Geekom Mini IT13 im Test: Schlägt das Intel-Imperium gegen Ryzen zurück?

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Geekom Mini IT13 im Test: Schlägt das Intel-Imperium gegen Ryzen zurück?

Geekom-Mini-IT-13-Test


Geekom ist mit seinen Produkten seit etwa 20 Jahren am Markt. Hier bei DrWindows habe ich Euch bereits verschiedene Mini-PCs des Herstellers vorgestellt. Nun hat es das aktuelle Top-Modell mit Intel-Prozessor auf meinen Schreibtisch geschafft.

Der Mini IT13 setzt auf den Intel Core i9-13900H, also eine Intel-CPU aus der 13. Generation der Core-i-Chips. Wie sich dieser Chip aus der Raptor-Lake-H-Serie schlägt, erfahrt Ihr im Folgenden. Da sich das Gehäuse im Vergleich zum Mini IT11 nicht verändert hat, verweise ich diesbezüglich auf meinen Test des Geekom Mini IT11.

Intel vs. AMD


Der x86-Prozessor von Intel kommt mit 14 physischen CPU-Kernen daher. Hierbei übernimmt der Hersteller aus Santa Clara das Big-Little-Prinzip von ARM-Chips, die etwa in Smartphones, im Microsoft Surface Pro 9 5G oder aber im Apple MacBook mit M-Chip ihren Dienst verrichten.

Der Befehlssatz bleibt bei Intel jedoch weiterhin x86, sodass keine klassischen x86-Programme emuliert werden müssen, wie das bei PCs mit ARM-Chip der Fall ist. Dennoch soll die Aufteilung in P- und E-Cores für mehr Effizienz und mehr Leistung als bislang sorgen, verspricht Intel.

Der verbaute Core i9-13900H bietet 6 P-Cores, die auf Performance getrimmt sind und maximal mit 5,4 GHz takten sowie dank Hyperthreading 6 virtuelle Kerne bieten können. Zudem sind noch 8 E-Cores verbaut, die mit 1,9 GHz takten und auf Effizienz getrimmt sind. Im PCMark 10 kommt das Gesamtpaket im Geekom Mini IT13 auf 5.975 Punkte und übertrifft damit locker den Geekom Mini IT11, der nur auf 4.783 Punkte kommt.

Gegen einen AMD Ryzen 9 6900HX im Geekom AS6 unterliegt jedoch der Core i9-13900H mit mehr als 500 Punkten Abstand. Dieser Umstand liegt an der unveränderten iGPU Intel Iris XE Graphics G7. Zwar hat Intel alle 96 EUs aktiviert und die Taktrate liegt bei 1.500 MHz, doch der integrierte Grafikchip Radeon 680M beim AMD Ryzen 6 6900HX fällt leistungsfähiger aus. Wer mal The Witcher 3 oder F1 2021 flüssig mit 60 fps spielen will, sollte zu einem Geekom mit AMD Ryzen greifen, denn nur hier ist die Grafikeinheit leistungsstark genug.

Leistung im 3D-Mark-Time-Spy vom Geekom Mini IT13 mit Intel Core i9-13900H vs. Geekom AS6 mit AMD Ryzen 9 6900HX. Leistung im 3D Mark Time Spy vom Geekom AS5 mit AMD Ryzen 9 6900HX und Radeon 680M iGPU. Leistung im PCMark 10 vom Geekom AS6 mit AMD Ryzen 9 6900HX. Leistung im PCMark 10 vom 600 Euro teuren Geekom Mini IT11 (neues Modell von 2023). Leistung im PCMark 10 vom Geekom Mini IT13.
Für den Alltag aus Office-Programmen, Web surfen und Fotobearbeitung genügt jedoch auch der Intel Core i9-13900H, welcher im 10-nm-Fertigungsprozess gebaut wird. Unter extremer Last, also bei Benchmarks, wird der verbaute Intel-Chip mit fast 96 Grad Celsius sehr heiß und kann dabei maximal auf 4,2 GHz hochtakten, sodass die Werksangabe von 5,40 GHz nicht erreicht wird.

Hierbei werden rund 114 Watt Strom benötigt. Gerade unter Last ist der Lüfter laut und hörbar. Generell ist der Lüfter beim Mini IT13 immer an, jedoch ist das Geräuschniveau bei Office-Tätigkeiten und bei YouTube-Videos angenehm leise, auch wenn die Kühleinheit im Mini IT 11 dezenter zu Werke geht.

Im Testmodell waren zudem 32 GByte LPDDR4-3200-RAM und eine zwei Terabyte große PCI-Express NVMe-2280-M.SSD verbaut. In bisherigen Geekom-Mini-PCs war lediglich ein Terabyte SSD verfügbar. Wie bei allen Mini-IT-Modellen und den AMD-powered Geekoms gibt es die Option, eine 2,5 Zoll große HDD oder SSD nachzurüsten. Beim AMD-befeuerten Geekom AS 5 und AS 6 gibt es hingegen die Option, gleich zwei M.2-2280-SSDs plus eine 2,5 Zoll große HDD/SSD nachrüsten. Auffällig ist, dass beim Kaltstart von Programmen diese beim Mini IT 13 oftmals eine Gedenksekunde benötigen, um zu starten. Beim zweiten Start des Programms hingegen erscheinen diese blitzschnell.

Was bringt die 13. Generation der Core-i-Prozessoren?


Anschlussseitig hat Geekom beim Mini IT 13 zum AMD-Pendant aufgeholt. So stehen nun auch beim Intel-angetriebenen Mini-PC zwei Mal HDMI zur Wahl. Zudem gib es gleich zwei USB-4-Anschlüsse mit Displayport, die jeweils max. 40 Gbps übertragen können.

Interessant ist der mit Strom versorgte USB-3.1-Typ-A-Anschluss an der Vorderseite des Mini IT 13. Bei bisherigen Modellen war vorn nur der USB-C-Port mit Strom versorgt, um damit etwa ein Smartphone oder eine Maus aufladen zu können. Gerade die mannigfaltigen Anschlussoptionen sprechen klar für den Mini IT13 und lassen keine Wünsche offen. Es gibt sogar einen vollwertigen SD-Kartenleser, der vor allem Fotografen freut. So lassen sich Fotos schnell von der SD-Speicherkarte transferieren. Ein Feature, auf das Nutzer beim AMD-Pendant Geekom AS 5 und AS 6 verzichten müssen.

Anschlüsse vorne vom Geekom Mini IT13. Oben befindet sich der Geekom Mini IT13, in der Mitte der Mini IT11 und unten der AS 5 mit AMD-Prozessor. Lieferumfang vom Geekom Mini IT13. Der AMD-angetriebene AS5 und AS6 haben mehr USB- und HDMI-Anschlüsse als der Geekom Mini IT11 mit Intel-Prozessor. Geekom AS 5 kommt mit AMD Ryzen 5000 daher und basiert auf einem Asus-Mini-PC namens PN-52-G. Nachdem Lösen von vier Schrauben auf der Gehäuseunterseite lässt sich diese abnehmen, um eine 2,5-Zoll-SSD oder HDD einbauen zu können. Der Festplatteneinbau gestaltet sich einfach.
Der Wechsel auf die 13. Generation Intel Core i bringt nicht nur ein neues Mainboard samt neuer Anschlüsse mit sich, sondern inkludiert auch eine neue WLAN-Karte. Hierbei handelt es sich um eine Intel-Karte mit Wi-Fi 6E. Dank des Supports von Wi-Fi 6E kann der Mini IT13 nicht nur im 2,4 GHz und 5-GHz-Funkbereich drahtlos ins Internet gehen, sondern zusätzlich die Funkfrequenz 6 GHz nutzen. So wird die drahtlose Internetverbindung stabiler, selbst wenn mehrere Endgeräte parallel im gleichen WLAN angemeldet sind. Voraussetzung ist aber ein Router, der ebenfalls Wi-Fi 6E unterstützt. Falls man kabelgebunden ins Internet geht, steht nun ein 2,5 Gbit LAN-Anschluss parat, sodass hier die Internetgeschwindigkeit höher als beim Mini IT11 ausfällt.

Was kostet der Geekom Mini IT13?


Aktuell wird der Geekom Mini IT13 mit Core i9 für 999,99 Euro bei Amazon verkauft, wobei sich dank Rabattgutschein derzeit der Preis auf 850 Euro drücken lässt. Direkt beim Hersteller kostet der Mini IT13 849 Euro. Leser von DrWindows können mit dem Gutscheincode „drwindowsIT13“ 40 Euro sparen.

Wer mit einem schwächeren Prozessor zurechtkommt, aber gleiche Anschlussvielfalt wünscht, bekommt den Mini IT13 bereits ab 649 Euro. Wer lieber einen Mini-PC mit AMD-Hardware haben möchte, muss mindestens 745 Euro für den Geekom AS6 mit 32 GiByte RAM und 1 TB SSD bei Amazon zahlen, der Geekom AS5 ist nicht mehr lieferbar. Zum Vergleich: Ein aktueller Apple Mac Mini kostet mit 512 Gigabyte SSD und nur acht GiByte RAM 815 Euro bei Amazon.

Fazit


Intel vs. AMD, der ewige Zweikampf geht in die nächste Runde. Nachdem Geekom bereits AMD-Prozessoren etwa im Geekom AS6 verbaut hat, folgt nun der Mini IT13 mit einem aktuellen Intel-Chip. Hierbei setzen die Taiwaner auf den Core i9-13900H, der mit seiner Aufteilung auf P- und E-Kerne eine bessere Effizienz verspricht.

Im Test muss sich der Raptor-Lake-Chip dennoch dem AMD Ryzen 6 6900HX aus dem AS6 geschlagen geben. Hier ist die Intel-Grafik einfach zu langsam im Vergleich zur Radeon-iGPU. Anschlussseitig trumpft dagegen der Mini IT13 auf und kommt mit USB 4 und mehreren HDMI-Ports sowie einem 2,5-Gbit-LAN-Port daher.

Ebenfalls leistungsstark fällt die WLAN-Geschwindigkeit und Stabilität aus, Wi-Fi 6E sei Dank. Zum Preis von 849 Euro bekommen Kunden einen leistungsfähigen, modernen Mini-PC. Nur Gelegenheitsspieler sollten lieber zu einer Version mit AMD-Power greifen.

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