IT-Initiative will IT-Kompetenz von Lehrlingen verbessern

OSI-L8

schläft auf dem Boardsofa
Folgendes ist bei Heise zu lesen:
IT-Initiative will IT-Kompetenz von Lehrlingen verbessern

Tja ein PC ist halt zu weit aus mehr zu gebrauchen als zum Spielen. Ein Umstand der scheinbar vielen verborgen bleibt. Traurig aber war.

Als ich den Bericht gelesen habe und auch gestern schon in den Nachrichten darüber hörte, erinnerte ich mich an einen Beitrag im Fernsehen, welcher sich mit Computerspielesucht befasste.
Es wurden unter anderem zwei junge Menschen Anfang 20 begleitet. Die zwei hatten ihre Sucht angeblich mittlerweile wieder unter Kontrolle und haben sich ein Wochenende auf einer großen LAN gegönnt. Dies ist ja nicht unbedingt etwas schlimmes aber der Klopfer kommt erst noch. Die Jungs spielten jahrelang vornehmlich Ego-Shooter. Ihr Liebling war Kantauschtreike aber soviel nur am Rande. Nun auf jeden Fall sind sie durch jahrelangen Gebrauch mit PC's vertraut. Sollte man meinen aber dem ist nicht so.

Bei einem der beiden traten dann Probleme auf, welche er nicht in der Lage war eigenständig zu lösen. Seine Kumpels schickten sich an für ihn das Problem zu beheben, damit er nicht vorzeitig die LAN verlassen würde, es waren schließlich ein paar CLAN-Mitglieder auf sein Auto angewiesen und hätten mit abreisen müssen. Auf die Frage, warum er das Problem nicht selber löse kam die Antwort, ich zitiere: "Ich habe mich nie mit den Hintergründen beschäftigt, für mich muss es einfach laufen damit ich spielen kann". Dazu sag ich nur... Kauf die ne Konsole...Napf

Nun es kam noch schlimmer. Da seine Kumpels nicht in der Lage waren, das Problem in einer für ihn angemessenen Zeit zu lösen, sah er sich genötigt sein Konto zu plündern (Ich glaub er war Azubi) um sich noch auf der LAN einen neuen PC zu kaufen. Und ihr wisst ja größtenteils was so eine Zockerkiste kostet. ...OMG... :stupid

Also ich weis nicht, ich habe für sowas keinerlei Verständnis. Es ist ok wenn jemand keine Ahnung hat, jeder hat mal angefangen aber mit der Zeit sollte man dazu lernen oder? Ein Personal Computer ist für mich ein Arbeitsmittel und keine Daddelkiste. Das man damit zocken kann, ist für mich ein angenehmer Nebeneffekt denn ich auch gerne nutze aber es ist nicht der Hauptverwendungszweck. Ironischer Weise ist aber gerade die Spieleindustrie ein enormer Katalysator für die Entwicklung.
 

sirmes

assimiliert
Ich sehe das nicht ganz so drastisch.

Bei mir war es auch so, daß ich meinen Rechner lange Zeit zum Zocken und für Textverarbeitung/Musik bauen genutzt habe, ohne wirklich Ahnung davon zu haben. Das ging so lange gut, bis ich meinen ersten Internet-Anschluss hatte. Da begannen die Probleme und ich war gezwungen, mich mit Windows auseinander zu setzen. Dank dem Internet und auch dem SNF habe ich viel gelernt und bin mittlerweile der "IT-Spezialist" für meine Freunde und Arbeit.

Wenn ich jemandem helfe, versuche ich auch immer zu erklären, was ich mache, aber der Großteil hört gar nicht richtig zu :)

Nun zum Thema: Ich bin nicht der Meinung, jeder PC-Nutzer sollte sich so auskennen wie ich beispielsweise (ich bin auch noch lange kein "Pro"). Windows ist doch schon so aufgebaut, daß man es auch ohne viel Ahnung nutzen kann. Und die Computer-Service-Dienstleistungsbranche will ja auch Geld verdienen :) Ein sauber aufgesetztes System mit ein wenig Verstand genutzt ist doch recht wartungsfrei ...

Anders ist das aber mit Textverarbeitungsprogrammen und ähnlichem. Und darauf zielt diese Aktion auch ab. Es geht dabei nicht darum, künftige Administratoren heranzuziehen, sondern die Lehrlinge fit zu machen in Office-Anwendungen.

Und das ist in der Tat recht wichtig. Ich sehe es an mir. Unser Informatik-Unterricht in der 11./12. Klasse war unter aller Sau. Sprich ich habe nichts gelernt. Das merke ich jetzt. Ich bin zwar in der Lage, Word und Exel zu bedienen, aber bei irgendwelchen Sonderfunktionen dieser Programme hört es bei mir schon auf. Access und PowerPoint habe ich noch nie von innen gesehen. Auch eine PDF selbst erstellen stößt bei mir schon auf Probleme.

Und das ist ein großes Problem. Da sind die Schulen gefordert. Sinnvoller Informatikunterricht ist da von Nöten. Und wahrscheinlich auch mehr. Ich weiß nicht, wie das heutzutage so ist, aber ich hatte in der 8. Klasse 1 Doppelstunde alle zwei Wochen und in der 11/12 je eine Doppelstunde pro Woche (ich habe 1998 mein Abitur gemacht). Das ist viel zu wenig.

-----

Das von OSI-L8 beschriebene Ding finde ich allerdings auch heftig.
Die zwei hatten ihre Sucht angeblich mittlerweile wieder unter Kontrolle ... sah er sich genötigt sein Konto zu plündern (Ich glaub er war Azubi) um sich noch auf der LAN einen neuen PC zu kaufen.
... da hat einer überhaupt nichts unter Kontrolle.... :wand
 

OSI-L8

schläft auf dem Boardsofa
[...] aber der Großteil hört gar nicht richtig zu :) [...]

Ja genau da liegt das Problem. Der Unwillen einiger dazu zu lernen und sich damit zu beschäftigen. Der Informatik-Unterricht ist wie du schon ansprachst ein weiteres Problem. Auch bei mir war es unter aller Sau, ob sich das inzwischen geändert hat... Keine Ahnung. Ich glaube es aber fast nicht. Der Artikel sollte nur ein Aufhänger sein. Mir ist klar, dass er sich im speziellen auf die Anwendungen bezieht. Deswegen ja auch die Geschichte... um das Gebiet der Diskussion zu erweitern ;).

Jeder will was sein aber niemand will was werden. Nur leider Funktioniert das so nicht.

Bei uns in der Schule stand im Informatikunterricht Programmierung mit Pascal auf dem Programm, was, wie ich finde, an der Realität vorbei unterrichtet ist. Ob Informatik überhaupt in die Schule gehört... nunja man könnte auch sagen, dass sollte in Eigenverantwortung gelernt werden. Aber da Informatik in der Berufswelt immer wichtiger wird denke ich auch, dass man sich langsam um einen sinnvollen Basisunterricht in der Schule kümmern sollte.

Die Frage ist hier wie ein sinnvoller Unterricht aussieht und was für ein Basiswissen vermittelt werden sollte. Ich für meinen Teil hätte da folgenden Vorschlag, welcher sicherlich verbesserungswürdig ist.
Informatik I:

1) Arbeiten mit Word.
Hier sollte man vermitteln, wie man eine Dokumentation erstellt. Inhaltsverzeichnis, Seitenumbrüche, Formatvorlagen nutzen, eigene Formate für Überschriften und Co selbst erstellen. Bilder einfügen und passend in den Text eingliedern. Verweise, Abbildungsverzeichnisse etcpp. Eben das rudimentäre wissen, um eine anständige Hausarbeit zu verfassen, was dann für den Büroalltag im Allgemeinen reichen dürfte.

2) Arbeiten mit Exel.
Wie gibt man Formeln ein, wie erweitert man die Berechnung auf Zeilen und Spalten im Bezug auf einzelne Felder oder ganze Zeilen und Spalten. Wie erstellt man die verschiedenen Graphiken und wie erweitert man sie ggf.

3) Arbeiten mit PowerPoint.
Wie erstelle ich eine Präsentation sinnvoll und wie animiere ich sie.

4) Internet
Was ist HTTP und was HTTPS. Was ist eine E-Mail und worauf sollte ich bei Spam achten. Was ist eine IP-Adresse und warum bekommt man immer eine Andere. Wie wichtig es ist mit gesundem Menschenverstand durch das Netz zu gehen. Wie benutzt man Suchmaschinen um die Effizienz der Suche zu maximieren.

Informatik 2

Hier würde ich vlt. ne Einführung in Windows machen, wie es prinzipiell Funktioniert, wie man es installiert und wie man es am Leben erhält. Eine kleine Einführung in Netzwerktechnik, damit man wenigstens weis wo man die Netzwerkeinstellungen ändert und zumindest eine Vorstellung von deren Bedeutung bekommt. Und grundsätzliches zur heutigen Rechnerarchitektur. Auch wäre es hie sicher mal über den Tellerrand zu schauen und andere Programme zur Textverarbeitung vorzustellen und auch mal andere Betriebssystem zumindest anzureißen. So das man zumindest schonmal davon gehört hat.

Informatik 3

Dann freiwillig... Hier könnte man dann langsam anfangen mit Programmieren. Welche Script oder Hochsprache das sein sollte, darüber kann man sich streiten. Ich würde hier HTML, Java und PHP empfehlen um einfache Webseiten für Inter und Intranet zu erstellen.

Das was dann danach kommt ist in meinen Augen Sache der Ausbildungsstelle, weil es zu spezifisch wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

sirmes

assimiliert
Das ist schonmal ein guter Ansatz, OSI. Das gleiche würde ich dann noch mit Exel, Access (ist doch für Datenbanken, oder?) und PowerPoint machen.

Des weiteren würde ich es durchaus für sinnvoll erachten, im Unterricht ein bis zweimal ein Windows zu installieren. Und zwar mit Plan. Mit Sicherheitskonzept und ordentlicher sauberer Ordnerstruktur.

Auch das Innenleben eines PC kann man sich ruhig mal ein wenig genauer anschauen. Ruhig mal jeden den Prozi aus- und wieder einbauen lassen. Mal einen RAM-Baustein wechseln oder die Graka säubern/pflegen. Damit nimmt man den Schülern die Scheu vor dem PC.

Soviel zum Basiswissen. Da aber der PC mittlerweile ein sehr hohen Stellenwert in unserem Leben eingenommen hat, plädiere ich auch für mehr Info-Unterricht.

Und wenn dem so wäre, könnte man auch (zumindest an Gymnasien) ein wenig in die Programmierung reinschnuppern. Ich habe de Erfahrung gemacht, daß das gar nix schadet. Ich habe ein Semester E-Technik studiert. Der Info-Unterricht sah dort so aus, das vorrausgesetzt wurde, daß man programmieren kann und wir haben nur gelernt, wie man dem Rechner das rechnen beibringt (mit sauig komplizierten mathemathischen Gleichungen...).

Auch ein bischen HTML-Programmierung kann nix schaden. In der Berufsschule (hab nach dem Studium dann doch gelernt :) )hatten wir 3 Doppelstunden HTML-Programmierung (Ulli Meybohm's HTML-Editor - schönes Werkzeug)mit abschließender Website-Erstellungs-Hausarbeit. Gerade in Anbetracht der "web 2.0" Geschichte sicher nicht verkehrt.


Jeder will was sein aber niemand will was werden.
Dami hast Du wunderbar eins der Grundübel unserer Gesellschaft in Worte gefasst.


Ob Informatik überhaupt in die Schule gehört... nunja man könnte auch sagen, dass sollte in Eigenverantwortung gelernt werden.
Da muss ich Dir widersprechen. Informatik-Unterricht gehört auf jedenfall in die Schule. Die Schule ist dafür da, die Kinder für Ausbildung/Universität/Arbeit/Leben hinreichend vorzubereiten und mit Wissen auszustatten. Und da die EDV mittlerweile in jeder Firma angekommen ist, gehört es auf jeden Fall zur Schulbildung.

EDIT: Der "Spoiler" kam zu spät ;)
 

OSI-L8

schläft auf dem Boardsofa
ot:
hihi ja viel mir zwischendurch ein, dass man das besser mit nem Spoiler macht, deswegen kamen da einige Sachen später ^^ Schau jetzt nochmal ich hab zwischendurch immer mal gespeichert, wer weis ob du alles lesen konntest.


[...]
Da muss ich Dir widersprechen. Informatik-Unterricht gehört auf jedenfall in die Schule. Die Schule ist dafür da, die Kinder für Ausbildung/Universität/Arbeit/Leben hinreichend vorzubereiten und mit Wissen auszustatten. Und da die EDV mittlerweile in jeder Firma angekommen ist, gehört es auf jeden Fall zur Schulbildung.[...]

Was ich ja mit dem, mit "Aber" beginnenden Satz, auch gesagt habe ;)
 

Vordack

assimiliert
Also ich benutze meinen PC doch meistens als "Daddelkiste". Allerdings habe ich mein ersten Computer mit 12 bekommen (C64) und habe seit dem viel dazugelernt. Primär wollte ich immer spielen, aber dadurch habe ich ne Menge Computerkenntnisse erhalten, da ich wissen wollte wie der Computer funktionierte, quasi.

Schule.... da hab ich DBASE3+ und Turbopascal gelernt, aber wie Computer funktionieren, nein.
 
B

Brummelchen

Gast
Die Berichte kamen ja fast überall - fatal fand ich nur, dass die Mehrheit der Ausbilder
dieses Dilemma bestätigt. Dabei geht es nicht mal um PC-Anfänger, sondern um
diejenigen,die bereits einen PC haben, den aber ausschleisslich zum Spielen benutzen.
Excel, Word sind aber nur weniger Auswirkungen dieses Desinteresses.
Wer kann denn schon Google so gescheit benutzen, dass es die gewünschten Ergebnisse
schneller ohne 100.000 andere Nichtigkeiten anzeigt? Kaum jemand. Informations-
beschaffung ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Aber neee - der PC ist wichtig, damit
man zB die Scheckkarte der Mutter kopieren kann, um als 17-Jähriger am Ziggiautomaten
seine tägliche Fluppe ziehen kann :wand
 
Oben