Huawei Mesh 7 ausprobiert: Endlich schnelles WLAN in der ganzen Wohnung?

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Huawei Mesh 7 ausprobiert: Endlich schnelles WLAN in der ganzen Wohnung?

Huawei Mesh 7


Turboschnelles WLAN in der gesamten Wohnung bzw. im ganzen Haus! Dieses Versprechen ist so alt wie der erste WLAN-Router, den ich mir vor etwa 17 Jahren angeschafft habe. Seither hat sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass die Angaben zu Reichweite und Geschwindigkeit auf der Verpackung lediglich dem Unterhaltungszweck dienen – man hat ja sonst so wenig zu lachen.

Mit dem Gedanken, oben erwähntes Versprechen bei mir zu Hause in der praktischen Umsetzung zu erleben, hatte ich mehr oder weniger bereits abgeschlossen.

Dazu muss man wissen, dass unsere derzeitige Wohnsituation, ein wenig – naja, sprechen wir es ruhig offen aus – dekadent ist. Seit unsere Kinder ausgezogen sind, bewohnen wir zu zweit eine komplette Etage eines Mehrfamilienhauses mit rund 145 Quadratmetern. Das sind eigentlich zwei Wohnungen, die mittels eines Durchbruchs vereinigt wurden. Grundsätzlich würde ich mich gerne verkleinern, wäre da nicht das Problem, dass man immer so viel Platz belegt, wie man zur Verfügung hat. Aber das ist ein anderes Thema.

Der nachfolgende Grundriss zeigt zur Veranschaulichung die Lage. Der schraffierte Teil ist die verbundene Wohnung Nr. 2 und von den Zimmern am linken Rand wurde auf dem Bild etwa die Hälfte abgeschnitten. Das etwas größere WLAN-Symbol markiert den Standort meiner Fritz!Box 7590, die kleineren Symbole kennzeichnen Steckdosen, an denen je ein WLAN-Repeater von AVM seinen Dienst verrichtet.

Grundriss

Was die theoretische Reichweite und Geschwindigkeit der eingesetzten Geräte angeht, sollte ich in jedem Winkel unserer Wohnung(en) die volle Bandbreite meines 250 Mbit DSL-Anschlusses nutzen können. Dass ich bei Speedtests maximal um die 60 Mbit erreiche, stört mich in der Praxis wenig bis überhaupt nicht, was mich aber schon öfter an den Rand des Wahnsinns getrieben hat ist der Umstand, dass es nach wie vor tote Winkel gibt.

Wir kennen ja die Reichweitenangaben „bis zu xx Metern“, dahinter sollte in Klammer aber immer stehen: „(oder bis eine Zimmerpflanze im Weg steht, dann endet das Signal genau dort)“. Um meinen Frust zu komplettieren, wollen die beiden Access Points in regelmäßigen Abständen neu gestartet werden, weil sie ansonsten den Dienst quittieren.

Sorry für die lange Vorgeschichte, aber ich wollte euch einen möglichst genauen Eindruck von den Bedingungen geben, unter denen das Huawei Mesh 7 bei mir angetreten ist. Meine Erwartungen waren aus oben erwähnten Gründen gering, trotz der vollmundigen Versprechen, dass eines dieser Geräte, die paarweise verkauft werden, einen Bereich von bis zu 300 Quadratmetern abdecken soll. Entsprechend platziert kann man mit dem Set also 600 Quadratmeter per WLAN ausleuchten – in der Theorie.

Und wo wir gerade bei Theorie sind, noch ein paar mehr technische Infos: Die maximale Bandbreite beträgt 6.600 Mbit (ihr wisst schon, theoretisch) und es sind drei verschiedene WLAN-Chips verbaut (QCN5022, QCN5052 und QCN9024), um die maximale Kompatibilität sowohl im 2,4 Ghz- als auch im 5 Ghz-Bereich zu gewährleisten. Bis zu 128 Geräte können sich gleichzeitig einloggen, das sollte auch für größere Haushalte ausreichen. Für noch mehr technische Daten verweise ich an die Produkthomepage.

Die Inbetriebnahme gestaltete sich so einfach, dass es fast schon wieder kompliziert war. Die beiden Geräte sind komplett baugleich und lassen sich einzeln verwenden, man kann also auch das Set kaufen und damit zwei Haushalte versorgen. Verwendet man sie paarweise, fungiert ein Gerät als Router/Access Point und das andere als Satellit. Ich habe so lange nach der Möglichkeit gesucht, wie ich diesen Modus konfigurieren kann, bis ich feststellte, dass die Einrichtung automatisch erfolgt.

Die Verbindung erfolgt entweder ganz „klassisch“ per WPS oder durch Eingabe des Schlüssels. Geräte mit NFC-Chips können außerdem durch Auflegen auf die entsprechende Kontaktfläche am Mesh 7 verbunden werden.

An der Rückseite finden sich vier RJ45-Anschlüsse, wovon einer mit dem Heimnetz verbunden wird (typischerweise direkt mit dem DSL-Router) und die drei anderen als LAN-Anschlüsse für andere Geräte dienen. Auch in diesem Punkt ist das Gerät wieder verwirrend einfach: Welchen Port man wofür verwendet, spielt keine Rolle, die Anschlüsse konfigurieren sich automatisch selbst.

Das Design ist schlicht, aufgrund der Abmessungen von 220x76x15 mm (H/B/T) sind die beiden Funkstationen allerdings nicht gerade unscheinbar, sie fallen durchaus ins Auge.

Huawei Mesh 7

Die Inbetriebnahme erfolgte in meinem Büro, das ist der Raum oben in der Mitte, über dem die 13 steht. Nachdem alles eingerichtet war, tourte ich mit dem Smartphone durch die Wohnung, um die Signalstärke und Reichweite zu checken. Der Theorie nach müsste eine Station selbst von dieser Position aus in der Lage sein, die komplette Wohnung zu versorgen, das hat allerdings nur fast geklappt.

In dem Raum, der ganz unten rechts eingezeichnet ist und eine Küche darstellt (was er in Wirklichkeit nicht ist), kam kein Signal mehr an. Immerhin liegen da aber vier Wände dazwischen, von denen die stärkste etwa 35 cm dick ist. Vom gleichen, relativ zentralen Standort, an dem aktuell meine Fritz!Box steht, funkte der Mesh 7 aber tatsächlich in ausreichender Stärke in alle Räume und bis auf die Balkone.

Das allein hätte schon gereicht, um mich zu überzeugen, wirklich beeindruckend wurde es dann beim Speedtest mit dem Laptop: 247,84 Mbps ergab die Messung, also ziemlich genau die volle Bandbreite meines DSL-Anschlusses. Auch im Upload wurde die vorhandene Bandbreite mit 43,30 Mbps nahezu ausgereizt.

Was die Leistung angeht, liefern die Huawei Mesh 7 also hervorragend ab, diese starke Leistung hat jedoch ihren Preis: Die UVP für ein Set liegt bei 399 Euro, bis zum Jahresende gewährt Huawei über den hauseigenen Shop allerdings einen Rabatt von 100 Euro. Mir fehlt auf diesem Gebiet ehrlich gesagt die Übersicht, ich weiß zu wenig über vergleichbare Geräte, um einschätzen zu können, ob Preis und Leistung im richtigen Verhältnis stehen. Wenn ich allerdings bedenke, dass ich für meine beiden Steckdosen-Repeater je 80 Euro bezahlt habe und einer der beiden Mesh 7-Router alleine eine deutlich bessere Leistung bringt, dann würde ich sagen: Das passt.

Fazit: Ich schaue auf die Überschrift und tausche das Frage- gegen ein Ausrufezeichen.

Ergänzung: Konfiguriert werden die Geräte über eine Weboberfläche. Ohne jetzt alle Funktionen aufzuzählen und damit den Rahmen dieses Beitrags endgültig zu sprengen, behaupte ich einfach: Es ist alles vorhanden, was man benötigt, von DHCP und manueller IP-Konfiguration über UPnP, VPN, Gastzugang, Zeitschaltuhr, Firewall und DMZ bis hin zur Kindersicherung hat Huawei an alles gedacht.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das besprochene Produkt wurde vom Hersteller leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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