Stuttgart (dpa) - Michael Schumacher plant beim Ferrari-Heimrennen an diesem Wochenende eine große Fete. «In diesem Jahr, wieder mit beiden WM-Titeln bereits in der Tasche, wollen wir nach Monza fahren und diese Erfolge mit unseren Tifosi feiern - im vergangenen Jahr konnten wir das ja nicht tun wegen der Ereignisse», teilte der fünfmalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen mit.

Vor einem Jahr war Schumacher beim Großen Preis von Italien nach den Terroranschlägen in New York und Washington regelrecht unter Schock gestanden.

Nach den erfolgreichen Testfahrten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Königlichen Park von Monza ist Schumacher zuversichtlich, dort zum vierten Mal nach 1996, 1998 und 2000 siegen zu können. «Ich kann zumindest versprechen, dass wir unser Bestes geben werden, um den Tifosi einen weiteren guten Grund zum Feiern zu geben. Schließlich ist es der Italien-Grand-Prix, also werden wir sogar mehr als 100 Prozent geben», kündigte der 63-malige Grand-Prix-Sieger auf seiner Homepage an.

Als schärfste Konkurrenten sieht Schumacher seinen Bruder Ralf und dessen Williams-BMW-Teamkollegen Juan Pablo Montoya. Die Weiß-Blauen fügten den Roten im Vorjahr mit Montoyas bislang einzigem Grand-Prix- Sieg und dem dritten Platz durch «Schumi II» eine empfindliche Heimniederlage bei. BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger wünscht sich eine Wiederholung. «Es wäre schön, wenn uns das wieder gelingen könnte», sagte der Tiroler in einem dpa-Gespräch. «Aber Ferrari ist auch auf schnellen Strecken sehr schnell.» Dies unterstreicht der Doppelerfolg von Michael Schumacher und Rubens Barrichello in Imola.

Berger schiebt die Favoritenrolle den in dieser Saison so deutlich wie noch nie dominierenden Italienern zu: «Es sei denn, Ferrari hätte technische Probleme.» Da Schumacher 19 Rennen lang in Serie ins Ziel gekommen ist, erscheint ein Ausfall eher unwahrscheinlich. «Was das Rennen angeht, muss man der Realität ins Auge sehen: Wenn bei Ferrari alles nach Plan läuft, dürfte wohl wieder ein rotes Auto vor uns ins Ziel kommen», sagte der BMW-Mann in einem Interview mit «eurosport.de»

Berger erklärte gegenüber dpa, dass BMW für Monza leistungsstärkere Motoren entwickelt habe. Auch Ferrari stellt seinem Fahrerduo eine für den Power-Kurs entwickelte Ausbaustufe zur Verfügung.