Gesichtserkennung in der OneDrive-Fotosammlung: Microsoft mit kurioser Zustimmungsklausel

News-Bote

Ich bring die Post
Gesichtserkennung in der OneDrive-Fotosammlung: Microsoft mit kurioser Zustimmungsklausel

OneDrive Titelbild


OneDrive hat in der Cloud-Fotosammlung eine Gesichtserkennung eingeführt, wie es sie auch in anderen Diensten wie Google Fotos schon lange Zeit gibt. Wer die Funktion aktivieren will, muss dafür allerdings lügen, denn was Microsoft von den Nutzern verlangt, wird garantiert niemand tun.

Nach dem Update auf die neueste Version der mobilen OneDrive-App für Android oder iOS erscheint der Hinweis auf die neue Funktion, die Gesichter auf Fotos erkennt und für jede Person ein eigenes virtuelles Album anlegt, das man entsprechend benennen kann. So weit, so gut.

Vor ein paar Jahren hatte Microsoft eine solche Funktion bereits in die Fotos App von Windows integriert und dabei ausdrücklich erklärt, dass die Daten der Gesichtserkennung lokal auf dem Gerät gespeichert bleiben. Das ist bei der neuen Funktion in OneDrive nun nicht mehr der Fall, die Daten liegen in der Cloud, daher wird vorab eine Zustimmung eingeholt.

Damit aber nicht genug: Wer auf “Zulassen” drückt, bestätigt gegenüber Microsoft damit auch, dass von allen Personen, deren Gesichter in der Folge von Microsofts Algorithmen analysiert und identifiziert werden, die entsprechende Zustimmung vorliegt.

Datenschutz-Disclaimer in der mobilen OneDrive-App

Das wird in der Praxis logischerweise niemals jemand erledigen können, zumal man in aller Regel nur einen Bruchteil der Personen, die auf den Bildern in er eigenen Fotosammlung zu sehen sind, überhaupt kennt.

Formal ist das Vorgehen von Microsoft absolut in Ordnung, die Verantwortung für die Übertragung von persönlichen Daten in die Cloud wird dem Nutzer übertragen, wo sie auch hingehört. Man müsste auch alle im persönlichen Adressbuch gespeicherten Personen um Erlaubnis bitten, WhatsApp auf seinem Smartphone zu installieren. Macht auch niemand, obwohl das im direkten Vergleich betrachtet sehr viel einfacher wäre.

Was ich Euch nun damit sagen möchte? Im Grunde nichts, ich fand das nur einfach zu amüsant, um nicht darauf einzugehen. Theorie und Praxis liegen eben auch beim Datenschutz weit voneinander entfernt.

zum Artikel...
 
Oben