EU schützt Windows-Nutzer vor Microsofts Werbehölle und automatisch aktivem OneDrive

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EU schützt Windows-Nutzer vor Microsofts Werbehölle und automatisch aktivem OneDrive

Microsoft schickt US-Nutzer von Windows durch eine wahre Werbehölle


Aktuell macht eine Meldung die Runde, wonach bei einer Neuinstallation von Windows 11 die automatische Synchronisation von lokalen Ordnern mit der OneDrive Cloud aktiviert wird. Das ist richtig, für deutsche oder besser gesagt europäische Nutzer jedoch glücklicherweise uninteressant. Bei meinen Tests für diesen Beitrag habe ich allerdings das Tor zur Hölle aufgestoßen.

Zunächst das eigentliche Thema: Neowin hat Meldungen von Windows 11 Nutzern aufgegriffen, die übereinstimmend davon berichten, dass bei einer Neuinstallation ohne jede Nachfrage die OneDrive-Ordnersicherung aktiviert wurde. Dabei werden persönliche Ordner wie Dokumente oder Bilder in die Cloud synchronisiert.

Das Verhalten ist nicht neu, solche Meldungen gibt es seit Monaten. Kollege Paul Thurrott hat auf seinem System gar erlebt, wie sich die explizit deaktivierte OneDrive-Ordnersicherung einfach von selbst reaktivierte.

Ich war mir relativ sicher, dass wir hierzulande keine Angst vor derartigen Maßnahmen haben müssen, denn der Digital Markets Act der EU und die Einstufung von Windows als Gatekeeper verbieten derart übergriffiges Verhalten.

Dennoch habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und eine Neuinstallation von Windows 11 Version 24H2 durchgeführt. Bei der deutschen Version verhielt sich alles so, wie ich das auch erwartet habe: Während des Setups wird die OneDrive-Ordnersicherung angeboten, man hat allerdings die Möglichkeit, diese zu überspringen.

Die Aktivierung der OneDrive-Ordnersicherung bei der Einrichtung von Windows 11

Ich habe auf “Meine Daten nicht sichern” geklickt und die restlichen Schritte der Einrichtung von Windows 11 durchlaufen. Nach Abschluss der Installation war die OneDrive-Sicherung nicht aktiv:

OneDrive unter Windows 11 mit abgeschalteter Ordnersicherung

Es folgte die Gegenprobe mit der identischen Windows 11 Version. Dieses Mal wurde bei Region und Sprache jedoch “USA” ausgewählt und es wurde ein Microsoft-Konto benutzt, bei dem die Region auf “USA” eingestellt war.

Während der Einrichtung von Windows 11 wurde der obige Dialog nicht angezeigt, und die OneDrive-Ordnersicherung war ohne jede weitere Nachfrage aktiv.

OneDrive unter Windows 11 mit aktiver Ordnersicherung

Das war aber nicht der einzige Unterschied im Setup. Wer als US-Kunde Windows 11 neu einrichtet, wird von Microsoft regelrecht durch die Werbehölle geschickt.

Es beginnt mit der Aufforderung, die Verbindung zum Smartphone einzurichten, das kennen wir aus der hiesigen Version ebenfalls. Nachdem ich diesen Punkt übersprungen hatte, wurde ich aufgefordert, doch bitte an meinem Smartphone die OneDrive-Fotosicherung zu nutzen, dazu wurde ein Barcode zum Download der OneDrive App angezeigt.

Es folgte das “Angebot”, Daten aus anderen Browsern fortwährend zu importieren, welches ich ebenfalls ablehnte.

Weiter geht’s: Ich gehöre zu den Glücklichen, denen eine kostenlose Testversion von Microsoft 365 angeboten wird.

Werbung für das Microsoft 365 Abonnement während der Installation von Windows 11

Ich klickte auf “Decline Microsoft 365”.

Na komm, dann nimm doch aber wenigstens Microsoft 365 Basis:

Werbung für das Microsoft 365 Abonnement während der Installation von Windows 11

Decline? Na gut. Aber die mobile Word App willst Du doch auf jeden Fall haben.

Werbung für die mobile Word App während der Installation von Windows 11

Jetzt nur noch schnell den Game Pass abonnieren, dann ist es auch schon geschafft.

Werbung für das Game Pass Abonnement während der Installation von Windows 11

Das passiert alles, während man einfach nur versucht, ein Betriebssystem zu installieren. Unfassbar.

Von den Versuchen Microsofts, uns seine Produkte schmackhaft zu machen, sind wir ja hierzulande bereits so einiges gewohnt. Schaut man sich aber an, was die US-Nutzer ertragen müssen, zieht es einem regelrecht die Schuhe aus. Da muss man sich als EU-Nutzer ja fast schon glücklich schätzen.

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