Afghanistan

rsjuergen

assimiliert
Nachdem die Amerikaner bereits nach einer Woche davon sprachen, dass die afghanische Luftabwehr nicht mehr existiere, mußte zwischenzeitlich Rumsfeld einräumen, dass die Luftabwehr der Afghanen offenbar immer noch da ist. Auch ist von großangelegten Langeoperationen noch nichts zu spüren, weil man nicht ins offene Messer laufen will. Es zeichnet sich deutlich ab, dass die Operationen aus der Luft und mit kleinen Gruppen nicht zu entscheiden ist, und vor großangelegten Operationen schreckt man offensichtlich zurück. Immerhin haben auch die Russen nach 10 Jahren mit ungeheuren technischen Einsatz die Afghanen nicht in die Knie zwingen können. Und die Taliban wissen, wenn erst mal der Schnee da ist, geht es erst im nächsten Jahr weiter. Das ist gewonnene Zeit wo man bereits wieder woanders aktiv werden kann.
 

Supernature

Und jetzt?
Teammitglied
Ich las Heute in der Zeitung die Überschrift "Taliban zäher als erwartet" - da mußte ich wirklich lachen. Haben die denn allen Ernstes geglaubt das sei in 14 Tagen erledigt? Ein Flugplatz hier, ein Lagergebäude da - viel mehr ist doch trotz pausenloser Angriffe bisher nicht gewesen, war ja schon vorher fast alles kaputt.
Mich erinnert das an die Propagande während des Golfkriegs - nach dem 2. Tag hieß es die Iraker sind praktisch erledigt - danach hatte man den Eindruck die Amis würden statt Bomben Werkzeug abwerfen, von Tag zu Tag war das Land ein Stück intakter.
Wenn Bush eine Chance auf Erfolg haben will, dann wird er sich auf einen unglaublich blutigen und verlustreichen Guerillakrieg einlassen müssen - mal sehen wie lange er dafür die Unterstützung der Bevölkerung hat. Zumal die Wahrscheinlichkeit wirklich etwas zu erreichen eher klein ist.
 

Richard

chronische Wohlfühlitis
ich las heute einen Bericht in einer Zeitung, nach dem Militärexperten davon ausgehen, daß der Krieg in Afghanistan bis zu vier Jahre dauern könnte - hoffentlich täuschen die sich.
 

rsjuergen

assimiliert
Ich denke eher nicht. Nach gesterigen Meldungen sind ca. 30.000 bewaffnete Pakistani auf dem Weg nach Afghanistan zur Unterstützung der Taliban.
Aus der Luft ist dieser Krieg nicht zu gewinnen und wenn Landetruppen eingesetzt werden, dürfte dies desaströs werden.
 

Richard

chronische Wohlfühlitis
Es ist zwar schade, aber die Amis haben aus Mißerfolgen noch nie gelernt. Bleibt nur zu hoffen, daß die Amis da nicht ihr zweites Vietnam erleben.
 

TBuktu

Senior Member
Die Sowjets hätten auch schon von Vietnam lernen können
Hitler hätte von Napoleon lernen können

Es ist erstaunlich - auch im täglichen Leben - wie viele Leute doch glauben, dass sie so alt werden, um alle Fehler selber machen zu können...

Tunnelblick?

Gruss
Tim
 

Ottomane

fühlt sich hier wohl
Jo Tim, wo du recht hast, hast du recht!

Aber eines kann ich überhaupt nicht ab: auf die Amis und die Briten und die ....was weiß ich, was da noch kommt ... rumzuschimpfen, ohne alternative Ideen zur Lösung vorzustellen.


30 000 angeblich mit Kalaschnis und Raketenwerfern bewaffnete Pakistani, die die Taliban supporten wollen - und DIE werden (angeblich) von pakistanischen Grenzern zurückgehalten. Da kommen mir doch glatt die Tränen vor Bewunderung für die pakistanischen Wächter. .... Menschenskinder. das darf man doch nicht nachbeten, was so in den Medien steht.

Aufgrund der Infosperre lechzen die doch nach Futter, das sie verkaufen können. Leutz, ich glaube, Zahlen, Orte, Erfolge, Verluste .....wir können uns das alles abschminken. Es ist immer eine zweischneidige Angelegenheit, nämlich Informationsvielfalt und Informationssperre. Es soll der Sache dienen, doch ...was genau ist die Sache???

Wir haben den 11. erlebt, wer von euch hat ein Rezept dagegen. ...Es ist ein langwieriger, ja generationenübergreifender Weg, Terror EINZUDÄMMEN, ob man ihn ausrotten kann, Zweifel sind durchaus berechtigt. .....Aber wie lange wollen wir warten, wie lange halten wir aus?? Wollen wir selber denn nicht am liebsten noch den Weg zum übergreifenden Frieden erleben?? Ich denke schon, diesen Wunsch haben wir wohl alle .... aber wir wollen ihn doch auch in Gedankenfreiheit erleben, oder??

Ne Lösung dazu hab ich auch nicht, aber wenn wir uns kritische und konstruktive!! Gedanken machen, dann bringt uns das schon ein Stück näher ran und zueinander.

In diesem Sinne
Ottomane
 

rsjuergen

assimiliert
Auch wenn viele im Ergebnis des 11. September nur eins sehen: TERROR, machen wir uns nichts vor, letztendes ist es ein (von den Zukunftforschern bereits vor 30 Jahren vorausgesagt) Konflikt zwischen Süd gegen Nord, bzw. zwischen arm und reich. Letztendes ein Klassenkonflikt der jetzt von den armen der dritten Welt ausgefochten wird, weil ja die "Arbeiterklasse" der Industriestaaten "ruhiggestellt" wurden. Übrigens ein Ergebnis der Harmonie zwischen "Arbeitgeber" und "Arbeitnehmer", zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände und jetzt schlägt die Globalisierung zu und die dritte Welt zurück!
 

TBuktu

Senior Member
Es gibt nur einen Weg - aber wie kann man das realisieren ?

Der Weg heisst Bildung.

Indoktrination ist viel zu leicht bei ungebildeten (und damit meine ich auch einseitig gebildete Menschen)

Die Kinder dürfen nicht nur von klein auf in den Moscheen ausgebildet werden, sondern müssen eine vernünftige Schulbildung mit Erziehung zur Toleranz erfahren.

Ich kann nur immer fassungslos zuschauen, wenn ich sehe, wie erwachsene Leute auf den Strassen Fahnen verbrennen und Strohpuppen anzünden.

Natürlich waren die Terroristen auch studierte...aber die entscheidene Phase ist die Kindheit.


Gruss
Tim
 

rsjuergen

assimiliert
@tBuktu:
Da gebe ich Dir vollkommen recht, aber Bildung kostet Geld, Geld welches die dritte Welt nicht hat. Ich denke mal, das Geld wäre in Bildung wichtiger investiert, als in jeden Kilo Mais - mag zwar krass klingen, aber gebildete Leute können sich in aller Regel selber sattmachen, während der Mais aufgefuttert wird und man hat nichts erreicht. Offensichtlich auch ein Grund warum Industriestaaten mehr Geld für Ernährungshilfe als für Bildung in der dritten Welt ausgeben - weil die "Mächtigen" gar kein Interesse an Bildung in diesen Ländern haben.
 
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