[Diskussion] Abzug der BW Soldaten

Sollten wir unsere Soldaten abziehen?

  • Ja

    Stimmen: 35 54,7%
  • Nein!

    Stimmen: 29 45,3%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    64

OSI-L8

schläft auf dem Boardsofa
Also eine Daseinsberechtigung für diesen Einsatz gibts es schon und zwar aus den ethischen Gründen die schon genannt wurden. Eine andere Frage ist jedoch wer wir sind uns zu erlauben zu entscheiden was richtig und was falsch ist. Stichwort Weltpolizei. Was mich betrifft ist es aber gut der Demokratie und der Menschlichkeit zu dienen. Irgendwer muss wie schon genannt auf die Helfer aufpassen, da extremisten keinen Halt vor einem Roten Kreutz machen selbst dann nicht wenn dort Kinder im Behandlung sind. Von Konvois mit Lebensmitteln und Medizin ganz zu schweigen.

Das Kind ist aber nun schon in den Brunnen gefallen und wie Quetzalcoatl schon sagte haben wir uns damit eine gewissen Verantwortung aufgebürdet. Wir haben uns für eine Seite entschieden und wollen ihnen helfen. Nur weil es jetzt heiß für unsere Truppen wird sollten wir nicht den Schwanz einklemmen.

Sicherlich wäre es auch Ratsam wenn die Gelder sinnvoller verteilt werden würden.

Apropos Gelder... Ich denk da grad an die Staatsverschuldung. Wir haben eigentlich genug eigene Sorgen in unserem kleinen Staat und sollten von daher ne Weile davon absehen anderorts Polizei zu spielen und Straßen zu bauen auch wenn es eine gute Sache ist. Sorry klingt egoistisch aber Selbsthilfe geht vor Fremdhilfe.

Aber ums zu wiederholen nun sind wir schon da und haben uns die Suppe eingebrockt also müssen wir es auch zu Ende bringen.
 

Green Sphere

kennt sich schon aus
OSI-L8, als Weltpolizei können sich nur die Amerikaner nennen. Die mischen sich ja wirklich überall ein. Ob wir verschuldet sind oder nicht, ich finde, dass man diesen Terroristen keinen Einhalt bieten sollte. Man muss ihnen zeigen, dass sie nicht machen können, was sie wollen. Und wenn wir uns zurückziehen? Wer hält die dann auf? Niemand.
 

OSI-L8

schläft auf dem Boardsofa
Ich habe nicht gesagt das der Einsatz falsch ist und sicher irgendjemand sollte dem Einhalt gebieten. Ich gebe dem lediglich zu bedenken, dass das ganze finanziert werden muss. Und eigentlich haben wir das Geld nicht. Wir sollten lieber Geld für die Bildung ausgeben, sonst sind wir nämlich irgendwann keine Industrienation mehr sondern n heruntergekommenes Land, welches selbst idealen Nährboden für Extremisten schafft. Schau dir mal an wozu Armut fürht. Das sieht man nicht nur in Afganistan. Dazu brauch ich nur mal in den Osten der Republik fahren, wo die Konzentration der Braunen sehr dicht ist.

Aber ums nochmal zu sagen, nun sind wir da und sollten bleiben. Das Kind ist ja schon in den Brunnen gefallen. Ein Abzug würde die Lage nur verschärfen. Ich hoffe nur das unsere Regierung nicht noch auf weitere solcher Projekte eingeht. Es geht in meinen Augen momentan einfach nicht.

Und zum Thema Weltpolizei... Wir tingeln in Afrika und in Eurasien rum und spielen Polizei. Bewachen Wahlen etcpp... Wir hauen dabei nur nicht so auf die Kacke wie die Amis und fröhnen keiner Selbstbeweiräucherung als Erlöser wie unsere Alliierten mit den Stars and Stripes. Ändert in meinen Augen aber nichts am Terminus. Zumal Weltpolizei ja nicht unbedingt eine negative Begrifflichkeit sein muss. Das ist sie ja eigentlich nur aufgrund der Arroganz der Amis.
 

MaXg

assimiliert
Feroxx schrieb:
Wir haben Soldaten in ein sehr unstabiles Gebiet geschickt.

Ich kenne keinen persönlich der irgendwelche Soldaten irgendwohin geschickt hat.

Eine Deutsche Armee zur Verteidigung ist ja ok, im Ausland gibt es aber nichts zum Verteidigen.
 

Feroxx

Senior Member
Du bist Deutschland! :D

Mit "Wir" meinte ich Deutschland, das ist umgangssprachlich durchaus üblich.

Nebenbei - so unsinnig/falsch ist die Formulierung aber gar nicht, denn die Politiker, die wir gewählt haben, haben die Jungs losgeschickt. Und da alle Macht in der BRD vom Volke ausgeht (zumindest auf dem Papier ;))...
 

schrotti

assimiliert
MaXg schrieb:
... im Ausland gibt es aber nichts zum Verteidigen.
Auch wenn unsere Regíerung inzwischen gewechselt hat und den US-Interessen seitdem noch liebedienerischer folgt, gilt desto mehr das Struck-Wort von 2004:

NETZEITUNG DEUTSCHLAND: Struck: Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt :eek: :mad

Und außerdem: Wenn die Soldaten wieder heimkommen, werden sie höchstens für weitere Auslandseinsätze zu uns weiterhin verborgenem höheren Nutzen eingesetzt oder gar noch für Inlandseinsätze (nach GG-Änderung!) "scharf" gemacht. Man lese mal den letzten Absatz im obigen Artikel. Da hat der Schäuble in 2004 schon mal vorgefühlt gehabt, jetzt isser ja Innenminister ... :smokin


gruß schrotti :) :)
 

Grainger

Praktizierender Atheist
Ich war ja selbst einige Zeit bei der Bundeswehr (auch wenn es schon ein paar Jahre her ist).

Mit meinem damaligen Amtseid (feierliches Gelöbnis) hatte ich geschworen:
Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.
Das Gelöbnis ist im Wortlaut noch heute unverändert, ich kann da nirgendwo die Verpflichtung eines deutschen Soldaten entnehmen im Interesse anderer Völker tätig zu werden oder gar das eigene Leben zu riskieren.

Und ob Verfassungsrichter das anders sehen oder nicht, nach meiner ganz persönlichen Rechtsauffassung stellt jeder militärische Auslandseinsatz der Bundeswehr einen Verstoß gegen den Geist des Grundgesetzes dar.

Bestenfalls könnte man noch über humanitäre Hilfe im Rahmen von Katastropheneinsätzen diskutieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ron69

gesperrt
Die Regierung in Kabul ist nur eine amerikanische Marionette. Seit der Besatzung des Landes blüht der Mohn wieder, böse Stimmen sagen, es sei ein Drogenkrieg, den die CIA gewonnen hat.

Die Afghanen haben langfristig noch jeden Besatzer aus dem Land geworfen (zu Recht). Die deutschen Soldaten werden dort geduldet, weil sie nicht so grausam und menschenverachtend gegen die Zivilbevölkerung vorgehen, wie die Amerikaner. Trotzdem sind sie Komplizen jener, gerade der Tornado-Einsatz macht das deutlich.

Schon der Angriffskrieg gegen Afghanistan, der übrigens (auch) von deutschem Boden ausging, war nicht in Ordnung.
 

Green Sphere

kennt sich schon aus
@ OSI-L8: Ich habe doch nicht behauptet, dass du meintest, der Einsatz sei falsch :)

Aber die Worte vom Herrn Struck finde ich nicht so toll.
Erstens ist das Unsinn die Bundeswehr als reine Verteidigung zu benutzen, da in der heutigen Zeit Deutschland im extremfall nur mit Ländern wie Russland, Iran, Nord Korea im Krieg wäre. (zwar unwahrscheinlich, aber mir fiel kein besseres Beispiel ein) Und wir alle wissen, dass diese Nationen kaum mit Konventionellen Waffen angreifen würde, sprich Panzer, Infanterie usw.
Die würden viel eher uns mit Atombomben angreifen. Und dagegen hilft nichts. Naja, der Raketenschild vielleicht, aber es steht ja noch nicht fest, ob der gebaut wird. Ja, und wenn die mit A Bomben kommen, dann bringt uns auch keine defensive Bundeswehr was.
Zweitens: Die maximale Anzahl der Soldaten zu senken ist auch doof, da die Bundeswehr (auch für mich) für viele Menschen einen festen Arbeitsplatz bietet.
 

Grainger

Praktizierender Atheist
@Green Sphere

Irgendwie widersprichst Du Dir aber etwas.

Da die Bundeswehr eine reine Verteidigungsarmee ist (was sie übrigens nach unserem Grundgesetz immer noch ist), Du aber ohnehin jede Verteidigung gegen einen ernstzunehmenden Gegner für sinnlos und zum Scheitern verurteilt hältst, wäre die einzige logische Konsequenz die sofortige Abschaffung der Bundeswehr.

Im gleichen Atemzug soll die Bundeswehr aber beibehalten werden um Arbeitsplätze (auch Deinen) zu sichern.

Wenn Arbeitsplatzsicherung die einzige Existenzberechtigung der Bundeswehr darstellt würde man sie imho wirklich am besten sofort abschaffen, das gesparte Geld liesse sich anderweitig sicherlich nützlicher verwenden (falls Tante Merkel es nicht gleich der EU in den Rachen werfen würde).

Für Katastrophenschutzzwecke könnte man ja eine sehr viel kleinere, dafür aber besser ausgebildete und ausgestattete Spezialeinsatztruppe gründen, sozusagen eine Task Force des THW.
 

Green Sphere

kennt sich schon aus
Naja, sie ganz abzuschaffen meinte ich nun wirklich nicht :ROFLMAO:
Und sie nur für Arbeitsplätze zu benutzen meinte ich ebenso nicht.
Aber vielleicht habe ich mich nur schlecht ausgedrückt.

Und mal ganz ehrlich: Ohne die Bundeswehr in Afghanistan wäre dann glaube ich das reinste Chaos ausgebrochen. Und wenn sich niemand nie in die Angelegenheiten anderer einmischen würde, dann wäre die Welt nurnoch in 2 Teile unterteilt: Die ganzen "reichen" Industriestaaten und der Rest der Welt, wo Terroristen und Islamisten das sagen haben.
 

Ron69

gesperrt
@green sphere

was redest du denn da? Ja, du drückst dich schlecht aus. Worüber willst du eigentlich reden? Über den Sinn der Bundeswehr? Über den Sinn deutscher Soldaten in fernen Ländern? Über die Sinnlosigkeit von Diskussionen in einem besetzten Land über Söldnerdienste? Oder gar über Weltpolitik. Hmm

@biologisch


Zitat:
Habt ihr schon jemals ein Land gesehen, bei dem ein Frieden durch fremde Soldaten herbeigeführt wurde.

z. B. Deutschland


kannst du mir sagen, wann das gewesen sein soll?
Kein Frieden ohne Friedensvertrag, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:

hotman

gehört zum Inventar
Also die Eingangsfrage war, ob die deutschen Soldaten wieder aus Afghanistan abgezogen werden sollen. Ich werde jetzt nicht darüber diskutieren, ob es richtig war sie überhaupt nach Afrika zu schicken.
"Nur" weil deutsche Soldaten gestorben sind (Berufsrisiko), sollte man die Mission nicht abbrechen, das würde nach "Schwanz einziehen" aussehen. Man sollte die Mission auf jeden Fall abbrechen (nicht aus o. g. Risiko), wenn nur kommerzielle Gründe im Vordergrund stehen und nicht wirklich die Absicht besteht dem Volk zu helfen. (dann hätte man sie auch nicht beginnen brauchen)
Ansonsten sollte man nochmals über die Ziele diskutieren, wie und sind sie in Wirklichkeit überhaupt erreichbar, in annehmbarer Zeit etc.? Sollten diese Fragen "negativ" ausfallen, dann lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende (z. B. Ami in Vietnam).
 

Grainger

Praktizierender Atheist
Wenn man Afghanistan "befrieden" wollte müsste man das sehr viel konsequenter tun.

Zuerst mal die vollkommene Entwaffnung der Zivilbevölkerung (hat man in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg auch gemacht, da musste erst mal jede Jagdflinte abgegeben werden).

Egal ob es der dortigen Tradition entspricht das jeder erwachsene Mann mit einem Riesendolch und Gewehr rumläuft.

Außerdem kann ich kaum glauben das in einer Zeit, in der man mittels Satellitenaufklärung angeblich Autokennzeichen erkennen kann, nicht möglich sein soll die Mohnfelder zu lokalisieren. Der Opiumhandel dürfte wohl eine der Haupteinnahmequellen der Taliban und der Warlords sein, den gilt es zuallererst zu unterbinden.

Das die UN bzw. die NATO da ein paar hundert leichtbewaffnete Soldaten stationiert, die im Zweifelsfall als Zielscheiben dienen und die zudem noch mit massivem Ärger rechnen dürfen falls sie tatsächlich zurück schießen, wird zur Befriedung des Landes nichts wesentliches beitragen.
 

Smuggler

schläft auf dem Boardsofa
Ziemlich schwer das alles zu beurteilen.

Dass sich dort die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegenseitig bekriegen ist nach unserem Wertesystem nicht unbedingt "erstrebenswert" - aber, da sich der sog. "Westen" immer wieder verpflichtet fühlt, sich in solche Konflikte einzumischen, muss er auch damit rechnen, dass irgendwann auf dem Weg in eine "bessere" Zeit auch mal eigene Leute auf der Strecke bleiben.
Unsere Soldaten jetzt abzuziehen würde meiner Meinung nach bedeuten, dass man die Menschen in der Region im Stich lassen würde. Die BW hat einiges an humanitärer Arbeit geleistet und sollte dies auch weiter tun - aber das Risiko nicht ausser Acht lassen sowie offen und ehrlich damit umgehen.


Zitat:
Habt ihr schon jemals ein Land gesehen, bei dem ein Frieden durch fremde Soldaten herbeigeführt wurde.

z. B. Deutschland

Bei uns in Europa (nicht nur Deutschland alleine) hat das ganze unter vollkommen anderen Rahmenbedingungen (jahrelange, systematische Zerstörung von Infrastruktur und Verbrauch von Ressourcen in fast allen europäischen Staaten) "funktioniert" - Marshall-Plan sei Dank.

Die Zeiten haben sich allerdings geändert - ein solcher Vergleich hinkt mächtig.

Ich finde, unsere Soldaten sollten dort bleiben. Mehr Mittel und Befugnisse wären aber sicher sehr hilfreich.
 

schrotti

assimiliert
Wenn ich das schon höre: Die BW soll bei ihren Out-of-area-Einsätzen die Demokratie und die Menschenrechte sichern bzw. verteidigen, sowie dem Terror Einhalt gebieten ... das sind doch alles nur vorgeschobene Worthülsen für einen ganz anderen Zweck, zu dem unsere reine Verteidigungsarmee grundgesetzwidrig instrumentalisiert wird, nämlich zur Wahrung der Rohstoff- und Hegemonialinteressen der westlichen Führungsnation.

Das gleiche Spiel wie schon im Kongo oder Afghanistan (wg. Unocal-Pipiline zum Indischen Ozean!) scheint sich möglicherweise auch im Südsudan, d.h. in der kriegerisch umkämpften rohstoffreichen (Öl, Uran) Provinz Darfur, anzubahnen.

Da werden auch jede Menge anstellige Hilfs-Sheriffs gebraucht, ergo ==> Germans to the front! Natürlich sind da ja auch in erster Linie Demokratie und Menschenrechte bedroht, hab' ich ganz vergessen. :smokin

Radio Utopie :: Neues aus der Weltrepublik
 

Quetzalcoatl

chronische Wohlfühlitis
Die BW als weltweites Instrumentarium einer übermächtigen westlichen Führung zur Wahrung von Rohstoffen. Ich würde die Mittel der BW nicht zu sehr überschätzen. Warum sind wir eigentlich nicht im Irak? Wird die mächtige BW dort nicht gebraucht? :ROFLMAO:

Werden wohl beim Beschützen der Pipiline (ich will nicht wissen was da durchgeschickt wird :ROFLMAO: :) ) gebraucht.

Kleine Sache noch Schrotti: Warum verfällst du bei deinen Beiträgen eigentlich immer ins Englische? Soll das irgendwie das amerikanische Oberkommando der westlichen Führungsnation symbolisieren? ;)
 

Schpaik

jeder nach seiner Façon
Teammitglied
Green Sphere schrieb:
dann wäre die Welt nurnoch in 2 Teile unterteilt: Die ganzen "reichen" Industriestaaten und der Rest der Welt, wo Terroristen und Islamisten das sagen haben.
Und bitte vergiss die Buddhisten nicht und da gibts (vielleicht nicht in deiner Weltanschauung) noch ein ganz paar viel mehr andere. lol

Egal, um auf deine Anfangsfrage zurückzukommen. (sorry, ich hab mir die zweite Seite geschenkt) Wenn sie einmal da sind, dann sollen sie auch erstmal da bleiben. Es ist nie gut, ein Vakuum zu hinterlassen, wenn eine Partei einfach abzieht.
Zu den Soldaten. Man, das sind Soldaten, die müssen jederzeit damit rechnen sterben zu können. Jetzt sind ein paar drauf gegangen. Find ich persönlich schlimm, jedoch ist dass das Risiko eines jeden Soldaten, der eingesetzt wird.
 

Bio-logisch

Moderator
Teammitglied
Zustimmung.

Anderes Beispiel: Sofortiger Abzug der Amerikaner aus dem Irak!
Undenkbar: Der fliegt sofort um die Ohren, und da werden sich auch die Nachbarn nicht tatenlos zusehen.
 

---rOOts---

Senior Member
Ich bin der Meinung, dass die BW als Aufbauhelfer dort bleiben könnte.
Aber die Kampftruppe der BW (Aufklärer!), welche direkt oder indirekt
mit dem Morden beteiligt sind SOFORT abgezogen gehören!
DIE hätten man niemals nach Afghanistan schicken dürfen!
 
Oben