GÄRTEN DES GRAUENS

gisqua

ist wieder öfter hier
Anmerkung:
Vorsicht! Kann Spuren von Sarkasmus und Ironie enthalten.


Zur Einstimmung werde ich versuchen, Euer Interesse mit 12 wunderschönen trendigen Bildern zu wecken
.
2021.06. Schottergärten.1.jpg

2021.06. Schottergärten.1a.jpg
2021.06. Schottergärten.2.jpg
2021.06. Schottergärten.2a.jpg
2021.06. Schottergärten.3.jpg

Anmerkung
Wie das letzte Bild in diese Sammlung gekommen ist, kann ich nicht nachvollziehen.
Da ich das leider nicht rückgängig machen kann, bitte für dieses Versehen um Entschuldigung.


Es sind Aufnahmen, die Ihr sofort ins Herz schließen werdet, weil sie unsere Umgebung - hier insbesondere die Gärten und Vorgärten - so übersichtlich zeigen, wie sie sein könnte, wenn wir uns alle mehr darum kümmern würden.

Besonders hervorzuheben sind die unendlich vielen Farbkombinationen, wie bspw. sternenweiß, alabasterweiß, geisterweiß, rauchweiß, dunkelweiß, strahlendgrau, glimmergrau, schiefergrau, gewittergrau, erdrötlich, indischrot, achatbraun, karminbraun, um nur einige wenige zu nennen.

Die Strukturen dieser Gärten sind so herrlich nackt gestaltet, geschmackvoll, modern und zum allergrößten Teil ohne dieses abfallerzeugende Kraut, welches die einfach gestrickten Menschen in ihren sogenannten Gärten beherbergen.

Das notwendigerweise vereinzelt vorkommende Grünholz, das als negatives Anschauungsobjekt für Andersdenkende gedacht ist, könnte allerdings leicht zur Verunstaltung der Flächen beitragen.
Aber es gibt genug Möglichkeiten, das zu verhindern, z.B. durch formgerechtes schneiden oder Verpackung in grauglitzernde Behälter.

Gibt es etwas schöneres, preiswerteres, pflegeleichteres und noch dazu so ästhetischeres als diese steinreichen Erdflächen?
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So oder so ähnlich könnte jemand schreiben, der sich dem neuen Negativtrend Schottergärten verschrieben hat.

Naturschützer sehen diesen Trend mit Sorge und die Kommunen diskutieren, ob man so etwas nicht per Gesetz als unzulässig verbieten sollte.
In manchen Kommunen gelten diese Flächen als “teil- bzw. vollversiegelt”.

Versiegelung führt dazu, dass auch der Boden darunter leidet, denn unter den stark verdichteten Oberflächen lebt nichts mehr. Auch die Bodenfruchtbarkeit geht verloren. Diese Tatsache ist beunruhigend, verlieren wir doch deutschlandweit täglich sehr wertvollen Boden, der uns in einer Zukunft mit Ressourcenmangel und Klimawandel fehlen wird.


Was versprechen sich die Menschen, die einen solchen "Garten" anlegen, bzw. anlegen lassen?

Ich habe mir einmal die vermeintlichen Vorteile rausgesucht:

Als Grund für das Anlegen von Schottergärten wird vor allem die Pflegeleichtigkeit angeführt.
Flächen, die mit Kies oder Schotter bedeckt sind, seien eine dauerhafte, pflegeleichte Lösung und bräuchten keinen großen Arbeitsaufwand.
Auch die Ästhetik spielt für einige Schottergartenbesitzer eine Rolle:
So wird der steinbedeckte Vorgarten als geschmackvolle, saubere, ordentliche, moderne und zeitgemäße Gestaltung empfunden.


Und nun die Wahrheiten dazu:

Ein Schottergarten ist weder preiswert noch pflegeleicht.
Er wird schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs.
Es ist darum regelmäßiges und aufwändiges Reinigen nötig.
Der Schotter heizt sich im Sommer stark auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, die Staubbelastung steigt und der Lärm wird verstärkt.
Der Boden wird verdichtet und zerstört und es wird später eine aufwändige Renaturierung nötig.
Das Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern und Hochwasser wird begünstigt
Schottergärten wirken optisch monoton.
Ein Schottergarten ist ökologisch wertlos und biologisch gesehen sind viele dieser Gärten tot,
denn sie bieten den meisten Tieren und Pflanzen weder Nahrung noch Lebensraum.
Optisch wirken sie monoton und zeigen wenig jahreszeitliche Aspekte oder Veränderung.
Kleine Entdeckungen, leckere Früchte oder wohltuende Düfte fehlen vollkommen
und so bieten die Flächen Spaziergängern und Kindern wenig Anlass zur Freude.


So ein Schottergarten vor, hinter oder neben dem Haus bewirkt also lediglich, dass es heiß, stickig, staubig, laut, anstrengend, teuer wird und keine Tiere mehr den Garten besuchen.
Und wenn es einmal stark regnet, wie es in Zukunft häufiger vorkommen kann, steht das Wasser im Schotterbeet, weil es durch den verdichteten Boden nicht abfließen kann.

So etwas brauche ich nicht.
Wie seht Ihr das?
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Also hier in der Stadt gibt es bereits Fälle, bei denen die Besitzer ihre Platzierungen wieder zurückbauen
durften, sonst hätte es eine Ordnungsstrafe gegeben.
Der Stadt geht es auch um Versickerungsflächen für Regenwasser und da wird dann auch genauer gemessen.

Ich finde solche Stein- und Geröllwüsten einfach grauenhaft.
Wenn ich die Leute dann noch sehe, wie sie stundenlang mit einem Hochdruckreiniger die Platten wieder wie neu machen wollen, dann hat wohl der Verstand vollends verloren.

Wege wurden seit ewigen Zeiten immer jeden Samstag gefegt und dann war da nichts, was wachsen konnte. 😂
 

Duftie

assimiliert
Der Stadt geht es auch um Versickerungsflächen für Regenwasser und da wird dann auch genauer gemessen.
Verstehe ich nicht so ganz. Ein Schottergarten sollte doch kein Nachteil für zu versickerndes Regenwasser sein (im Gegensatz zu gepflasterten Flächen). Ist natürlich eine Frage des Untergrundes, aber ich würde doch vermuten, dass der Boden unter dem Schotter nicht so schnell austrocknet und daher keine "harte Scholle" bildet, die das Einsickern verhindert.

Ich hatte früher immer einen "Naturgarten" (kleiner Garten von ca. 20qm an einer Mietwohnung). Da wurde nur ab und an das Notwendigste gemacht. Da konnten nur drei meiner Nachbarn draufschauen und davon hat sich einer beschwert, weil das doch immer so "unordentlich" aussehen würde. Ich hatte leider nur zwei Mittelfinger, um diese Beschwerde zu kommentieren. Bei mir haben sich alle wohlgefühlt. Die Insekten konnten sich austoben und ich hatte immer Grasfrösche, Igel und sogar mal einen Feldhamster im Garten. Dank des Nachbarn haben wir uns vor zwei Jahren dazu entschieden, den Garten mehr oder weniger platt zu machen. Ich wollte eigentlich auch ein Schotterbeet, nicht weil ich es so toll finde, aber so hätte ich immer Steine gehabt, die ich nach meinem Nachbarn hätte schmeißen können ...

Wir haben die gesamte Fläche "gerodet" und mit Rindenmulch abgedeckt. So kann der Regen einigermaßen versickern und zumindest einige Insekten fühlen sich noch wohl.
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Ein Schottergarten sollte doch kein Nachteil für zu versickerndes Regenwasser sein
Nein nicht direkt, also unter der Voraussetzung, dass der Boden darunter auch eine Versickerung zulässt.
Aber mir ging es um die Verbundsteine und Platten aller Art als Lauffläche, die von der Stadt angeprangert wird.

Ich sehe das ohnehin als keine gute Lösung, nicht nur im Bezug auf Insekten und Pflanzen, so etwas heizt
sich ja auch besser auf im Hochsommer und das ist ebenso ein Nachteil.
 

Helibob

nicht mehr wegzudenken
Manch einer weiß halt nicht wohin mit den vielen Kies. ;)

Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich viele mit irgendwelchen und teils unsinnigen Trends anstecken lassen und einem das mit »Das-Macht-Man-Heute-So« oder ist modern.
Gabionen ist ja auch so ein ähnliches Thema, macht gefühlt jeder 2. (mit Eigenheim). Diese dürften zwar dem Geldbeutel mehr weh tun, wie der Natur.

Das mit den Nachbarn kann ich bestätigen, vor allem wenn du ein paar Renter um dich herum hast. ^^welche dementsprechend mehr Zeit haben.
"Du musst deine Buchs mal "schön" schneiden!"
Nachbar selbst hat seinen Buchsbaum so geschnitten, dass die Silizium-Kugel vor Neid erblasst, was die perfekte Kugelform angeht.

In den letzten Jahren treibt der Buchsbaumzünsler vermehrt sein Unwesen und ich damit meine Ruhe weil:
"Bei mir findet der Vogel den Buchsbaumzünsler und frisst ihn, dein Buchs ist viel zu dicht!" :p

Vorsicht! Kann Spuren von Sarkasmus und Ironie enthalten.
Könnte auf Teile meines Beitrages ebenfalls zutreffen.

Gruß Matze
 

gisqua

ist wieder öfter hier
Ein Schottergarten sollte doch kein Nachteil für zu versickerndes Regenwasser sein (im Gegensatz zu gepflasterten Flächen). Ist natürlich eine Frage des Untergrundes, aber ich würde doch vermuten, dass der Boden unter dem Schotter nicht so schnell austrocknet und daher keine "harte Scholle" bildet, die das Einsickern verhindert.
Wo Humus, Lehm und Erde durch eine Steinschicht ersetzt werden, entfällt die Speicherfähigkeit des Bodens.
Verstärkt wird der Effekt dadurch, dass manche Hausbesitzer Teichfolie statt Unkrautvlies als Unterlage für ihren Schottergarten verwenden oder sogar Beton.
Dann ist der Boden ist vollständig versiegelt.
Nicht nur oberirdisch lebt hier nichts mehr, denn durch das Gewicht der Steine wird die Erde zusammengepresst und der Boden massiv geschädigt.

Dadurch kann Regenwasser nicht mehr richtig abfließen, der Boden kann vernässen.
Gerade bei Starkregen kann der Boden aufgrund der Humusarmut das Wasser nicht halten.

Die Folge: Es landet ungefiltert im Grundwasser.
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Heute ist Tag der Nachbarn. Da wäre es doch mal gut, dem Nachbarn ganz offen zu sagen,
was er für einen tollen Garten hat.


Voraussetzung ist natürlich, dass er nicht so aussieht wie in den Bildern hier oben... :eek: :D😂
 
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