
LincStation N2 6-Bay NAS-Server - Intel N100 Quad-Core | 16GB LPDDR5 | 128GB eMMC | 10GbE | 2X SATA HDD + 4X M.2 NVMe SSD | 4K HDMI | 2 Jahre Garantie | Network Attached Storage (Diskless)
Bei Amazon kaufen
Disclaimer: Enthält Affiliate-Links. Das Testmuster wurde uns vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.
Der Beitrag LincPlus LincStation N2 ausprobiert: Logisches Upgrade des N1 erschien zuerst auf Dr. Windows.
zum Artikel...
Im August habe ich euch das kleine NAS N1 von LincPlus bereits vorgestellt. Besonders beeindruckt haben mich der kleine Formfaktor, das professionelle NAS-Betriebssystem Unraid sowie die Möglichkeit, in solch einer kleinen Box einen komplett aus Flashspeicher bestehenden Speicherpool mit bis zu sechs Laufwerken aufzubauen.
Leider ließen die Leistung des Intel-Celeron-Prozessors der N-Serie sowie die Anbindung der Laufwerke etwas zu wünschen übrig, sodass das volle Potenzial des Flashspeichers nie ganz ausgenutzt werden konnte. Aus dem gleichen Hause gibt es allerdings auch den leistungsstärkeren Verwandten mit der Bezeichnung N2.
LincPlus hat mir ein Gerät für einen Test zur Verfügung gestellt. Die LincStation N2 habe ich nun seit einigen Wochen im Einsatz und möchte euch meine Erfahrungen mit dem System näherbringen. Zunächst liste ich hier einmal die technischen Daten auf und zeige die Unterschiede zum N1 auf, damit diese schnell klar werden:
- CPU: Intel® N100 / Im N1: Intel® Celeron® N5105
- OS: unRAID OS
- Memory: 16 GB
- 2x 2,5″ SATA (SSD/HDD) Festplatteneinschübe
- 4x M.2 NVMe SSD Slots
- 1x HDMI 2.0
- 1x 10 GBit LAN / Im N1: 2,5 GBit LAN
- 1x 3,5 mm Klinke
- 1x USB 3.2 Gen 2 (10 GBit) / Im N1: 2x USB 3.2 Gen 2
- 2x USB 2.0 Type A / Im N1: Nicht vorhanden
- 1x USB-C 10 GBit
- 15,2 x 21 x 3,98 cm / Im N1: 15 x 21 x 3,5 cm
- 0,8 kg / Im N1: 0,77 kg
Ferner bot die LincStation N1 noch die Möglichkeit der Konnektivität via Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Dies ist bei der N2 bedauerlicherweise entfallen.
Unboxing

In der kleinen, schwarzen Box befindet sich zunächst einmal das Herzstück, die LincStation N2. Neben dem kleinen NAS befinden sich noch eine mehrsprachige Anleitung, eine Lizenzaktivierungskarte für Unraid, ein Schraubendreher, Schrauben zur Befestigung der 2,5″ Laufwerke und ein 60 W-Netzteil mit Kaltgerätekabel in der Box.

Vorder- und Rückseite der LincStation N2 gleichen, abgesehen von ein paar wenigen Details, weitgehend denen der LincStation N1. Die Tiefe des Gerätes ist minimal gewachsen, und aus den zwei USB 3.2 Gen 2-Anschlüssen mit 10 GBit sind ein USB 3.2 Gen 2 mit 10 GBit und zwei USB 2.0-Anschlüsse geworden. Wahrscheinlich, weil man die 10‑GBit-Leitung des zweiten USB-Ports jetzt für den schnelleren LAN-Anschluss, der im N2 mit bis zu 10 GBit arbeitet, benötigt hat. Ansonsten hat sich zwischen den beiden Geräten optisch absolut nichts getan.
Der Einbau der Festplatten ist in der LincStation N2 ebenso einfach, wie auch schon in der N1. Die zwei SATA-Rahmen können vorn über eine Klappe erreicht und mittels Hebel herausgezogen werden. Die Festplatten können hier je nach Bedarf einfach nur eingeklemmt oder mit dem enthaltenen Schraubendreher und den Schrauben festgeschraubt werden.
Bei SSDs ist das nicht zwingend nötig, da diese nicht rotieren und somit keine Vibrationen erzeugen. Auch wenn das NAS als All-Flash-Lösung vermarktet wird, bietet sich hier natürlich auch die Möglichkeit, drehende Festplatten einzubauen. Diese würde ich zur Vibrationsvermeidung in jedem Fall vernünftig festschrauben. Schade ist nur, dass die Laufwerksrahmen keine Entkopplung oder gummierte Schraublöcher besitzen, um Vibrationen noch stärker zu dämpfen.

Die vier NVMe-Slots sind, wie auch schon beim N1, unter zwei Klappen, die nur mit einem Federmechanismus zu entriegeln sind, an der Unterseite angebracht. Auch hier wird jede NVMe mit einem weiteren Federmechanismus befestigt. Das spart Schrauben und funktioniert erstaunlich gut. Einziger Nachteil: Es ist nicht vernünftig möglich, hier kürzere NVMes einzubauen als die vorgesehenen 2280er, da es keine weiteren Schraubvorrichtungen für die anderen Standardlängen gibt.
Im Fach für die NVMe 2 und 3 befindet sich zudem ein eingesteckter USB-Stick zwischen den beiden Federmechanismen, auf dem Unraid vorinstalliert ist, da Unraid immer von einem USB-Stick booten muss.

Die Installation der in meinem Fall vier Laufwerke dauerte keine zehn Minuten, und schon konnte es losgehen. Das Netzteil ist schnell mit der Buchse auf der Rückseite verbunden und das LAN-Kabel am Router angeschlossen. Mittels Powerknopf startet nach wenigen Minuten Unraid und mit den bekannten Standardpasswörtern ist eine Anmeldung sofort möglich. Vorinstalliert auf dem USB-Stick war die Unraid Version 6.12.15 aus Januar 2025 – die letzte Version der 6er-Reihe. Aktuell ist die Version 7.2.2.
Das System fordert zunächst eine Lizenzaktivierung. Hier ist entweder die Aktivierung im Demo-Modus für 30 Tage oder direkt die Aktivierung der beigelegten Lizenz möglich. Beides funktionierte bei mir zunächst leider nicht, wodurch Unraid den Zugriff auf die installierten Datenträger komplett unterband. Mit ein wenig Suche in Foren und in Log-Dateien habe ich das Problem aber schnell gelöst. Die Uhrzeit des Systems war nicht aktuell, was dazu führte, dass die Zertifikate des Lizenzservers vom System als ungültig erkannt wurden. Ich habe dann die NTP-Funktion in Unraid aktiviert und die Zeit über einen Internetzeitserver aktualisieren lassen, und schon funktionierte auch die Lizenzierung von Unraid reibungslos.
Kurz darauf folgte der nächste Fehler: Unraid ließ sich zwar starten, doch beim Update traten Prüfsummenfehler auf – laut Protokoll verursacht durch einen defekten USB-Stick. Eine Überprüfung und ein erneutes Flashen des Systems auf den USB-Stick bestätigten dies und bescheinigten mehrere defekte Blöcke auf dem Stick. Diesen hat mir der LincPlus-Support unkompliziert und schnell ausgetauscht, sodass auch dieses Problem schnell vom Tisch war. Die bereits aktivierte Lizenz konnte mittels Assistent von Unraid problemlos binnen Sekunden auf den neuen Stick übertragen werden und die volle Funktionalität war sofort wiederhergestellt.
Im Gegensatz zur N1 gibt es bei der N2 einen ganz entscheidenden Unterschied in Bezug auf die beigefügte Unraid-Lizenz. Im Februar 2024 hat Lime Technology, der Hersteller von Unraid, angekündigt, das Lizenzmodell umzustellen (heise berichtete). Wurde beim N1 noch die alte Basic-Lizenz mit lebenslangen Updates beigelegt, ist diese für die LincStation N2 nicht mehr verfügbar. Ihr erhaltet zwar eine lebenslange Lizenz mit dem Gerät, aber Updates gibt es nur für ein Jahr nach Aktivierung. Die Verlängerung kostet derzeit 36 US‑Dollar jährlich. Vorteil bei Unraid: Solltet ihr eine Lizenz mit altem Modell besitzen, könntet ihr diese auf den Stick der N2 übertragen oder einfach den Stick mit der Lizenz in der N2 verwenden.
In meinem Beitrag zur LincStation N1 habe ich euch auch einen kleinen Ausflug zum NAS-OS Unraid niedergeschrieben. Hier ändert sich grundsätzlich erst einmal überhaupt nicht. Unraid bleibt Unraid: Prinzipiell ein sehr einfach zu bedienendes Betriebssystem, in dem File- und Diskshares schnell und einfach verwaltet werden können. Die Festplatten müssen im Unraid Array nicht zu einem RAID-Array zusammengefasst werden und sind somit nicht voneinander abhängig, sodass nicht immer alle Festplatten aktiv sein müssen. Dennoch können die Daten über ein oder zwei Paritätslaufwerke abgesichert werden. Durch direkte Anbindung an Docker, den eingebauten Hypervisor und einen extrem umfangreichen Community-Appstore ist es möglich, nahezu jede Software auf Unraid zu betreiben und dies als allumfänglichen Homeserver zu nutzen. Ansonsten bleibt es im Kern eben Unraid. Applikationen sind schnell und einfach in Betrieb zu nehmen und können mit dem System gut verwaltet werden. Hier sind euren Fantasien keine Grenzen gesetzt.
Leistung
Bei der LincStation N1 habe ich mich deutlich über die schwache CPU und die Leistung der angeschlossenen Festplatten ausgelassen. Der hier verbaute Intel N100 ist in jedem Fall ein spürbarer Fortschritt im Vergleich zum zwei Jahre älteren, betagten Celeron N5105 in der N1. Ein Leistungsvergleich findet sich hier. Die TDP, also der Stromverbrauch in der Basis, sinkt, wohingegen mehr Potenzial für leistungshungrige Prozesse nach oben frei ist. Im Gegensatz dazu ist die Grafikeinheit im N100 ein wenig schwächer als im alten Celeron.
Was die Festplatten angeht, hat sich hier leider überhaupt nichts verändert. Mit dem Tool DiskSpeed aus dem Unraid Appstore habe ich die identischen vier SSDs getestet, die ich auch schon bei der N1 getestet habe. Und auch hier ist das Bild wieder identisch: Die Samsung 980 1 TB NVMe kommt hier auf gerade einmal 882 MB/s anstelle der 3.000 theoretisch möglichen MB/s. Habe ich das bei der N1 noch als okay abgetan, fällt hier besonders auf, dass die Transferraten deutlich unter den 10‑GBit‑(1,25 GB/s)‑Werten des neuen Netzwerkanschlusses liegen. Bedauerlicherweise kann ich das mangels 10‑Gbit-Switch nicht bei mir testen. Eine No-Name-NVMe kommt immerhin auch auf im Durchschnitt 857 MB/s. Die per SATA angeschlossenen SSDs kommen hier auf ca. 320 MB/s beim Lesen. Das ist sogar etwas langsamer als noch in der N1.

- Disk 1: BIWIN 512 GB NVMe
- Disk 2: Crucial BX500 1TB SSD
- Disk 3: Crucial BX500 1TB SSD
- Disk 4: Samsung 980 1 TBNVMe
Für den Fall, dass der 10-GBit-Anschluss diese vollständig leisten kann, wird es hier tatsächlich schwierig, diese auch wirklich aus einer einzelnen Platte zu erhalten. Parallel über mehrere NVMes wäre es hier aber theoretisch dann doch möglich.
Über den Befehl lspci -vv konnte ich herausfinden, dass die NVMes über den gleichen Port 0 an PCIexpress angeschlossen sind. Dieser besteht aus 4 Lanes, wovon meine beiden NVMes allerdings nur über je eine Lane aktiviert wurden.
LnkCap: Port #0, Speed 8GT/s, Width x4, ASPM L1, Exit Latency L1 <64us
ClockPM+ Surprise- LLActRep- BwNot- ASPMOptComp+
LnkCtl: ASPM Disabled; RCB 64 bytes, LnkDisable- CommClk+
ExtSynch- ClockPM+ AutWidDis- BWInt- AutBWInt- FltModeDis-
LnkSta: Speed 8GT/s, Width x1 (downgraded)
TrErr- Train- SlotClk+ DLActive- BWMgmt- ABWMgmt-
Das erklärt die gemessenen rund 880 MB/s bei den NVMe‑Laufwerken. Die 8GT/s lassen auf PCI-Express 3.0 schließen. Hier sind über eine Lane entsprechend maximal 984,6 MB/s möglich. Wo ich dann schon die einzelnen Geräte mir auf Konsolenebene angeschaut habe, so kann ich sagen, dass die Netzwerkkarte mit dauerhaft 2 Lanes angebunden ist und somit 1,9 GB/s schaffen sollte. Somit sind die 10 GBit ziemlich sicher möglich.
Die Lautstärke des NAS beträgt etwa 30 dB in direkter Nähe – ein sehr angenehmer Wert. Die Stromaufnahme betrug in meinen Tests im Idle etwa 10 W, bei CPU‑Last etwa 30 W. Damit zeigt sich das System erfreulich effizient.
Kleiner Hinweis: Alternatives Betriebssystem
Wenig bekannt, aber interessant: LincPlus bietet inzwischen ein eigenes NAS‑Betriebssystem namens LincOS an. Auf der Seite von LincPlus gibt es einen Link dazu, unter dem man das eigene System herunterladen kann mit Hinweisen, wie dies auf der N2 zu installieren ist. Leider bin ich nicht dazu gekommen, hier auch noch ein alternatives Betriebssystem zu testen. Allerdings denke ich, dass es ähnlich wie die anderen Systeme schlüsselfertiger NAS-Systeme etwas eingeschränkter sein wird, als das vorinstallierte Unraid. Dafür aber werden vielleicht die ein- oder andere Stellschraube einfacher und für Einsteiger in dieses Thema eher geeignet sein.,
Fazit
Ich bleibe dabei: Ich liebe diesen Formfaktor! Die LincStation N2 ist, genau wie ihr Vorgänger, klein, wertig und schick anzusehen. Sie verschwindet in jedem noch so kleinen Raum und bleibt dabei angenehm leise. Der Ansatz All-Flash überzeugt mich nach wie vor, hat aber mit der aktuellen Speicherkrise einen großen Haken. Flashspeicher ist und bleibt teuer. Wer nicht viele Daten speichern, dafür aber Ruhe will, ist mit diesem kleinen NAS in jedem Fall gut beraten. Videotranskodierungen laufen über die GPU in Echtzeit, sodass auch das Streaming über den eigenen Medienserver mit Jellyfin oder Plex problemlos funktioniert.
Empfehlen würde ich die LincStation N2 somit jedem, der ein kleines und leises Datenzentrum für zu Hause benötigt, welches mehr können soll, als nur Daten zu beherbergen. Das System Unraid gefällt mir nach wie vor sehr gut, auch wenn jetzt leider jährlich Geld eingeworfen werden muss, um an den neueren Funktionen teilhaben zu dürfen. Allein das Abo-Modell wäre verschmerzbar, doch dass auch Sicherheitsupdates davon betroffen sind, trübt den Gesamteindruck etwas.
Die Probleme mit dem Zeitserver und dem defekten Stick schiebe ich mal auf das länger liegende Kontingent an Testmustern und einen „Montagsstick“ und würde insgesamt keine großen Einschränkungen im Regelbetrieb erwarten.
Wegen des leistungsstärkeren Prozessors ist die LincStation N2 etwas teurer als die N1. Für 399 Euro ist sie allerdings aktuell bei Amazon zu erstehen. Ein sehr guter Preis für ein NAS mit Unraid-Lizenz und 6 Steckplätzen für Datenträger, die aktuell allerdings mehr denn je in das Budget einschlagen. Im Shop vom Hersteller LincPlus direkt könnt ihr noch ein wenig sparen und zahlt aktuell nur 395,95 Euro.
LincStation N2 6-Bay NAS-Server - Intel N100 Quad-Core | 16GB LPDDR5 | 128GB eMMC | 10GbE | 2X SATA HDD + 4X M.2 NVMe SSD | 4K HDMI | 2 Jahre Garantie | Network Attached Storage (Diskless)
- 【Leistungsstarker Mini-NAS mit Intel N100 & 10GbE】 Ausgestattet mit einem energieeffizienten Intel Celeron N100 Quad-Core Prozessor (bis zu 3,4 GHz), 16GB DDR5 RAM und 10GbE-Netzwerkanschluss für blitzschnelle Datenübertragungen. Ideal für anspruchsvolle Aufgaben wie Virtualisierung, Docker und 4K-Streaming.
- 【Flexibles Speichermanagement mit Unraid-Lizenz】 Dank integrierter Unraid-Lizenz genießen Sie maximale Datensicherheit – selbst bei einem Festplattenausfall bleiben Ihre Daten geschützt. Einfache Installation von Docker-Apps, VMs (Windows/Linux) und Hardware-Passthrough für Profis.
- 【Vielfältige Anschlüsse & 6-Bay-Design】 4x M.2 NVMe SSD Slots (PCIe) + 2x 2,5" SATA Slots für HDD/SSD. Zusätzlich: 10GbE-Port, HDMI 2.0, USB 3.2 Gen2, Type-C und mehr. Perfekt als All-in-One-Lösung für Privat- oder Business-Nutzung.
- 【Tragbarer Privat-Cloud-Server mit Sicherheitsfokus】 Automatische Backups, Fernzugriff, intelligente Fotoalben und Musikwiedergabe. Robustes Gehäuse mit tiefgreifendem Datenschutz für sicheres Cloud-Management von unterwegs oder zu Hause.
- 【Garantie und sorgenfreie Rücksendungen und Umtausche】: Wir bieten eine zweijährige Garantie, 30-Tage ohne Grund zurück oder Austausch und 24-Stunden-Kundendienst, können Sie unsere Produkte mit Vertrauen kaufen. Bei Fragen zum Produkt können Sie sich jederzeit an uns wenden.
Bei Amazon kaufen
Disclaimer: Enthält Affiliate-Links. Das Testmuster wurde uns vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.
Der Beitrag LincPlus LincStation N2 ausprobiert: Logisches Upgrade des N1 erschien zuerst auf Dr. Windows.
zum Artikel...