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Thema: Linux- Alltag

  1. #1
    dem Board verfallen Avatar von Hans- Peter
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    Linux- Alltag

    Nach der Diskussion, die Supis hervorragende Beiträge zum Thema Linux hier losgetreten hat, will ich mal der allgemeinen Euphorie etwas entgegenwirken und schildern, wie es ist, wenn man den Linux- Rechner zum arbeiten benutzen will und wie es um die Benutzbarkeit und die Ergonomie bestellt ist.

    Wer schon Beiträge von mir gelesen hat, weiß, dass ich im Grunde ein Linux- Anhänger bin, gleichzeitig aber jemand, der nicht nur an Konfigurationsdateien herumschrauben,sondern die Kiste dafür benutzen will, wofür sie gedacht ist, nämlich um bestimmte Aufgaben damit erledigen.

    Angefangen habe ich vor Urzeiten mit einer SuSE 5.3, die nach kurzem wieder in die Ecke geflogen ist, weil ich das alles überhaupt nicht gepeilt habe.
    Benutzbar wurde Linux für mich ab der SuSE 7.1, zwischendurch habe ich mal aus Sympathie Mandrake ausprobiert, diese Distribution war mir aber immer zu unzuverlässig (7.0- 8.2).
    Heute besitze ich die SuSE 8.0 und bin damit recht zufrieden, allerdings nur, weil ich mich im Laufe der Zeit einigermaßen in das Thema Linux eingefuchst habe und weiß, wo ich nachzugucken habe, wenn es hakt.

    Trotzdem würde ich noch immer keinem, der völlig unerfahren ist, Linux empfehlen, da sich immer noch etliche Probleme ergeben, wenn man Dinge tun will, die von der Grundinstallation abweichen.

    Ich besitze "normale Hardware", einen Duron 800, je eine 30GB und eine 60 GB Maxtor- Festplatte, DVD- Laufwerk, einen 12x LiteOn Brenner, einen HP DJ930 und einen NEC MultiSync XP21 (1280x 1024 Punkte) (alles ohne Probleme), eine ATI Radeon 7000 (3D Funktionen unter Linux fehlerhaft, daher ausgeschaltet), einen Mustek ScanExpress 2400 (wird nicht unterstützt) und einen HP PhotoSmart S20 (wird erkannt, funktioniert aber nicht).

    Die Installation von SuSE 8.0 ergab keine Probleme, ich habe das schon ein paar mal gemacht, wußte auch, dass es anfangs Probleme gab und habe das mit einem Online- Update gleich zu Anfang ausgeräumt.

    Dann habe ich auf meinem Rechner noch ein gut gepflegtes, von Anfang an gut laufendes Windows XP, das ich, mal abgesehen von div. Schnüffeleien, die MS eingebaut hat, für ein hervorragendes Betriebsystem halte.
    Meine gesamte, oben genannte Hardware funktioniert damit problemlos.

    Wie gesagt, ich habe mich mal drangesetzt und wollte mal vergleichen, wie sich der "Computeralltag" für den Normaluser auf diesen beiden Systemen gestaltet und habe mir mal ein paar Aufgaben gestellt, um zu sehen, mit welchem System ich besser zu Potte komme.
    Ich wollte auch mal sehen, welche System "schneller" ist, wie Anwendungen und Tools arbeiten und wollte auch die Ergonomie nicht ausser acht lassen.
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    Los gehts:

    Der Systemstart, wie lange dauert es, bis ich "drin" bin:
    Vom Lilo bis zum einloggen:
    Windows: 25 sek. SuSE: 70 sek.

    Einloggen:
    Windows: 15 sek. KDE: 40 sek. WindowMaker: 3 sek.

    Ja, das dauert echt lang bei Linux, ich betrachte das aber als nicht so schlimm, denn bei Linux bin ich so gut wie nie gezwungen, neu zu starten, bei Windows schon ab und zu mal, wenn auch nicht mehr so häufig wie früher.
    Im Detail weiß ich es nicht genau, aber bei Linux werden beim Start ein Haufen Dienste gestartet, t-dsl on demand und so weiter.
    Was den Sinn bestimmter Dienste anbelangt, findet man bei Linux übrigens weit weniger Informationen, welche man abschalten kann als bei Windows.
    Das KDE ein Brecher ist, dürfte hinlänglich bekannt sein, obwohl 3.0 schneller als 2.2.2 läuft, wenn er erst mal gestartet ist.
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    Ergonomie:

    Der Monitor läuft bei mir unter beiden Systemen mit ausreichenden 75 Hz, mehr sollte man dem alten Kameraden auch nicht zumuten.

    Die Darstellung des Desktops ist unter Windows über jeden Zweifel erhaben, unter Linux gut.
    Die Schriftenglättung ist unter Linux abgeschaltet, weil es mir bis heute nicht gelungen ist, eine akzeptable Darstellungsqualität zu erzielen.
    Da nützt einem die Installation von Windows- TTF- Fonts ebenso wenig wie stundenlanges Experimentieren, die geglätteten Schriften unter Linux sind einfach verschwommen und unscharf.

    Zum Teil ganz schlimm ist die Darstellung der Schriften, wenn man ins Internet geht, dort hat man, je nach Browser, eine völlig unterschiedliche Schriftenverwaltung, was bis zur Unlesbarkeit geht.

    In dieser Beziehung ist Windows weit vorne, das normale Surfen im Internet geht unabhängig vom verwendeten Browser entspannter vor sich. Ich bemerke unter Linux, dass ich nach einer Zeit die Augen zusammenkneife.
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    KDE 3.0:

    Na, ich würde mal sagen, KDE ist der am meisten gehassliebte Desktop in der Linuxwelt.
    Die einen verabscheuen ihn, weil er ein Ressourcen- Fresser ist und überhaupt die Konsole das einzig Wahre ist, die anderen vergöttern ihn und überladen ihn mit allen möglichen Gimmicks wie einen Schrein.

    Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte:
    Ich benutze ihn, weil er für mich die Schnittstelle zu den Anwenderprogrammen und Funktionen meines Computers ist, auch wenn er noch so Windows- Like ist (muß ja nix schlimmes sein).

    Aber auch hier gibt es Umständlichkeiten, Eigenarten und Fehler, die das Leben nicht unbedingt einfacher machen.

    Der Konqueror ist der zentrale Bestandteil von KDE und macht seine Sache recht gut.
    Als Browser benutze ich ihn am liebsten, als einfacher Dateimanager zum Auswählen und starten von Dateien ist er o.k., im MidnightCommander- Modus ist er unbrauchbar.

    Ab und zu hat man das Gefühl, er verzettelt sich, denn frei von Abstürzen ist er nicht.

    Weitere KDE Programme, ob integriert oder nicht, sind von guter Qualität, KMail ist mein Standard Mailprogramm, KOffice oder KWord sind mit Vorsicht zu genießen.

    Das KDE Menü ist der blanke Horror, erstens ist es völlig überladen, Programme die man nur selten benutzt, sucht man oft lange Zeit, vor allem, weil einem die zugrunde liegende Logik der Menüstruktur nicht unbedingt erschließt.

    Tja, und selbermachen ist schwierig und langwierig, man vermisst das drag & drop sowie die Kontextmenüs, die es einem bei Windows so leicht machen, ein individuelles Starmenü zu erstellen.

    Im Großen und Ganzen ist KDE aber o.k., ist es erstmal gestartet, ist es ziemlich fix.
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    Ich schreibe einen Brief:

    Kleinere Sachen, die ich nur ausdrucken will, schreibe ich unter Windows wie Linux mit AbiWord, größere mit Grafikeinbindung, die dauerhaft gespeichert werden sollen, mit StarOffice 5.2

    Mit StarOffice 5.2 arbeite ich lieber unter Windows, da ich dort weder Probleme mit den Fonts noch mit der Druckereinbindung habe, außerdem kann ich dort den integierten Desktop abschalten.
    Unter Linux hat es einiger Fummeleien bedurft, bis ich meinen Turboprint- Druckertreiber integriert hatte, es dauert unter Linux wesentlich länger, bis das Dokument zum Drucken aufbereitet wird und vor allem sieht das gleiche Dokument unter Linux nach dem Ausdruck u.U. anders aus als unter Windows(nix Wysiwyg).
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    Multimedia:

    Hier sieht es unter Linux ganz schlimm aus. Es gibt kein Programm, das alle Multimedia- Formate abspielen kann.
    Unter Windows klicke ich beliebige MM- Dateien an, der Ultra- Player (Windows Media- Player benutze ich aus Sicherheitsgründen nicht) startet und spielt das File ab, Bilder werden von IrfanView fix dargestellt.

    Unter Linux bring einen der Maus- Rechtsklick- Dialog "öffnen mit" manchmal zur Verzweiflung: Entweder tut sich nix, das Programm startet und tut nich oder es meldet, dass das Format nicht unterstützt wird.
    Das betrifft vor allem Video Formate, mp3's oder wav's werden brav von Xmms abgespielt, wenn man es in den Dateizuordnungen als default einstellt.
    Das standardmäßige Programm noatun ist Dreck.

    Wenn man einen allmächtigen Video- Player haben will, sollte man lt. der Community den MPlayer installieren, womit wir beim nächsten Problem wären, der
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    Installation von Programmen:

    SuSE .rpm Dateien stellen kein Problem dar, solange man mit dem, was SuSE anbietet, zufrieden ist.
    Geht man mal etwas wildern und erwischt ein Fremd- .rpm, kann es schon Probleme geben, ganz schlimm ist es für den User, ein Programm aus Sourcen zu kompilieren.

    Beispiel MPlayer:
    Ich habe mich in div. Foren herumgetrieben und eine Seite gefunden, die eine idiotensichere Anleitung enthielt, wie man den MPlayer (für SuSE) kompiliert.
    Also habe ich Compiler und andere Hilfsmittel installiert, die benötigten Sourcen heruntergeladen, alles nach Anleitung vorbereitet und mutig ein ./configure eingegeben.
    Schon beim Durchlaufen des configure- Textes fiel mir auf, dass da was nicht stimmen kann.
    Trotzdem wurde nach Beendigung des Konfigurierens angezeigt, dass ich nun "make" eingeben sollte, tat es und nach ewigen Gerödel wurde "make" mir einer "Fehler 1" Meldung beendet.
    Nach einiger Recherchiererei, wußte ich, dass "Fehler 1" bedeutet, beim configure sei schon etwas schiefgegangen.
    Also sah ich mir das configure.log an und sah, dass einige Sachen nicht gefunden wurden, die aber beim Nachprüfen zum großen Teil installiert waren.

    Bingo!

    Da ich keine Lust hatte, mich stunden- und tagelang mit der Installation eines Programmes zu beschäftigen, bin ich bei "Xine" gelandet, der die meisten Video- Formate abspielt. Allerdings beschwert sich Xine, dass er keine DVD's abspielt, weil ihm ein Plugin fehlt; das allerdings installiert ist.
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    Programme im allgemeinen (und bei SuSE im speziellen)

    File- Sharing Programme:

    Mir ist es bisher (warum auch immer) noch nicht gelungen, ein solches Programm befiedigend zum Laufen zu bekommen und eine Verbindung zu einem Server aufzubauen.
    Nach intensiver Recherche in Newsgroups und Foren stellte ich fest, dass ich mit diesen Problemen nicht allein bin und mir auch niemand einen Tipp geben konnte, obwohl es eine Menge Leute gibt, die behaupten, bei ihnen laufe alles einwandfrei.
    Weder lopster noch audiogalaxy bauen eine Verbindung auf andere (qtella) lassen sich nicht installieren,weil durch ein neues SuSE neue (unlösbare) Abhängigkeiten entstehen, LimeWire passt die Java- Version nicht.

    Auch SuSE hat einige Leichen im Keller, zwar geht im Großen und Ganzen alles, aber es gibt Programme, die funktionierten seit der 7.3 nicht oder stürzen ab.

    So benutze ich gerne gcdmaster, ein Frontend für cdrdao, in das man lange wav- Files (gewandelte "full album mp3's z.B) laden kann, Trackmarken setzen und das ganze dann als Audio CD brennen kann.
    Seit der 7.3 ist gcdmaster nicht in der Lage, die Files im Track- Editor abzuspielen.

    Der Dateimanager Krusader schmiert ab, auf der SuSE Seite liegt eine neue Version, die genauso gerne abschmiert.
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    Zu guter letzt hab ich mir eine Aufgabe gestellt, die ich jeweils unter Linux und unter Windows erledigen wollte, um mal zu gucken, wie der "Workflow" so ist.

    Ich hatte mir ein "fullalbum mp3", also eine komplette CD als mp3 aus dem Internet gezogen, das Cover besorgt und wollte mir damit eine CD basteln.

    Linux:

    Ich wandele und normalisiere das mp3 mit Xmms über die eingebauten Plugins in eine wav- Datei. Das geht ganz schnell.

    Ich lade das File in "gcdmaster", um die Trackmarken zu setzen und es anschliessend als Audio CD zu brennen.
    (Um den Track abspielen zu können, habe ich die fehlerhafte Version deinstalliert und durch ein mit "alien" von .deb (Debian) nach .rpm konvertierte Version ersetzt.)

    Das Setzen der Trackmarks dauert eine Zeit, weil man das File nach Pausen durchsuchen muss.

    Nun geht es ans Brennen, nach einem Dummy- Write, der als Option angewählt werden kann, wird der eigentliche Brennvorgang mit einem Fehler, ohne nähere Angaben abgebrochen. Später stellt sich heraus, dass der Brenner durch das Dummy- Write blockiert war, man hätte das Atapi device neu starten müssen, da ich den Befehl aber nicht im Kopf hatte (bei Linux ein oft auftretendes Problem), habe ich einen Neustart gemacht (schäm), dann ging's.

    Dann habe ich KWord geöffnet (ich hätte auch "kover" nehmen können, aber das braucht 2 Blätter für die Ausgabe von Vorder- und Rückseite), die beiden Cover- Bilder importiert, die Maße eingestellt und auf "Drucken" geklickt, die Optionen eingestellt und OK geklickt.
    Als nach Mhreren Minuten nichts passiert, gucke ich in den Druckerspooler, siehe da, der Ausdruck ist in Arbeit... Naja 600x600, hohe Qualität, das kann ein wenig dauern.

    Ich beschäftige mich mit etwas anderem, nach einer halben Stunde ist es mir zu blöd, Rechner aus, Feierabend.

    Windows:

    Ich starte "Feurio", ziehe das mp3 in das Projektfenster, Feurio wandelt und normalisiert es.
    Ich öffne den Track- Editor, setze meine Trackmarken, schließe den Editor, klicke auf brennen mit der Option "Testen, bei Erfolg brennen" und nach ca. 12 Minuten ist die CD fertig.

    Ich nehme die Cover- Files und lade sie in "Cover- Pro", klicke auf Drucken, stelle die Optionen ein, OK und fast augenblicklich fängt der Drucker an zu drucken.

    Weil ich Linux nicht benachteiligen will, erstelle ich das Cover noch mal mit StarOffice, weil ich mir denke, hier dauert die Aufbereitung des Dokuments zum Drucken länger - Pustekuchen, auch hier geht das Drucken gleich los.
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    Übrigens: Am nächsten Tag, irgendwann, fing unter Linux der Drucker an zu Drucken... :-)
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    Mein Fazit:

    Linux wird noch lange brauchen, um Windows auf dem Desktop Paroli bieten zu können, in der "Einfachheit" der Bedienung und der Integration vieler Funktionen in ein Programm wie Feurio oder Nero hat Windows die Nase weit vorn.

    Auch werden durch OpenSource die Programme nicht besser, viele tolle Sachen gibt es auch unter Windows kostenlos (z.B. Ragtime), viele,ebenfalls kostenlose Tools unter Windows sind besser, ein UltraPlayer oder etwas wie Feurio würde Linux gut zu Gesicht stehen.

    Das Installations- Chaos ist für NormalUser unzumutbar, da ist mir ein Windows- Klick auf "Setup" tausendmal lieber.

    Die ganze Uneinheitlichkeit wird wahrscheinlich mehr User wieder abwandern lassen als auf Dauer gewinnen und das einmal gebildete Urteil "Linux ist Scheisse" hält lange vor.

    SuSE, Mandrake und RedHat sind bestimmt auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht angekommen..

    Trotzdem mag ich Linux, ich benutze es gern und viel, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, das ich Windows starte, wenn ich mal eben schnell etwas machen will, was die normalen "Fähigkeiten" von Linux, speziell im Multimedia- Bereich, nicht oder nur schwerlich abdecken.
    >>>

    Wer Rechtscheibfehler findet, darf sie behalten.

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  3. #2
    Und jetzt? Avatar von Supernature
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    AW: Linux- Alltag

    Männo
    Ich werde Deinen Usertitel in "Die Euphoriebremse" ändern
    Nein Spass beiseite, Dein Fazit ist zwar zunächst ernüchternd, bremst mich aber keineswegs, ich will es trotzdem selber herausfinden. Es scheint, als hätte ich mit meiner Hardware einfach mehr Glück gehabt.
    Die Schriften haben mich zwar 1-2 graue Härchen gekostet, aber ich bin jetzt zufrieden. Und beim Thema Brennen, Drucken etc. fehlen mir noch die Praxiserfahrungen.
    Teilweise hast Du mir aber auch Worte aus dem Mund genommen, die ich in meinem nächsten "Tagebucheintrag", der bereits fast fertig ist, ebenfalls erwähnt habe.

    Nichstdestotrotz: Ein bemerkenswerter Beitrag von Dir

  4. #3
    dem Board verfallen Avatar von Hans- Peter
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    AW: Linux- Alltag

    Hallo Supi,

    ich glaube, mit übertriebener Euphorie kann man sich den Linux- Einstieg ganz schön verderben.

    Gerade der Anfänger, der es eben geschafft hat, eine SuSE 8.0 zu installieren, denkt beim Anblick von KDE 3.0, es sei alles fertig und ist um so enttäuschter, wenn er halt eben mal eine CD brennen will.

    Aus diesem Grunde verstehe ich die Distributoren nicht warum sie bei der Installation gleich darauf hinweisen, daß das Brennen von CD's eben die Rechte über cdrecord etc. erfordert und gleich anbietet, diese Rechte dem User zu geben (nach dem Hinweis auf eventuelle Sicherheitsrisiken) oder zumindest die Rechte über Yast2 einzustellen.

    Ebensowenig kann ich verstehen, dass bei Programm .rpm's sämtliche libraries und sonstiges, was benötigt wird, mitgeliefert wird und bei Bedarf mitinstalliert wird, im groben gibt es so etwas bei Debian (apt-get).

    Und warum ist dieser ganze .rpm Kram- distributionsspezifisch?

    Dann die Anwendungen: Wenn wirklich mal einer herginge, über den Tellerrand schaut, sich z.B Feurio anschaut und sich sagt, das mache ich jetzt für Linux, es muß ja gar nicht Open Source sein, für ein gutes Programm würde ich auch was bezahlen.
    Aber es gibt nix, ich habe mir alle Soundeditorer von der SuSE- DVD installiert, da sind Sachen dabei, so grottenschlecht, teilweise mit einer einzigen Funktion. Ich glaube, die sind nur bei der SuSE dabei, damit die behaupten können, dass sie 2300 Programme mitliefern.

    Nein, ich will niemanden ernüchtern, nur möchte ich auch gern Leute ermutigen, Linux zu benutzen, die nicht, wie wir das Computern als Hobby haben.

  5. #4
    Und jetzt? Avatar von Supernature
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    AW: Linux- Alltag

    Ich hatte zwar vorher gelesen, dass ich evt. die Rechte für cdrecord anders setzen muss, ich konnte aber brennen, ohne irgendwo Hand anzulegen.
    Du hast aber zweifellos Recht, viele Probleme sind hinlänglich bekannt und man würde sich leichter tun, wenn man gleich mit der Nase draufgestossen wird.

    Und das bei den 2300 Programmen eine Menge "Füllstoff" dabei ist, darüber muss man sicher auch nicht diskutieren. Man muss sie ja nicht alle installieren, aber man verliert total die Übersicht.

  6. #5
    dem Board verfallen Avatar von Hans- Peter
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    AW: Linux- Alltag

    Original geschrieben von Supernature
    Ich hatte zwar vorher gelesen, dass ich evt. die Rechte für cdrecord anders setzen muss, ich konnte aber brennen, ohne irgendwo Hand anzulegen.
    Stimmt.
    Ich meine gelesen zu haben, dass sich CDBakeOven die Rechte erschleicht...

    Das mit den Rechten scheint nicht für alle Brennprogramme zu gelten, KDE Programme verhalten sich offenbar anders als normale X- Programme, bei gcdmaster (gnome) wirkt gar nix - ich muß es als root starten.

    Wieder ein Beitrag zum Thema Einheitlichkeit.

    Hier ist etwas ganz nützliches zum Thema Brennen.

  7. #6
    gehört zum Inventar Avatar von SilverSurfer99
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    AW: Linux- Alltag

    Ein großes Danke Hans-Peter,

    deine kritische Offenheit betreffs Linux für Normalanwender ist dir hoch anzurechnen, auch wenn nicht alle Linux-Jünger damit einverstanden sein werden.

    Goethe schrieb einmal, "es ist der Menschen Bedürfnis Proselythen zu machen", auf deutsch Kirchenanhänger zu gewinnen, um sich selbst zu bestätigen oder Bonuspunkte für den Himmel zu sammeln. Davon kann ich mich leider nicht ausnehmen, habe meine OS/2-Warp4-"Fürbitte" im Privatzirkel erst gestoppt, als die letzte deutsche OS/2-Zeitschrift mangels zu kommentierender Softwarelösungen aufgeben musste.

    Geschichte macht nicht klug für ein andermal, sondern weise für immer.

    Grüße
    SilverSurfer99

  8. #7
    nicht mehr wegzudenken Avatar von LX-Ben
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    AW: Linux- Alltag

    Macht nachdenklich, was Hans-Peter im April 2002 schrieb. Doch
    kommt es auch auf die Philosophie der eigenen PC-Nutzung an!

    Nachdem bekannt ist, dass Intel/Microsoft mit TCPA/Palladium
    ab 2004 als Standard nur noch verwanzte PCs unterstützen
    -zusammen mit den unsicheren MS-Betriebssystemen eine
    explosive Mischung- gab es vor sieben Wochen für mich nur
    die Lösung "Weg von diesem Teufelscocktail.

    1. Mit der (meist problemlos einrichtbaren) Internetnutzung
    lebt es sich unter Linux bedeutend gelassener (mimimale Patches,
    keine 100 ungelösten Bugs; kaum Spyware (Open Source), vorsätz-
    liche Ausforschung der Privatsphäre oder Tunnelung der Firewalls..).

    2. Was hindert uns an einer zeitweiligen "Gemischtnutzung",
    bis es durchgängig akzeptable Linuxlösungen gibt?
    Z.B. meine Webcamera läuft überhaupt nur unter Win98 und nicht
    unter WinXP; vier monatlichen Fotokopien erledige ich auch
    lieber unter Win98, weil die Mikrotec-Scannerlösung unter XP
    miserable Abdrucke erzeugt - so ganz heil ist die MS-Welt auch nicht.

    Also die Frage: Was zwingt uns denn zu einer Strategie des
    'Alles oder nichts?' NICHTS. Wer sich unter Windows das
    Nutzen der Kommandozeile zutraut, sollte parallel einfach
    mal anfangen und mit der beim SN-Board gegebenen Unter-
    stützung sukzessive vollenden.

  9. #8
    assimiliert Avatar von ZuluDC
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    AW: Linux- Alltag

    Der Linux-Alltag...

    Er ist grausam ohne Ende *g*:

    Man rackert sich kopflos durch das etc-Verzeichnis (sofern man überhaupt weiss was es damit auf sich hat) – findet nicht was man braucht – muss dann evtl. updatedb bemühen, damit find nicht blind umherirrt. Kaum hat man was gefunden und konfiguriert...schon zieht die konsole die Knarre, hält diese Einem unmissverständlich unter das Kinn und gibt mit leicht rauchiger Stimme zu erkennen, dass man noch keine Berechtigungen dazu besitzt.

    Ok, jetzt darf man also Cheffe spielen, setzt die Sonnenbrille auf und macht einen auf root. Nun vergibt man aus Angst, wieder vor dem Problem der Zugriffsrechte zu stehen, auf alles was kreucht und fleucht global die 777, von links nach rechts, oben wie auch unten - sodass selbst die Oma am anderen Ende der Welt diesen Rechner mit links shreddern kann :-)

    Nur leider hat man immer noch keinen Zugriff – ach ja! - jetzt erst merkt man, dass man im komplett falschen Verzeichnis falsche Rechte setzte. Die konsole hat man natürlich aber schon längst wieder geschlossen – also wieder von vorne *grummel* – wieder als Cheffe sich zum richtigen Verzeichnis hangeln und mit Rechten um sich werfen wie im Sonderschlussverkauf. Versteht sich ja von selbst, dass man die 777, die man vorher auf das falsche Verzeichnis gesetzt hat nicht mehr zurücksetzt – man weiss ja mittlerweilen gar nimmer wo man es gesetzt hat.

    Danach klopft man die fstab derart durch, sodass man am Schluss alles nur noch verschwommen vor Augen sieht und nur noch weiss, dass es einen Mountbefehl gibt, aber nicht mal mehr was man wo genau gemountet hat...oder aber man versucht stundenlang Verzeichnisse zu mounten, zu welchen gar keine Mountpunkte existieren *lol*. Kriegt man dann nach Stunden aber wirklich mal was gemountet, hat man derart Freude daran, dass man es gleich wieder unmounten will...Denkste! Geht natürlich nicht! Irgendwas greift immer noch darauf zu und so stattet man lsof auch wiedermal einen Besuch ab. Die Ausnahme bestätigt die Regel und trotz des kill-Befehls lässt die Liebe des Devices zum Mountpunkt nicht nach – tja – wahre Liebe halt. Den Tränen nahe kommt was kommen muss – man guckt völlig sinnentleert in die mtab und löscht halt da raus, was nicht mehr sein darf. (Das ist die Analogie zu den Multimediafiles, meist Movies, die man, wie man meint, unter Windöschen nicht löschen kann, weil der Explorer noch drauf zugreift...)

    Von den unsäglichen Umlauten wird man auch Tag für Tag geprügelt und fechtet mit charsets und Ländercodes wilde Kämpfe. Die Flügel lahmen, die Kraft des klaren Gedankens schwindet dahin, im Füller ist schon längst keine Tinte mehr, und so will man sich zur Ablenkung einfach einen Movie reinziehen. Not macht trotzdem noch erfinderisch! und so versucht man per wine den Mediaplayer zur Funktion zu bewegen – könnte ja sein, dass der trotz 'Fernzugriff' noch weiss, dass er sich der Codecs bedienen muss, die unter seinen Wirtssystem installiert wurden. Logo – Fehlanzeige! Tja – wenn man vlc nicht kennt oder keinen Cousin mit Namen w32codecs in der Verwandtschaft hat ist das Leben schon schwer.

    OK – wenigstens einige mp3's abspielen, die auf dem Sambaserver liegen – dauernd halt nur eine Stunde bis man erkennt, dass der Server gar nicht gestartet wurde oder smbfs auf dem Client nicht aktiv ist (oder kein Account mit dem zugreifenden Benutzer auf dem Server vorhanden ist). Egal, denn irgendwann ist man soweit...um festzustellen, dass der Sambaclient nicht die files streamt, ausser...Genau!...also wieder die fstab bemühen – Mountpunkte erstellen – sich wieder das Hirn zermartern welche Optionen man das letzte Mal verwendete als das alles noch wunderbar funktionierte. 'Geil! Gleich ist man soweit', denkt man sich, um festzustellen, dass man in der fstab am Schluss den Zeilensprung in der letzten Zeile wiedermal vermasselt hat – also fstab wieder aufmachen...

    Dabei hatte man doch anfangs den Pingu nur gestartet um einen kleinen Brief zu verfassen – und jetzt wo Einem das bewusst wird, merkt man, dss man den Drucker noch gar nicht konfiguriert hat...

    Es gibt Leute, die sagen nur Simply Mepis seie in der Lage den Benutzer vor psychischen Schäden zu bewahren, die sich ansonsten unweigerlich mit der Zeit einstellen. Andere schwören auf die winzigkleinen Fenster; wieder Andere essen Äpfel...und es soll sogar Leute geben, die mit dem kleinen Teufelchen rumspielen.

    Das OS für den Durchschnittmenschen von nebenan scheint es einfach noch nicht zu geben – den Winzigweichen hängt der Ruf der kleinen Hirnquerschnitte an, Apfelesser sollen ein Spur zu Gay sein und Pinguine haben Pickel im Gesicht, keine Freundin und reden nur mit sich selber.

    Aber man kann sagen was man will – den exklusivsten BSOD kriegt man immer noch vom Fenster geboten – das Blau ist von solch schöner Intensität...ob es wohl ein reines RGB:0 0 255 ist?

    P.S: Das oben Geschriebene ist natürlich eine völlige Lüge oder entspricht bis ins kleinste Detail der Wahrheit – je nach Standpunkt, Erfahrung, Wissen oder Vorurteil.

    Alles in allem halte ich mich selber an den letzten Satz von LX-Ben.

  10. #9
    chronische Wohlfühlitis Avatar von x45
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    AW: Linux- Alltag

    @ZuluDC: Auch wenn ich dir nicht in allen Punkten zustimmen kann: Haste aber schön ausgedrückt

  11. #10
    treuer Stammgast Avatar von cabal
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    AW: Linux- Alltag

    Klasse geschrieben

    Das OS für den Durchschnittmenschen von nebenan scheint es einfach noch nicht zu geben
    Nur ein Problem ist gibt auch nicht diesen viel zitierten Durchschnittsmenschen, jeder davon hat andere Anforderungen, Wünsche etc. Der Prototyp mit Surfbox/Mail wäre quasi überall zu befriedigen, die ganze Bandbreite dazwischen jedoch nicht ...

  12. #11
    dem Board verfallen Avatar von Hans- Peter
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    AW: Linux- Alltag

    Interessant, einen von mir eröffneten, fast genau 4 Jahre alten Thread wieder zu entdecken...

    Was hat sich in dieser Zeit in Bezug auf Linux getan?

    Sicher einiges, aber gerade habe ich mein Kanotix aktualisiert und was passiert?

    Firefox spricht nur noch englisch, Thunderbird auch und es hat meine ATI 3D Beschleunigung zerschreddert.

    Updaten, upgraden, fummeln, korrigieren, machen und tun...

    Mein XP brabbelt seit langer Zeit friedlich vor sich hin.

    Manchmal stellt sich die Frage nach dem Sinn...und ob man eigentlich noch alle Tassen im Schrank hat.

  13. #12
    Moderator Avatar von Bio-logisch
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    AW: Linux- Alltag

    Warscheinlich neuer Kernel installiert
    -> Kerneltreiber erneuern.

    Firefox / Thunderbird:
    Sprachdateien neu installieren, am besten gleich die Originaldateien von http://www.firefox-browser.de bzw. http://www.thunderbird-mail.de/

    Bei mir war es übrigens neulich genau anders herum:
    Unter XP ist meine alte TV-Karte nicht zum laufen zu bewegen (mit blauem Bildschirm und allem, was dazu gehört), mit Knoppix lief sie auf Anhieb.

  14. #13
    treuer Stammgast Avatar von Viper
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    AW: Linux- Alltag

    Zitat Zitat von Hans- Peter
    Updaten, upgraden, fummeln, korrigieren, machen und tun...

    Mein XP brabbelt seit langer Zeit friedlich vor sich hin.

    Manchmal stellt sich die Frage nach dem Sinn...und ob man eigentlich noch alle Tassen im Schrank hat.
    Also bei mir ist es genau umgekehrt: An Windows darf ich immer dran rumfummeln, während Linux friedlich vor sich hin "brabbelt".

  15. #14
    Moderator Avatar von Bio-logisch
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    AW: Linux- Alltag

    Ich habe mit beidem genug Ärger...
    Aber was mir an Linux fehlt, das ist die Konstanz:

    Was mit Ubuntu funktioniert, funktioniert noch lange nicht bei Suse und anders herum. Und ein Versionsupdate ist auch immer für eine Überraschung gut.

  16. #15
    treuer Stammgast Avatar von Viper
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    AW: Linux- Alltag

    Hier muss ich dir Recht geben, aber wenn man eh immer nur eine Distribution verwendet, ist das ja wurscht.

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