Die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik

---rOOts---

Senior Member
hat_3.gif


Mehrwertsteuererhöhung ist beschlossen!


Die Mehrwertsteuer wird zum 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent erhöht.
Der Bundesrat billigte das so genannte Haushaltsbegleitgesetz und brachte
damit die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik auf
den Weg. Im Gegenzug sinken die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.
[mehr]


Auf dieser Seite von Tagesschau.de ist eine schöne Statistik zu sehen.
Ist Blödsinn, da nicht mit einfliest, dass z.B. wir in der BRD ca. 60%
Abzöge auf das Einkommen haben. Das ist in anderen Ländern mit
hohen Umsatzsteuersätzen bei weitem nicht so!!
So kann man mal wieder sehen, wie der Pöbel verarscht werden soll!
"Sehr her, die Mehrwertsteuer ist doch gar nicht so hoch!
Was regt ihr euch auf!!
"



------------------------
 

Grainger

Praktizierender Atheist
Diese Vergleiche mit anderen Ländern sind doch fast alle nur Mist, da picken sich unsere Politiker immer das raus was gerade am besten passt und verschweigen die Hintergründe.

Es gibt ja auch Länder in der EU, in denen das Benzin noch teuerer ist als in Deutschland, aber die haben da auch keine hubraumabhängige Kraftfahrzeugsteuer.

Wenn man aber umgekehrt auf Modelle hinweist, die in anderen Ländern ganz hervorragend funktionieren (z.B. die Bürgerversicherung) heißt es immer die Verhältnisse seien nicht vergleichbar.
Sind sie wohl auch nicht, da z.B. in den skandinavischen Ländern die Lobbyarbeit der Banken und Versicherungen nicht so erfolgreich ist wie hier zu Lande. :devil

Man hört ja in den Medien immer wieder den Zweckoptimismus unserer jeweiligen Regierung (wer gerade "dran" ist macht ja schon lange keinen Unterschied mehr aus) das der langersehnte wirtschaftliche Aufschwung demnächst kommt, aber mit dem Gesamtpaket der Steuererhöhungen (es ist ja nicht nur die MWST, da steckt noch viel mehr drin) entzieht man dem Binnenmarkt und somit der Inlandsnachfrage ganz massiv Kaufkraft.

So wird das wohl nichts.

Und von Einsparungen im Haushalt sehe ich auch weiterhin nichts, kein Subventionsabbau, unsere Beiträge an den EU-Haushalt steigen auch munter weiter, der Wasserkopf der öffentlichen Verwaltungen wird immer größer (wo bleiben denn die seit 20 Jahren versprochenen Verwaltungsvereinfachungen?).

Jedes Projekt der öffentlichen Hand kostet hinterher 3-4 mal so viel wie geplant. Was machen die eigentlich für Verträge mit ihren "Lieferanten"?
Wenn mir jemand etwas für 1.000 Euro anbietet zahle ich dem doch freiwillig auch keine 3.000 Euro bei Lieferung, hat sich der Verkäufer verkalkuliert muss er eben drauflegen, hat er sich bei einem Großauftrag massiv verkalkuliert muss er halt Insolvenz anmelden.
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Ich finde die Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht so schlimm, wie es vermutlich andere tun.
Denn irgendwie muss man uns das Geld ja aus der Tasche ziehen und eine Verbrauchssteuer
orientiert sich auch an denen, die mehr Mehrwertsteuer zahlen können.
Was ich viel schlimmer finde ist, dass es wieder versteckte Preiserhöhungen geben wird,
die man analog der Euroeinführung durchzieht und der Steuererhöhung in die Schuhe schiebt.

Gleichzeitiges Gemecker rundet die Sche dann unauffällig prima ab. ;)
 

sErPeNz

Senior Member
Gamma-Ray schrieb:
Ich finde die Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht so schlimm, wie es vermutlich andere tun.
Denn irgendwie muss man uns das Geld ja aus der Tasche ziehen....

Tja, so ist das aber leider nicht.
Wenn eine Wirtschaft ein so geringes Wachstum hat, ist in meinen Augen eine MwSt-Erhöhung genau das falsche. Daran werden viele Klein- und Mittelstandsunternehmen zerbrechen. Die Kaufkraft steigt doch dadurch nicht.

Wenn ich vorher 100 Euro zur Verfügung hatte, sind ~84 Euro in die Wirtschaft gegangen. Jetzt nur noch 81 Euro.

Woher soll ich dann diese 3 fehlenden Euros nehmen? Mehr Geld gibts ja deswegen nicht.
Und dadurch wird sich die Politik ein mächtiges Eigentor geschossen haben.

Ich bin gespannt wie sich das Ganze entwickelt.
 

matsch79

Der mit der Posting-MP
:sleep

Abwarten und Tee trinken ...

Es ist doch alles nicht so schlimm. :horsegrin

Schlimm ist es erst, wenn in ein paar Jahren das hier wiederkommt.

Klick mich und mich!

Und dann? :rolleyes:

:mafia REVOLUTION! :mafia :uzi :doppelfeu

oder Augen zu und durch!

** ** ** ** ** ** ** ** **
 
G

Gast5065

Gast
Auch die Lebensmittel werden teuerer.
Die Transportkosten etc. sind ja von der Erhöhung betroffen.
Das wird dann auf den Endverbraucher umgewälzt.
Die lernen es nie, die Politiker... Ray und serpenz haben es ja schon gesagt.

Ohne Worte eigentlich das Ganze.
 

schrotti

assimiliert
Das war doch nur der Anfangstusch im großen Steuerkonzert, dessen Finanzierung wir alle notgedrungen übernehmen müssen. Dass man hier noch was kaufen kann, wo nicht wenigstens 3 bis 4 verschiedene Steuerarten dran hängen, ist wohl bald die Ausnahme.

Nicht zuletzt ist in den Handelspreisen ja schon ein ca. 30%iger Zinsaufschlag der Hersteller mit eingepreist, den diese für ihre eigene Kredit- und Steuerbedienung benötigen.

Wenn der Zinseszins-Schuldendruck auf den Staat systembedingt noch größer wird, werden die ganz elementaren Lebensgüter und Dienstleistungen auch noch versteuert oder "solidarisch" mit Abgaben belegt, Stichwort Wohnraumbelegungsabgabe für Eigenheimnutzer.

Aber es gibt noch andere bewährte Möglichkeiten:
"Pecunia non olet, Geld stinkt nicht", entgegnete vor 2000 Jahren Kaiser Augustus seinen Beratern, die ihm den Gedanken auszureden versuchten, Geld für die Benutzung der öffentlichen Bedürfnisanstalten zu nehmen. Ohne Erfolg, denn Augustus wußte nur zu gut, daß der Drang, wenn er denn einmal da ist, so stark werden kann, daß sich zwangsläufig das Staatssäckel damit füllen lassen kann.

Vor so viel historischem Einfallsreichtum ist man erst mal platt, aber alles lässt sich noch toppen. Habt ihr schon von P.L.A.T. gehört? :D

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=807&sid=147

Gar nicht so ohne, die Idee! Ultimativer Vorschlag: Wer aus dem Haus geht muss eine Sonnennutzungs-Gebühr an den Staat abführen. Wird gleich pauschal vom Salär einbehalten, bei nachweislicher Verhinderung von Außentätigkeit winken Rückerstattungen. Also Krankheit hat dann ungeahnte Vorteile und das Gesundheitskartell ist's auch zufrieden. :smokin

Also ich könnte noch stundenlang so weiterspekulieren ... ;)

gruß schrotti :) :)
 
D

DocA

Gast
Hi,
ich denke , Gamma-Ray wollte ausdrücken, dass es sich bei der MsSt. Erhöhung im Vergleich zu anderen Massnahmen um eine Erhöhung handelt die alle trifft. Die die mehr ausgeben können, auch mehr eben. Andere Erhöhungen haben bisher nur die Arbeitnehmer betroffen. Das ist, denke ich, auch richtig. Aber: dass es die Binnennachfrage abwürgt, eben auch, zumindest nächstes Jahr.... Aber: dieses Jahr führts zu einer Nachfragesteigerung! Und guter Laune... und die Regierung scheint darauf zu spekulieren, dass dies ein Anschub ist, der durch den Einbruch nächstes Jahr nur gedellt wird....
Nun ja , dass wir reine Spekulanten an der Spitze haben ist nichts Neues... Andererseits: in der Wirtschaft ist vieles nur "Bauch". Möglicherweise klappts ja, die Binnenkonjunktur springt an und wir haben das, was in den umliegenden Ländern allein für die besseren Daten da ist: Die Binnen-Nachfrage! Schön wärs ja!

Andererseits: Der Sozialstaat frisst uns auf (sagt der Spiegel..). In der Ausgabe vom 29.04.06 zeigt er auf, dass 1984 der Anteil von Rente, Arbeit und Soziales 32,5 % betrug, 2005 aber 51,2 %! Unglaublich!!!
Ausser, man sieht sich dieSchaubilder mal an: die sogenannten "sonstigen"Sozialausgaben (das sind die eigentlichen..) SANKEN von 14,7 auf 6,8 % (Basis '84 129, '05 260 Mrd) = Stagnation bis Senkung...

Gestiegen ist die Ausgabe für den Arbeitsmarkt (= Tarnung der echten Arbeitslosenzahlen) von 3,8 auf 14,6 % und der Renten von 14 % auf 29,8 %!

Das bedeutet aber umgekehrt, dass wir die Schulden schon deswegen nicht tilgen können, wenn wir die Staatsausgeben für die Renten nicht senken können...(Ausser: :eatthis (/Sarkasmus aus) Ich habe leider nicht rauskriegen könne, ob sich unter der Steigerung NUR die Ausgaben für unsere Ex- Staatsdiener verstecken oder überwiegend auch Zuschüsse zur Rentenkasse... Ich denke eher Ersteres..
Vielleicht weiss Schrotti mehr :) Aber: auch als Nicht-Beamter sehe ich meiner Berentung , die noch'n bisschen dauern wird, jedenfalls sehr skeptisch entgegen. Das "sozialverträgliche" Rentnersein (kurz) ist, denke ich, nur derzeit kabarettistisch zu sehen... (leicht übertrieben..)

Wurd mal wieder etwas länger... :smokin
 

schrotti

assimiliert
@DocA
Wenn Du Deiner Verrentung schon finanzskeptisch entgegenblickst, dann habe ich drüber hinaus schon längst den Glauben an eine Pension in einigermaßen kalkulierbarer Höhe aufgegeben. :(

Erstens mal müssen wir als Beamte eh noch bis 67 schaffen, ohne durch Abzüge wg. Frühausscheidens in die Nähe von HartzIV zu gelangen und dann ist durch fehlende Pensions-Rücklagen sogar noch Schlimmeres möglich. Aber ich will nicht jammern, wenigstens gibt's ja eine Beschäftigungsgarantie für uns und einige weitere Bonbons wie Krankenbeihilfe und Ferienregelung.

Aber bitter wird's dann schon, wenn man nachher sehen muss, dass sich die rechtzeitig z.B. wegen irgendwelcher somatisierter Psycho-Gebreste (Burnout) Frühausgestiegenen wg. Bestandssicherung nachher besser stehen werden als diejenigen, die bis zuletzt durchgehalten haben. Das mag ja auch mit ein Grund für die vielen Frühpensionierungen der letzten Zeit im Lehrerberuf gewesen sein ... :mad

Was die Intention der jetzigen großen Steuereintreibungskampagne angeht, sehe ich es wie GammaRay auch. Mit einer Verbrauchssteuer, die alle trifft bei allen Dienstleistungen und Käufen, lässt sich am meisten reinholen. Ein doppeltes Hoch also auf Schmuggel und Schattenwirtschaft, das wird die gesellschaftliche Akzeptanz und Solidarität der Bevölkerungsgruppen untereinander noch schneller aushöhlen, wie letztlich gewünscht, müsste ich jetzt pessimistischerweise fast sagen. ;)

Das korrespondiert dann bestens mit den Meldungen, dass die (multinationalen) Kapitalgesellschaften weitere Vergünstigungen zu erwarten haben und umso ungenierter ihre Kapitalströme von einem schon günstigen Steuerhafen in den noch günstigeren umdirigieren können, bei fröhlicher Steigerung der Kapitalrenditen und weiterem Arbeitsplatzabbau zu Lasten der Steuerzahler. Darauf ein doppeltes Ackermann-V! :smokin

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2006-04/artikel-6258753.asp

Dafür dürfen wir weiterhin die halbe EU finanziell aushalten und z.B. am Hindukusch und im Kongo kostenträchtig "unsere" Interessen vertreten und Großmacht mimen.

Alles Wahnsinn mit Methode, der Staatsschuldenstrudel (zweitgrößter Haushaltsposten, die Bundeswertpapierverwaltung, haha!) bringt den Bundesdampfer so oder so zum Absaufen. Ein Tilgen der Schulden ist per se unmöglich und für die Zins-Bedienung der Schulden müssen laufend weitere Kredite aufgenommen werden ... an DEM bösen Spiel mit exponentieller Dynamik ändert sich rein gar nix, es sei denn es gibt in Bälde den großen Weltwährungscrash mit einem anschließend neuen, nicht mehr auf Schuldgeld basierten Geldsystem.

Aber soweit will ja niemand heute schon denken ... :eek:

gruß schrotti :) :)
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Aggi schrieb:
Auch die Lebensmittel werden teuerer.
Die Transportkosten etc. sind ja von der Erhöhung betroffen.
Das wird dann auf den Endverbraucher umgewälzt.
Gut möglich, dass dies als Begründung für Preiserhöhungen herangezogen wird, aber das wäre eine Lüge. Einkaufspreise und Transportkosten steigen für die Händler nicht, weil das nur netto zählt. Die MwSt ist ein durchlaufender Posten, ans Finanzamt abgeführt wird nur die Differenz zwischen bezahlter Vorsteuer und einbehaltener Umsatzsteuer.
 
Oben