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GitHub Copilot: Wird der Lichtblick zum nächsten Frustobjekt in Microsofts KI-Strategie?
Eigentlich gilt GitHub Copilot unter den verschiedenen Ablegern von Microsofts KI-Assistenten bisher als kleiner Lichtblick, allerdings deuten Berichte doch auf ein etwas anderes Geschehen hin. Mit Gentoo hat eine der bekannteren Linux-Distributionen nun ihren Abschied von GitHub angekündigt, nachdem Microsoft die Copilot-Integration immer mehr forciert hatte. Während ihr Umzug zu Codeberg wenig Relevanz hat, wuchs im vergangenen Jahr auch so der Frust über Microsofts Gehabe.
Darüber berichteten unter anderem die Kollegen von The Register in einem Beitrag aus dem September 2025, auf den ich gestoßen bin. Schon im Februar 2025 ist Copilot dabei aufgefallen, dass in einem Datenleck Informationen aus privaten Repositories über das Caching im Hintergrund abrufbar waren, obwohl diese mittlerweile wieder auf privat gestellt wurden. Neben Microsoft selbst waren bei diesen insgesamt über 20.000 Repositories waren über 16.000 Unternehmen betroffen, darunter weitere Branchenriesen wie IBM, Google und PayPal. Trotz des Vorfalls sah man in Redmond kein großes Problem und bezeichnete die Irrfahrt von Copilot als akzeptabel.
Zugegeben kann man dieses Datenleck unter Umständen noch mit gewissen Unachtsamkeiten der für die Repositories verantwortlichen Entwickler entschuldigen. Parallel dazu gab es aber zahlreiche andere Beschwerden, die man nur Copilot selbst anlasten kann. So berichteten Entwickler, dass Copilot an ihrem selbst geschriebenen Code trainiert wurde und damit de facto einen Lizenzverstoß begangen hat. Sollte Copilot Vorschläge für Codeänderungen produziert haben, die eine Quellenangabe erfordern, lehnen Microsoft und GitHub zudem jegliche Haftung ab, obwohl diese als Unternehmen für seine Entwicklung voll verantwortlich sind.
Insgesamt reiht sich das ein in eine Menge von Vorfällen, die vom Fluten der Repositories mit KI-generierten Bugreports bis hin zu kompletten Entgleisungen samt Datenverlust auf lokaler Ebene, wie Gemini das bei Google Antigravity zuletzt zweimal eindrucksvoll gezeigt hatte. Microsoft zeigt sich in diesem ganzen Kontext aber besonders penetrant und hat mit seiner nicht vorhandenen Strategie und einer Kundenbindung über Wackelkontakte auf der obersten Führungsebene jegliches Gespür für die Endkunden verloren.
Satya Nadella mag auf die mittlere Führungsebene bei Microsoft massivsten Druck auszuüben und die Macht um Microsoft AI konzentrieren zu wollen. Fakt ist aber vor allem Eines: Für Copilot läuft es in jeglicher Dimension richtig, richtig mies, und das schließt die für Microsoft so wichtigen Unternehmenskunden diesmal ausdrücklich mit ein. Wenn hier etwas in die Hose geht, wird sich das irgendwann massiv in die ökonomische Realität übersetzen, was die Shareholder von Microsoft nach den enormen Investitionen sehen wollen.
Kurzum: Microsoft kann es sich nicht leisten, dass Copilot in Gänze zur absoluten Schrottmühle mutiert und hat letztlich nur begrenzte Zeit, um eine Kurskorrektur vorzunehmen. Spätestens wenn das aktuelle Fiskaljahr von Microsoft am 30. Juni endet, dürften wir also eine Zwischenbilanz erwarten, ob Satya Nadella mit seiner Strategie, auf die er die gesamte Zukunft des Branchenriesen gewettet hat, noch richtig liegt oder ob die Verkaufsschwäche von Copilot und Azure AI zum Verhängnis wird. Fortsetzung folgt…
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Eigentlich gilt GitHub Copilot unter den verschiedenen Ablegern von Microsofts KI-Assistenten bisher als kleiner Lichtblick, allerdings deuten Berichte doch auf ein etwas anderes Geschehen hin. Mit Gentoo hat eine der bekannteren Linux-Distributionen nun ihren Abschied von GitHub angekündigt, nachdem Microsoft die Copilot-Integration immer mehr forciert hatte. Während ihr Umzug zu Codeberg wenig Relevanz hat, wuchs im vergangenen Jahr auch so der Frust über Microsofts Gehabe.
Darüber berichteten unter anderem die Kollegen von The Register in einem Beitrag aus dem September 2025, auf den ich gestoßen bin. Schon im Februar 2025 ist Copilot dabei aufgefallen, dass in einem Datenleck Informationen aus privaten Repositories über das Caching im Hintergrund abrufbar waren, obwohl diese mittlerweile wieder auf privat gestellt wurden. Neben Microsoft selbst waren bei diesen insgesamt über 20.000 Repositories waren über 16.000 Unternehmen betroffen, darunter weitere Branchenriesen wie IBM, Google und PayPal. Trotz des Vorfalls sah man in Redmond kein großes Problem und bezeichnete die Irrfahrt von Copilot als akzeptabel.
Zugegeben kann man dieses Datenleck unter Umständen noch mit gewissen Unachtsamkeiten der für die Repositories verantwortlichen Entwickler entschuldigen. Parallel dazu gab es aber zahlreiche andere Beschwerden, die man nur Copilot selbst anlasten kann. So berichteten Entwickler, dass Copilot an ihrem selbst geschriebenen Code trainiert wurde und damit de facto einen Lizenzverstoß begangen hat. Sollte Copilot Vorschläge für Codeänderungen produziert haben, die eine Quellenangabe erfordern, lehnen Microsoft und GitHub zudem jegliche Haftung ab, obwohl diese als Unternehmen für seine Entwicklung voll verantwortlich sind.
Insgesamt reiht sich das ein in eine Menge von Vorfällen, die vom Fluten der Repositories mit KI-generierten Bugreports bis hin zu kompletten Entgleisungen samt Datenverlust auf lokaler Ebene, wie Gemini das bei Google Antigravity zuletzt zweimal eindrucksvoll gezeigt hatte. Microsoft zeigt sich in diesem ganzen Kontext aber besonders penetrant und hat mit seiner nicht vorhandenen Strategie und einer Kundenbindung über Wackelkontakte auf der obersten Führungsebene jegliches Gespür für die Endkunden verloren.
Satya Nadella mag auf die mittlere Führungsebene bei Microsoft massivsten Druck auszuüben und die Macht um Microsoft AI konzentrieren zu wollen. Fakt ist aber vor allem Eines: Für Copilot läuft es in jeglicher Dimension richtig, richtig mies, und das schließt die für Microsoft so wichtigen Unternehmenskunden diesmal ausdrücklich mit ein. Wenn hier etwas in die Hose geht, wird sich das irgendwann massiv in die ökonomische Realität übersetzen, was die Shareholder von Microsoft nach den enormen Investitionen sehen wollen.
Kurzum: Microsoft kann es sich nicht leisten, dass Copilot in Gänze zur absoluten Schrottmühle mutiert und hat letztlich nur begrenzte Zeit, um eine Kurskorrektur vorzunehmen. Spätestens wenn das aktuelle Fiskaljahr von Microsoft am 30. Juni endet, dürften wir also eine Zwischenbilanz erwarten, ob Satya Nadella mit seiner Strategie, auf die er die gesamte Zukunft des Branchenriesen gewettet hat, noch richtig liegt oder ob die Verkaufsschwäche von Copilot und Azure AI zum Verhängnis wird. Fortsetzung folgt…
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