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Europäische Alternativen: Was geht tatsächlich und wo liegen die Grenzen?
Aktuell muss man nicht lange danach suchen, ob Regierungen aus diversen Ländern in Europa wieder über digitale Souveränität diskutieren und die Abhängigkeit besonders von den USA deutlich verringen wollen. Gerade die erratischen Handlungen der amtierenden US-Regierung sorgen auch bei manchem Privatnutzer mittlerweile zusätzlich dafür, dass der direkte Kontakt mit Microsoft, Google oder Amazon nicht unbedingt größer sein sollte, als er tatsächlich sein muss. Die Frage ist: Was können europäische Alternativen tatsächlich leisten, ohne dass man unnötige Abstriche machen muss?
Genau das schauen wir uns in dieser Anleitung einmal genauer an. Vorab sei gesagt, dass ich hier keine „perfekten“ Lösungen anbieten kann, aber ich werde den Fokus bewusst allgemein auf europäische Lösungen richten, um den möglichen Spielraum so groß wie möglich zu halten. Außerdem sollen das Vorschläge sein, die ihr möglichst kurzfristig aucb in euer eigenes Setup übernehmen könnt, um eure Daten „nach Hause“ zu holen. Die Anleitung wird bei Bedarf weiter aktualisiert, eine wirklich vollständige Übersicht kann ich verständlicherweise aufgrund der Masse leider nicht geben.
Internet
Eine der größten Sorgen dürfte für viele Nutzer der Webbrowser sein, wo an vorderster Front weiterhin die US-Größen mit Vertretern wie Firefox, Chrome, Edge und Safari dominieren. Gleichwohl haben wir in Europa einige Optionen, wobei Opera aufgrund seiner chinesischen Besitzer fast schon wieder rausfällt. Wenn es ein Vertreter auf Chromium-Basis sein soll, dürften Vivaldi (Island, Norwegen) und Ecosia (Deutschland) die wahrscheinlich besten Alternativen sein. Bevorzugt ihr lieber Gecko, wären Waterfox (Großbritannien) und Mullvad Browser (Schweden) wohl die ersten Anlaufstellen. Daneben gibt es einige weitere Vertreter wie Qutebrowser aus der Schweiz, diese sprechen teils aber wirklich besondere Zielgruppen an.
Auch bei den Webdiensten kann man einiges rausholen. Bei den Suchmaschinen kommt es auf den jeweiligen Index an. Bevorzugt ihr den von Google, wäre Startpage (Niederlande) das Mittel der Wahl, während bei Bing mit Ecosia (Deutschland) und Qwant (Frankreich) zwei Alternativen in Betracht kommen. Bei den Kartendiensten steht HERE WeGo, welches auch der Windows-Karten-App zugrunde lag und mittlerweile von einem Konsortium europäischer Autobauer betrieben wird, als PWA weiter zur Verfügung.
Dünner sieht es bei den Zahlungsdienstleistern aus, wo wir mit Wero letztlich nur eine Alternative zu PayPal haben. Auch bei den KI-Assistenten gibt es mit Le Chat von Mistral AI (Frankreich) nur einen wirklichen Leuchtturm, der unter Windows ebenfalls als PWA daher kommt.
Produktivität
Das ist ein Bereich, wo die Europäer ganz besonders stark sind. Größere Sammlungen an Werkzeugen wird man vor allem bei Proton (Schweiz) und Zenkit (Deutschland) finden, aber auch in einzelnen Bereichen gibt es nennenswerte Vertreter. Bei den Office-Suiten gibt es neben LibreOffice (Deutschland, die TDF sitzt in Berlin) mit SoftMaker Office (Deutschland) aus Nürnberg sowie OnlyOffice (Lettland) herausragende Vertreter. Ebenfalls aus Deutschland kommen nennenswerte Vertreter aus den Bereichen Aufgabenlisten mit Zenkit To Do und Superlist sowie Übersetzungen und Grammatik mit LanguageTool und DeepL.
Bei den Cloudanbietern gibt es neben Proton mit pCloud einen weiteren Anbieter aus der Schweiz. Möchtet ihr in Deutschland bleiben, wären TeamDrive, MagentaCLOUD oder Hetzner Storage Share auf Basis von NextCloud einige Möglichkeiten. Müsst ihr öfter mit PDFs arbeiten, wären FlexiPDF (Deutschland) als Betrachter sowie PDFsam (Italien) und PDF Shaper (Spanien) als kleinere Werkzeuge eine Option. Bei den Passwortmanagern dürfte die beste Option weiterhin bei den einzelnen Derivaten von KeePass liegen, wobei KeePassXC (Deutschland) der aktuell modernste Vertreter hiervon ist.
Generell gibt es für Unternehmen etwa mit OpenDesk und Open-Xchange aus Deutschland nochmal eigene weitere Angebote.
Kommunikation
Dieser Bereich ist ein eher schwieriges Umfeld, wo es aber durchaus Möglichkeiten gibt. Beim Thema E-Mail gibt es mit eM Client (Tschechien) und Betterbird (Deutschland) zwei nennenswerte Alternativen, während es bei den Mailanbietern neben bekannten Vertretern wie T-Online und Proton auch gezielte Anbieter wie Posteo und Tutanota aus Deutschland gibt. Bei den Messengern sind die Möglichkeiten mittlerweile im Wesentlichen auf die Schweizer Vertreter Threema und Wire zusammengeschmolzen. Für Freunde der Fernwartung existiert TeamViewer aus Deutschland weiterhin, ebenso Mastodon als soziales Netzwerk.
Multimedia
In diesem Bereich ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Für die Gamer dürfte neben Ubisoft Connect (Frankreich) vor allem GOG (Polen) die erste Anlaufstelle sein, wobei ich hier aufgrund technischer Mängel bei GOG Galaxy eher zu Heroic als Client raten würde. Bei den Streamingdiensten gibt es neben Branchenprimus Spotify (Schweden) mit Deezer (Frankreich) einen weiteren erwähnenswerten Vertreter, während es im größeren Umfang auch weitere Anbieter wie etwa RTL+ oder SoundCloud aus Deutschland gibt.
Wer mit Bildern arbeitet, muss gewisse Kompromisse machen. Während es bei den einfachen Werkzeugen mit Vertretern wie XnView (Frankreich), IrfanView (Österreich) oder Nomacs (Österreich) keinen Mangel gibt, führt bei der Bearbeitung neben kleineren Vertretern wie RapidRAW (Schweiz) vor allem an Affinity (Großbritannien) kein Weg vorbei, auch wenn diese mittlerweile zum australischen Unternehmen Canva gehören. Auch beim Audio- und Videoschnitt ist es nicht ganz so rosig, wo jemand wie Magix aus Deutschland weiterhin seinen Einfluss haben dürfte.
Zumindest bei den kleinen Werkzeugen gibt es dann wieder etwas Entlastung. Müsst ihr nochmal etwas brennen, wäre Burnaware (Spanien) eine Möglichkeit, und auch bei den Medienwerkzeugen gibt es mit Leuten wie VLC (Frankreich), MusicBee (Großbritannien) oder MP3tag (Deutschland) gute Möglichkeiten.
Entwicklung
Arbeitet man in der Softwareentwicklung, haben die Europäer hier zwei besondere Schwergewichte auf die Weltbühne gebracht. Einerseits bietet JetBrains aus Tschechien diverse Entwicklungsumgebungen für verschiedene Sprachen wie Java, C#, Kotlin, Rust, C++, Ruby, JavaScript, TypeScript, SQL, Go, PHP und Python an, zum anderen hat die Qt Group aus Finnland eines der wichtigsten Toolkits für C++ auf dem Markt, welches auch Anbindungen an andere Sprachen bietet.
Übersichtlicher wird es bei den kleineren Werkzeugen, wo es nur wenige nennenswerte Vertreter gibt. Einer davon wäre Tower, ein Git-Client aus Deutschland.
Betriebssysteme (für den großen Bruch)
Wer sich gleich vollständig von US-Betriebssystemen lossagen möchte, kommt auf europäischer Ebene nicht an Linux vorbei, wo dafür aber auch gerade aus Deutschland viele bekannte Gesichter zur Verfügung stehen. Eine Auswahl:
Bei den mobilen Betriebssystemen sieht es schwieriger aus. Grundsätzlich gibt es mit Sailfish OS von Jolla aus Finnland ein völlig unabhängiges Betriebssystem, welches allerdings kaum verbreitet ist. Größere Chancen dürfte man mit /e/ OS aus Frankreich haben, die als Android-Distribution von Mandriva-Schöpfer Gael Duval aus der Taufe gehoben wurde und mit microG auch eine quelloffene Reimplementierung der Google Play Services unterstützt. Interessierte können unter dem Label Murena auch bereits aufbereitete Smartphones direkt beim Hersteller kaufen, wenn sie es testen wollen.
Schlusswort
Seht es mir bitte nach, dass ich hier unmöglich wirklich jeden einzelnen Bereich abdecken kann und auch nicht jedes einzelne Stück Software erwähnen kann, wo gerade viele kleinere Werkzeuge wie PeaZip aus Italien ebenfalls eine Erwähnung wert wären. Mir ging es vor allem darum, überhaupt mal etwas Licht ins Dickicht zu bringen, was auf europäischer Ebene überhaupt grundsätzlich möglich wäre und ob man jede existierende Abhängigkeit von den US-Anbietern wirklich braucht. Dass man nicht überall sofort wechseln kann oder möchte, versteht sich von selbst.
Wenn ihr weitere Anmerkungen habt, bin ich gerne bereit, die Anleitung weiter zu aktualisieren. Für den Moment kann ich euch aber hoffentlich eine erste Orientierung bieten, wenn ihr wegen den aktuellen Entwicklungen eure Schäfchen ins Trockene holen wollt.
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Aktuell muss man nicht lange danach suchen, ob Regierungen aus diversen Ländern in Europa wieder über digitale Souveränität diskutieren und die Abhängigkeit besonders von den USA deutlich verringen wollen. Gerade die erratischen Handlungen der amtierenden US-Regierung sorgen auch bei manchem Privatnutzer mittlerweile zusätzlich dafür, dass der direkte Kontakt mit Microsoft, Google oder Amazon nicht unbedingt größer sein sollte, als er tatsächlich sein muss. Die Frage ist: Was können europäische Alternativen tatsächlich leisten, ohne dass man unnötige Abstriche machen muss?
Genau das schauen wir uns in dieser Anleitung einmal genauer an. Vorab sei gesagt, dass ich hier keine „perfekten“ Lösungen anbieten kann, aber ich werde den Fokus bewusst allgemein auf europäische Lösungen richten, um den möglichen Spielraum so groß wie möglich zu halten. Außerdem sollen das Vorschläge sein, die ihr möglichst kurzfristig aucb in euer eigenes Setup übernehmen könnt, um eure Daten „nach Hause“ zu holen. Die Anleitung wird bei Bedarf weiter aktualisiert, eine wirklich vollständige Übersicht kann ich verständlicherweise aufgrund der Masse leider nicht geben.
Internet
Eine der größten Sorgen dürfte für viele Nutzer der Webbrowser sein, wo an vorderster Front weiterhin die US-Größen mit Vertretern wie Firefox, Chrome, Edge und Safari dominieren. Gleichwohl haben wir in Europa einige Optionen, wobei Opera aufgrund seiner chinesischen Besitzer fast schon wieder rausfällt. Wenn es ein Vertreter auf Chromium-Basis sein soll, dürften Vivaldi (Island, Norwegen) und Ecosia (Deutschland) die wahrscheinlich besten Alternativen sein. Bevorzugt ihr lieber Gecko, wären Waterfox (Großbritannien) und Mullvad Browser (Schweden) wohl die ersten Anlaufstellen. Daneben gibt es einige weitere Vertreter wie Qutebrowser aus der Schweiz, diese sprechen teils aber wirklich besondere Zielgruppen an.
Auch bei den Webdiensten kann man einiges rausholen. Bei den Suchmaschinen kommt es auf den jeweiligen Index an. Bevorzugt ihr den von Google, wäre Startpage (Niederlande) das Mittel der Wahl, während bei Bing mit Ecosia (Deutschland) und Qwant (Frankreich) zwei Alternativen in Betracht kommen. Bei den Kartendiensten steht HERE WeGo, welches auch der Windows-Karten-App zugrunde lag und mittlerweile von einem Konsortium europäischer Autobauer betrieben wird, als PWA weiter zur Verfügung.
Dünner sieht es bei den Zahlungsdienstleistern aus, wo wir mit Wero letztlich nur eine Alternative zu PayPal haben. Auch bei den KI-Assistenten gibt es mit Le Chat von Mistral AI (Frankreich) nur einen wirklichen Leuchtturm, der unter Windows ebenfalls als PWA daher kommt.
Produktivität
Das ist ein Bereich, wo die Europäer ganz besonders stark sind. Größere Sammlungen an Werkzeugen wird man vor allem bei Proton (Schweiz) und Zenkit (Deutschland) finden, aber auch in einzelnen Bereichen gibt es nennenswerte Vertreter. Bei den Office-Suiten gibt es neben LibreOffice (Deutschland, die TDF sitzt in Berlin) mit SoftMaker Office (Deutschland) aus Nürnberg sowie OnlyOffice (Lettland) herausragende Vertreter. Ebenfalls aus Deutschland kommen nennenswerte Vertreter aus den Bereichen Aufgabenlisten mit Zenkit To Do und Superlist sowie Übersetzungen und Grammatik mit LanguageTool und DeepL.
Bei den Cloudanbietern gibt es neben Proton mit pCloud einen weiteren Anbieter aus der Schweiz. Möchtet ihr in Deutschland bleiben, wären TeamDrive, MagentaCLOUD oder Hetzner Storage Share auf Basis von NextCloud einige Möglichkeiten. Müsst ihr öfter mit PDFs arbeiten, wären FlexiPDF (Deutschland) als Betrachter sowie PDFsam (Italien) und PDF Shaper (Spanien) als kleinere Werkzeuge eine Option. Bei den Passwortmanagern dürfte die beste Option weiterhin bei den einzelnen Derivaten von KeePass liegen, wobei KeePassXC (Deutschland) der aktuell modernste Vertreter hiervon ist.
Generell gibt es für Unternehmen etwa mit OpenDesk und Open-Xchange aus Deutschland nochmal eigene weitere Angebote.
Kommunikation
Dieser Bereich ist ein eher schwieriges Umfeld, wo es aber durchaus Möglichkeiten gibt. Beim Thema E-Mail gibt es mit eM Client (Tschechien) und Betterbird (Deutschland) zwei nennenswerte Alternativen, während es bei den Mailanbietern neben bekannten Vertretern wie T-Online und Proton auch gezielte Anbieter wie Posteo und Tutanota aus Deutschland gibt. Bei den Messengern sind die Möglichkeiten mittlerweile im Wesentlichen auf die Schweizer Vertreter Threema und Wire zusammengeschmolzen. Für Freunde der Fernwartung existiert TeamViewer aus Deutschland weiterhin, ebenso Mastodon als soziales Netzwerk.
Multimedia
In diesem Bereich ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Für die Gamer dürfte neben Ubisoft Connect (Frankreich) vor allem GOG (Polen) die erste Anlaufstelle sein, wobei ich hier aufgrund technischer Mängel bei GOG Galaxy eher zu Heroic als Client raten würde. Bei den Streamingdiensten gibt es neben Branchenprimus Spotify (Schweden) mit Deezer (Frankreich) einen weiteren erwähnenswerten Vertreter, während es im größeren Umfang auch weitere Anbieter wie etwa RTL+ oder SoundCloud aus Deutschland gibt.
Wer mit Bildern arbeitet, muss gewisse Kompromisse machen. Während es bei den einfachen Werkzeugen mit Vertretern wie XnView (Frankreich), IrfanView (Österreich) oder Nomacs (Österreich) keinen Mangel gibt, führt bei der Bearbeitung neben kleineren Vertretern wie RapidRAW (Schweiz) vor allem an Affinity (Großbritannien) kein Weg vorbei, auch wenn diese mittlerweile zum australischen Unternehmen Canva gehören. Auch beim Audio- und Videoschnitt ist es nicht ganz so rosig, wo jemand wie Magix aus Deutschland weiterhin seinen Einfluss haben dürfte.
Zumindest bei den kleinen Werkzeugen gibt es dann wieder etwas Entlastung. Müsst ihr nochmal etwas brennen, wäre Burnaware (Spanien) eine Möglichkeit, und auch bei den Medienwerkzeugen gibt es mit Leuten wie VLC (Frankreich), MusicBee (Großbritannien) oder MP3tag (Deutschland) gute Möglichkeiten.
Entwicklung
Arbeitet man in der Softwareentwicklung, haben die Europäer hier zwei besondere Schwergewichte auf die Weltbühne gebracht. Einerseits bietet JetBrains aus Tschechien diverse Entwicklungsumgebungen für verschiedene Sprachen wie Java, C#, Kotlin, Rust, C++, Ruby, JavaScript, TypeScript, SQL, Go, PHP und Python an, zum anderen hat die Qt Group aus Finnland eines der wichtigsten Toolkits für C++ auf dem Markt, welches auch Anbindungen an andere Sprachen bietet.
Übersichtlicher wird es bei den kleineren Werkzeugen, wo es nur wenige nennenswerte Vertreter gibt. Einer davon wäre Tower, ein Git-Client aus Deutschland.
Betriebssysteme (für den großen Bruch)
Wer sich gleich vollständig von US-Betriebssystemen lossagen möchte, kommt auf europäischer Ebene nicht an Linux vorbei, wo dafür aber auch gerade aus Deutschland viele bekannte Gesichter zur Verfügung stehen. Eine Auswahl:
- Deutschland: Garuda Linux (Arch), CachyOS (Arch), Siduction (Debian), openSUSE, Tuxedo OS (Ubuntu), Manjaro (Arch), Neptune OS (Debian), Bluestar Linux (Arch)
- Niederlande: EndeavourOS (Arch), KaOS
- Irland: Linux Mint (Debian/Ubuntu), Zorin OS (Ubuntu), Solus
- Polen: SparkyLinux (Debian)
- Griechenland: MX Linux (Debian), antiX (Debian)
- Frankreich: Mageia, Lubuntu (Ubuntu), OpenMandriva Lx
- Großbritannien: Peppermint OS (Debian)
- Spanien: Void Linux
- Norwegen: Alpine Linux
Bei den mobilen Betriebssystemen sieht es schwieriger aus. Grundsätzlich gibt es mit Sailfish OS von Jolla aus Finnland ein völlig unabhängiges Betriebssystem, welches allerdings kaum verbreitet ist. Größere Chancen dürfte man mit /e/ OS aus Frankreich haben, die als Android-Distribution von Mandriva-Schöpfer Gael Duval aus der Taufe gehoben wurde und mit microG auch eine quelloffene Reimplementierung der Google Play Services unterstützt. Interessierte können unter dem Label Murena auch bereits aufbereitete Smartphones direkt beim Hersteller kaufen, wenn sie es testen wollen.
Schlusswort
Seht es mir bitte nach, dass ich hier unmöglich wirklich jeden einzelnen Bereich abdecken kann und auch nicht jedes einzelne Stück Software erwähnen kann, wo gerade viele kleinere Werkzeuge wie PeaZip aus Italien ebenfalls eine Erwähnung wert wären. Mir ging es vor allem darum, überhaupt mal etwas Licht ins Dickicht zu bringen, was auf europäischer Ebene überhaupt grundsätzlich möglich wäre und ob man jede existierende Abhängigkeit von den US-Anbietern wirklich braucht. Dass man nicht überall sofort wechseln kann oder möchte, versteht sich von selbst.
Wenn ihr weitere Anmerkungen habt, bin ich gerne bereit, die Anleitung weiter zu aktualisieren. Für den Moment kann ich euch aber hoffentlich eine erste Orientierung bieten, wenn ihr wegen den aktuellen Entwicklungen eure Schäfchen ins Trockene holen wollt.
Der Beitrag Europäische Alternativen: Was geht tatsächlich und wo liegen die Grenzen? erschien zuerst auf Dr. Windows.
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