Airbus in Nöten

B

Brummelchen

Gast
Airbus in Nöten

> Airbus trennt sich von fünf deutschen Werken
> Werke in Nordenham, Stade, Varel, Buxtehude und Laupheim.
(4 in Niedersachsen, 1 in BaWü)

> insgesamt 6600 Beschäftigte

Nett (n)

http://news.google.de/news?q=airbus


Läuft wohl nicht so wie geplant, was? Der A380 ist wohl doch kein Reisser?
Schlecht auch, wenn die Konkurrenz auch besser wird (Boing).

>> die Aktie legte gestern um mehr als vier Prozent auf über 21,04 Euro zu.

Oder kriegen die den Hals mal wieder nicht voll genug?

:kotz

>> dass [...]nun die Airbus-Führung und den Posten des Ko-Chefs bei EADS in sich vereine.

Soso... :stupid
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Bei Varel war ich in diesem Jahr in Urlaub, da haben mir die Einheimischen auf meinen Einwand "aber mit Jobs isses hier ja nicht so dolle" noch ganz stolz entgegengehalten, dass es ja das Airbus-Werk gibt, und dass das ganz schön gewachsen sei, und die Jobs dort seien gut bezahlt und sicher.

Die Namen der Unternehmen lassen sich doch beliebig austauschen, es ist doch überall der gleiche Schwachsinn. Ein Manager der Existenzen vernichtet, ist ein toller Kerl.

Eine solche Ankündigung in Frankreich, und der Luftverkehr steht erstmal ein paar Tage komplett still - in Deutschland ist man leider zu blöd dazu.
 

Gamma-Ray

Moderator
Teammitglied
Der Manager denkt vermutlich:
Im internationalen Vergleich liegen die Deutschen mit durchschnittlich 27 bezahlten Urlaubstagen relativ weit vorne.
Spitzenreiter ist Frankreich mit 39 Tagen. :eek:
In Großbritannien sind es immerhin noch 24, in Kanada 19, in Australien 17 und in den USA nur noch ganze 14 Tage.

Die Deutschen sind zu teuer und haben zudem zuviele Urlaubstage.
Aber Frankreich als Mitbauer des Airbus müsste da schon eher was tun.
 

Grainger

Praktizierender Atheist
Und uns unsere Bundesregierung schweigt dazu.

Schließlich dürfte die Airbus-Produktion schon einige Subventionsmilliarden geschluckt haben.

Wie bei allen derartigen Subventionsgräbern habe ich auch hier den Verdacht das die Gesamthöhe der Subventionen in keinem angemessenen Verhältnis zu der Zahl der damit "geschaffenen" Arbeitsplätze steht und ein beträchtlicher Teil der Subventionsmittel mittelbar zur Finanzierung der Managementgehälter dient.

Problematisch ist es natürlich wenn man letztendlich von einigen wenigen Kunden abhängt und dann die eigenen vollmundigen Versprechungen nicht einhalten (bzw. noch nicht mal liefern kann) kann, die Konkurrenz schläft schließlich auch nicht.

Aber offensichtlich müssen auch hier wieder die Mitarbeiter für Managementfehler büßen.

@Gamma-Ray

die Anzahl der Urlaubstage in Deutschland dürfte dabei keine Rolle spielen, denn die Differenz zu z.B. Frankreich wird durch die Ausfallquote durch Streiks mehrfach wieder gutgemacht.

Außerdem ist der Krankenstand in Deutschland seit Jahren permanent rückläufig und dürfte inzwischen die 4%-Quote unterschritten haben.

Alles in allem sind von allen Industrienationen die bezahlten Ausfallzeiten in Deutschland mit am niedrigsten (imho haben nur die Japaner niederigere Ausfallquoten).
 

chmul

Moderator
Teammitglied
Unabhängig davon, dass es tatsächlich so kommen könnte, sollte man eventuell noch einen Blick auf die Quelle dieser Meldung werfen. Das Handelsblatt bezieht sich auf die Meldung "einer Zeitung" und der Rheinische Merkur spricht es aus: Die Meldung stammt aus der Bildzeitung (kurze Meldung auf Seite 2). Ich kann mich täuschen aber wenn BILD tatsächlich verlässliche Quellen für diese Information hätte, wäre das doch sicher eine Schlagzeile auf Seite 1 wert, oder? "Franzosen killen deutsche Airbuswerke"

@Gamma: Sind das reguläre, bezahlte Urlaubstage? Wie sieht es mit Feiertagen aus, wie mit den durchschnittlichen Stundenlöhnen und vor allem mit den durchschnittlichen Lohnnebenkosten (Sozialversicherung usw.)? Ich will hier keine Diskussion Bonzen vs. Buckler lostreten, aber Deine Zahlen haben alleinstehend nur wenig Aussagekraft.

Was ich nie begriffen habe ist, weshalb die Fertigung des Flugzeugs überhaupt räumlich auseinandergerissen wurde. Es ist doch offensichtlich, dass dadurch immense Kosten für den Transport der fertigen Teile entstehen müssen. Da haben vermutlich politische Befindlichkeiten eine große Rolle gespielt und die sind in der Regel mit großzügigen Finanzleistungen verbunden. Von daher wünsche ich mir, dass Hamburg und die Bundesrepublik die Möglichkeiten voll ausschöpfen, falls die Vorraussetzungen wegfallen unter denen die Zuschüsse/Steuererleichterungen usw. gewährt wurden.

Das hilft den Arbeitern, die dann den Job verlieren auch nicht weiter, aber zumindest wird ein Zeichen gesetzt, dass es künftig nicht mehr so einfach ist, zu kommen, einzustreichen und wieder zu verschwinden.
 

S4sH

schläft auf dem Boardsofa
Also zur Zeit sind das doch alles nur Gerüchte laut EADS (Airbus Mutterkonzern) wird jetzt erst mal sondiert mit welchen Maßnahmen man auf die Kriese reagieren muß und von Standortverkäufen ist noch gar nicht die Rede. Also abwarten und Tee trinken
 
B

Brummelchen

Gast
Mahlzeit. Ich hatte die Info heute Morgen aus dem TV, den Rest aus den G-News.
FAZ ist schon ok.

>> Bei Varel war ich in diesem Jahr in Urlaub

Ich hatte dort 3 Jahre "Urlaub", WHV ist mir bekannt, Varel muss aber später entstanden sein.

In Friesland ist aber wirklich der Hund verforen, obwohl Varel 30km vor WHV und Richtung
Cuxhaven auch nicht wenig los ist. Oldenburg ist ja auch nicht weit weg (30km).

Damals suchte VW für Emden wie blöd und die Leute sind dahin marschiert in Scharen
(120km von Varel aus).

Es gibt also immer wieder Optionen, nur dahinten - würde ich sagen - ist das ein Schlag.

>> Kosten für den Transport der fertigen Teile

Der Airbus sollte ja ein "europäisches" Gemeinschaftswerk sein, ähnlich dem Tornado.
Ob das nun Know-How-Transfer ist, kann ich nicht sagen, die Werke dafür waren aber
sehr speziell, keines konnte alles.

>> Subventionsgräbern

Ich vermute auch, dass diese nicht mehr ausreichend oder weniger waren.

Wenn in den 6600 Arbeitskräften nicht die Zulieferer mit eingerechnet waren, dürfte
sich die Zahl nochmals erhöhen. Und die BR muss sich still verhalten, weil sie sonst
eigenes erneutes Versagen zugeben müsste. Und es werden auch keine Gelder zum
Auffangen bereitgestellt werden, also wirklich, die Subs waren doch teuer genug.

@Sash - 1000 Mitarbeiter für den Bereich Friesland sind Welten. Ähnlich wie hier
Benq mit 3000. Das betrifft ganze Landstreiche. Für die Statistik 0,irgendwas.
 

Grainger

Praktizierender Atheist
S4sH schrieb:
@Brummelchen was die Presse nicht schreibt die Auftragsbücher sind voll wie nie Airbus wird dieses Jahr 430 Flieger ausliefern d.h. die Arbeit ist mehr als nur da.
Die Frage ist aber auch: stimmt das Betriebsergebnis denn auch ohne Subventionen (denn mit reichlich Subventionen ist das nunmal kein Problem).

Vielleicht ist Airbus ja auch von einem gewissen Subventionsabbau betroffen, denn immerhin hat unsere Bundeskanzlerin den EU-Haushaltsstreit zwischen England und Frankreich dadurch "geschlichtet" das sie

- auf 300 Mio. Euro Fördermittel für Deutschland aus dem EU-Haushalt verzichtet hat und
- noch mal 2 Milliarden Euro deutschen Beitrag drauf gesattelt hat.

Und diese 2,3 Milliarden müssen ja irgendwo herkommen, die schwachsinnigen und sinnlosen landwirtschaftlichen Subventionen werden in Deustchland ja schon fast traditionell nicht angetastet, Siemens schließt zwar Werke (oder vesrchenkt Produktionsstätten an die Chinesen). kassiert aber weiterhin mehr an Subventionen als sie Steuern bezahlen, usw.

Würde mich erhlich mal interessieren ob die Airbus-Industrie von irgendeiner Form des Subventionsabbaus betroffen ist.
 
B

Brummelchen

Gast
>> die Auftragsbücher sind voll wie nie

Das kam auch vor kurzem in der Presse - trotzdem wurde da schon gesagt, dass einige
abspringen werden und bei Boing kaufen (wie vorher auch). IMO gab's beim A380 Stornierungen.
 
B

Brummelchen

Gast
Dann glaub ich das mal so.

Warum passiert sowas eigentlich immer (fast) gleichzeitig - sprechen die sich ab?
(Verschwörungstheorie :D)
 

Grainger

Praktizierender Atheist
S4sH schrieb:
@Brummelchen also soweit ich weiß ist die A 380 ohne Subventionen entwickelt worden also kann das Problem nicht am Subventionsabbau liegen ;)
Nach meinen Informationen (z.B.: dieser Stern-Artikel) sind da wohl doch ein paar Milliarden geflossen, zumindest in Form von zinsvergünstigten bzw. zinslosen Darlehen, usw.

Es ist von 4,3 Milliarden Euro solcher Kredite allein in Deutschland die Rede.

Vorstellbar wäre auch, das unsere amerikanischen Freunde verstärkt Druck ausüben und mal wieder protektionistsich für Boeing tätig werden, Subventionen sind aus amerikanischer Sicht nämlich nur dann Teufelswerk wenn sie einen Wettbewerbsnachteil für die amerikanische Industrie darstellen. ;)
 

S4sH

schläft auf dem Boardsofa
Na ja Kredite sind nun nicht grade Subventionen im eigentlichen Sinne, wie z.B. der "Kohle Pfennig". Aber nach der Aussage meiner Kollegen, sind die Entwicklungskosten von Airbus alleine getragen worden. Ich frag aber gleich noch mal nach.
 

Grainger

Praktizierender Atheist
S4sH schrieb:
Na ja Kredite sind nun nicht grade Subventionen im eigentlichen Sinne, wie z.B. der "Kohle Pfennig".
Ich wollte, mir würde jemand 4,3 Milliarden Euro zinslos leihen. :D
Die würde ich auf dem Kapitalmarkt anlegen und von den Zinsen ein gutes Leben führen.

Aber natürlich ist auch ein zinsloses Darlehen eine Subvention, denn zumindest die Beschaffungskosten auf dem Kapitalmarkt (gemeinhin Zinsen genannt) sind bei solchen Summen doch ganz erheblich, wenn ich mal 10% Zinsen unterstelle sind das bei den genannten Summen ja doch locker.

430 Millionen jährlich

an Zinsersparnis, so wenig finde ich das nun auch wieder nicht.

Da unser Staat aber pleite ist und eigentlich selbst kein Geld hat muss er die 4,3 Milliarden die er Airbus leiht ja selbst wieder irgendwo aufnehmen, diese zinslosen Darlehen kosten den Steuerzahler also eigentlich doppelt Geld.
 

Smuggler

schläft auf dem Boardsofa
Um nochmal auf´s Eröffnungsposting zurück zu kommen ....

Der A380 ist immer noch ein "Verkaufsschlager".

Allerdings hat man seitens Airbus und EADS nicht sorgfältig genug geplant. Die Verkaufsmanager waren halt in ihren Zusagen zu Auslieferungsdaten zu optimstisch und die lieben Ingenieure habe es versäumt vehement genug zu widersprechen.
Nun wird sich die Auslieferung der bereits verkauften Flugzeuge aufgrund von "Prokuktions- und Fertigungsschwierigkeiten" stark verzögern, was hohe Konventionalstrafen für Airbus nach sich zieht.

Diese so verlorenen Einnahmen müssen zum Erhalt der Kapitalmasse kompensiert werden - das macht man am bequemsten mit dem Verkauf von Ressourcen (hier die genannten Werke).

Sollte sich Airbus also von einigen seiner Prokuktionsstätten trennen, kann man in der nächsten Bilanz den Verlust aus den Auslieferungsverzögerungen wunderbar retouchieren. Gleichzeitig trennt man sich von der Verantwortung diese Werke zu unterhalten und kann hier "Knebelverträge" mit den "neuen" Firmen abschließen. Seitens des Management hat man dann wieder eine wundervolle rein-weiße Weste und kann auf der nächsten Aktionärsversammlung verkünden: "Wir sind gestärkt aus der Krise hervorgegangen."

Das was da jetzt abläuft war schon vor Monaten abzusehen - erstaunlich ist nur, wie viele "Baueropfer" es bis hierhin gebraucht hat.

Ich würde mir wünschen, dass dem A380 nicht ein ähnliches Schicksal widerfährt wie der Concorde - am Anfang habe alle Airlines wie wild bestellt und am Ende waren sie fast alle abgesprungen - nicht nur wegen der damaligen Ölkrise, auch wegen der massiven Verzögerungen in der Auslieferung.

Mal schauen, wie entschieden wird.
 
B

Brummelchen

Gast
Ack...
Leider bringt es nichts, noch 6600 Arbeiter einzustellen, wenn die Werkstätten nicht
ausreichen - man entlässt lieber 6600 und die anderen schuften halt 4 Schichten ;)
am Tag. :stupid
 

S4sH

schläft auf dem Boardsofa
So es gibt neues zum Thema Power8 :kotz2

Die Werke Laupheim Varel und Saint Nazaire sollen verkauft werden, für Nordenham Filton und Mèaulte werden Partner gesucht mit der Option für den späteren Verkauf, und 10.000 weitere Arbeitsplätze sollen wegfallen.

Ich könnte schreien hier werden die Fehler eines völlig inkompetenten und unfähigen Managment auf dem Rücken der Arbeiter und Angestellten ausgetragen :cry: und unsere "tolle" Bunderegierung klatscht auch noch Beifall (n) Zitat Glos: "Der Plan ist ausgewogen"

Hallo Leute

Selbst das Airbus Managment spricht von dem Bedarf von 22.000 !!! neuen Fliegern in den nächsten 20 Jahren wer soll die den zum Teufel bauen ????????????????

Nochmals Ich könnte :kotz2
 
Oben