SDSL auf dem Markt

Vor gut einer Woche startete die Deutsche Telekom AG in 10 deutschen Großstädten den Ausbau ihres SDSL-Angebots . Nach und nach erhalten Kunden in Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Köln, Dortmund, Frankfurt/Main, Stuttgart, München und Nürnberg für 100 bis 450 Euro symmetrische DSL-Verbindungen zwischen 256 kBit/s und 2 MBit/s, ab einem Gigabyte Transfersvolumen wird zusätzlich eine Volumengebühr fällig. Ab Anfang kommenden Jahres soll das Angebot dann Zug auf alle Gebiete ausgedehnt werden, in denen bereits das normale T-DSL angeboten werden kann.

Mit dem im Rahmen des T-DSL-Geschäfts eingeführten Angebot zielt die Telekom vor allem auf Unternehmen mit großen Upload-Ansprüchen, zum Beispiel aus dem Druck- oder Verlagsgewerbe. "Grundsätzlich bieten wir das aber für jeden an, der es haben will," sagte Telekomsprecher Wilfried Seibel gegenüber heise online; man wolle das Produkt schließlich verkaufen.

Beim Wettbewerber QSC , der -- wie schon einmal im vergangenen Jahr -- bis Ende Oktober noch einmal mit einem Einsteigerangebot SDSL-Kunden zu werben versucht, rechnet man vor allem mit Interesse von mittelständischen Unternehmen. Unternehmen, die größere Datenmengen bereitstellen wie etwa CAD-Konstruktionsbüros oder Medienunternehmen, könnten bis zu 30 Prozent IT-Kosten sparen, sagt QSC-Pressesprecherin Claudia Zimmermann. Bis 31. Oktober können Business-SDSL-Kunden einen Monat lang die volle Bandbreite bis 2,3 MBit/s symmetrisch für 99 Euro nutzen. Danach berechnet QSC etwa für die symmetrische Bandbreite von 1024 kBit/s 299 Euro plus 2,9 Cent pro MByte ab einem Gigabyte. Wie auch die Telekom sind die monatlichen Maximalpreise gedeckelt, im Beispielfall auf 649 Euro Maximalpreis. Einen solchen Deckel soll es auch im Telekomangebot geben. Maximal, erklärt Seibel, würden 522 Euro Volumengebühr in Rechnung gestellt.

Über die Entwicklung der SDSL- gebenüber der ADSL-Kundschaft mag man bei QSC ebenso wie bei der Telekom keine genaueren Auskünfte geben. Rund 50 Prozent der QSC-Kunden sind allerdings derzeit Reseller, die ohnehin das Speedway-Paket mit symmetrischen Datenraten nutzen, um die Angebote weiterzuvermarkten. Der Anteil der Endkunden aus dem Geschäfts- und Home-Bereich macht 30 beziehungsweise 20 Prozent aus. Bei QSC gibt man sich trotz des Telekomstarts im SDSL-Markt optimistisch. "Zumindest ist das ein Marktsegment, in dem wir die Ersten waren. Und wir gehen auch davon aus, dass unsere Kunden das honorieren", meint Zimmermann.

Resellerangebote im eigentlichen Sinn bietet die Telekom für die T-DSL-Business-Linie dagegen nicht, betont Seibel. Auch für die SDSL-Angebote sei das daher nicht geplant. Wettbewerber wie QSC könnten im Rahmen des Line-Sharing eigene Produkte aufsetzen. Damit sieht man sich wettbewerbsrechtlich aus dem Schneider, auch wenn der Vorteil der größeren DSL-Netzabdeckung den Wettbewerbern auch im SDSL-Bereich das Leben nicht leicht machen wird. Das Telekom-SDSL-Angebot können laut Seibel lediglich Online-Connect-Kunden der Telekom wie beispielsweise 1&1 weitervermarkten.

Bei 1&1 winkt man mit Blick auf SDSL allerdings erst einmal ab. Bei dem Schlund-Unternehmen ist man angesichts von 220.000 ADSL-Kunden hochzufrieden mit dem Geschäftsbereich und verweist auf den guten Halbjahresabschluss der United Internet AG. "Wir sind der zweitgrößte Wettbewerber nach T-Online," sagt 1&1-Sprecher Michael Frenzel. Er sehe derzeit den Bedarf für SDSL, zumindest im eigenen Kundensegment, noch nicht. Allenfalls für eingefleischte File-Sharer seien die symmetrischen Bandbreiten attraktiv. Doch die sieht man nicht als Zielgruppe. Sie würden die günstigen Flatrate-Angebote nur belasten, meint Frenzel. (Monika Ermert) / (jk/c't)

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