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Thema: Ich versuche seit Tagen...

  1. #76
    jeder nach seiner Façon Avatar von Schpaik
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Erzählst Du da von RTL-Nachmittagsserien oder gibt so etwas wirklich?
    Ich weiß nicht was RTL bringt. Der Sender ist für mich seit Bohlen Tot. / Zwangsläufig bekomme ich bei einigen Leuten den Sender hin und wieder mit, aber innerhalb meiner Senderliste gibt es den nicht mehr.


    kurz zu oben noch einmal

    Ganz klar habe ich mich falsch verhalten, in mehr als einer Hinsicht. Warum ich mich jedoch falsch verhalten habe, war allen sofort klar (mir auch). Aber irgendwo war da noch was.

    Ich habe rund zwei Monate gebraucht um zu erkennen, das ich mich schon vor dem Knall eigentlich nicht korrekt verhalten habe.
    Ich habe mir angebotene selbstgebackende Kekse als "ne, die sind hässlich" abgelehnt. Ähm.. das bin ich aber nicht. Ein solches Verhalten von mir ist eigentlich undenkbar!

    Als ich dann schlussendlich dahinter kam, was mit mir an diesem Abend passiert war, war die Entscheidung längst gefällt. Ich bin nicht mehr dabei!



    Zu jetzt:

    Ich bin inzwischen (mal wieder) rund 30 Stunden wach. Seit heute früh um eins schreibe ich im Forum. Zwei Beiträge von mir habe ich inzwischen gemeldet. Mir ist mein Zustand durchaus klar, ich denke nicht, das ich etwas schlimmes oder verwerfliches geschrieben habe, aber sicher ist sicher.

    Nur.. warum bin ich so aufgedreht und so seltsam melancholisch....

    Ich denke.. vermute.. glaube...

    Ich habe (eigentlich mal wieder..) ne Therapie. Aber zum aller ersten Male eine, bei der bekannt ist, das ich nicht an allem Schuld bin.
    Okay, am Donnerstag ist erst das zweite "Sondierungsgespräch". Und ich habe ernsthafte Bedenken, das ich klein Björn (er hat einen Nachnamen) erschlage. Mein Kopf ist groß, kompliziert, unwahrscheinlich bunt und wenn ich angespannt bin hört dieser nicht auf Gedanken zu produzieren. (Ich muss unbedingt meine Signatur ändern)

    Dinge die in mir sind, die ich bin, die ich war, die ich bin, die raus wollen, brauchen in Therapien einen Namen. Einen Ausdruck.
    Ich eiere seit ein paar Wochen hier im Forum schon mehrere Themen drumrum... sorry.. tut mir ehrlich Leid!

    Diverse Leute haben mir öffentlich oder auch per PN gesagt, ich bin viel zu offen, viel zu ehrlich. Hat hier nix zu suchen. Keiner will das lesen (dann lass es doch!) ist ein öffentliches Forum, du machst dich nur blöde... - vielleicht ist es das?! - Anderseits - Vielen Menschen geht es wie mir. Keiner traut sich. Und seien wir doch mal ehrlich... ich habe kaum noch etwas zu verlieren...

    Ich erwarte von der Therapie Hilfe. - Wirklich Helfen kann mir (laut meinem Erfahrungsschatz) keiner. Aber wenigstens ein Netz. Irgendwas, wo ich mich mal fallen lassen kann.
    Sachen, wo ich mal auch schlicht Menschen Anzeigen kann (also den Real-Namen nennen). Wo ich mich einer auffängt, wenn ich über das rede, über was ich nicht reden kann. Wo einfach meine Ängste - selbst die nur eingebildeten aber viel zu realen Ängste - als eben diese wahrgenommen werden. Wo ich einfach bin, wie ich bin, ohne den ganzen Gesellschaftsscheiß.

    Wo ich mal erzählen und zeigen kann (hier gibts nur doofe Smilies), wie es mir geht, was mich ausmacht, was ich bin.

    Der Fluch meines Daseins ist eine Sache. Die andere Seite ist, das ich sozusagen dazu gezwungen bin, nichts tun zu dürfen. Hängt mir mit meiner Freundschaft der Person, mit der ich seit jetzt rund 19 Jahren zusammenlebe zusammen.

    Die Frau verdient soviel, das selbst der kleinste Job sofort dazu führen würde, das Vater Staat sagt: "oh.. du brauchst keine Hilfe. Hast ja jemanden." Dass das schon länger keine Partnerschaft ist, lässt der Staat nicht gelten. Das es meiner arg angeknacksten Seele nicht gut tut, einer Frau, zudem einer Frau, die mir wirklich was bedeutet sozusagen ausgehalten zu werden, sagt der Staatsbedienstete Araum: "Die können das, das sind sie gewohnt!"

    Gibt es irgendjemanden der dies liest der NICHT verstehen kann, warum ich gerne Kreuze mit Staatsbediensteten wieder einführen möchte?

    Und ja, ich weiß, das die normalen Sachbearbeiter einfach nur die Befehle von oben ausführen. Und mehr als einer von euch ist unter diesem Druck zusammengebrochen. Aber viele von euch machen den Job inzwischen ohne Gefühl für den Menschen. Ich schreibe jeden Namen mit. Wenn wieder etwas nicht stimmt, werde ich auch diesen weiter geben. Versprochen!

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  3. #77
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Zurück zu mir.

    Wie soll ich innerhalb von maximal acht Sondierungsgesprächen erzählen, was mich ausmacht. Ich bekomme nicht mal ein einfaches "wie gehts dir" hin, ohne das mein Kopf versucht eine sinnvolle Antwort zu finden. (Eigentlich ist das fast lustig. ICH weiß, dass dies ne Floskel ist. Mein Kopf nicht. - Stelle meinem Kopf eine direkte Frage. Bevor ich das als Schpaik realisiert habe, gibt es wahrscheinlich bereits eine Antwort. Diese kann durchaus seltsam ausfallen, da ich eigentlich gar nicht anwesend war.)

    Ganz klar bin ich sozusagen "durch den Wind". Weihnachten steht vor der Tür, ich bin nix, die Welt steht mal wieder vor der Katastrophe und es sieht nicht nach Besserung aus. Gut... Weihnachten geht vorbei, aber dann steht die Welt immer noch vor der Katastrophe.

    ....

    .......


    Ich mag den Gedanken nicht, das ich niemals etwas werden kann. Das ich niemals etwas sein werde. Ich werde so schon kein Vorfahre sein, weil ich keine Nachkommen zeugen kann. Die blöde Natur hat sich mit mir halt nen Scherz erlaubt. Sorry das er mir persönlich weh tut. Könnt ihr nix für, aber ich eben auch nicht. Ich wäre gerne irgendjemand.

    Ich bin inzwischen so labil, das ich eigentlich für keine Gemeinschaft mehr tragbar bin - wie sich das zu Weihnachten wohl ergeben hat.

    (Lach... ich höre nebenbei Musik... und dann war die eben irgendwie zu Ende... Als Alternative wurde mir dann von J.B.O. vorgeschlagen: "Ein guter Tag zu Sterben"... und ja, da musste ich laut lachen!.. Das Lied wäre jetzt in meinem Zustand wahrscheinlich absolut tödlich. Windows hat anscheinend ganz klar ne treffliche Gefühlserkennung ... Lach)

    Und nein, keine Panik.. die Welt und viele Menschen darin haben oft genug versucht mich tot zu kriegen. Ich bin noch da. Viele von denen sind nicht mehr. Solange mein Körper mitmacht, wird sich daran nix ändern. Bin ich Verzweifelt, bin ich Hoffnungslos? - Bin ich seit Jahrzehnten... mindestens einmal im Monat. Seit drei Jahren im Schnitt einmal die Woche.
    Ganz klar fehlt mir inzwischen der Punkt, warum ich nicht aufhören sollte... wäre für viele einfacher.... müssten nicht überlegen ob ich tragbar wäre oder nicht.

    Scheiße..,. ihr bekommt mich nicht tot! So einfach und so wahr.

  4. #78
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Tatsächlich ist Weihnachten und dann Sylvester harmloser abgelaufen, als ich befürchtet hatte. Hat zum einen damit zu tun, das sich mein Verhältnis zu meiner besten Freundin (warum auch immer?) verbessert hat, zum anderen, weil ich einen alten Freund aufgesucht habe. ....und ja, er ist ein alter Klugscheißer.... aber da ist er mit mir in bester Gesellschaft.

    Und .. aller Wahrscheinlichkeit nach, hat es mir auch geholfen, mich hier aus dem Forum einfach mal auszuklinken.
    Dies hat weniger mit euch zu tun, sondern viel mehr damit, das ich hier eigentlich alles aufschreibe, was mich so beschäftigt. Das hat ganz klar seine guten Seiten... hat mich jedoch mit dem Vorwurf im RL von wegen sexueller Belästigung, der Aussage "du bist unheimlich" und so einigen anderen Dingen, viel weiter in meine Vergangenheit gebracht, als ich wollte.
    Dazu kam dann noch das nicht funktionieren der ASP, das verschlampen der DB von meiner Bewerbung und dann war ich wieder mittendrin in dem. wo ich jetzt bin. Aber alles mit viel mehr Mitgefühl und Anteilnahme. - Das ist nicht gut! (Ist so ähnlich wie Nachrichten schauen und sich die Sachen wirklich zu Herzen zu nehmen... zwischen kotzen und sterben gibt es da nicht viele Alternativen.)

    Was ich gemacht habe - ein wenig theatralisch - ich habe mich hier ausgeklingt. Ich wollte nicht mehr in dem Medium, indem vieles aus meiner Vergangenheit drin steht, sein.

    Hat mir - für den Moment - klar geholfen.

    Ne Lösung ist es nicht, aber ich bin zumindest wieder soweit, weiter zu kämpfen.

    Ne Lösung kann es hier auch nicht geben.. machen wir uns nix vor... ich schreib ja über vieles, aber eben nicht über alles.
    Zudem ist meine chromosomenbedingte Problematik mit einer der Gründe, warum das alles noch irgendwie sehr viel mehr komplizierter wird.

    Wo jetzt Kindheitstraumata anfängt, in welchem Maße es in ADHS übergeht oder einfach in Psychomacke zerfließt, weiß bisher keiner.
    Ganz klar sind viele meiner 'Problemchen' vielen anderen Menschen bekannt. Sorgen hat jeder. Glück und Unglück gehören zum Menschsein.

    Anderseits gibt es nicht so viele Menschen, bei denen in Stresssituationen einzelne Körperteile ihren Dienst versagen.

    Laut meinem Neurologen sehne ich mich wie jeder andere Mensch auch, nach Harmonie und Ruhe. Mein ADHS verlangt jedoch nach Action. Dann wird so etwas wie Vernunft oder schlicht mal ein bisschen in die Zukunft denken, einfach davon geblasen. - Kennt man von Teenagern. Ist bei mir immer noch so.

    Ich kann mich je nach Stimmung auch schlicht in Dinge die ich tue einfach verlieren. Also zeitlich. Im Grunde genommen bräuchte ich ne Zofe Sekretärin, die mich dazu anhält jenes und dieses zu dem und dem Zeitpunkt zu machen.

    So wie mit diesem Text.. wir haben das jetzt... oh scheiße ist das spät.. ich muss in vier Stunden los.. bb

  5. #79
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    In Bezug auf: https://www.supernature-forum.de/boa...ml#post1145485

    Die Identität des Kerls, des Mannes oder wie man dies auch immer beschreiben möchte... wird halt immer weiter herunter geschraubt in einer aufgeklärten Welt.

    Mann könnte hier jetzt anführen, das diese nicht unsere Kultur kennen, nicht den Respekt vor dem anderen Geschlecht besitzen... alles Quatsch!

    Männchen und Weibchen der Spiezies Homo Sapiens Sapiens sind einfach in gewissen Dingen unterschiedlich. Verschiebungen innerhalb sind auch normal. Nennt sich Evolution... ist etwas, was die Evolution immer wieder versucht. Ohne Evolution würde es uns alle nicht geben.

    Das Grundsätzliche Verhalten zwischen Männchen und Weibchen der Spezies Mensch ist schlicht: Wir achten auf die Grundlagen der Fortpflanzungsmöglichkeiten des anderen. (Klingt seltsam, oder?) Ist aber so. Es gibt inzwischen genügend Untersuchungen von diversen Unis dieser Welt um dies in die allgemeine Wissenschaft übernommen zu haben.

    Um auf den Link zurück zu kommen: Männchen sind eher darauf gepolt aggressiv und massiv zu reagieren. Er war der Ex. Welcher Ex wird nicht erwähnt. Es wird ausdrücklich nicht erwähnt ob die Kleine seine Tochter ist. Es wird auch nicht erwähnt, ob er die Tür aufgebrochen hat oder schon in der Wohnung war.

    Der ganze Hype der Nachricht besteht eigentlich nur aus einer brutalen Tat. Das Endresultat des Täters wird berichtet. Wieso er jedoch überhaupt zum Täter wurde, wird nirgendwo angefragt. Das ist schlicht eine Halbwahrheit. - Da steht eigentlich Nix!!! Nur eine brutale Tat. Und leider Gottes ist das auf dieser Welt Gang und Gäbe. Aber anstatt jeden Tag damit zwanzig, fünfzig oder (die Schätzung ist sehr viel realistischer) tausendfach zu kommen, wird eine brutale Tat heraus gegriffen um (vermutlich) die Leserschaft zu beschäftigen.

    Wäre ich nicht inzwischen schlauer als mir lieb ist, hätte ich einfach geschrieben: Was für ne dumme Maus, das die sich je auf so nen Typen eingelassen hat. Ist ja immerhin irgendein Ex von ihr.

    So einfach ist es leider nicht mehr. Ich weiß inzwischen wo frauisches und männisches Verhalten herkommt, wie wir gepolt sind, warum wir zwischenzeitlich doof wie Brot sind oder kühl berechnend, wo Liebe herkommt und wie diese entsteht. (Hass kann ich nur bedingt nachvollziehen!)
    Im Grunde genommen alles Abfallprodukte auf der Suche nach mir. Aufgrund meines genetischen Defektes funktioniere ich nicht nach diesen Prinzipien. Also ja, ein wenig, aber nicht so stringent wie anscheinend alle anderen.

    Nu hab ich den Nachteil/Vorteil gehabt, das mein Leben immer mal wieder zu recht extremen Verhaltensweisen führte. Nicht zielgerichtet, aber wenn ich aggressiv wurde, dann habe ich einfach lang und breit auf die Fresse bekommen in meiner Kindheit. Könnte ich mir jeden verdammten Tag im Spiegel ansehen.
    Da ich jedoch in einer eingegrenzten Zeitspanne (eigentlich Zeitspannen... gab da Unterschiede) eh immer als Opfer auserkoren wurde und dreimal fast totgetreten worden bin, hieß es dann einfach nur noch... tja, ist halt ein Verlierer.

    Dagegen hab ich mich ganz lange Zeit gestemmt. Und verloren. Es gab nur den Ansatz, warum ich immer Versage, egal was auch immer ich anfange, das ich Schuld bin.
    Ohne eigenen Ansatz, ohne eigene Erklärung blieb mir nur die Aussage der Anderen. Und ich hab mich dann auch ordentlich rumschubsen lassen.
    Vor nem Mord oder ähnlichem hat mir die unbewusste Erkenntnis aus meiner Kindheit geholfen. Wenn ich irgendwo draufhaue, dann kommt die Familie, der Elternabend, die Ausgrenzung und schlicht das meckern von meinen Vertrauenspersonen.

    In den allermeisten Fällen hat mich meine eigene Erkenntnis, bzw. meine Überlegungen über diese oder jene Person geholfen. Das Zusammenspiel über die Infos über deren Werdegang, ihre jetzige Situation und alles was dazwischen ist, selbst bei Leuten die mir schweres Unrecht angetan haben.

    Nicht, das ich jetzt ein Heiliger bin. Ich habe in meinem Leben durchaus mit Erfolg dafür sorgen können, das sich diese oder jene Lebensgestaltung plötzlich völlig anders gestalten musste.
    Viel viel häufiger als mir lieb ist musste ich jedoch Diverses hinnehmen. Und ich rede hier nicht vom Staat. (Niemand sollte mir ne Schrotflinte in Arenstorf in die Hand drücken - Selbst mit all meiner Erkenntnis sitzt der Hass so tief, am liebsten würde ich den halben Ort noch schlicht auslöschen!)

    Zurück zum Link:
    Da ist einer der ausgetickt und zerschlägt seine Ex und deren Tochter.

    Bitte, wie soll ich damit umgehen?

    Du scheinst dich darüber zu pikieren?! Gewalt innerhalb und auch außerhalb einer Beziehung ist Gang und Gäbe. Findest du überall. Es wird nur einfach schlicht nicht mehr überall darüber berichtet. Es gibt mal nen Aufschrei wenn es im eigenen Ort geschehen ist. So ähnlich wie mit den Verkehrstoten. Sind etwa 10 am Tag. Regst du dich über jeden Einzelnen auf? (kurz nachsehen...) nö.

    Das du es überhaupt ansprichst: ehrt dich. Im Zusammenhang zu deinem Vorwurf wird dein Argument in mehreren Bereichen jedoch völlig obsolet.

    Der Großteil der Bevölkerung (die arbeitende Klasse) will zwar Nachrichten haben, aber eigentlich wird nur die seichte Benötigung fürs Auge bevorzugt. Im Zustand des Wachwerdens sind solche Menschen weder zum Denken noch zum Handeln fähig. (Mehrmals ausprobiert!) Die wollen einfach was fürs Auge haben.

    Die "aktuellen" Nachrichten passen sich an. Fette Schlagzeilen und eben nix dahinter. Schreiberlatein. Ähnliche versuche gab es schon Anfang der '90 mit John Sinclair.

    Oder andersherum: Ich wohne in Hamburg. Ob es die Mopo ist, das Hamburger Abendblatt, der Spiegel, das Wochenblatt für meinen Stadtteil, die kleine Zeitung um die Ecke oder ähnliches.... gehört alles direkt oder indirekt dem Springer-Verlag.
    Hier gibt es keine offizielle Zeitung oder Zeitschrift, die nicht über den Springer-Verlag läuft.

    Wir haben (nehmen wir Verkehr und Depression mal zusammen) JEDEN TAG etwa 28 tote Menschen zu vermelden. Also Menschen, die vor ihrer Zeit aus dem Leben scheiden.

    Wird darüber regelmäßig berichtet? - Gibt es überhaupt noch einen Aufschrei? - Nö! - Die allgemeine Bevölkerung ist schon dermaßen abgestumpft und verblödet, das sie gar nicht mehr wahrnimmt, das ein plötzlicher Verkehrstod JEDEN treffen kann und eine Ahnung über "Depressionen" ist überhaupt nicht bekannt.

    Ganz klar, so ein Vorfall MUSS gemeldet werden. Sonst wird sich niemals etwas ändern. Jederzeit und überall

    Wir werden so sehr mit pille-palle Nachrichten vollgetextet.......

  6. #80
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Diese Textzeile
    Hi Schpaik, spare dir deine Romane und träume weiter in der Fasson von Realität, die du dir in deinem Kopf erschaffen hast
    habe ich nen knappen Tag später über nen fremden Computer gelesen. Im Zuge dessen mir auch noch einmal alles angesehen, was ich dazu geschrieben habe. Und auch wenn ich grundsätzlich hinter meinen Aussagen stehe, so war ich doch sehr verwundert, wie kalt ich diesen Bericht behandelt habe.

    Eigentlich bin ich eher so ein Mensch, der gerade bei solchen Sachen "Blut sehen will". Gewalt gegen Frauen und in dem Fall sogar gegen Minderjährige geht eigentlich gar nicht.
    Was ich im obigen Text gemacht habe ist zu versuchen auf möglichst rationellsten Wege den möglichen Hergang zu "erfinden".

    Jetzt mit ein bisschen Abstand (ich hatte mein Internet so rund für etwas über eine Woche mal wieder einfach ausgemacht) denke ich, weiß ich auch warum.

    Innerhalb des Dialoges sind wir in einen Bereich geraten, über den ich im Normal Fall einfach nicht spreche. In dem Fall halt: Typ geht auf Ex-Frau mit Metallstange los und die Tochter bekommt auch was ab. (grob umschrieben)

    Mein "Roman" kommt daher, das mein Vater meine Mutter fast totgeschlagen hat, als sie ihm bei einer ihrer seltenen Besuche mitteilte, das sie keinen Sinn mehr in der Beziehung sieht und sich deshalb von ihm scheiden lassen möchte.
    Mit etwa neun Jahren akzeptierst du auch jedwede Erklärung, warum deine Mutter zwei blaue Augen hat, aus den Ohren blutet und nicht gerade stehen kann.

    Ich habe erst rund 15 Jahre später erfahren was eigentlich passiert ist. Mein Alter Herr, der sich immer gerühmt hat, alles im Griff zu haben, ist der Boden unter den Füßen weggezogen worden, als seine schon längst nicht mehr anwesende Partnerin (aber das ist eine andere Geschichte) den aktuellen Zustand in Worte gefasst hat und hat ganz männlich mit Gewalt reagiert.

    Um der Genauigkeit gerecht zu werden..... er hat einen Holzschemel und seine Fäuste benutzt.. Keinen "Prügel" also im eigentlichen Sinn.
    Die Narbe vom Schädelbruch lässt sich bis heute auf ihrem Kopf nachfühlen. Laut Krankenhaus hat sie schlicht Glück gehabt.



    Dein Link hat mich in einen Bereich geworfen, an dem ich entweder zerbreche oder absolut wissenschaftlich nüchtern gegenübertreten kann. Und analytisch gesehen wird in keinster Weise darauf eingegangen, warum der Typ ausflippt.

  7. #81
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Ich bin durch jemanden auf diese Seite aufmerksam gemacht worden. Ne Seite über/von Autisten: https://ellasblog.de/stimming-was-ist-das-eigentlich/

    Interessant finde ich speziell für mich diese Seite: https://ellasblog.de/autismus/heraus...load-meltdown/

    Meine Kernschmelzen sind Programm. So leid es mir tut. Ich weiß, warum ich sie habe, ich wüsste auch, wie man sie verhindern könnte... hätte jedoch zur Folge, das ich nicht mehr am Leben teilnehmen kann.

  8. #82
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Ich habe eben in einem anderen Thread erwähnt, das ich heute,.. naja, eigentlich schon seit ein paar Tagen furchtbar hibbelig bin. Ich war eben auch noch extra ne halbe Stunde spazieren und habe einen der Busfahrer hier auf der Linie meine Aufwartung gemacht. Diese Linie ist besonders zu diesen Zeiten recht einsam und mit ein paar von diesen "Dienstleistern" kann ich einfach gut. Zudem tut es uns allen wohl hin und wieder ganz gut über Probleme zu reden. Aber das eigentlich nur am Rande....

    Ich will hier mal versuchen aufzuschreiben, was ich vermute wieso ich so Energiegeladen bin bzw. auch darüber zu reden, wann ich das letzte Mal die Kontrolle verloren habe.

    Mittwoch, 02. Mai. Nach knapp zwei Wochen habe ich mich endlich mal daran gesetzt die ganzen Flyer und Angebote durch zu gehen, die ich auf der Ausbildungsmesse hier in Hamburg erhalten habe.
    Sprich: Ich bin wach geworden und habe angefangen. Sofern ich nicht übermüdet oder verkatert bin, bin ich wach und kann sofort loslegen. Im Gegensatz zu anscheinend einer ganzen Reihe von Menschen bin ich sofort fit, sobald ich wach werde. Wahrscheinlich kann ich deswegen so schlecht Bus- und Bahnfahren ertragen. Da kann man nix tun. Aber ich weiche schon wieder ab...

    Habe angefangen bedeutet in diesem Sinne, ich habe mich über die Firmen schlau gemacht, über die Jobs die sie anbieten, habe mir Referenzen, Zeitungsartikel, etc. pp angesehen, ausgewertet, Tabellen erstellt, meine Fähigkeiten hinterfragt, Anfahrtswege, Umgebungen, Einsatzbereiche, Hintergründe über Mitarbeiter, Ansprechpartner, Chefs, Verantwortliche, Gesellschaftsformen, Bilanzen und diverses mehr angesehen, erstellt und katalogisiert.

    Zwar könnte ich mir für mich durchaus Aufgrund meiner fürsorglichen und menschlichen Seite den Altenpfleger vorstellen, aber gerade das Menschliche kommt in dem Bereich leider ziemlich kurz. Diverse Berichte zeigen auf, das die Masse der Menschen eigentlich nicht zu bewerkstelligen ist, da viele Anbieter versuchen wirtschaftlich zu denken und das Pflegegesetz an allen Ecken hinkt und krankt.

    Für den IT-Systemintegrationstechniker (der heißt von Firma zu Firma auch immer mal wieder gerne anders?!) würde ich mich noch interessieren. Viele Firmen stellen zur Bedingung den Hochschulabschluss. Damit kann ich nicht dienen. Witziger Weise verlangt weder die Hamburger Hochbahn (da nennt sich dass dann auch nur System- und Betriebstechniker), noch die Telekom, noch die Deutsche Bahn einen solchen Abschluss. Die sind auch schon mit Hauptschule einverstanden.

    Telekom jedoch erst 2019, DB für dieses Jahr nur in Neumünster. Dorthin zu fahren dauert von meiner Position aus über zwei Stunden. Bei der Hochbahn habe ich niemanden erreicht. Zeitweise war auch immer wieder deren Internetpräsents tot.

    Und dann bin ich über nen Flyer gestolpert, den man mir irgendwann da auf der Messe gegeben hat. Ich hab den halt mitgenommen.
    Kein Mindestalter, mittlere Reife (hab ich), Bronzenes Sportabzeichen und natürlich die Intelligenztest bestehen.

    Der Zoll

    Auch da habe ich MEIN ganz internes Programm durchlaufen lassen und bin auf einige Ungereimtheiten gestoßen. Dies ist jedoch eher Normal. Wenn alles zu Sauber aussieht würde ich dem eher misstrauen.

    Ich bin dann jedoch auch über die Bedingungen für Staatsbedienstete gefallen. Aber auch über die Vorteile. Und eben ganz speziell über das Thema Rente.
    Meine drei Versuche beim Schwerbehindertenvertreter anzurufen waren nicht von Erfolg beschieden. Ging keiner ran. Aus der Not heraus rief ich dann die Nummer der Ausbildungsabteilung an. Nach den "üblichen Missverständnissen" kam es zu einem durchaus konstruktiven Gespräch. Selbst Menschen wie ich würden, sofern sie die internen Tests bestehen und dieses Sportabzeichen haben, eingestellt werden. Zudem kann man sich dort weiterbilden. Zwar wäre die nächste Einstellung auch erst im August 2019, aber ich hab ja auch noch gar nicht dieses Sportabzeichen.

    Insgesamt klingt das alles bisher nach einer tatsächlichen Alternative.

    Ne knappe Stunde später - etwas überpünktlich gegen 17.57 Uhr - rief mein Therapeut an. Ist ein Deal zwischen uns. Ich verliere immer mal wieder Tage und Zeiten und er erinnert mich daran, das wir uns nächsten Tag treffen sollten.
    Auch ihm habe ich von der Tätigkeit an diesem Tage erzählt und von dem Telefonat.
    Ne Viertelstunde später kam meine Mitbewohnerin nach Hause. Zwar ist sie nicht gut auf den Zoll zu sprechen, kam aber auch zu dem Schluss, dass das vielleicht doch echt noch ne Chance für mich sein könnte.

    Noch ein wenig später war ich noch einmal Einkaufen. (Müllbeutel, Katzenfutter, Küchenrolle, Basillikum Dabei traf ich dann meinen Lieblingsbusfahrer. Oder ich bin sein Lieblingsfahrgast oder wie auch immer. Wir zwei - obwohl super unterschiedlich, kommen einfach ganz toll miteinander klar. Der wartet an der Haltestelle auch mal 10 Minuten länger auf mich, wenn ich sage, das ich gleich wiederkomme. Ich habe sozusagen meinen eigenen kleinen polnischen Busfahrer.
    Auch er hat mir eigentlich super zugesprochen und mir Mut für diese Stelle gemacht.

    Ob ich nun direkt schon nach dem Telefonat oder irgendwo innerhalb der Gespräche mit diesen zwei Menschen oder erst ne Stunde danach die Kontrolle verloren habe, kann ich nicht festlegen. Ich selbst habe es ja auch gar nicht gemerkt. Also doch, schon. Am nächsten Morgen.
    Wie erwähnt (siehe oben) werde ich normalerweise wach und bin sofort fit. In dem Fall wurde ich wach und war im Kopf nur gelutscht. Da war nur Frust und Finsternis. (Ich hoffe, ich habe Mittwoch-Nacht hier nicht irgendwo Mist gebaut).

    Ganz klar war ich extrem übermüdet. Aber ich kann mich auch an ein paar Sachen... wie zum Beispiel wann ich ins Bett gegangen bin, schlicht nicht mehr erinnern.

    Was also ist passiert?
    Ich bin irgendwann in Euphorie verfallen. Ein positives Erlebnis. Das Telefonat, die Hoffnung nicht als absolut gescheiterte Existenz mein Leben zu beenden, sondern vielleicht doch noch was zu finden und was zu werden. Vielleicht aber auch der Zuspruch... ich habe keine Ahnung was es Letztendlich war. Aber so gegen 22 Uhr setzt mein Erinnerungsvermögen aus.
    Was ich in der Zeit zwischen 22 Uhr und meinem Wachwerden getan habe, weiß ich nicht so genau. Ich habe schlicht die Kontrolle verloren. Das waren für mich einfach zu viele Gefühle in eine Richtung. Dann habe ich eine "Übersprung-Reaktion" die ich im Moment wo diese geschieht nicht wahrnehmen kann.

    Manisch-Depressiv ist glaube ich so ähnlich. Die Kontrolle darüber ist dann ja auch nicht da. Bei mir nennt sich das lapidar einfach nur "Störung der Impulskontrolle". Wobei das nun nicht ganz zutrifft. Ich habe diese "Gefühlsexplosionen" in jede Richtung. Ganz klar vermehrt im Frustbereich. Das Leben ist halt nicht einfach! Aber eben auch im Bereich Freude. Auch da kann ich völlig austiggern.

    Und was ich besonders schlimm finde ist, das es mir hin und wieder voll bewusst ist, das ich mich hier und da nicht so verhalte, wie ich es möchte oder eben eigentlich sinnvoll wäre. Aber das ICH in mir drin nimmt sich das Recht immer wieder heraus so zu sein, wie es sein will.

    Seit Anfang diesen Jahres bin ich in Therapie. Die Leute dort, bzw. inzwischen Björn, mein Therapeut haben mir mehr als einmal gegenüber erstaunt gezeigt, wie weit ich mit mir bin, wie analytisch ich an mein Problem heran gehe. Was ich nicht alles inzwischen weiß, etc.

    Lieb von denen. Aber ich bin dort bei denen weil ich (und das war ein extrem schweres Eingeständnis für mich) es nicht alleine schaffe. Ich verliere viel zu oft die Kontrolle.
    Ich habe mich dort angemeldet ganz klar mit dem Hintergrund, das ich lernen muss, wie ich funktioniere. Wenn ich mich nicht um das da in mir drin kümmere und drauf acht gebe, dann nimmt es sich einfach meine Zeit und mein Leben.

    Und warum bin ich jetzt so hibbelig...?

    Vermutlich... Ich habe schlicht Angst! Mein Leben ist in aller erster Linie durch Scheitern geprägt. Ganz ganz viele Dinge habe ich mir selbst kaputt gemacht. Für alles kann ich nichts, wie ich heute zum Glück weiß. Aber ich neige immer wieder dazu mich selbst zu zerstören und zu boykottieren.
    Und das ist kein schöner Zustand. Ich habe Angst vor mir, weil ich mir selber nicht traue. Eben weil ich mir immer wieder die Kontrolle nehme. Aber eben auch, weil ich häufig überhaupt nicht begreife, was gerade mit mir ist.

    Ich muss diese Warnsignale (wovon es viele gibt) von mir ernster nehmen. Früher erkennen. Lernen mich zu verstehen. Einen Kampf dagegen zu führen bringt überhaupt nichts. Völlig egal wie es ausgeht, ich würde immer verlieren.

    Jetzt eine neue Hoffnung beim Zoll. Ich habe auch schon nachgesehen. Im Führungszeugnis stehen nur Verurteilungen drin ab Neunzig Tagessätze aufwärts. Ich hatte vor rund zwei Jahren eine mit sechzig Tagen. Zudem habe ich diese Zeit abgearbeitet. Dürfte also nix drin sein. Schufa wird nicht abgefragt. Da steht immer noch ein Hinweis drin von wegen Haftbefehl von 2004. Dieser ist - ich war auf der Wache deswegen - obsolet. Sollte ich vielleicht mal intervenieren, aber mit den Jungs habe ich eigentlich noch nie zu tun gehabt.

    Vor dem Intelligenz-Test habe ich eher weniger Angst. Ich kann schreiben, verstehen, mich artikulieren und im logisch-mechanischen Bereich bin ich super. Mathematische Regeln muss ich jedoch zwingend auffrischen. Solche Tests sind häufig für Schulabgänger konzipiert. Ich war ewig nicht mehr auf einer Schule.

    Die Zeugnisse müssen beglaubigt sein. Was genau darunter verstanden wird, weiß ich noch nicht. Zudem ist mir nicht klar, welche Beglaubigung nun gemeint ist, bzw. wo ich die her bekomme.

    Pläne bis zum Ziel.. so etwas kann ich. Mich jedoch dran halten und nicht vorher einknicken weil ich wieder mal an mir selbst zweifel... das wird die große Aufgabe sein. In "ich gebe mich selbst auf und habe nie niemals wieder Hoffnung" bin ich nämlich Großmeister.



    Und wieder ist es viel Text geworden. Aber es auch immer wieder hilfreich für mich, mein Chaos im Kopf in Worte zu fassen, mich hier und da mal oder einfach schlicht rumzuheulen in Worten, das es mir Scheiße geht, das die Welt nicht so toll ist, das ich an mir verzweifle.

    Manchmal ist es auch einfach ne Phase von Kontrollverlust. Ein Admin hatte mich hier im Forum wegen einer "drei-Stunden-Arie" abgemahnt, den Text gelöscht und in seiner PN explizit drauf hingewiesen, das er Protest oder Lautäußerungen von mir keinesfalls wahrnehmen wird. Habe ich dennoch gemacht. Ich hatte mich aufgeregt und irgendwo innerhalb dieser Aufregung komplett die Kontrolle verloren. Das wurde immer mehr und mehr und mehr Text. Also so ähnlich wie hier nur etwa zehn Mal soviel.
    In meiner PN an ihn habe ich versucht mich zu erklären woher so etwas von mir kommt. Und ihm, wie jedem anderen Moderator oder Admin von diesem Board ganz klar erlaubt, egal was von mir, im Zweifel schlicht zu löschen. Würden sie ohnehin tun, aber dieses Forum, bzw. die Möglichkeit hier schreiben zu können ist in den letzten elf Jahren zu einem existentiellen Bestandteils meines Lebens geworden.

    Ich möchte mir keinesfalls vorstellen was passieren könnte, wenn ich mal wieder .. so ähnlich wie jetzt... ich in "freier Wildbahn" mit dieser aufgestauten Energie machen würde. (gibt viele schlimme Beispiele.. ich werde keines davon hier aufzählen!)
    Ganz klar habe ich unterschwellig Angst davor, das ich hier irgendwann rausfliege, weil ich mich mal wieder nicht unter Kontrolle hatte. Anderseits gehöre ich eben nicht zur Fraktion der verbalen Obszönitätenverschleuderung. Also das, weswegen zum Beispiel Digitaldouchebag gesperrt worden ist. Diese typischen Beleidigungen empfinde ich gelinde gesagt, schlicht zu primitiv. Selbst unter Kontrollverlust habe ich anscheinend keinerlei Drang solche Worte in den Umlauf zu bringen.

    In der letzten E-Mail in der ich ausgeflippt bin (an die Pestalozzi-Stiftung) habe ich Worte wie "Superhonk" und "Vollpfosten" verwendet. Ganz klar habe ich da die Obrigkeit mit nem "halben Meter Feldweg bei Kassel" verglichen. Oder auch die Planer für E-Mail-Werbung (die bei jeder E-Mail von denen Automatisch mitgeschickt wird) als "Beutelratten, Antipoden und Trogolodyten" bezeichnet.

    Insgesamt nicht sehr nett! Aber ich bin auch hochgegangen wie ne Rakete nach dieser einen E-Mail. Da werden fast drei Seiten Werbung und Links (die nicht mal alle funktionieren) und ständige Selbstbeweihräucherung mitgeschickt. Wäre dies keine Institution sondern nur ein einfacher Mensch, würde ich hier vermuten, das hier ganz klar jemand von seinen schlechten Seiten ablenken will. Und dann auch noch so dilettantisch.
    (Tatsächlich hat Mr. Pestalozzi zwar durchaus neue und vielleicht sogar gute Ansätze gehabt, tatsächlich jedoch so ziemlich alles in den Sand gesetzt, was er je angefangen hat. Warum auch immer sich diese Stiftung so nennen wollte?! )

    Ich bin schon wieder abgekommen.. eigentlich sollte das nur ein Ausweich-Beitrag werden für ein anderes Thema. Inzwischen schreibe ich hier - und in anderen Themen - schon wieder fast sieben Stunden. Aber ich merke auch wie mehr und mehr meine Anspannung abfällt. Und das ist GUT!

    Ob ich die Kontrolle verloren habe oder nicht, werde ich nach dem Aufwachen merken. Nach meinem bisherigen Gefühl nicht, aber es ist sehr viel Text geworden. Eigentlich ein untrügliches Zeichen dafür, das es so ist.
    Es ist - zum Vergleich - so ähnlich wie ein Kater nach einer durchzechten Nacht. Allerdings in anderen Hirnregionen. Ich kann inzwischen sogar anscheinend ziemlich gut einschätzen, je nach Schmerz hier oder da im Kopf, was denn schon wieder und welcher Zustand war. - Trotzdem finde ich Kontrollverlust so ganz im allgemeinen nicht toll. Gerade in der Zeit wo ich nicht wusste, das ich ein Klinefelter bin und noch kein Internet hatte habe ich durchaus viele seltsame Dinge getan.

    Die Möglichkeit hier schreiben zu können, meine Gefühle, Gedanken und eigentlich alles Mögliche eine Form zu geben ist enorm hilfreich. Aber eigentlich auch nur eine Zwischenlösung. Das eigentliche Problem wird damit nicht behoben. Leider gibt es nach dem heutigen Stand der Wissenschaft keine Lösung. Das ist alles ein "ist halt so!".

    Klingt unbefriedigend? Ja! Besonders für mich, so als Betroffenen.
    Ich könnte Tabletten nehmen.
    Leider ist das von Klinefelter zu Klinefelter ziemlich unterschiedlich, was wir sind. Auf diesem zweiten X-Chromosom sind unterschiedliche Gene aktiv.
    Ich habe einmal Tabletten genommen. Der Horror den ich in den Nächten dieser drei Monaten hatte, will ich nie wieder haben. Tabletten nehme ich falls jemals wieder nur Stationär. (Darüber hab ich auch schon mal hier in diesem Thread geschrieben, wenn ich mich recht erinnere.)

    Ganz klar gibt es Klinefelter die wunderbar mit ihrem Leben zurecht kommen (und wahrscheinlich nicht mal wissen, das sie es sind.) Man geht zur Zeit von etwa rund 90% aus, die nicht entdeckt sind. Dabei ist diese Chromosomenanomalie die häufigste Variante die bei den Männchen dieser Welt vorkommt. Man geht von grob 0.2 Promille aus. Also zwei Menschen auf 10.000.

    Mh.. darüber hab ich auch schon mal hier geschrieben. Ich weiß jedoch nicht mehr in welchem Thread.

    Egal!

    Ich mache hier jetzt erst Mal Schluss. Zum einen habe ich noch ein anderes Thema offen, zum anderen muss ich wohl noch einmal raus und spazieren gehen. Ich habe gerade einen extremen Bewegungsdrang. Nach wie vor bin ich ziemlich hibbelig. Aber mein Kopf ist ein wenig ruhiger als vorher.

    Danke dafür!

  9. #83
    assimiliert Avatar von Amon
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Puh, ganz schön viel, gegen Ende hab ich etwas überflogen.

    Beglaubigtes Zeugnis heißt einfach nur beglaubigte Zeugniskopie, wo ein Beamter sich original und Kopie anschaut und seinen Stempel draufsetzt.
    Macht hier auf'm Dorf z. B. die Gemeindeverwaltung.
    Ansonsten - - > Suchmaschine wer das alles machen darf.

    Klingt ja ganz gut, die Chance beim Zoll. Sieh es positiv, dass es noch etwas dauert. Du brauchst ja nicht nur das Sportzeichen bis dahin sondern wichtiger noch, das bronzene Psychotherapieabzeichen bis dahin.
    Wünsche dir, dass du soweit kommst, dass du es schaffst so eine Ausbildung durchzuziehen bzw. auch eine Arbeitsstelle länger zu halten.

  10. #84
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Ja, ist sogar ganz schön viel geworden. - Wenn man sich so meine Texte über die Jahre ansieht, kann man auch eigentlich gut erkennen, das es mir immer wieder passiert. Ich bin froh darüber, dass ich mich vor Jahren hier sozusagen geoutet habe um hier schreiben zu können. Und natürlich, das man mich hier lässt.

    Was ich als sehr positiv empfinde ist, das es mir (die drei Tage von Samstag bis Montag) die ganze Zeit bewusst war. Nicht, das ich es deswegen hätte ändern können. Deswegen heißt es ja Störung oder auch Fehlen der Impulskontrolle.
    Ich bin auch deswegen froh darüber, weil ich mein Verhalten in einem gewissen Rahmen anpassen konnte. Ich bin viel Spazieren gegangen, bzw . ich habe halt hier im Forum versucht meinen springenden Gedanken in eine Form zu bringen. Ich kann mich nämlich durchaus an einige andere Situationen aus meinem Leben erinnern, wo diese Kombination von Hyperaktivität und (in dem Fall) Euphorie für.. na, sagen wir mal.. chaotischen Zuständen für meine Umwelt geführt hat.

    Für die, die sich damit nicht so auskennen:
    Emotionen entstehen durch chemische Auslöser im Gehirn. Oder wie diese Seite es so schön ausdrückt: Emotionen werden im limbischen System generiert, das nicht dem Bewusstsein untersteht. Erst das Hinzuschalten der Hirnrinde macht Gefühle bewusst.
    Oder auch hier:
    Gefühle werden im limbischen System hervorgerufen und verarbeitet. Das limbische System ist eine ringartige Ansammlung von Hirnkernen, bestehend aus Amygdala, Hippokampus, Hypothalamus und dem Gyrus cinguli – Strukturen, die vielfältig mit der Großhirnrinde verbunden sind. Sie können das gesamte Gehirn in seiner Funktion beeinflussen. Der untere Bereich des limbischen Systems (Amygdala, Hippokampus, Hypothalamus) ist für den körperlichen Ausdruck von Gefühlen verantwortlich, der obere Teil mit dem limbischen Kortex für die Wahrnehmung und das Bewusstwerden von Gefühlen.
    Ein wenig später im Text heißt es dann: Erst nach der Pubertät ist die Verbindung vom Stirnlappen zur Amygdala myelinisiert, so dass dann der präfrontale Kortex effektiv Emotionen kontrollieren kann. Erst dann ist diese Verbindung in der Lage, die starken emotionalen Reaktionen der Amygdala zu dämpfen.

    Dass ist genau das was mir fehlt. (Als Beispiel hier noch was aus der SZ.) Bei mir ist der Präfrontale Cortex nicht zu Ende ausgebildet. Was dies alles bedeutet, weiß die Wissenschaft noch nicht absolut. Einiges ist jedoch bekannt. Ich zum Beispiel bin wohl immer noch ein Kiddie, welches in der Pubertät drin steckt, mit all dem Gefühlswirrwarr.
    Der Mandelkern (Amygdala) im limbischen System befeuert mich bei heftigen Emotionen eben mit diesen. "Erwachsene Menschen" sind in der Lage diese Befeuerung zu dämpfen oder eben auch in einen sinnvollen Kontext zu setzen. Ich nicht, zumindest nicht sofort.

    Und jetzt wird es aber noch ein wenig komplizierter. Ich habe die 'Symptome' von ADHS. Sprich: Ich habe (unter anderem) Hyperaktivität. Ich habe dies nicht immer. Ich kann durchaus auch mal in Ruhe auf der Couch liegen oder ähnliches. Aber so im allgemeinen stehe ich meist viel zu sehr unter Anspannung. Im Normalfall bekomme ich das auch irgendwie geregelt. Aber jetzt letztes Wochenende...

    Da kam die chemische Reaktion über den Mandelkern UND die Hyperaktivität zusammen. Was ich sehr tröstlich finde ist, das ich weiß das es passiert ist und eben auch was da passiert ist mit mir. Nicht wie früher, wo ich einfach abdrehte.
    Um es mal unwissenschaftlich auszudrücken: Der Mandelkern befeuerte mich mit Glücklichsein und die Hyperaktivität griff das auf um mich in ein extrem energiegeladenes Bündel voller Glückseligkeit zu verwandeln. - Oder so rum: Mein Kopf hat Energie ausgeschüttet wie nix Gutes. Durch die fehlende Impulskontrolle gibt es dann aber eben leider auch kein Halten mehr. Das wird so lange gemacht, bis der Speicher leer ist.

    Anmerkung:
    Nix ist geiler als Euphorie im Kopf und Hyperaktivität (die ja nun auch Glückshormone ausschüttet). Ich habe da meinen ganz eigenen persönlichen 'ohne' Drogen Cocktail. Da brennen die Synapsen durch und es gibt leider kein halten.


    Montag, gegen 17 Uhr 50 merkte ich dann (nach gut drei Tagen), das ich nachlasse. Ich habe das einzig vernünftige getan und noch schnell meinen Magen befüllt. (In dem Zustand hat man keinen Hunger). 18 Uhr 10 war mein letzter Blick auf die Uhr. Aufgewacht (das erste Mal) bin ich Dienstag Morgen um kurz vor Zehn. Pipi, Hunger und ein ekelhafter Kopfschmerz.
    Das mit dem Kopfschmerz ist jedoch (nein, ... ich habe in den drei Tagen so gut wie keinen Alkohol getrunken) völlig normal.

    Diese "gestörte Impulskontrolle" bzw. das "fehlen der Impulskontrolle" (die Ärzte sind sich da noch nicht einig) sorgt halt nun einmal dafür, das es keine Grenze bei der Ausschüttung der Hormone bei mir gibt, die jenes oder dieses Verursachen. Wenn das Kontingent jedoch leer ist, sagt der Kopf im Regelfall Bescheid, das ihm was fehlt und schmerzt - Ist auch ganz klar ein anderer Kopfschmerz zwischen Kater (durch Alkohol) oder der Schmerz bei Wut, Depression, Trauer, Angst, etc.




    Und ja, es Beschäftigt mich immer noch. Das hängt jedoch auch ein wenig damit zusammen, das ich "eigentlich" viel viel viel mehr geschrieben habe.
    Noch nie
    ist es mir vorher gelungen, soviel Text (der offen, ehrlich und Wahrheitsgetreu gewesen wäre) bevor ich ihn losschicke zu löschen. Ich habe zwischen Samstag und Montag zehn? ... eher fünfzehn Mal soviel geschrieben wie jetzt für diese Tage im Forum steht.
    Hängt ganz klar damit zusammen, weil ich mir in dem extremen Zustand von mir nicht einfach die Kante gegeben habe. (Das wäre die normale Taktik um die Hyperaktivität in den Griff zu bekommen)

    Mir war bewusst in welchem Zustand ich mich befinde, ich habe viel Energie aus mir drin in dieses Forum umgeleitet, ich habe viele Sachen - eben weil es mir bewusst war - nicht schlussendlich zuende geschrieben oder eben davor gelöscht. Ich war viel Spazieren. Ich habe mich um Enten und Blümchen gekümmert.
    Ich habe es schlicht geschafft nicht völlig auszutiggern sondern die Energie, den zwanghaften Drang etwas zu tun, zu keinerlei Belastung für mich und meine Umwelt werden zu lassen.
    (Okay, hier und da ist es ne Menge Text geworden, sorry)

    Das Ergebnis ist durchaus Ausbaufähig, aber überhaupt soweit gekommen zu sein. ---- Ich bin Superstolz auf mich.
    Geändert von Schpaik (12.05.18 um 02:13 Uhr)

  11. #85
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Ich durfte/musste für meine Therapie ein paar Fragebögen ausfüllen. Alles in Allem so etwa 350 Fragen über mehrere Wochen verteilt.

    Ich habe diese nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt. ...Jedoch... erst durch die Fragestellung habe ich angefangen über ein paar Dinge genauer nachzudenken.

    Zum Beispiel: "Haben Sie Schlafstörungen?" - Habe ich ganz klar mit Nein beantwortet. Jetzt, mit ein paar Tagen Abstand und mit Rücksprache
    .... ich habe 'Schlafstörungen'. Immer schon gehabt, ständig, jederzeit. IMMER!
    Ist so ähnlich wie die Erklärung eines Arztes, der mir erklärte: "Das sind Depressionen, das muss man behandeln..." Da war ich 32 Jahre alt und hatte immer nur gedacht, das eigentlich ALLE das haben und ich eben nur zu schwach bin.

    Ich bin dann gestern Nacht (heute früh) auf die Suche gegangen, an was ich mich noch so alles erinnern kann aus der Kindheit, aus der Jugend.

    Warum auch immer, ich kann mich an ganz ganz viele Dinge erinnern. Spätestens wenn ich die Augen schließe und mich der Erinnerung hingebe, kann ich noch viel viel mehr erzählen. (Gesichter nicht. - Warum auch immer. Gesichter gibt es nicht.)

    Ich habe wegen einem anderen Thema sozusagen mein Leben an mir vorbei laufen lassen. Und schlicht festgestellt, das ich da ein 'Loch' habe. Ein Bereich von fast fünf Jahren, wo ich anscheinend Nichts habe.
    Das kann nicht sein. ...
    Rücksprache mit meinem Therapeuten... "ist noch nicht alles ausgewertetet, aber..." .. da gibt es ne Lücke in Ihrer Beschreibung.

    Ich habe heute früh mir ganz viel ordentlich Mühe gegeben, diesen Bereich in mir zu finden.... und bin auf einen Kern gestoßen, der das nicht mag! ---- bin explodiert. Ohne Sinn, ohne Verstand, ohne Grund.
    Ich habe (unter anderem) gefühlte zwanzig Minuten heulend vor diesem Schreibtisch verbracht. Wirklich ran gekommen bin ich nicht.

    Wie ich inzwischen weiß, bin ich damit nicht alleine. Ganz viele Menschen haben ähnliche Probleme.

  12. #86
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    So, nun mit ein paar Tagen - und weitestgehend in ruhiger Phase - Abstand noch einmal ein Versuch. Ganz klar drücke ich mich da auch schon seit ein paar Tagen vor.

    Irgendwann 2007 gab es ne diffuse Vermutung, 2009 nen Arzt der dies auch Vermutete, Anfang 2010 gab es dann die Diagnose. (Die alleine reicht nicht und hilft auch nicht. Arbeitgeber oder auch Arbeitsvermittler backen sich ein Ei auf so etwas.) 2014 bin ich durch Zufall auf eine Frau gestoßen, die davon Ahnung hat. Diese hat zwei Kinder mit Klinefelter-Syndrom. Diese hat mir Wege aufgezeigt, die mir bis dato noch gar nicht bewusst waren. Aber es war auch ganz klar ein Krampf mit den Ämtern, bis mir mein Schwerbehindertenausweis (den ich eigentlich schon ab dem Moment meiner Geburt habe hätten müssen) zuerkannt wurde. Erhalten habe ich diesen am 22. März 2017.

    Ich befinde mich jetzt - und befand mich auch vorher schon - in einer Lage, die mich nicht glücklich macht. Ganz viele Stellen, Berater, Therapeuten, Ärzte, Arbeitsvermittler und diverses Kropzeug mehr raten mir (und raten mir immer wieder) doch einfach EU-Rente zu beantragen. Selbst mein Neurologe macht mir immer wieder das Angebot, das er mich für den Rest meines Lebens Krankschreiben könnte.

    Will ich aber nicht. Nicht nur, weil ich den Staat nicht aus seiner Verantwortung behinderten Menschen gegenüber entlasten möchte, auch habe ich durchaus etwas wofür sich mein Leben lohnt. Ich habe eine Freundin! Beziehungsweise (doppeldeutig) eine Frau, mit der ich jetzt seit neunzehn Jahren, sechs Monaten und etwa einer Woche zusammen lebe. (Keine Ahnung warum ich dieses Zählwerk im Kopf habe?!)

    Ein Großteil meines Daseins (oder Noch-Daseins) habe ich dieser Frau zu verdanken. Vater Staat macht sich das jedoch extrem bequem damit, das er meinen Anspruch auf soziale Hilfe einfach mit ihrem Einkommen verrechnet.

    Zwischenspiel:
    Wo genau meine Einstellung her kommt, weiß ich nicht mehr. Aber ich habe schon recht früh erkannt, das sich Freundschaften oder Beziehungen niemals über Geld definieren lassen dürfen. Das Mann/Frau sich mal nen Heiermann oder heutzutage fünf Euro pumpt und mann/frau damit rechnen kann, diesen nie wiederzusehen, meine ich nicht.


    Ganz klar habe ich diese Frau einige Jahre in den Strudel meiner persönlichen Katastrophe mit hinab gezogen. Nachdem sie jedoch nicht mehr konnte, hat sie sich umgedreht, viele Kapitel und Träume geschlossen und ein neues Leben angefangen. Sie hat ne Umschulung angefangen, selbst durch diverse widrige Probleme (wie extrem langen Anfahrtsweg, wegfallen des Lehrers (da konnte ich ihr dann auch ein wenig helfen.. Mathe, Wirtschaft, Terms of Delivery), Wegfall des auszubildenden Betriebes (der Verein ist schlicht Pleite gegangen) etc.... und hat als Klassenbeste abgeschlossen.

    Ich bin sehr stolz auf sie, wie sie es geschafft hat. Mir ist jedoch auch bewusst, das mit ihrer Wandlung ich selbst nur noch ein Mitbewohner bin. Die eigentliche Partnerschaft hat sich nun eher zu einem "Angestellten-Verhältnis" entwickelt.
    Ganz klar haben wir uns noch lieb. Wir sind irgendwo in dieser seltsamen Welt absolut BESTE Freunde. Und auch wenn es hier und da mal zu Irritationen kam, so wollen wir beide nicht, das der andere verschwindet.

    Ganz klar, eigentlich (je nach Sichtweise) habe ich es SUPER getroffen. Ich habe ne Frau, die mich aushält. Zudem gab es zwischen uns auch noch nie ein Problem gewisse "milde Gaben" von anderen zu erhalten.

    Das ist so in etwa meine Situation.
    Bin ich aber nicht glücklich mit.
    Wobei, ganz klar befinde ich mich in einer Situation die ich kenne. Eigentlich ist das sogar meine Wohlfühlzone. So war das irgendwie schon immer. Das bisschen Unglücklichkeit sorgt halt nur hin und wieder (so alle vier bis zwölf Wochen mal) das ich ausflippe. Aber das passiert halt mal, hab mich ja auch geoutet, müssen 'die' halt mit leben, muss ja keiner hier mitlesen...etc..bla, bla, bla,...


    Tatsächlich habe ich jedoch schon vor einigen Monaten beschlossen, dass das nicht alles sein kann. So möchte ich nicht Enden. Insofern habe ich mir selbst den Kampf angesagt. Ich will aus dieser Situation raus. Das bedeutet jedoch auch, das ich mich mehr Stress aussetze. Zudem gibt es keine Garantie auf Erfolg. Stresst mich also mindestens doppelt. Ungewissheit ist nie schick!

    Zielsetzung ist: Durch Arbeit meine wirtschaftliche Situation und die meines besten Freundes nachhaltig zu verbessern.

    Das klingt soweit easy, läuft jedoch völlig konträr zu meinem bisherigen Dasein.

    Gut, inzwischen bin ich wesentlich schlauer, habe so eine grüne Plastikkarte wegen Behinderung und so, aber die Aufgabe ist damit noch lange nicht gelöst. Ich will etwas und dafür muss ich mich in Bahnen zwingen, die ich eigentlich schon immer instinktiv abgelehnt habe. Oder wie mein Therapeut so schön gesagt hat: "Wir werden daran arbeiten, das Sie ausgeglichener werden."

    Und da ich immer mal wieder hier im Forum bin, bekommt ihr hier und da (leider) etwas ab von diesem Entwicklungsprozess. Also nicht, das ich nicht froh darüber bin, das es euch und dieses Forum im Allgemeinen gibt, aber manchmal habe ich durchaus das Gefühl, das ihr mehr Leidtragende seit, als ihr es verdient habt.

    Gerade in den rund letzten zwei Wochen flipp ich alle zwei bis drei Tage einfach weg. Da macht mich meine eigene Entscheidung und der ganze Scheiß, der damit zusammenhängt einfach fertig, der Stresspegel steigt ins unermessliche und ich tigger schon wieder aus. Is zum heulen (tue ich regelmäßig)! - Aber ich breche nicht mehr für Wochen oder gar Monate weg wie früher. Ich brauch dann halt nen Tag, maximal zwei um mich wieder zu finden. Anfang letzter Woche sogar nen neuen Rekord aufgestellt: Eine Stunde in Scham und Selbstvorwürfen mich gewunden weil ich nen wirklich wichtigen Termin nicht auf die Reihe bekommen habe... und dann habe ich aber weitergemacht.

    Inwieweit ich das durchhalte? Keine Ahnung. Aber ich habe ein mögliches Ziel, was mich aus meiner derzeitigen Situation nachhaltig heraus bringen würde. Und ich habe mir in den letzten 18 Monaten so eine Art von Hilfenetzwerk aufgebaut, wo ich auch mal auftauchen kann, wenn ich überhaupt nicht mehr kann.

    Das ist so in etwa zur Zeit meine Situation. Wollte ich erwähnt haben. Soll keine Entschuldigung für Ausraster von meiner Seite aus sein, falls es diese gegeben hat oder geben wird. Wenn was ist, sagt Bescheid. Ein höfliches Miteinander hier im Forum gehört nach wie vor zur höchsten Priorität auch von meiner Seite. Anpflaumen von Usern, nur weil diese eine andere Meinung haben, ist nicht okay. Völlig egal in welcher Stimmung ich bin. - Gab da über die Jahre leider immer wieder Aktionen von mir. Tut mir Leid Leute. Bin heute schlauer als damals, ist trotzdem nicht okay.


  13. #87
    ist wieder öfter hier Avatar von gisqua
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Manchmal braucht man gar keinen Rat, sondern nur jemanden, der zuhört.

  14. #88
    assimiliert Avatar von Skalp
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Hallo Schpaik,

    das hört sich alles vernünftig rational an. Das mit deiner Lebenspartnerschaft hast du gut formuliert. Auch da zeigst du rationale Züge die wichtig sind in deiner Oberstube. Für dich wünsche ich mir, dass es eine Weile anhält und, dass du genug Energie aufbringen kannst deinen Zielen näher zu kommen.

    Ich lese in deinen letzten Zeilen teilweise mich selbst. Und ich erinnere mich dass ich mich damals (in meiner dunklen bösen Zeit ) fest entschlossen hatte nach jeder meiner Entscheidungen "in die richtige Richtung" äußerste Disziplin anzuwenden. Hat geklappt.
    Nur Gott sei Dank triggerte mich nichts aus der Bahn. Dieses Päckchen trägst du alleine.
    Immerhin weißt du um dieses Päckchen.

    stay tuned

  15. #89
    jeder nach seiner Façon Avatar von Schpaik
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    und, dass du genug Energie aufbringen kannst deinen Zielen näher zu kommen.
    Die Energie ist da! - Was ich noch unbedingt lernen muss ist, sie gezielt und dosiert abzugeben. Das ich damit Probleme habe, kann man ja durchaus nachlesen.

    In meinem früheren Leben vor diesem Forum habe ich ne Zeitlang als freier Helfer in der Veranstaltungstechnik gearbeitet. Da war das ja dann auch durchaus ganz hilfreich so zu sein. In dieser Form gibt es aber den Markt nicht mehr.

    Das rationale Denken ist bei mir auch weniger das Problem. Das rationale Handeln leider sehr viel mehr.

    Kleines Update:

    Mein persönliches Führungszeugnis ist eingetroffen. Liegt hier vor mir. Mache ich aber erst Montag früh auf. Will mir das Wochenende nicht verderben.
    (Ist der erste Schritt für eine mögliche Bewerbung. Für das was mir vorschwebt, brauche ich es zwingend. Steht da irgendwelcher Scheiß über mich drin, brauche ich diesen Weg nicht weiter zu verfolgen. Steht da nix weiter drin - und da dürfte eigentlich nichts weiter drin stehen - kann ich diese Richtung weiter verfolgen.)

  16. #90
    jeder nach seiner Façon Avatar von Schpaik
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    AW: Ich versuche seit Tagen...

    Kleines Update zum Führungszeugnis: Meine Verfehlung vom 8. Februar 2016 steht drin. Nach den Infos aus dem Internet dürfen jedoch erst Taten ab 90 Tagessätzen drin stehen. Ich hatte 'nur' 60 Tagessätze. Abgearbeitet im Zeitraum von Oktober 2016 bis Juni 2017.
    Eine Anfrage an das Bundesamt für Justiz muss ich also diese Woche fertig machen. Korrektur gelesen wird dann dankenswerter Weise von der Pestalozzi-Stiftung im Rahmen der ASP.



    Wie ich sehen kann, ist dies bereits der 90. Beitrag in diesem Thema. Mein erster Beitrag hier stammt vom November 2012. Inzwischen hat es sich für mich persönlich zu so einer Art Tagebuch/Erlebnisbericht entwickelt. Zudem muss ich hin und wieder irgendwo mit meinen Gefühlen hin. Dazu kommt, das ich einfach die Erfahrung gemacht habe, das es einfach besser ist, wenn meine unmittelbare Umwelt - und dazu zähle ich euch bzw. die, die hier mitlesen durchaus dazu - besser ist, über mich ein wenig Bescheid zu wissen. Die gegenteilige Maßnahme, die mir durchaus von einigen Pädagogen, Therapeuten und Ärzten empfohlen worden ist (nix sagen, verschweigen Sie Alles, etc.) hat in den allermeisten Fällen dafür gesorgt, das meine Umwelt und ich mich mit denen brutal(st) an die Wand gefahren haben.. Also nicht, das ich das nicht heutzutage hin und wieder immer noch tue, aber ein offener und ehrlicher Umgang mit dem was ich nun mal halt bin - und eigentlich gar nicht sein möchte - ist aus meinem Erfahrungswert einfach besser.

    Wie ich da jetzt drauf komme? - Eigentlich ganz einfach.
    In einem anderen Bereich dieses Forums gab es einen Wortwechsel mit einem anderen User. Mit der dazugehörigen PN von ihm, bin ich in den emotionalen Zustand der Wut gefallen.
    (Warum genau, kann ich nicht nachvollziehen. Ob es dieser Wortwechsel ganz alleine geschafft hat, ob ich vorher schon wegen irgend etwas gestresst und/oder geladen war? Vielleicht nur die Hitze? Vielleicht schon andere Vorfälle... vielleicht einfach meine allgemeine Lebenssituation? Unter Stress - siehe Beitrag 82, 84, 85 - stehe ich ja nun gewollt. Also nun nicht wirklich gewollt, aber ich will ja etwas ändern und dieser Versuch setzt mich unter Stress und ob es das Schlussendlich war oder doch was anderes....)

    Tatsächlich ist es mir irgendwann aufgefallen, das ich dermaßen unter Strom und Wut stehe, das ich am allerbesten überhaupt nicht drauf antworte. Ganz ist es mir nicht gelungen, aber ich habe meine Antwort soweit zurechtbiegen können, das sie sozusagen Forumskonform lief. Dies ist mir eher selten gelungen in den letzten 12 Jahren.

    Gestern Abend dachte ich dann, das ich soweit wäre um dazu noch etwas zu sagen. Tja, habe ich wohl falsch gedacht! Mir ist es selbst nach über 20 Stunden nicht gelungen das Thema einfach Ruhen zu lassen oder mit ordentlicher Diplomatie dort zu schreiben. Bis eigentlich immer noch nicht. In den letzten rund drei Tagen komme ich vielleicht auf knapp sechs Stunden schlaf. Und als ich vor gut zwei Stunden nach Hause kam, den ganzen Tag schon Todmüde, habe ich mich auch zunächst ins Bett gelegt, aber schlafen ist nicht. Ich bekomme mein Kopf zu diesem Thema nicht abgestellt. (Auch deswegen schreibe ich hier ja darüber!)

    Ein anderer Klinefelter hat mir - dem bin ich heute Morgen begegnet und dieser kennt grob die Geschichte - vor ein paar Minuten nen Link geschickt. Den finde ich gar nicht mal schlecht, weil dieser eben - wenn auch nur sehr grob - meine Probleme umschreibt.

    Hier der Link und

    hier der relevante Text:

    Entweder habe ich mich zu kompliziert ausgedrückt oder es wurde als Ausrede aufgefasst. Ich wünschte, ich hätte bis heute gewartet und könnte jetzt – mit den Hilfestellungen durch die amerikanischen Selbsthilfegruppen – das so formulieren, dass man sich darunter auch was vorstellen kann:

    47,XXY oder Klinefelter-Syndrom ist eine genetische Veranlagung, die oft, aber nicht immer mit einem Testosteronmangel einhergeht. Testosteron ist kein Allheilmittel und die Behandlung ist individuell verschieden, da sich das Klinefelter-Syndrom bei jedem Betroffenen anders bemerkbar macht. Es handelt sich um ein Spektrum, das von unsichtbaren bis tiefgreifenden Auswirkungen reicht.

    Die Testosteronbehandlung lindert vor allem körperliche Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Energiemangel und verringert das Risiko, später an Osteoporose oder Diabetes zu erkranken.
    Das zusätzliche X-Chromosom ist hingegen dafür verantwortlich, dass Individuen häufig undiplomatisch und sehr direkt erscheinen, weil es ihnen an Empathie im Augenblick mangelt. Nachdem sie Zeit hatten, die Situation zu verdauen und zu verarbeiten, sind sie oft überempathisch, in der Situation aber sind sie unfähig, sich in den Standpunkt des anderen zu versetzen, zu spüren, wie der andere fühlt und nonverbale Signale aufzufangen. Dies kann zu Konfrontationen führen, weil sie nicht erkennen, wann sie die Grenze überschreiten, etwa weil sie große Probleme haben, Gesichtsausdrücke auseinanderzuhalten, z.B. Trauer und Wut. Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Umgekehrt passen gezeigte Emotionen nicht immer zum Innenleben, und sie erscheinen fröhlich oder heiter, wenn sie traurig oder krank sind. Das kann bei Vorgesetzten und Kollegen, aber auch beim Arztbesuch zu Irritationen und Missverständnissen führen. „Der simuliert doch nur.“
    Impulskontrolle ist oft eine Herausforderung, vor allem wenn unerwartete Dinge geschehen. Auch hier braucht das Individuum oft länger, um eine Situation und neue Information zu verarbeiten, aber im Affekt kann die Antwort unangemessen erscheinen.
    Beeinträchtigungen der Exekutivfunktionen verhindern die Verarbeitung aller Fakten, die Folgen von Handlungen, was oft zum Zusammenbruch führen kann.
    Das ist keine Entschuldigung für Fehlverhalten, aber es hilft ab und zu sich zu vergegenwärtigen, dass der XXY-Mann ‘nicht aus seiner Haut heraus kann’. Andere um ihn herum sind gut beraten, einfach etwas zurückzutreten, die Schimpftirade zu einem Ohr rein und zum anderen herausgehen zu lassen, und “sich umarmen und versöhnen”, wenn sich der Kopf abgekühlt hat.
    Eingreifen und den anderen während solchen Momenten herausfordern ist sinnlos, aber eine ruhige Diskussion, nachdem sich der Staub gelegt hat, kann sehr produktiv sein. Das verhindert Zusammenbrüche nicht, aber schafft eine Umgebung, wo sie nicht unnötig eskalieren. In dem Augenblick ist der individuelle XXY ein wenig ein rasender Bulle, aber wenn die *roten Augen* verschwinden, ist die Situation vorbei. Der XXY-Mann gibt sein Bestes …und sollte das auch …und die anderen um ihn herum gewöhnen sich daran, passen sich an, kommen ihm ein wenig entgegen und akzeptieren, dass dieses Verhalten ein legitimer Teil seiner veranlagenden Persönlichkeit ist.
    [...]
    (Hier schreibt der Autor von sich selbst) Für mich bleibt nur weitermachen – nach Vorne schauen, sich Grenzen setzen, wo sie notwendig sind, aber auch Grenzen offen zu lassen, um sich zu verbessern und weiterzuentwickeln.
    Vorwärts gehen braucht einen Boden unter den Füßen und eine Richtung. Das Wissen bildet den Boden. Keine Ausrede, sondern Begründung. Anlass zur Veränderung und Anpassung statt sich darauf auszuruhen. Die Richtung geben die Stärken vor, nicht die Defizite, die zum Rückwärtsgehen verleiten. Erst wenn die Stärken die Oberhand behalten, kann man die Defizite mitnehmen, sie bremsen dann nicht mehr so stark, dass sie eine Richtungsumkehr einleiten.

    (Zitat Ende)


    Wie in diesem Text und von mir selbst nun auch schon einige Male selbst formuliert, meine Beeinträchtigung darf kein Freifahrtschein sein für unangemessenes Verhalten. Ich weise immer mal wieder darauf hin, das man doch bitte mit mir reden möge, falls ich eben falsches Verhalten an den Tag gelegt habe. Im allgemeinen - zumindest nach meiner eigenen Einschätzung - versuche ich die Nettiquette hier in diesem Forum einzuhalten. Aber ich weiß eben auch, das mir dies nun nicht immer gelingt.

    Ob nun meine Entrüstung in der Form angebracht war, das müssen andere entscheiden. Meine Formulierung, als ich ganz klar noch nicht soweit war, ist es in der Form ganz klar nicht.

    Wobei ich heute dann auch von ganz anderer Stelle aufgeklärt worden bin, das die Wörter Ar.ch oder auch Ar....och durchaus als Allerwelts-Titel von dem ein oder anderen benutzt werden. Dies ist bei mir KEINESFALLS so.
    Wenn ich Menschen mit solchen Ausdrücken bedenke, dann war das in den allermeisten Fällen die allerletzte Konversation von mir mit denen. Das ist von meiner Seite die absolut letzte Abschlusserklärung zu einem Individuum, welches in meinen Augen nicht mal mehr das Recht hat mir den Feinstaub wegzuatmen.
    Eventuell gab es da innerhalb dieser PN-Konversation ein klares Missverständnis. Aber ich KANN auf diese zwei Wörter NICHT. Diese sehe ich nicht humorvoll oder "...sagt man mal zum Spaß...". Das sind absolute No-Gos innerhalb einer Community für mich.

    Im Gegenzug habe ich eher weniger Probleme mit z.B.: Wichser (das ist keine Beleidigung, das ist eine Feststellung. Hat wahrscheinlich fast jeder schon einmal gemacht - selbst "dummer Wichser" ist für mich keine Beleidigung. Die Natur hat nun mal die Männchen mit zwei Köpfen erschaffen, aber nicht Blut genug für beide), Affenpinscher (ist ne Hunderasse), Ikonoklast (stört mich nicht, wenn heilige Statuen oder Bilder zerstört werden), Amöbe oder degeneriertes Pantoffeltierchen (wir stammen alle von Einzellern ab), Süßwassermatrose, etc.

    "Scheiße" ist für mich ein Allerweltsbegriff. Das Wort selbst hab ich schon benutzt, als ich nicht mal dessen Sinn verstanden habe. Fuck nutze ich recht häufig, wobei ich Textbasiert fack schreibe. Über TS sage ich häufiger mal Fuck. Aber dann eben mit einem U.
    Aber die beiden Wörter die mit Ar beginnen und beide mit ch aufhören....auf die kann ich nicht!

    Sprich: Aus meiner Sicht hat sich da eventuell Aufgrund unterschiedlicher Sachlagen ne Menge Missverständnis-Potential aufgebaut.
    Wenn derjenige hier nie mitgelesen hat, dann wird er sich wahrscheinlich über meine doch arg heftige Reaktion gewundert haben.


    Aber auch deswegen schreibe ich das hier alles auf. Insgesamt halte ich ihn für einen aufmerksamen und gut informierten Leser. Gefühlt in ziemlich allen Bereichen.


    Inzwischen habe ich übrigens noch eine PN bekommen von demjenigen. Diese habe ich noch nicht aufgemacht. Habe ich auch die nächsten Tage nicht vor. Der Titel lautet so ähnlich wie: "dies ist die letzte Kommunikation".

    Vielleicht ließt Derjenige ja hier diesen Beitrag und besitzt einen kühleren Kopf als ich. Einen endgültigen Streit mit wem auch immer hier in diesem Forum, möchte ich nicht. Ich mag auch keine Ausgrenzung, ich mag keine Provokationen, ich mag den ganzen emotionalen Scheiß in meinem Kopf nicht, meine Gefühlsausbrüche, die Momente, in denen ich hochgehe wie ne Rakete oder die plötzliche Trauer über die Küchenschabe, die ich leider zertreten habe oder den ganzen Dreck, der mich immer wieder in die ein oder andere Richtung schießt.

    Ich bin besser geworden in den letzten acht Jahren (ja, erst seit acht Jahren. Vorher wusste ich noch gar nicht das ich das schon mein Leben lang habe). Ich will mir gerne Mühe geben - auch deshalb schreibe ich das hier alles auf - aber im Grundsatz werde ich immer das bleiben was ich bin. Es ist nämlich keine Krankheit, sondern eine Chromosomenanomalie, etwas was in jeder Zelle meines Körpers steckt. Es ist keine Krankheit, sondern ein Wesensmerkmal. Meine Aufgabe ist es vor allem zu verstehen wie und was ich bin. (Allgemeine Informationen aus der Psychologie helfen nur sehr bedingt.) Damit ich selbst darauf eingehen kann um dann mit anderen Menschen besser klar zu kommen.
    Es wird nicht immer die Zeiten geben - wie hier - das ich mich erklären kann. Ich muss mir Strategien und Verhaltensmuster überlegen und lernen, wie ich mit dieser Welt irgendwie klar komme. Auf dem Weg befinde ich mich (siehe oben in der vereinfachten Form ab Beitrag #80). Rationale Gedanken und/oder Pläne sind nicht das Ding. Was mich immer wieder wegschießt sind diese extremen Gefühlsausbrüche. Wäre diese Welt für mich ausgeglichen, einfach, glücklich und zufriedenstellend.... dann gäbe es diese Ausbrüche wahrscheinlich gar nicht. Aber so ist meine Welt nicht. Im Normalfall wird das Klinefelter-Syndrom festgestellt, innerhalb der frühen Kindheit (3.-5. Lebensjahr). Bei mir kam es rund 32 Jahre später.

    Ganz klar eine riesige Erleichterung für mich, das ich schlicht nicht an ALLEM Schuld bin. Ich habe nämlich durchaus versucht mich an die Gesellschaft anzupassen und so zu funktionieren, wie es alle anderen tun. Und bin an vielen vielen Dingen gescheitert. Auch an vielen Freundschaften. Die hatten auf einmal Geld, ich nie. Und eigentlich war ich nur noch Zombie. Sterben darf ich nicht, funktionieren wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe, tue ich nicht. Ich hatte keinerlei Ansatzpunkt. Alle Welt hat mir erzählt, das ICH nicht will, das es NUR an MIR liegt, ich sei doch SELBER Schuld, das (damals Arbeitsamt) hat mich rückwirkend gesperrt (heute noch 3.800 Euro Schulden), Wohnung verloren, weil das Amt mir mangelnde Mitarbeit unterstellte - zudem ne Menge (zehn um genau zu sein) wirklich miese Arbeitgeber kennengelernt.... und ich habe ALLES geglaubt. Zum einen weil ich doof war und immer in der Hoffnung gelebt habe, das diese Leute doch wissen was sie sagen und weil ich schlicht keinen anderen Ansatzpunkt hatte.

    Inzwischen ist das anders. Ich habe einen Ansatzpunkt. Ganz klar habe ich aufgrund meiner ganz eigenen Verantwortung ne ganze Menge an Scheiße gebaut. Was bei G-20 passiert ist, finde ich nicht okay, aber ja, das habe ich auch schon gemacht. Weil es einfach egal war. Und weil man eben diese Wut im Bauch hat, ohne Erklärung. Wenn man sich eigentlich längst selbst aufgegeben hat, dann gibt es auch keine Rücksicht mehr auf fremden Besitz. Dann gibt es da auch kein Denken mehr das vielleicht jemand irre viel arbeiten musste um sich da genau dieses Auto zu leisten. In diesem Zustand will man einfach nur noch die Welt kaputt machen, die einen kaputt macht. - Und jeder der bei so etwas im Dreieck springt, sollte eigentlich erst einmal Fragen, wie man Menschen so sehr alleine lassen kann, damit sie zu so etwas werden können.

    Ich bin da raus! Durch einen bloßen Zufall (Doktor Heinrich Goossens-Merkt). - Aber ja, ich kann die Zerstörer immer noch verstehen.




    Es ist mehr geworden, als ich eigentlich wollte. Und mehr verschwommen in einigen Themen die mich halt immer noch beschäftigen. Aber gerade in diesem Thread möchte ich mir einfach die Chance geben, zu schreiben, wie mir ist.
    Das Tippen hab ich in der Schule gelernt. Wenn manchmal mein Kopf schwer ist, bemerke ich hin und wieder, das meine Finger den einen Gedanken aufschreiben können, während ich noch mit den restlichen zwei, vier, sechs Gedanken beschäftigt bin.

    Wobei auch hier schreibe ich zwischen drei- und sechsmal soviel auf, wie ich dann eigentlich veröffentliche. Also bei längeren Texten. Ich muss immer wieder Teile zusammenkürzen bzw. die Teile immer mal wieder logisch anordnen, weil ich in meinen Gedanken springe wie nix Gutes.

    Ich werde gleich noch meinem ...ähem... Kontrahenten, nu ohne das ich seine PN aufgemacht habe, eben eine PN für diesen Beitrag schicken. Dieser Beitrag ist von meiner Seite ganz klar als "Friedensangebot" gedacht. Ich hege niemandem aus diesem Forum gegenüber dauerhaften Groll oder Ähnliches. Ich bin jedoch das was ich bin. Ob es mir gefällt oder nicht. - Und es gefällt mir nicht!

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