Asus Zenbook Duo ausprobiert: Der Abschied tat weh

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Asus Zenbook Duo ausprobiert: Der Abschied tat weh

Asus Zenbook Duo Testbericht


Auf meinem Schreibtisch wechseln sich Testgeräte in schöner Regelmäßigkeit ab. Die meisten davon nutze ich gerne, wechsle aber ebenso gerne wieder zu meinem persönlichen Arbeitsgerät zurück. Manchmal fällt der Abschied allerdings schwer. Wie im Fall des Asus Zenbook Duo.

Seit Jahren bemühen sich die Hersteller von Laptops, diese Kategorie neu zu erfinden oder zumindest neue Konzepte zu erarbeiten, die einen echten Mehrwert bieten. Die meisten Ideen ranken sich dabei um den Bildschirm.

Asus experimentiert schon seit Jahren mit Zweit- und Zusatzdisplays, die oberhalb der Tastatur angebracht oder ins Touchpad integriert sind. Beim Zenbook Duo geht Asus die ganze Strecke, setzt zwei Bildschirme zusammen und legt auf den unteren eine Tastatur.

So entsteht ein auf den ersten Blick gewöhnliches Laptop mit großartigem Erweiterungspotenzial beim mobilen Arbeiten. Asus Zenbook Duo Verpackungsinhalt

Schauen wir aber zunächst auf das Datenblatt:

Technische Daten des Asus Zenbook Duo (UX8406CA)​

Display2 Asus Lumina OLED Displays
14 Zoll
1.920 × 1.200 Pixel, 120 Hz
Seitenverhältnis 16:10
Multi-Touch, Stiftunterstützung
maximale Helligkeit: 500 Nits
Dolby Vision
HDR
CPUIntel Core Ultra 9 285H
NPUIntel AI Boost (13 TOPS)
GrafikIntel Arc 140T
RAM32 GB LPDDR5x
Speicher1 TB PCIe 4.0 SSD (M.2 2280)
Anschlüsse2 x Thunderbolt 4 mit DisplayPort 1.4
1 x USB-A 3.2
HDMI 2.1
3,5 mm Audio
AudioStereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos
3-fach Mikrofon-Array
DrahtlosWi-Fi 7
Bluetooth 5.4
Kameras2,1 MP
SicherheitTPM 2.0
Windows Hello per IR-Kamera
Akku75 Wh, 65 W Netzteil (USB-C)
BetriebssystemWindows 11 Pro
Maße313,5×14,6-19,9×217,9mm (BxHxT)
Gewicht1,76 kg
Preisca. 1.900 €

Weitere Informationen und Konfigurationen gibt es auf der Hersteller-Webseite.

Das Konzept​


Laptops mit zwei Bildschirmen sind keine neue Erfindung. Für mich war der Nutzen im Vergleich zu den Mehrkosten allerdings stets zweifelhaft. Oder anders ausgedrückt: Ich hatte keine Ahnung, was ich mit derartigen Geräten anfangen soll.

Man kann die beiden Bildschirme benutzen, um Dokumente zu lesen wie ein Buch. Um es wie ein Buch zu halten, sind die Geräte aber zu unhandlich. Auch die anderen Dual-Display-Szenarien konnten mich nicht überzeugen.

Manchmal ist es so, dass grundsätzlich guten Ideen nur eine Kleinigkeit fehlt, um sie genial zu finden. Beim Zenbook Duo ist das der ausklappbare Kickstand an der Rückseite. Dieser ermöglicht es, das „untere“ Display aufzustellen. So erhält man zwei übereinander angeordnete Bildschirme mit davorliegender Tastatur. So, als würde man auf ein „normales“ Laptop einfach einen zweiten Bildschirm klemmen.

Fertig ist die mobile Workstation mit zwei Bildschirmen:

Asus Zenbook Duo voll entfaltet

Asus Zenbook Duo - Rückseite

Ich arbeite seit Jahren primär mit Laptops, im vergangenen Jahr habe ich meinen Desktop-PC sogar verkauft. Auf den zweiten (großen) Monitor kann ich aber nicht verzichten. Unterwegs, oder wenn ich mit dem Laptop nicht am Schreibtisch sitze, bremst es meine Produktivität enorm aus, wenn ich nur einen Bildschirm zur Verfügung habe. Und so kam es, dass meine Skepsis schnell der Begeisterung gewichen ist.

Ich bin derzeit zwar eher selten unterwegs, aber ich teile mir mit meiner Freundin das Arbeitszimmer. Weil sie aufgrund ihres Hardware-Setups nicht mal eben schnell den Raum wechseln kann, muss ich gelegentlich ins „Esszimmer-Asyl“,wenn wir uns gegenseitig stören. Da wird mir das Zenbook Duo, nachdem ich es zurückgegeben habe, ganz furchtbar fehlen.

Design, Verarbeitung, Ausstattung​


Aufgrund des Konzepts kommt das Asus Zenbook Duo gezwungenermaßen ein wenig klobiger daher, als man es heute von den meisten Laptops kennt. Mit rund 1,8 Kilogramm ist es zudem kein Leichtgewicht, auch das ist dem Konzept geschuldet. Die Verarbeitung ist gewohnt erstklassig.

Hinsichtlich der Anschlüsse ist alles vorhanden, was man im Alltag so benötigt. Zweimal USB‑C, ein „klassischer“ USB-A-Port, dazu HDMI und ein kombinierter 3,5‑mm-Klinkenanschluss. Bei der drahtlosen Konnektivität ist das Zenbook Duo mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 auf der Höhe der Zeit.

Besonders gefällt mir, dass je ein USB-C-Anschluss links und rechts am Gehäuse sitzt. Das gewährleistet einen Betrieb an Ladegerät oder Docking-Station, ohne dass die Anschlüsse genau auf der falschen Seite sitzen.

Asus Zenbook Duo von rechts

Display(s)​


Was ist besser als ein OLED-Display? Richtig, zwei OLED-Displays.
Im Zenbook Duo stecken zwei identische 14-Zoll-Bildschirme mit einer Auflösung von 1.920 × 1.200 Pixel. Beide Bildschirme unterstützten Touch- und Stifteingabe.

Die Bildqualität ist, wie man es von einem OLED gewohnt ist, brillant. Der integrierte Digitizer für die Stiftbedienung trübt den Eindruck nur geringfügig. Die Spiegelungen der Hochglanz-Oberfläche halten sich in Grenzen, bei normalem Tageslicht empfand ich sie nicht als sonderlich störend.

Asus Zenbook Duo von links

Tastatur, Touchpad und Stift​


Vereinfacht könnte man sagen: Trotz des ungewöhnlichen Konzepts fühlt sich die Tastatur des Asus Zenbook Duo grundsätzlich „ganz normal“ an. Dennoch muss man sowohl auf das allgemeine Schreibgefühl als auch auf die feinen Unterschiede eingehen.

Wer schon einmal ein Microsoft Surface Pro genutzt hat, der weiß, dass eine flache Bauweise nicht zwingend gegen eine hervorragende Tastatur spricht. Das ist beim Asus Zenbook Duo ebenso der Fall. Der Tastenhub ist mit 1,44mm großzügig bemessen, die Tasten fühlen sich griffig und straff abgestimmt an.

Im Standard-Laptopmodus liegt die Tastatur auf dem zweiten Display, das trägt entsprechend auf und erfordert Eingewöhnung. Nach ein bis zwei Tagen merkt man das aber kaum noch.

Das An- und Abdocken der Tastatur ist ein Kinderspiel. Starke Magnete sorgen für sicheren Halt und arretieren die Tastatur beim Auflegen wie von selbst in der richtigen Position. Der Bildschirm schaltet sich dabei automatisch an und aus.

Asus Zenbook Duo mit aufgelegter Tastatur

Abgedockt liegt die Tastatur flach auf dem Tisch, was ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist. Hier würde man sich die Möglichkeit wünschen, es schräg anzustellen. Vielleicht schafft es Asus, bei einer künftigen Generation zwei kleine Aufsteller links und rechts zu integrieren, dann wäre es perfekt.

Die Akkulaufzeit der Tastatur im abgedockten Zustand ist mehr oder minder irrelevant. Sie dürfte hochgerechnet bei 50 Stunden oder mehr liegen. Selbst wenn man die Tastenbeleuchtung auf der höchsten der drei Stufen aktiviert, dürfte man nie in Verlegenheit geraten.

Das Touchpad misst 13 mal 7,5 Zentimeter und ist damit ausreichend groß.

Zum Lieferumfang gehört zudem der Asus Pen 2.0, der 4.096 Druckstufen unterstützt. Insgesamt vier Stiftspitzen, die unterschiedliche Bleistift-Härtegrade simulieren, sind mit dabei. Ein haptisches Feedback wie beim Surface-Pen gibt es allerdings nicht.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Auf dem unteren Bildschirm kann anstelle der Hardware-Tastatur eine virtuelle Bildschirmtastatur nebst Touchpad eingeblendet werden. Produktiv arbeiten will man damit über längere Zeit aber nicht.

Asus Zenbook Duo Tastatur

Akkulaufzeit​


Mit nur einem Bildschirm beträgt die Akkulaufzeit des Zenbook Duo in der Praxis etwa zehn bis elf Stunden. Diese Praxisangabe bezieht sich auf „gewöhnliche“ Bürotätigkeiten.

Beim Betrieb im Dual-Display-Modus geht es erwartungsgemäß rapide bergab mit der Laufzeit. Zwei OLED-Displays sind nun mal enorme Stromfresser, selbst bei moderater Nutzung ist nach ca. fünf bis maximal sechs Stunden Schluss.

Geladen wird via USB-C und einem (erfreulich kompakten) 65-Watt-Netzteil.

Fazit​


Das Asus Zenbook Duo ist genau das, was ich mir unter einer perfekten mobilen Arbeitsstation vorstelle, wenn man es wie ich gewohnt ist, mit zwei Bildschirmen zu arbeiten. Das mit dem Konzept verbundene Mehrgewicht hält sich in Grenzen und mich würde es nicht stören.

Man muss selbstverständlich abwägen, wie oft der zweite Bildschirm tatsächlich zum Einsatz kommt, und ob man dafür im Vergleich zu einem gewöhnlichen Laptop tiefer in die Tasche greift.



Disclaimer: Das Testgerät wurde uns vom Hersteller leihweise überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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