Murdoch will bei Premiere World ausbezahlt werden
Der australische Medienmagnat Rupert Murdoch hat offenbar kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit mit Leo Kirch. Die Rettung der hoch verschuldeten Münchner Mediengruppe wird immer komplizierter.
Der britische Pay-TV-Sender BskyB, der zu Murdochs Imperium gehört und mit 22% an der Kirch-Tochter Premiere World beteiligt ist, kündigte am Freitag seinen Rückzug aus diesem Engagement an. Der Financial Times sagte Murdoch, er sei nicht bereit, weiter Geld in den defizitären deutschen Pay-TV-Sender Premiere zu stecken.
Bei Kirch hieß es dagegen, eine endgültige Entscheidung von BskyB sei dem Konzern nicht bekannt. Die Kirch-Gruppe, zu der neben Premiere auch die Fernsehender Pro-Sieben, Sat l, Kabel l, N24 und DSF gehören, ist mit knapp 6 Mrd € verschuldet und muss in den nächsten Monaten mehrere Großkredite zurückzahlen. Zudem muss Kirch möglicherweise mehr als 750 Mio € für Anteile an der Senderfamilie Pro Sieben/Sat l aufbringen, die der Axel-Springer-Verlag im Rahmen einer Verkaufsoption an Kirch verkaufen will.
Der Konzern versucht unter anderem, durch den Verkauf von Beteiligungen Geld zu bekommen. Dazu könnte auch die 40%-Beteiligung am Springer-Verlag gehören. Zu den Interessenten zählt neben Bertelsmann auch die WAZ-Gruppe. „Wie jedes andere größere Verlagshaus beobachten wir die Entwicklung sehr genau", sagte WAZ-Geschäftsführer Erich Schumann und sprach von einem „Grundinteresse". BskyB will nun eine im Herbst fällige Option zum Verkauf seines Anteils an Premiere World einlösen, was Kirch verpflichtete, weitere 1,7 Mrd € zu zahlen. BskyB wolle die Option nicht neu verhandeln, sagte Vorstandschef Tony Ball in London: „Wir konzentrieren uns darauf, unser Geld zurückzubekommen." Damit rechnet er aber offenbar nicht, denn BSkyB hat die Beteiligung im Wert von umgerechnet 1,6 Mrd € in der Bilanz 2001 voll abgeschrieben.
Die Tochter von Murdochs Konzern News Corp, war 1999 bei Premiere eingestiegen. Mit derzeit 2,4 Millionen Abonnenten hat sich der Sender aber enttäuschend entwickelt und schreibt tiefrote Zahlen. Murdoch selbst, dem noch vor kurzem ein Interesse an der Übernahme der Kirch-Gruppe nachgesagt worden war, distanziert sich jetzt: „Ich weiß nicht, wie wir unsere Beziehung weiterführen sollen, ohne noch mehr Geld hineinzustecken. Dazu aber sind wir nicht bereit."
Damit wäre ein erneuter Versuch Murdochs, im deutschen Medienmarkt Fuß zufassen, gescheitert. „Ich halte Deutschland noch immer für einen großen Markt, aber das hier scheint mir nicht die rechte Gelegenheit zu sein", sagte Murdoch, der in der Vergangenheit Beteiligungen an den Sendern Vox und tm3 erworben und wieder verkauft hat. (WAZ)
AK
Der australische Medienmagnat Rupert Murdoch hat offenbar kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit mit Leo Kirch. Die Rettung der hoch verschuldeten Münchner Mediengruppe wird immer komplizierter.
Der britische Pay-TV-Sender BskyB, der zu Murdochs Imperium gehört und mit 22% an der Kirch-Tochter Premiere World beteiligt ist, kündigte am Freitag seinen Rückzug aus diesem Engagement an. Der Financial Times sagte Murdoch, er sei nicht bereit, weiter Geld in den defizitären deutschen Pay-TV-Sender Premiere zu stecken.
Bei Kirch hieß es dagegen, eine endgültige Entscheidung von BskyB sei dem Konzern nicht bekannt. Die Kirch-Gruppe, zu der neben Premiere auch die Fernsehender Pro-Sieben, Sat l, Kabel l, N24 und DSF gehören, ist mit knapp 6 Mrd € verschuldet und muss in den nächsten Monaten mehrere Großkredite zurückzahlen. Zudem muss Kirch möglicherweise mehr als 750 Mio € für Anteile an der Senderfamilie Pro Sieben/Sat l aufbringen, die der Axel-Springer-Verlag im Rahmen einer Verkaufsoption an Kirch verkaufen will.
Der Konzern versucht unter anderem, durch den Verkauf von Beteiligungen Geld zu bekommen. Dazu könnte auch die 40%-Beteiligung am Springer-Verlag gehören. Zu den Interessenten zählt neben Bertelsmann auch die WAZ-Gruppe. „Wie jedes andere größere Verlagshaus beobachten wir die Entwicklung sehr genau", sagte WAZ-Geschäftsführer Erich Schumann und sprach von einem „Grundinteresse". BskyB will nun eine im Herbst fällige Option zum Verkauf seines Anteils an Premiere World einlösen, was Kirch verpflichtete, weitere 1,7 Mrd € zu zahlen. BskyB wolle die Option nicht neu verhandeln, sagte Vorstandschef Tony Ball in London: „Wir konzentrieren uns darauf, unser Geld zurückzubekommen." Damit rechnet er aber offenbar nicht, denn BSkyB hat die Beteiligung im Wert von umgerechnet 1,6 Mrd € in der Bilanz 2001 voll abgeschrieben.
Die Tochter von Murdochs Konzern News Corp, war 1999 bei Premiere eingestiegen. Mit derzeit 2,4 Millionen Abonnenten hat sich der Sender aber enttäuschend entwickelt und schreibt tiefrote Zahlen. Murdoch selbst, dem noch vor kurzem ein Interesse an der Übernahme der Kirch-Gruppe nachgesagt worden war, distanziert sich jetzt: „Ich weiß nicht, wie wir unsere Beziehung weiterführen sollen, ohne noch mehr Geld hineinzustecken. Dazu aber sind wir nicht bereit."
Damit wäre ein erneuter Versuch Murdochs, im deutschen Medienmarkt Fuß zufassen, gescheitert. „Ich halte Deutschland noch immer für einen großen Markt, aber das hier scheint mir nicht die rechte Gelegenheit zu sein", sagte Murdoch, der in der Vergangenheit Beteiligungen an den Sendern Vox und tm3 erworben und wieder verkauft hat. (WAZ)
AK