Für einen Rekord hat es nicht gereicht – den hält weiterhin der am 28. Februar gemeldete Einwahl-Trojaner mit 900 Euro pro Verbindungsaufnahme –, aber zumindest für viel Ärger: Ein neu aufgetauchter von Websites untergejubelter "Highspeed"-Dialer belastet die Telefonrechnung immerhin mit 80 Euro pro Minute, kann also bei einem unaufmerksamen Websurfer einen Schaden von bis zu 4.800 Euro in der Stunde anrichten.

Wie der "Donaukurier" am letzten Freitag meldete, sind im Raum Ingolstadt bereits 15 einschlägige Anzeigen bei der Polizei eingegangen. Die örtliche Verbraucherzentrale spricht von weiteren 20 Betroffenen. Jeder davon soll zwischen 1.000 und 3.000 Euro eingebüßt haben. Das betreffende Dialer-Programm hat sich offenbar unter dem Deckmantel harmlos erscheinender Dialoge auf den Rechnern der Betroffenen installiert. In aller Regel fangen die Betreiber der Websites, die solche kostspieligen Aufmerksamkeiten verteilen, ihre Opfer über E-Mails ein, die vorgeben, privat und vertraulich zu sein und irgendwelche meist freizügigen Privatfotos unter Angabe einer Webadresse versprechen. Wie bereits etliche Vorgänger richtet auch der nun aufgetretene Einwahltrojaner eine neue DFÜ-Verbindung als bevorzugte ein. Diese Verbindung führt über eine jener 0190-0-Nummern, deren Gebührenraten die jeweiligen Anschlussbesitzer selbst bestimmen können.

Die Ingolstädter Verbraucherzentrale rät Betroffenen, gegen verdächtige Telefonrechnungen sofort Widerspruch einzulegen und einen Einzelverbindungsnachweis zu fordern, sofern noch keiner vorliegt. Wenn es nötig wird, den Rechtsweg zu beschreiten, sind Beweise wichtig – also ist es besser, den Einwahltrojaner irgendwo abzuspeichern als ihn einfach spurlos zu löschen. Natürlich sollte man sicherstellen, dass er sich nicht unbemerkt wieder als bevorzugte Verbindung einträgt.