Copilot+PC ist ein Marketing-Slogan – Du solltest Dir trotzdem einen kaufen

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Copilot+PC ist ein Marketing-Slogan – Du solltest Dir trotzdem einen kaufen

Copilot+ PC


Im Rahmen seines Marketing-Wirbels um das Thema Künstliche Intelligenz hat Microsoft im vergangenen Jahr einen neuen „Kunstbegriff“ für Windows-Computer eingeführt: Copilot+ PC. Sosehr man auch von der teils penetranten KI-Werbung genervt sein mag: Wer aktuell vor der Anschaffung eines neuen PC steht, sollte darauf achten, dass es ein Copilot+ PC ist. So zweifelhaft der Begriff auch sein mag.

Im Beitrag Künstliche Intelligenz: Das Marketing nervt kolossal – aber ein Boykott ist dennoch falsch schrieb ich, dass man die Technik nicht boykottieren sollte, auch wenn man vom KI-Hype genervt ist. Ein Beispiel dafür ist der Begriff, um den es in diesem Artikel geht.

Wo kommt der Begriff Copilot+ PC eigentlich her?​


Geboren wurde der Begriff „Copilot+ PC“ mit der Markteinführung der neuen, ARM-basierten Windows-Geräte, die mit einem Snapdragon X Prozessor ausgestattet sind. Der Verkauf dieser Geräte sollte durch den schicken Beinamen angekurbelt werden. Den Begriff so zu definieren, dass ihn nur die Snapdragon-PCs überhaupt erfüllen konnten, war meiner Meinung nach ein Fehler, inzwischen ist das aber irrelevant.

Was macht einen Copilot+ PC aus?​


Die Bezeichnung ist zwar künstlich, dahinter steckt allerdings eine klare technische Vorgabe: Damit ein PC ein Copilot+ PC sein kann, muss er über eine NPU verfügen. Das steht für „Neural Processing Unit“, einen speziellen Prozessor, der darauf optimiert ist, KI-Modelle lokal auszuführen. Potente Grafikchips können das auch, allerdings weit weniger effizient. Die verbaute NPU muss zudem mindestens 45 TOPS (Tera Operations per Second) leisten.

Was bringt das?​


Ironischerweise gab es zum Marktstart der Copilot+ PCs fast keine Windows-Funktionen, welche die Möglichkeiten der verbauten NPU nutzten. Aber auch das spielt jetzt keine Rolle mehr, denn inzwischen gibt es sie. MS Paint verfügt über verschiedene Funktionen, die auf generativer KI basieren und die wiederum eine NPU voraussetzen. Die Windows-Suche erlaubt inzwischen das Auffinden von Dateien in natürlicher Sprache, in den Einstellungen von Windows 11 hilft in Kürze ein Agent dabei, die gewünschte Einstellung zu finden.

Ja, auch die nach wie vor umstrittene KI-Suche „Recall“ funktioniert nur auf Copilot+ PCs. Und nein, das ist kein Grund, deswegen kein solches Gerät zu kaufen.

Ich könnte noch ein paar mehr Beispiele aufzählen, und möglicherweise ist keines dabei, das Dich überzeugt. Doch auch das ist nicht der Punkt. Denn vielleicht ändert sich das schon morgen.

Windows wird im Laufe der Zeit immer mehr Funktionen erhalten, die eine NPU voraussetzen. Das Gleiche gilt für Software, die unter Windows läuft. Wenn wir den ganzen Marketing-Overhead einmal ausblenden, dann geht es um einen kleinen Chip, der eine neue Mindestausstattung für Windows-Computer ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wer sich heute keinen Copilot+ PC kauft – so albern die Bezeichnung auch erscheinen mag – der kauft einen PC, der weniger kann und weniger zukunftssicher ist.

Der Name hat bald ausgedient​


Eben weil das Vorhandensein einer NPU schon bald eine Selbstverständlichkeit ist und es bald keine Neugeräte mehr gibt, die einen solchen Chip nicht besitzen, hat der Begriff „Copilot+ PC“ bald ausgedient, weil jeder PC die Voraussetzung erfüllt. Bis dahin sollte man aber darauf achten, dass man einen Copilot+ PC kauft. Inzwischen ist der Begriff auch nicht mehr an ARM-Geräte gebunden, sofern da immer noch jemand Vorbehalte haben sollte.

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