Gadgetcheck: OneOdio A10 – Gute ANC-OverEar-Kopfhörer zum fairen Preis?

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Gadgetcheck: OneOdio A10 – Gute ANC-OverEar-Kopfhörer zum fairen Preis?

OneOdio A10


Heute gibt es mal wieder einen Kopfhörer im Gadgetcheck, diesmal vom bisher nicht von uns getesteten Hersteller OneOdio.

OneOdio ist ein chinesischer Hersteller, der sich ausschließlich auf Mikrofone und Kopfhörer fokussiert und zumindest laut den Amazon-Rezensionen nicht die schlechtesten Geräte baut, weshalb ich bei der Kooperationsanfrage das Testmuster gerne angenommen habe.

Der OneOdio A10 ist ein hybrider OverEar-Kopfhörer mit ANC, der zumindest designtechnisch sehr modern und schlicht daherkommt. Hybrid heißt dabei, dass er sowohl per Bluetooth als auch per beigelegtem 3,5 mm Klinkenkabel betrieben werden kann.

Die technischen Daten laut Hersteller lassen nicht auf einen High End Kopfhörer schließen, jedoch ist hier gutes Mittelmaß zu erwarten:

  • ANC mit bis zu 95% (35 dB) Geräuschunterdrückung
  • Hi-Res Audio-Zertifizierung
  • Schnellladefähig (5 Minuten für 2 Stunden Spielzeit)
  • Bis zu 45 Stunden Spielzeit (Bluetooth + ANC)
  • Bis zu 50 Stunden Spielzeit (nur Bluetooth)
  • Verbindung von 2 Geräten gleichzeitig
  • 295g Gewicht
  • Frequenzband: 20 Hz – 40 kHz

Unboxing und Inbetriebnahme​


In der hochwertig wirkenden Verpackung befindet sich der A10 Kopfhörer, eine Tasche für den kompakten Transport, ein 3,5 mm Klinke-Kabel, ein USB-A- auf USB-C-Kabel und eine Kurzanleitung.

OneOdio A10 Unboxing

Zuerst fällt ein für mich stark beißender, chemischer Geruch auf, der wirklich sehr unangenehm ist. Der Geruch scheint für mich von dem Case und den Ohr- und Kopfpolstern des Kopfhörers zu kommen. Hier würde ich einmal darauf tippen, dass beim Finalisieren der Oberflächen irgendetwas schief gegangen ist, oder ein Spülprozess nicht ordentlich durchgeführt wurde. Das führte dazu, dass ich die Kopfhörer zunächst einmal wieder in der Schublade verschwinden ließ. Nach ein paar Wochen holte ich die Kopfhörer wieder hervor und konnte feststellen, dass der Geruch nun deutlich weniger geworden ist.

Auf der rechten Ohrmuschel befinden sich drei Knöpfe. Der Mittlere ist von der Haptik klar von den anderen zu unterscheiden und ist für das Ein- und Ausschalten zuständig. Die anderen beiden Knöpfe auf der rechten Seite sind für die Lautstärke zuständig. Auf der linken Seite ist ein weiterer Knopf, der die ANC-Modi (ANC, Transparenz, Normal) durchschaltet. Das Bedienkonzept finde ich durchdacht und durch den Knopf mit der anderen Haptik zum Ein- und Ausschalten auch sehr intuitiv.

Die Inbetriebnahme ist so einfach wie bei allen anderen Bluetooth-Kopfhörern auch. Nach dem Einschalten ist der Kopfhörer zunächst im Pairing-Mode und kann von allen Bluetooth Geräten gesehen und gekoppelt werden.

Was die Qualität der Wiedergabe angeht, war ich zunächst positiv angetan. Abgesehen von den Bässen empfand ich die Wiedergabe von Videos und Musik recht neutral, die Bässe könnten aber gerne etwas schwächer gehalten sein. Typisch bei Bluetooth-Kopfhörern ist bei Videos allerdings der zeitliche Versatz zwischen Ton und Bild, da durch das En- und Decoding ein Delay entsteht.

Auch die Verständlichkeit in Videokonferenzen ist sehr gut. Meine Gesprächspartner gaben mir allerdings zu verstehen, dass die Qualität des Mikrofons nicht sehr hoch ist, da meine Stimme über den Kopfhörer recht blechern und dumpf klingt.

Die ANC-Modi sind okay, aber definitiv kein Meisterwerk. Grundsätzlich ist der Kopfhörer durch seine geschlossene Bauweise schon recht gut abgeschirmt. Mit zugeschaltetem ANC wird alles noch ein wenig leiser und es treten auch keine stark brummenden Geräusche auf, jedoch kann auch nicht alles weggefiltert werden. Durch die abschirmende Bauweise ist für mich der Transparenzmodus fast wichtiger als das ANC. Hier ist für mich das Problem, dass der Transparenzmodus eine sehr beschränkte Reichweite hat. Rufe aus dem Nebenraum sind auch mit aktiviertem Transparenzmodus kaum wahrzunehmen. Gespräche mit Personen im Raum sind allerdings gut zu führen, jedoch klingen diese, eben wegen der schlechten Mikrofone, sehr blechern.

Der Akku des Kopfhörers ist für mich mehr als ausreichend. Bislang habe ich es in etwa drei Monaten Nutzung nicht geschafft, den Akku leer zu bekommen. Alle paar Tage, wenn ich dran denke, hänge ich ihn ans Kabel und habe dann wieder genug Akku für die nächsten Tage. Sollte der Akku einmal leer sein und ich den Kopfhörer für eine Videokonferenz benötigen, kann dieser natürlich auch während des Gesprächs mit einem ausreichend langen Kabel gleichzeitig geladen werden.

Noch bessere Audio- oder Mikrofonqualität durch Nutzung des beigelegten Klinkenkabels konnte ich nicht feststellen.

Fazit​


Mein erster Kontakt mit einem Produkt von OneOdio fing sehr schwer an. Der Geruch war so beißend, dass ich den Kopfhörer zunächst einmal in die Schublade legte und kein Interesse an einem ausgiebigen Test hatte. Ob das ein Einzelfall ist, vermag ich nicht zu sagen.

Mittlerweile nutze ich den Kopfhörer als mein tägliches Arbeitsgerät im Büro für Videokonferenzen und für das Abschalten in der Mittagspause. Der Geruch ist verflogen, und was die Nutzung angeht, ist er viel angenehmer als das kabelgebundene Headset, welches mir mein Arbeitgeber bereitstellt.

Das Mikrofon ist nicht das Beste, aber auch kein Totalausfall, ebenso wie der ANC-Modus. Ich finde, dass OneOdio hier alles in allem einen Kopfhörer mit gutem Klang, guter Akkulaufzeit und weiteren mittelmäßigen Features auf den Markt gebracht hat. Für 79,99 Euro UVP bekommt man hier ein faires Gesamtpaket. Aktuell gibt es bei Amazon einen 15%-Coupon, wodurch der Kopfhörer sogar für 68 Euro zu haben ist.

Wer einen günstigen Kopfhörer sucht, wird hier zufrieden sein, solange das Mikro nicht unbedingt für Sprachaufzeichnungen herhalten soll. Der eventuell vorhandene chemische Geruch sollte sich mit ein paar Tagen Zeit dann auch von ganz allein verflüchtigen.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde mir vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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