Eure Gedichte

Spinoza

treuer Stammgast
Wo die Wurzeln ihrer Liebe ringen

Wo die Wurzeln ihrer Liebe ringen
in dem Dunkel alter Unterlagen,
bei den Sagen der Gefühle sind die
Liebenden, die wachsen, nie gewesen.

Stehen beide in dem einen Stamme,
in der Rinde ihres Loses. Heben
Leben in die Flamme. Geben
rein sich weiter in den eignen Wipfel.

O vermöchten sie, sich in dem leichten
obersten Gezweig zu scheiden scheinbar.
Hingereichten an den hergereichten
Himmeln ist die Trennung nicht mehr weinbar.


Rainer Maria Rilke, zwischen dem 25. und 29.9.1914, Irschenhausen
(aus dem Umkreis der Gedichte für Lulu)

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Aristocat

Senior Member
Wer surft so spät durch Nacht und Netze (frei nach Goethe)

Wer surft so spät durch Nacht und Netze?
Es ist der User in wilder Hetze!
Er hält sein Windows fest im Arm,
und auch dem Modem ist schon warm.

"Mein Windows, was birgst du so bang dein Gesicht?"
Siehst, User, du das Virus nicht?
Den Trojanerkönig mit Macro und Wurm?
"Mein Windows - es ist nur ein Datensturm."

"Betriebssystem, komm geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte WebSites sind an dem Strand,
und auf den Servern gibts viel Tand."

Mein User, mein User, und hörest du nicht,
was der Virus mir leise verspricht?
"Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
es piepst nur das Modem, das wieder mal spinnt."

"Willst feines Windows, du mit mir gehn?
Mein Macro soll dich kitzeln schön,
meine Routinen werden die Bytes dir recht schütteln,
und löschen und deine Dateien gut rütteln!"

Mein User, mein User, und siehst du nicht dort
Trojaners EXE am düsteren Ort? -
"Mein Windows, mein Windows, ich sehs genau;
es glimmt doch mein alter Schirm nur so grau."

"Ich liebe dich, mich reizt deine DLL;
und willst du gleich booten dann lösch ich dich schnell."
Mein User, mein User, die Platte läuft an!
Trojaner hat mir ein Leid angetan!

Dem Surfer grausts, er klickt geschwind,
und in der Leitung das Bit gerinnt;
er kappt die Verbindung mit Müh und Not,
jedoch zu spät - der Bildschirm bleibt tot.
 

HO!

assimiliert
Moin,
wenn man unter "Suche" das Stichwort "Gedichte" eingibt, findet man allerhand. Vieles davon auch im "Bordsofa".
Hier war auch mal so etwas in der Art.
Klaus
 

Thargor

Senior Member
Jeder ist seines Glückes Schmied,
doch nicht jeder hat ein schmuckes Glied.

Einmal in der siebten Klasse in das Poesiealbum einer Mitschülerin geschrieben und ich wurde nie wieder aufgefordert mich in laienhafter Lyrik zu ergiessen.......
 

schrotti

assimiliert
@Spinoza
Ich frag mal zu Deinem Rilke-Gedicht wie in der Schule:
Was will uns der Dichter damit sagen? :eek: ;)
Verstehe da ehrlich nur Bahnhof! Liegt wohl an mir ... :cry:

Aristocats Gedicht lappt dafür voll ins pralle Leben rein, das versteh' sogar ich! (y)

Ach, hab' auch noch ein schönes Gedicht:

e^i*pi = -1 (Leonhard Euler 1748) :D

gruß schrotti :) :)
 

Spinoza

treuer Stammgast
Wo die Wurzeln ihrer Liebe ringen

Wo die Wurzeln ihrer Liebe ringen
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in dem Dunkel alter Unterlagen,
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bei den Sagen der Gefühle sind die
Liebenden, die wachsen, nie gewesen.
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Stehen beide in dem einen Stamme,
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in der Rinde ihres Loses. Heben
Leben in die Flamme. Geben
rein sich weiter in den eignen Wipfel.
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O vermöchten sie, sich in dem leichten
obersten Gezweig zu scheiden scheinbar.
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Hingereichten an den hergereichten
Himmeln ist die Trennung nicht mehr weinbar.
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HO!

assimiliert
Die Tat ist alles, nichts der Ruhm. (Goethe)



ot:
Warum hast du in der Ueberschrift "Frage" ausgewaehlt??
 

TBuktu

Senior Member
Gleichwie die Frösche um zu quaken
Kehrten die Mäuler aus dem Wasser
Was schon geschieht
Wenn die Bäuerein träumt von reifen Ähren
So staken blau bis wo die Scham man sieht
Die schmerzenreichen Schatten in dem Eise
Die Zähne klapperten das Storchenlied

:D
Tim
 

Quetzalcoatl

chronische Wohlfühlitis
Gott sagte:
\nabla D=\rho
\nabla B=0
\nabla\times E=-\dot{B}
\nabla\times H=\dot{D}+j
und es wurde Licht.

Leider fehlt hier ne Lateximplementierung um das in voller Schönheit zu sehen. Wie bei: \varphi mach auch \mu sst :ROFLMAO:
 

Frosch

kennt sich schon aus
Danke mein Freund

Mein Freund, darf ich dich so nennen,
wo wir uns doch noch gar nicht kennen.

Du warst für mich da, ich war so allein,
du hörtest mir zu, wir waren vereint.

Deine Zeilen die du geschrieben,
haben mich zur Lust getrieben.

All das, was ich so lange nicht sah,
war mit dir auf einmal so nah.

Mit deiner Stimme vergaß ich die Zeit,
ich war so glücklich und so befreit.

Wir mussten uns sehen, das war jetzt klar,
und dann waren wir uns ganz nah.

Vorbei war der große Traum vom Glück,
ich war nicht frei, ich liebe dich nicht.

Wir fuhren nach Haus, ein jeder allein,
so schnell kann ein Traum zu Ende sein.

Durch deine Worte, fand ich zu ihm zurück,
danke mein Freund, doch ich liebe dich nicht.

by frog
22.06.06
 
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