Ergebnis 1 bis 1 von 1

Thema: Vorbereitungen für die Linuxinstallation

  1. #1
    Moderator Avatar von Bio-logisch
    Registriert seit
    03.02.03
    Beiträge
    13.010

    Vorbereitungen für die Linuxinstallation

    Also gut. Du hast Dir mal Knoppix oder die Suse Live Eval angesehen. Du willst mehr? Den richtigen Stoff, den Harten? Du hast Dir mal die FAQ durchgelesen und weißt was auf Dich zukommt? Ok, dann mal los!

    1. Schritt: Der Stoff muss her
    Als erstes brauchst Du mal eine Installationsquelle. Dies ist in aller Regel eine CD, die Du z.B. unter www.linuxiso.org gezogen und mit Nero oder so gebrannt hast. Die hast Du, und sie ist auch bootfähig? Alternativ kann man auch direkt von einem FTP - Server installieren, dann braucht man aber einen Router und eine Startdiskette.

    2. Schritt: Sicherheit geht vor
    Dann kommt jetzt der 2. Schritt (und eigentlich auch der wichtigste): Ein vollständiges Backup aller Daten, die man eventuell noch mal brauchen könnte! Man soll ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber sicher ist sicher! Bei so einer umfangreichen Operation, wie der Installation eines Betriebssystems, kann immer mal was schief gehen. Am Ende steht man dann doch ganz schön auf dem Schlauch, hier also nicht zu faul sein!

    3. Schritt: Platz da für Linux
    Linux braucht mehrere eigene Partitionen auf der Festplatte. Da die meisten PCs heutzutage mit nur einer einzigen Partition auf der HD ausgeliefert werden, muss man diese entweder verkleinern oder aber löschen und alles neu anlegen.
    Wenn die Partition hdx1 (C) Fat 32 formatiert ist, dann kann man sie mit freien Tools wie Fips (ein kleines DOS Programm, bei jeder Distribution dabei) verkleinern. Dafür muß man vorher die Festplatte defragmentieren. Derartige Programme stehen auch während des Installationsprozesses der meisten Distributionen zu Verfügung.
    Auch für NTFS gibt es seit neuem ein freies Tool, was aber noch nicht bei allen Distributoren während der Installation bereit steht. (Mandrake 9.1 besitzt z.B. diese Funktion)
    Man aber auch auf kommerzielle Produkte, wie Power Quest Partitionmagic, zurückgreifen. Achtung! Darauf achten, das die verwendete Version auch mit der NTFS Version kompatibel ist! Für XP braucht es PQ Magic 7.x (so weit ich weiß).
    Bei der Verkleinerung bestehender Partitionen hat man den Vorteil, dass man sich das zurückspielen des Backups spart. Geht dies nicht, dann muß man halt die Festplatte vollständig neu partitionieren.

    4. Was brauche ich für Partitionen?
    Kommt drauf an:
    Linux kann FAT32 schreiben und lesen, NTFS nur lesen (schreiben ist noch in Entwicklung, nur auf eigenes Risiko!). Windows kommt mit den Linux Dateisystemen nicht wirklich klar, außer mit speziellen Programmen, die aber auch nicht immer überzeugend sind (vor allem beim schreiben kann es zu erheblichen Problemen kommen!).
    Daher braucht man, wenn man NTFS als Win Dateisystem benutzt, auf jeden Fall 2 Win - Partitionen: 1x NTFS (Primär, Windows C) für das Betriebsystem und ein mal FAT32 (Logisch, Windows D) für den Dateiaustausch.
    Linux braucht auf jeden Fall 2 Partitionen:
    Eine für das Wurzelverzeichnis / (ext3 oder Reiser FS z.B.), in das Linux installiert wird. Das sollten dann schon mindestens 2 GB für ein Minimalsystem sein. Besser 6 + x!
    Eine Swap Partition für die Auslagerungsdatei. Größenordnung 1-2 mal den Arbeitsspeicher.
    Bei älteren Rechnern muss der Kernel innerhalb der ersten 1024 Zylinder (also zwischen 0 und 1023) gespeichert werden, dass sind die ersten 8GB der Festplatte.
    Wenn die Platte größer ist, ist es daher sinnvoll für das Verzeichnis /boot (Hier liegt der Kernel) eine eigene kleine Partition anzulegen. Die sollte dann ganz am Anfang liegen, als hdx1. 14 MB reichen aus, ext2 ist das Dateisystem der Wahl.

    Das kann man selber so vorbereiten, aber es reicht eigentlich aus den freien, unpartitionierten Platz zu Verfügung zu stellen. Die Installationsroutinen der Distributoren teilen den sich dann selber ein.

    Wer will, kann natürlich weitere Partitionen für andere Verzeichnisse anlegen. Eine eigene Partition für das /home Verzeichnis erleichtert zum Beispiel die Backupstrategie erheblich.
    Ein Verzeichnis /tmp ist auch sinnvoll, da dies eine Fragmentierung des ganzen Systems gar nicht erst entstehen läßt. Hier sieht man dann auch die Bedeutung des Spruchs "Wer sich nicht bewegt, der spürt seine Fesseln nicht!" Dies ist mit dem Laufwerksbuchstabenkonzept von MS so nicht möglich!

    Eine Beispielplatte:

    [hdx1 /boot ext2] [hdx2 Windows C NTFS/FAT32] {erweiterte Partition hdx3 mit [hdx5 Windows D Dateiaustausch FAT32][hdx6 Swap eigens Format][hdx7 / Wurzelverzeichnis ext3].....}

    Anmerkungen:
    Dies ist eine IDE Festplatte. x kann a, b, c oder d heißen, je nach dem, an welchem IDE Bus die Platte hängt: a = erster Master, b = erster Slave, c = zweiter Master ...
    Eine Festplatte kann nur 4 Primäre Partitionen haben. Diese werden mit der Nummer 1 - 4 gekennzeichnet.
    Will man mehr Partitionen haben, dann muß man eine so genannte Erweiterte Partition anlegen, Die ebenfalls als Primäre gilt.
    In dieser stehen dann weitere Partitionen, die Logischen Laufwerke. Diese bekommen die Nummern 5 folgende.
    Hat man eine SCSI Festplatte, dann heißt das ganze sdxy, an Stelle von hdxy.

    Win 9x/ME kann immer nur eine Primäre Partition sehen, die, auf der es selber steht. Ihr wird der Buchstabe C zugeordnet. A und B sind für Diskettenlaufwerke reserviert. Die logischen Laufwerke heißen D folgende, sofern sie ein für Win sichtbares Format haben.
    Die Windows - NT Reihe ist da flexibler, in der Voreinstellung sind die Bezeichnungen aber identisch.

    Das Linuxdateisystem ist da wesentlich anpassungsfähiger:
    Hier hat man einen vorgegebenen Verzeichnisbaum. Hinter jedem Verzeichnis kann sich eine eigene Partition verbergen. Welche Partition / Gerät bei welchem Verzeichnis eingebunden wird, steht in der Datei /etc/fstab.
    Dieses Konzept ist natürlich deutlich überlegen:
    Angenommen eine Festplatte ist voll. Man kann keine Daten löschen, da alle benötigt werden, daher muß eine zweite her. Bei Win bekommt diese einen weiteren Laufwerksbuchstaben zugeordnet und alle Benutzer müssen darüber informiert werden, wo die Daten ab jetzt zu speichern/finden sind. Das funktioniert in aller Regel nicht (eigene Erfahrung).
    Bei Linux kann der Systemadministrator die Daten einfach verschieben und die neue Festplatte oder Partion an der selben Stelle wieder einbinden, ohne das irgend ein Benutzer dies auch nur bemerken würde!
    Wie dies im Detail von statten geht, steht hier.

    Dies ist nur ein allgemeines Vorwort zur Installation und keinesfalls vollständig! Weiter Informationen über den genauen Verlauf bitte der Dokumentation der jeweiligen Distribution vor der Installation entnehmen!
    (Bio-logisch)
    Geändert von Bio-logisch (11.12.04 um 16:31 Uhr)

  2.   Anzeige

     

Ähnliche Themen

  1. [Information] Vorbereitungen zur Fussball-WM 2006
    Von Gamma-Ray im Forum Boardsofa
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.06.05, 12:14
  2. Game of the Year 2004 Vorbereitungen - Welche Games?
    Von Oli im Forum PC- und Videospiele
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 29.12.04, 14:16
  3. Nach Linuxinstallation win2000 nicht mehr bootbar
    Von Sosoaha im Forum Alles rund um Linux
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 22.11.03, 17:58
  4. Nach Linuxinstallation win2000 nicht mehr bootbar
    Von Sosoaha im Forum Alles rund um Windows
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 10.11.03, 15:00
  5. X-Mas Vorbereitungen
    Von BO im Forum Comedy & Spiele
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 15.11.01, 17:25

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •