Die Forenkultur

Keuchhusten

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In der Szene in der ich mal rum hing, kommt noch die Kraft des Streits dazu.
Die Foren vermehrten sich quasi durch Zellteilung.
Ein Streit = zwei Foren.
In den guten Zeiten gab es genug aktive Mitglieder für alle.
Jetzt gibt es noch zwei funktionierende Foren.
Und die sind sich unter der Userschaft teils spinnefeind.
Und das obwohl gerade jetzt die Aktivitäten immer weiter zurückgehen und man eher darüber nachdenken müsste, die verbliebenen Kräfte langfristig zu bündeln.
 
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---rOOts---

Senior Member
Seit 2001 also kurz nach Gründung dabei und werde bis zu Letzt dabei bleiben!

Es ändert sich halt alles, verstehen muss ich es ja nicht. Warum muss man unentwegt auf's Smartphon glotzen?
Haben die Menschen Angst sie verpassen was? Hey, es ist Scheiß egal ob in China oder in Korea der Sack Reis umgefallen ist!
Wir leben im Hier und Jetzt, und wer nur ständig auf sein verdammtes Smartphone glotzt, verpasst das Leben!
 

Rosicante

fühlt sich hier wohl
Persönlich nehme ich doch an, daß eine Reihe von Foren überleben werden.

Für einen kleineren, interessierten, oder viel eher motivierten Kreis.

Ansonsten: Die Handymania frißt Seelen. Frißt sich tief ein. Ersetzt Beziehungen zu den Kindern, erodiert Präsenz und Aufmerksamkeit. Ersetzt letztlich Welt mit Irrealität. Zumindest auf langer Sicht.

Ihr kennt sicher alle Manfred Spitzer, aus der Uniklinik in Ulm, der jenes Schlagwort einer "digitalen Demenz" kreiert hat. Selber teile ich nämlich seine Thesen. Und zur Zeit lese ich noch ein Buch, was ich wärmstens empfehlen kann: "Digitale Süchte - Appst schon oder lebst du noch?" von Gisela Kaiser. Läßt tief blicken. Und manchmal auch erschaudern...
 

Amon

assimiliert
Hm, von Manfred Spitzer hab ich schon mal was gelesen, irgendwie "verrückt sind die Normalen" war sinngemäß der Titel. War nicht so begeistert, denn letztendlich kam er mir als ein Psychiater wie alle anderen rüber.
Die paar Zeilen zum Smartphonekonsum von dir sind auf den Punkt getroffen und erschrecken mich auch ein bisschen auch wenn ich für meine Altersgruppe vermutlich noch eher im unteren Mittelfeld der Süchtigen zu finden bin.
Aber genau jetzt schreibe ich diese Zeilen am Smartphone und lese Zeuch und muss gleich wieder zum Bahnhof hetzen aufgrund dessen. :weg
 

Rosicante

fühlt sich hier wohl
Hi Amon.

Da bist Du heute morgen noch "dunkel im dunklen Dunkel" unterwegs gewesen :iiiii...

Spitzer würde Dir zum Teil - glaub' ich - durchaus gefallen. Von ihm würde ich Dir das Buch "Musik im Kopf" zunächst empfehlen: Eine Reise um die Kultur der Musik, um ihre Entstehung, um ihre neurologische Voraussetzungen um ihre vielfältigen Auswirkungen... Könnte Dich interessieren, nehm' ich an.

Natürlich hat ein Handy seinen Nutzen. Bei der von mir skizzierten halb-sklavischen Anbindung geht es aber schon um eine geistige Deformierung... Um einen Verlust...

Bis dann.


PS
Wobei aus meinem ersten obigen Beitrag mir ein sprachlicher Schnitzer meinerseits imponiert: Ich schrieb "auf langer Sicht" anstatt "auf lange Sicht".
Angesichts des fast allgemeinen Sprachgemetzels, welches im Internet der deutschen Sprache zuteil wird, könnte man denken: "Aber sonst hat er keine Sorgen...?" Nun, es war kein eigentlicher Flüchtigkeitsfehler im echten Sinne des Wortes. Und schon der würde einem in die Sprache und in die Sprachen Vernarrten wie mir ein Quentchen wurmen.
Es war der echte Fehler eines Nicht-Muttersprachlers, und nicht zum ersten Mal, und der wurmt mich viel mehr.
Denn nach meinem eigenen ursprünglichen Sprachempfinden käme dort tatsächlich ein Dativ, und die Denk-Umstellung, daß auf Deutsch in dem Fall, nicht "wo?" sondert "wohin?" gedacht wird, kostet mich große Mühe.
Das meine ich, wenn ich erwähne, "für mich lauere der Patzer um die Ecke", trotz meines sonstigen Schreibvermögens.
(Auch hätte ich ohne meine Rechtschreibungskorrektur im Browser nicht aus Flüchtigkeit, sondern aus falschem Sprachempfinden, nicht richtig "wurmt", sondern fehlerhaft und nicht zum ersten Mal (!) "würmt" getextet.

:steine
 
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Keuchhusten

assimiliert
Seit ich eine Smartphone habe, verfolge ich die Aktivität meiner alten Foren noch genauer. Mittlerweile kann man denen beim Sterben zusehen.
 
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Amon

assimiliert
Hallo Rosicante, du hast wohl recht, dass ich da im Dunkeln unterwegs gewesen bin. Habe das Buch, dass ich meinte und welches mir nicht gefallen hatte gegoogled. Es war "Irre! - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen" von Manfred Lütz - und ich hatte das felsenfest unter Manfred Spitzer abgespeichert. Na dann kann ich ihm ja mal 'ne Chance geben. :)
 

Desperado

Evolutionär
Foren, die aktuelle und spezielle Themen bedienen, haben scheinbar durchaus noch Zukunft. Gutes Beispiel: e-rauchen-forum.de
Stand 12.Nov. 2017 22.12 Uhr: aktiv in den letzten 20 Minuten: 126 Mitglieder, 18 davon unsichtbar und 461 Gäste
 

Pixel-Toast

schläft auf dem Boardsofa
Ich empfinde es so, als würde die Forenkultur hauptsächlich in deutschen Landen aussterben.
Anderswo erscheint es so, als würde es gerade in bestimmten Themengebieten noch immer genügend aktive Foren geben.
Linux-Foren gibts noch einige, besonders auf englisch, fürs internationale Publikum, auch Spiele-Foren scheinen da noch an der Tagesordnung zu stehen.

Klar hat man auch außerhalb Deutschlands, der Schweiz und Österreich diesen Konstrukten mit Web2.0 und Social Media den Rang abgelaufen, aber ich schätze es gewiss nicht so ein, als wären die Menschen prinzipiell Foren abgeneigt, sie unterhalten sich ja noch immer gern.
Eher wirkt es, als hätten sie verlernt, wie man ein Forum nutzt, ist es in Chats (wozu ich auch Messenger zähle) so, stelle eine Frage, bekomme eine Antwort, oder auch nicht.

Ich sehne mich schon irgendwie zurück, nach der Zeit von vor noch gut 10 bis 15 Jahren.
Sind mir die Leute grundsätzlich doch lieber ausgewichen oder haben mich ignoriert, so kam ich persönlich damit besser in ein Gespräch, als in heutigen Netzen, bei denen man erstmal Rummel veranstalten oder berühmt und massentauglich sein muss.

Unter dem Strich will ich nicht sagen, dass Web2.0 das Internet zerstört hat, doch die Konzentration an wenigen, großen Punkten, ist zu gewaltig, als dass es heute noch groß was anderes gibt.
Als junger Mensch (26 Jahre) ist man als Facebook-Verweigerer und YouTube-Flasche praktisch außenvor.
Ist man wie ich ein eher nach innen gekehrtes Wesen, welches all seine Gedanken gern auf einen Schlag ausdrückt und auch gern lange Texte schreibt, ist man gleich unten durch.
Die schöne Nerdkultur, wie sie einst im Netz vorherrschte, ist schon lange tot und das finde ich sehr schade, da mich das Internet heute doch ziemlich langweilt.
 

lukasaz1999

kennt sich schon aus
Also ich glaube, dass ich mit meinen mittlerweile 18 Jahren noch zu den letzten gehöre, die noch ein wenig mit Foren aufgewachsen sind. Ich habe vor gut 5 Jahren mal mit DrWindows angefangen und mich anschließend noch in ein paar anderen Foren angemeldet, wo ich mehr oder weniger aktiv bin.

Ich habe auch seit diesem Jahr Facebook, das müsste jetzt gut ein halbes Jahr her sein, ich weiß es selber nicht mehr so genau. Ich kann nur sagen, dass mir Facebook eher weniger gefällt und ich lieber in Foren bin. Bei Facebook bin ich, weil es viele andere Leute auch nutzen. Also Quasi nur, um ein wenig mit dem Trend zu schwimmen.

Ich hoffe, dass Foren noch lange erhalten bleiben.
 

Keuchhusten

assimiliert

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Noch lieber budel ich in den alten Fotoalben und es wäre auch mal interessant, wie sich die Gesichter verändert haben.
Vor allem deshalb, weil ich noch letztens gelesen habe, dass AK und Supi miteinander verwechselt wurden. :p
 

Madame

Liebenswerte Berghutze
ja … die Forenkultur
Zeiten ändern sich - aber dies Forum gibt es immer noch :) und ich freue mich in jedem Advent übers treffen auf dem Kölner Weihnachtsmarkt!

beste Grüße :)
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Vielen Dank für's Aufwärmen. Ich war neulich auch im "Keller", weil ich nach einem alten Foto gesucht habe, und ich fand es tatsächlich dort, wo ich es vermutete: In meinem Thread zum Projekt Osterweiterung. Die ist inzwischen auch schon wieder fast zehn Jahre her. Ziel waren damals größere Kinderzimmer, und nun planen wir schon so langsam, was wir mit diesen Zimmern machen, wenn sie in absehbarer Zeit frei werden sollten...
 

oxfort

Geht bald.
...und nun planen wir schon so langsam, was wir mit diesen Zimmern machen, wenn sie in absehbarer Zeit frei werden sollten...

Ist doch gaaaanz einfach! Dort wird dann ein Zeltlager errichtet und die nä. Boardparty findet bei Dir statt. :unsure: :p :ROFLMAO:
 

Keuchhusten

assimiliert
Seit ich eine Smartphone habe, verfolge ich die Aktivität meiner alten Foren noch genauer. Mittlerweile kann man denen beim Sterben zusehen.

Für das Protokoll: Seit diesem Post sind rund neun Monate vergangen.

In der Zeit sind drei weitere Foren und eine weitere Homepage offline gegangen, die für mich mal wichtig waren. Interessanterweise alle innerhalb der letzten beiden Monate. Anscheinend hat die Angst vor der neuen Datenschutzverordnung manche bewogen, ein Forumsbetreiber hat explizit diesen Grund genannt, tabula rasa zu machen.
 
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