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Thema: openSUSE10.3 auf dem EeePC

  1. #1
    schläft auf dem Boardsofa Avatar von Smuggler
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    openSUSE10.3 auf dem EeePC

    Hier möchte ich einigermaßen verständlich beschreiben, wie man openSUSE10.3 auf einem EeePC zum laufen bekommt, auch ohne allzu tiefe Linux-Kenntnisse (Grundlagen braucht man trotzdem).

    Für mich hat das sehr gut funktioniert - es kann allerdings sein, dass es bei dem einem oder anderen nicht funktioniert!

    Ich habe im Groben die Schritte ausgeführt, die im openSUSE-Wiki veröffentlicht wurden.

    Hier der Link zur Wiki-Seite: [Klick mich!]

    Ich möchte dem ganzen an dieser Stelle eine Beschreibung in Deutsch hinzu fügen.

    Man braucht:
    • einen PC oder ein Laptop, auf dem schon irgendeine Linuxdistribution läuft
    • einen ASUS EeePC 4G "701"
    • einen USB-Stick mit min. 2GB Speicher
    • ein paar Linux-Grundkenntnisse
    • Grundkenntnisse von openSUSE und YaST2
    • Grundkenntnisse in Bezug auf FVWM2
    • DSL-Anschluss und Router mit "freiem Kabelport"
    • ein wenig Zeit und "Mut"


    Als erstes lädt man sich Datei "eeeSUSE-liveusb.gz" von dieser Stelle herunter: [Klick mich!]
    Dann entpackt man das im Archiv vorhandene Image in einen Ordner seiner Wahl - mit dem Packprogramm seiner Wahl ....
    Das Image muss nun auf den USB-Stick, der als Installationsmedium dient. Achtet darauf, dass ihr keine wichtigen Daten mehr auf dem USB-Stick gespeichert habt - mit der folgenden Anweisung werden auch alle Dateien auf dem Stick unwiderruflich gelöscht.
    Den USB-Stick "einstöpseln" und mounten.
    Eine Konsole (Terminalfenster) öffnen und mit root-Rechten folgendes eingeben:
    Code:
    dd if=/Pfad_zur_Image-Datei/eeeSUSE-liveusb of=/dev/sd* (gemounteter USB-Stick, z.B. /dev/sdb)
    VORSICHT!!! Wenn ihr S-ATA-HDDs in eurem Alltagsrechner verbaut habt, kontrolliert die Eingabe lieber einmal mehr - der Befehl funktioniert auch hervorragend auf der home- oder root-Partition bzw. -HDD. Im schlimmsten Fall habt ihr euer System zerstört.
    Nach der Eingabe bekommt ihr keine Bestätigung. Wartet einfach 5-10 Minuten ab (hängt von der Rechenleistung ab), dann erscheint die Antwort wieviele Daten in welcher Zeit "kopiert" wurden.
    Der Stick ist nun bootbar und beinhaltet ein Live-System mit dem user "linux" und "root" - jeweils ohne Passwort. Netzwerkunterstützung für den im EeePC verbauten Chipsatz ist auch noch nicht dabei.
    Den Stick nun ein einen "Slot" des EeePC stecken und einschalten.
    Taste F2 für's BIOS-Setup drücken.
    Den USB-Stick als erste Festplatte einrichten und das ganze mit F10 speichern.
    Nun bootet der EeePC über den USB-Stick erneut und ihr solltet ein GUB-Menü sehen - lasst die Auswahl wie sie ist und los geht's...
    Während des Bootvorgangs kann eine Fehlermeldung mit den furchtbarsten Drohungen erscheinen ("... undefined mode number ...") - einfach die SPACE-Taste drücken - das System wird gestartet - ohne negative Auswirkungen auf die Hardware ...

    Jetzt erscheint der Windowsmanager FVWM2.
    Natürlich ist das bestimmt nicht das, was ihr von openSUSE gewohnt seid - da kommen wir aber noch hin.

    Jetzt auf das openSUSE-Icon am oberen Bildschirmrand klicken, "Control-Center" klicken - und schon startet YaST.
    Unter "Miscellaneous" den "Live-Installer" anklicken - und schon kann's fast losgehen. Man bekommt jetzt noch keine Pakete zur Auswahlt gestellt - es wird einfach das vorhandene Live-System auf die "Festplatte" kopiert. Die Partitionierung sollte man aber doch ändern - ich habe nur eine Partition erstellt - ohne SWAP - und GRUB in den MBR und nicht in eine boot-Partition installiert. Nehmt als Dateisystem EXT2, so wird die eingebaute SD ein wenig geschont, da hier nicht so viele Lese- und Schreibvorgänge initiiert werden wie bei einem "Jounaling-Filesystem" - dazu aber später noch mehr.

    Wenn der Vorgang abgeschlossen ist und der EeePC neu gestartet wird, muss der USB-Stick wieder entfernt werden. Es gibt nun eine GRUB-Fehlermeldung und ihr müsst den Eintrag "(hd1,0)" in "(hd0,0)" händisch ändern. Nun sollte die eben fertig gestellte Installation booten.
    Am einfachsten ist es nun via YaST GRUB neu zu konfigurieren - sonst möchte das System jedes mal vom USB-Stick booten ... (ein kleiner Nachteil der "dd-Methode").
    Ihr könnt aber auch nochmal über den USB-Stick booten, die interne SD mountene und die /grub/menu.lst entsprechend editieren.

    Jetzt, nachdem openSUSE gebootet ist, ist auch die Unterstützung für die Netzwerkkarte des EeePC vorhanden - sie muss nur noch eingerichtet werden.
    Das geht wieder am bequemsten über die bekannten Tools in YaST. Denkt aber bitte daran, dass jetzt nur ein Basis-System installiert ist und ihr die Methode "ifup" wählt. Nun könnt ihr den EeePC mit dem Router verbinden und ein
    Code:
    rcnetwork restart
    (über die Konsole mit root-Rechten) sollte die Verbindung herstellen.

    Ich habe an dieser Stelle erst einmal einen user eingerichtet und ein Passwort für root vergeben.
    Dann habe ich die /etc/X11/xorg.conf editiert und folgendermaßen angepasst (die Bildschirmauflösung passt ja im Ursprungszustand überhaupt nicht ... und unter SAX2 werden die folgenden Optionen nicht zur Auswahl angeboten) ...
    Sucht in der Datei nach der "Section "Monitor"" und ersetzt die Einträge mit diesem:
    Code:
    Section "Monitor"
       Identifier   "Monitor[0]"
       VendorName   "ASUS"
       ModelName    "eeePC 701"
       ModeLine     "800x480" 29.58 800 816 896 992  480 481 484 497 # 60Hz
       Option       "DPMS"
     EndSection
    So kann das kleine LCD-Display korrekt angesteuert werden.
    Dann "Section "Screen"" suchen und damit überschreiben:
    Code:
    Section "Screen"
       DefaultDepth 24
       SubSection "Display"
         Depth      24
         Modes      "800x600"
       EndSubSection
       Device       "Device[0]"
       Identifier   "Screen[0]"
       Monitor      "Monitor[0]"
     EndSection
    Jetzt weiß das System auch, welcher Monitor "angeschlossen" ist ...
    Eigentlich reicht das schon ... aber, nehmen wir noch die korrekten Grafik-"Treiber" und suchen in der Datei die "Section "Device"" - ersetzen auch dieses - und zwar mit:
    Code:
    Section "Device"
       BoardName    "Mobile 915 GM"
       BusID        "0:2:0"
       Driver       "intel"
       Identifier   "Device[0]"
       VendorName   "Intel"
     EndSection
    Nun die Tasten STRG+ALT+BackSPACE drücken - der X-Server startet neu - und ihr seht eine KDM-Anmeldemaske.
    Jetzt entweder mit user "linux" oder "root" ohne Passwort einloggen - oder ihr habt es gemacht wie ich - dann wisst ihr ja, wie ihr euch einloggt.

    Ich habe an dieser Stelle via YaST erstmal ein paar Online-Repositories eingerichtet, ein Update gemacht und das System auf deutsch lokalisiert. Je nach Bandbreite eures Internetzugangs kann das schon ein Weile dauern ... (so zwischen 30 Minuten und 1,5 Stunden).

    Nachdem jetzt auch ein neuer Kernel installiert ist, habe ich noch schnell den user "linux" entfernt (via YaST) und das System neu gebootet.

    Zwischenzeitlich hatte ich mir überlegt, welchen Desktop ich denn gerne für den EeePC nehmen würde ....

    Meine persönliche Wahl fiel auf GNOME - obwohl ich sonst ein KDE-Fan bin. Irgendwie finde ich, dass GNOME besser zum EeePC passt. Macht einfach das, was ihr am besten findet.

    Für eine Installation von KDE solltet ihr auch die "KDE-Backports" über YaST in den "Community Repositories" aktivieren - sonst werden die QT4-Abhängigkeiten leider nicht sauber aufgelöst.
    Bei GNOME kann ich das Hinzufügen der "GNOME:Stable-Repositories" nur empfehlen ...

    Ich bin, faul wie immer, so vorgegangen, dass ich mir einfach über das Softwaremenü "Selektionen" GNOME ausgesucht habe und Yast den Rest überlies ....
    Erst nachdem das fertig war, habe wieder alles das deinstalliert, das ich nicht haben wollte.
    Um auch noch den letzten Rest der KDE-Abhängigkeiten los zu werden, musste ich für die Anmeldung "GDM" und GNOME als Standard-Windowsmanager einrichten (über YaST -> System -> Systemeinstellungen ...).

    Es macht ja kaum Sinn, wenn man nicht alle eingebaute Hardware nutzen kann - also ging ich jetzt daran, den passenden WLAN-Treiber zu installieren, WLAN einzurichten und die Webcam gangbar zu machen.

    Für die WLAN-"Karte" brauch man die "madwifi"-Pakete von "appleonkel". Dazu sollten folgende Online-Repositories via YaST eingefügt werden:
    Code:
    http://download.opensuse.org/repositories/home:/appleonkel:/EEE/openSUSE_10.3/
    http://download.opensuse.org/repositories/home:/appleonkel:/EEE/openSUSE_10.3_Update/
    Nachdem die Pakete installiert sind, kann man die WLAN-"Karte" bequem mit YaST einrichten (ath0) und den "Networkmanager" aktivieren.
    Es gibt einige Stimmen die behaupten, dass WLAN mit dem EeePC besser über den Windowstreiber mit NDIS-Wrapper funktioniert ... das kann ich aber aus meiner Erfahrung heraus verneinen. Bei mir funktionieren die "gepatchten" Treiber von "appleonkel" ganz hervorragend und stabil.

    Um die Webcam nutzbar zu machen sollten nicht das "originale" openSUSE-"uvcvideo-kmp-default"-Paket gewählt werden, sondern das "gepatchte" von "schmolle". Daher noch folgende Online-Repositories hinzufügen:
    Code:
    http://download.opensuse.org/repositories/home:/schmolle1980/openSUSE_10.3/
    http://download.opensuse.org/repositories/home:/schmolle1980/openSUSE_10.3_update/
    Verliert nicht den Mut, wenn ihr unter "uvcview" oder "wxCam" kein Bild bzw. noch nicht einmal eine Videoquelle seht - mit "Kopete" und "Skype" arbeitet die Webcam ganz normal. Ich habe keine Ahnung warum, das so ist ....

    Sehr viel ist jetzt nicht mehr zu tun .....
    Folgende Online-Repositories sollten noch hinzugefügt werden:
    Code:
    http://download.opensuse.org/repositories/home:/seife/openSUSE_10.3
    http://download.opensuse.org/repositories/home:/rusjako:/eeePC/openSUSE_10.3
    und die Pakete "suspend", "eeeEvents" und "EeeFancontrol" iinstalliert werden.
    • "suspend" für Suspend to RAM
    • "eeeEvents" für die Fn-Tasten
    • "EeeFancontrol" dafür, dass der Lüfter nicht ständig läuft


    Damit auch alles "richtig" funktioniert, müssen folgende Dateien wie beschrieben angepasst werden:
    /etc/powersave/events
    Code:
    ...
    EVENT_BUTTON_SLEEP="suspend_to_ram"
    ...
    /etc/sysconfig/kernel
    Code:
    ...
    MODULES_LOADED_ON_BOOT="asus_acpi"
    ...
    So, jetzt nochmal booten - und es sollte alles recht gut und flott funktionieren.

    Viele EeePC-User haben die Befürchtung, dass die eingebaute SD-Karte, die als Festplatte herhält die vielen Lese- und Schreibvorgänge mit vorzeitigem Ableben quittiert - und wollen das logischerweise weitestgehend verhindern ....

    Ein Methode ist, ein Dateisystem zu nutzen, das kein "Journal" anlegt und ständig "neu sortiert" - zudem sollte es relativ wenig fragmentieren - also nimmt man am besten EXT2 ... das ist so der "goldene Mittelweg".
    Dann werden in der fstab noch ein paar sehr praktische Parameter eingetragen, die die Zugriffe noch weiter reduzieren - wie z.B. die Option "noatime", die Bewirkt, dass die Zugriffszeiten auf die Dateien, die normalerweise aufgezeichnet werden nun eben nicht mehr aufgezeichnet werden.
    Ein weiterer "Trick" ist, einige Verzeichnisse als "temporäres Dateisystem" zu mounten. Das reduziert die Anzahl der Dateizugriffe deutlich - hat aber den Nachteil, dass alls darin enthaltenen Dateien beim nächsten Systemstart einfach weg sind. Die Option kann in der fstab so aussehen:
    Code:
    tmpfs      /tmp                    tmpfs        defaults      0 0
    tmpfs      /var/tmp                tmpfs        defaults      0 0
    tmpfs      /var/lock               tmpfs        defaults      0 0
    Ausserdem sollte das Updater-Applet deaktiviert und der updater-deamon schlafen gelegt werden - es wird dann zwar nicht mehr automatisch nach Updates gesucht - aber - dies ist ja nicht die einzige Möglichkeit sein System aktuell zu halten....
    Es gibt noch mehr Methoden - nur, ob die wirklich Sinn machen .... bleibt jedem selbst überlassen ....
    Im Dateisystem EXT2 (auch in EXT3) gibt es sog. für root reservierte Blöcke. Die kann man ganz einfach reduzieren, so dass mehr Speicherplatz für den user übrig bleibt.
    Nun mit root-Rechten in der Konsole beispielsweise
    Code:
    tune2fs -m2 /dev/sda1 (oder wie auch immer eure Partitionen aussehen ...)
    eingeben - und die reservierten Blöcke nehmen nur noch 2% des Festplattenplatzes ein (default ist 5%).

    Es gibt mittlerweile noch mehr Anpassungen und Anleitungen, noch das letzte Quäntchen aus dem EeePC heraus zu quetschen - mir hat das aber gereicht - und die Dinge, die ich "brauche", funktionieren einwandfrei.

    GUI-Software, neben GNOME-Standard, die ich auf dem EeePC nutze:
    • OpenOffice
    • Pidgin
    • Thunderbird (mit Lightning)
    • Firefox
    • Ekiga
    • Skype
    • gFTP
    • audacious
    • Streamtuner
    • xine
    • eog


    So bleibt mir ca. 1GB an freiem Speicher übrig - für die Dokumente unterwegs und Präsentationen reicht das allemal ...

    So, das war's jetzt erstmal. Viel Spaß und Erfolg beim selber machen ...
    Geändert von Smuggler (26.05.08 um 23:05 Uhr) Grund: Fortsetzung ....

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