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Thema: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

  1. #1
    Modeberater Avatar von Gamma-Ray
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    30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Das war schon etwas einmaliges damals und es gibt dafür auch kein Handbuch, wo man das nachlesen kann, was alles zu tun ist.
    Und bei Millionen von Einzelschicksalen und Biographien ohnehin nicht. Das hat jeder Deutsche auch unterschiedlich erlebt und verstanden.
    Nach der verständlichen Euphorie kam für einige Menschen auch schnell die Ernüchterung, dass die Versprechen von blühenden Landschaften mehr etwas mit der blühenden Phantasie zu tun hatte.

    Ich habe mich damals auch über die überschäumenden Reden geärgert, aber es gab auch andere kritische Stimmen, die alles mehr mit dem realen Auge betrachtet haben. Nur auf die Politiker hat man weniger gehört, Bedenkenträger wurden an die Seite geschoben.

    Trotz einiger negativer Kritik behaupte ich, dass einiges zwar falsch, aber vieles richtig und gut gelaufen ist. Es braucht eben einige Jahrzehnte, bis mal alles so ist, wie esein soll. Das ist völlig normal.

    Mitte der Neunziger Jahre war ich einige Wochen in den neuen Bundesländern und ich habe dort geholfen, ein SAP-System aufzubauen.
    Ich habe viele schöne Dinge erlebt, musste sehr oft gemeinsam tricksen, weil es technisch noch nicht möglich war (Beispiel Telefonnetz), aber ich hatte einen großen Spaß daran. Not macht erfinderisch und damit kannten die Leute sich bestens aus.
    Aber auch ich bin nicht im Reichtum groß geworden und kenne die pragmatischen Tricks. Noch heute bin ich für das Erlebnis dankbar. Und so habe ich auch ein Netzwerk über viele Jahre hinweg pflegen können.

    Jetzt habe ich noch Bilder verglichen und gesehen, dass sich doch vieles in den Städten positiv entwickelt.
    Nicht für alle, das ist mir auch klar, aber wie gesagt wird man nicht auf jedes Einzelschicksal Rücksicht nehmen.
    Es gibt mehr positive, als negative Entwicklungen.

    Und eins noch mal zu den blühenden Landschaften: Auch im Westen gibt es kaputte Straßen und marode öffentliche Gebäude und Einrichtungen! Kein Grund in die Dauernörgelerschleife zu verfallen und ständig zu wiederholen, wie schlecht es immer noch alles ist.

    Ohne Wiedervereinigung wäre es mit absoluter Sicherheit nicht besser. Wenn man sich also immer noch ein wenig auf "die anderen" zubewegt, dann ist das alles viel besser.

    Ich sehe diesen Tag bzw. dieses 3 Jahrzehnteereignis jedenfalls so, daß es noch einiges zu tun gibt. Aber es wird noch eine Weile dauern,bis es mal irgendwie identisch ist auf beiden Seiten.
    Positive Erinnerung ja, aber feiern sollen die anderen von mir aus.

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  3. #2
    evol. Naturalist Avatar von Desperado
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Ich gehöre zu den anderen Ich feiere Name:  drinks.gif
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    Geändert von Desperado (09.11.19 um 16:29 Uhr)

  4. #3
    Offizieller SNF-Archivar Avatar von Keuchhusten
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Zur Feier des Tages habe ich mir gerade zwei DEFA-Kinderfilme aus den Aufbaujahren angeschaut.

    Das Märchenschloß

    Die Störenfriede

    Tja, da schien der Sozialismus noch eine gute Idee.

    Die Störenfriede sind besonders interessant, da der Film in Schwerin spielt, das wir uns ja gerade erst angesehen hatten, als wir an der Mecklenburger Seenplatte geurlaubt haben.
    Geändert von Keuchhusten (09.11.19 um 19:46 Uhr)

  5. #4
    jeder nach seiner Façon Avatar von Schpaik
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Ich habe sehr sehr wenig Bezug zum Osten. Ich hab mich für meinen einen Großvater sehr darüber gefreut, das er es noch zu seinen Lebzeiten mitbekommen hat, aber ich war zu keiner großen Party dort, obwohl ich hier und dort die Chance gehabt hätte.

    Mein zeitlicher Rahmen war, das ich 1989 nach Hamburg kam, wegen einer Sorgerechtsumverteilung laut dem Familiengericht in Eggenfelden.

    Durch diverse Veranstaltungen und Berichterstattungen (die wohl eher ne Lobhudelei sein sollen) sehe ich mich jedoch bestärkt darin, für die Menschen zumindest in diesem Land arbeiten und kämpfen zu wollen.

    Tut mir Leid, das ich nicht da sein kann. Um einfach zeigen zu können, das der Staat jeden Scheiße behandelt, sofern er nicht ins Konzept passt. Die Leute wählen Scheiße, weil sie nicht begreifen, was sie da wählen.

    Nachdem ich jetzt durch mehrere Wochen Recherche ne Menge über die Treuhand weiß, wundert es mich sehr, warum die noch nicht Berlin gestürmt haben... Wahrscheinlich weil die scheiß Stadt so groß ist. (und weil das damals Bonn und nicht Berlin war...!)

    Ehrlich? - Die Deppen da im Osten befürchten nach wie vor, das bei uns Soldaten aufmarschieren, falls sie Alarm machen. Ganz klar gibt das bis dato rund 3.000 Demonstrationen in Berlin pro Jahr.

    Die (demonstrative) Wahrheit ist jedoch: Nur durch Druck funktionieren Politiker. Marschiert in Berlin auf mit allem was ihr habt! Macht für ein paar Tage alles dicht.
    Dann wird es einen großen Aufschrei geben, die Zeitungen werden sich auf euch stürzen, die Politik wird alles was geschieht verurteilen...
    Und dann macht es nochmal!

    Rein Erfahrungsgemäß knickt die Politik so beim vierten, fünften Mal ein.
    Dann wird irgendwas kommen! - Klingt dann meist gut, ist aber so gut wie IMMER Mist!
    Und ich weiß, die meisten sind Müde, wollen sich den Scheiß nicht mehr antun, sind zufrieden damit, das irgendwas passiert ist.

    Ab hier beginnt der Kampf. Ab hier beginnt erst das, was ihr bisher bereit wart einzubringen. Was ihr fordert.

    Es ist nicht vorbei, wenn mal wieder WAHL ist! Das lässt sich mit Druck ändern! Der Druck muss jedoch vom gemeinen Wähler kommen. In dem die auf die Straße gehen. Und zwar ordentlich und nicht nur mit irgendwelcher Kacke im Internet.

    Und die gewählten Organe/Politiker werden zunächst schimpfen, die Polizei anrufen, alles verteufeln... bevor sie anfangen zu DENKEN FÜR DAS VOLK. (Na, nicht zwingend. Die globale Politik - als Exportland - 'da darf man einfach nicht Rücksicht nehmen'.)

    Es geht jedoch um die Bevölkerung. Nicht um irgendwelche Weltweit vernetzten Firmen. Lasst den Scheiß an die Wand fahren und behandelt uns im Osten endlich gleich!

  6. #5
    B.Ohlsen der alte Schwede Avatar von SoKoBaN
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Ich war live dabei und sehe dieses Ereignis mit gemischten Gefühlen.
    Meine Motive waren damals extrem naiv, aber ich war auch grad zarte 16 Jahre alt.
    Bananen und Reisefreiheit. Super, ich hasse dieses gelbe gebogenen Gemüse und fahre jedes Jahr im Urlaub an die Ostsee. Ich habe also primär für Dinge demonstriert, welche mich überhaupt nicht tangieren. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, das es der einzig vernünftige Weg war, das Dilemma ohne Kollateralschaden zu lösen. Wie knapp es in Deutschland vor 30 Jahren an einem Krieg vorbei ging, werden nur die Wenigsten erahnen können.

    Und ich muss mich auch bei den Wessis bedanken. Nicht für den Soli, der steht mir zu.
    Dafür, das man die Grenzen nicht verrammelt , sondern den gemeinen Ossi willkommen geheißen hat. Und zwar mit allen negativen Auswirkungen, die die ganze Geschichte mit sich gebracht hat. Weiß nicht, ob das heute immer noch so wäre, ich hab da andere Bilder im Kopf.

    Wofür ich mich 30 Jahre später immer wieder schäme, habe ich hier im SNF sicher schon erschöpfend dargelegt.
    Wie man als Ossi blaubraun oder linksrot wählen kann ist mir schleierhaft. Genau so, wie man verzweifelte Menschen am liebsten auf der anderen Seite der Grenze gern verrecken lassen möchte. Gerade der Ossi...ich versteh es einfach nicht.

  7. #6
    Modeberater Avatar von Gamma-Ray
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Zitat Zitat von SoKoBaN Beitrag anzeigen
    Wofür ich mich 30 Jahre später immer wieder schäme, habe ich hier im SNF sicher schon erschöpfend dargelegt.
    Wie man als Ossi blaubraun oder linksrot wählen kann ist mir schleierhaft. Genau so, wie man verzweifelte Menschen am liebsten auf der anderen Seite der Grenze gern verrecken lassen möchte. Gerade der Ossi...ich versteh es einfach nicht.
    Das musst du aber nicht und zum Glück haben auch sehr viele andere Menschen im Osten deine Einstellung. Du bist ja nicht für alle verantwortlich, die jetzt genau wieder den Fehler machen und die Partei wählen, die sie noch dreister belügt.

    Nein ich glaube nicht, dass es irgendwelche Politiker gibt, die nur die Wahrheit sagen. Die will das dumme Volk auch gar nicht hören. Wer als Politiker nicht mindestens mal flunkert, ist schnell von der Bühne weg.

    Ich bin mir aber zu 1000% sicher, dass es die Braunen völlig vergeigen würden, wenn man sie an die Macht lässt.

    Auch hier im Westen gab es diverse Probleme und auch hier ist nicht alles richtig gelaufen.
    Wenn ich mir aber vorstelle, dass Deutschland 1945 völlig in Trümmern lag, so ist die Nöhlerei heutzutage nicht nur auf hohem Niveau, sondern auch völlig überflüssig. Und die paar "aber...." sind im internationalen Vergleich einfach relativ niedrig.

    Wir haben immer noch die Chance vieles gemeinsam besser zu machen, aber bitte ohne Faschisten.
    Ich denke schon, dass das bald verstanden wird, überall in Deutschland.

  8. #7
    optimistischer Pessimist Avatar von shinshan
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Es ist aber immer noch eine Schande dass es zwischen Ost- und Westtarife unterschieden werden. Und das es noch den Soli-Zuschlag gibt ist auch eine Schande. Und das nach 30 Jahren. Das es von Anfang an nicht klappt, war mir sogar klar. Einige im Westen denken sogar, dass nur die "Wessis" den Solibeitrag zahlen müssen und die im Osten nicht.

    Achso, bin ein typischer Meckerossi.

  9. #8
    Praktizierender Atheist Avatar von Grainger
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    AW: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands

    Zitat Zitat von Gamma-Ray Beitrag anzeigen
    Ich bin mir aber zu 1000% sicher, dass es die Braunen völlig vergeigen würden, wenn man sie an die Macht lässt.
    Leider befürchte ich das bei der Linkspartei (bei deren Parteiprogramm ich zumindest bei ein paar Punkten zustimmend nicken muss) auch.

    Die AfD ist für mich aber schon deswegen unwählbar, weil da da ein paar wirklich unfassbar Dumme im Rampenlicht stehen und öffentlich immer wieder unglaublich dumme (und unüberlegte) Statements absondern.
    Grundsätzlich sollte das Gehirn eigentlich immer schneller sein als das Maul, ganz besonders wenn man im Rampenlicht steht. Andererseits ist es für mich als Bürger natürlich leichter solche Dummbacken zu identifizieren, wenn sie sich immer wieder vorschnell öffentlich prostituieren.

    Alle anderen Parteien haben leider auch ihren eigenen Bodensatz an intellektuell Minderbegabten, aber zumindest bleiben die meist eher auf den hinteren Bänken (Ausnahmen gibt es auch da natürlich immer).
    Geändert von Grainger (15.11.19 um 17:54 Uhr) Grund: Tippfehler

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