und weitere Aprilscherze:


Hamburg (dpa) - Ob Eckige Eier, eine Maut für eine Autobahnbrücke oder sexy Kostüme für russische Stewardessen - Scherzbolde ließen auch an diesem 1. April ihrer Fantasie freien Lauf. Neben Medien und Organisationen nutzten sogar Ministerien die Gelegenheit, ihre Mitmenschen auf den Arm zu nehmen. In vielen Ländern ist der 1. April seit langem der Tag für ungestraften Ulk. Woher der Brauch kommt, weiß jedoch niemand genau.

Diesmal fiel der 1. April auf Ostermontag. Anlass genug für die Entwicklung «eckiger Eier». «Biodesign macht Ostereier stapelbar», meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA mit der Sperrfrist 1. April.

Der Durchbruch sei Forschern des European Institute for Egg Research (EIER) gelungen. Sie hätten das «Rund-Gen» in der DNA des Haushuhns manipuliert. Mehrere Hennen hätten bereits regelmäßige Quader in die Nester gelegt und keinerlei Identifikationsprobleme mit dem überraschend kantigen «Nachwuchs» gezeigt. Einziges ungelöstes Problem sei die Verletzungsgefahr beim Eierlegen.

«Bitte halten Sie 5 Euro für die Querung der Rader Hochbrücke bereit!», mit dieser Durchsage führte Radio Schleswig-Holstein die Autofahrer auf der Autobahn A 7 aufs Glatteis. Ein Schweizer Konsortium habe die Autobahnbrücke gekauft und dürfe dafür an allen Feiertagen Maut kassieren, machte der Sender seinen Hörern weiß - mit prominenter Unterstützung: Von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) bis zu CDU- und FDP-Politikern spielten auch Vertreter der Polizei und des ADAC mit, berichtete der Sender.

Das Erfurter Sozialministerium schob gar Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) weitere Verwandte in Thüringen unter. Neben seinen Cousinen sei auch Sozialminister Frank-Michael Pietzsch (CDU) mit dem Kanzler verwandt. Das sei «wegen der unübersichtlichen Verwandtschaft mit Halbbrüdern, verschollenen Cousinen und ehemaligen Gattinnen» erst jetzt festgestellt worden, hieß es. Eine B-Probe solle die Entdeckung endgültig bestätigen.

CDU-Chefin Angela Merkel will sich nach einer scherzhaften Mitteilung der Tierrechtsorganisation PETA im Falle eines Wahlsieges der Union bei der Bundestagswahl im September nicht mehr den «Pony», sondern die «Stirnfransen» schneiden lassen. Damit wolle sie den Gebrauch tierfeindlicher Ausdrücke aus dem Sprachgebrauch tilgen.

Neue, sexy Kostüme will die staatliche Behörde für das Luftfahrtwesen den russischen Stewardessen verpassen. Die bisherige eintönige Kleidung belaste nach einer Luftfahrt-Studie die Psyche der Reisenden, berichtete die Tageszeitung «Moskowski Komsomolez». Die Behörde habe bereits bei führenden Designern individuelle, die Figur betonende Kleidung in Auftrag gegeben.

Die Münchner Feuerwehr eilte dagegen dem Tierpark Hellabrunn zu Hilfe: Nur mit Leiter habe eine Tierärztin einer kranken Giraffe in 5,70 Meter Höhe Tabletten verabreichen können. Giraffendame Gina habe wegen eines steifen Halses nichts mehr gefressen. Nun sei die Giraffe aber auf dem Weg der Besserung. Im Internet verbreitete die Feuerwehr sogar ein Foto dazu - eine täuschend echte Montage.

Mit einer Operation an Kehlkopf und Stimmbändern haben indes japanische Wissenschaftler der Affendame Judy menschliche Laute entlockt. «Überrascht waren wir über Judys wohl klingende Stimme», zitiert das Magazin «Bild der Wissenschaft» den leitenden Biologen Sujata D. Aktari von der Universität Tschieta in seiner Aprilausgabe. Die Ähnlichkeit des Forscher-Namens mit einer bekannten TV-Serie ist natürlich reiner Zufall.

Die Berliner Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat indes eine Lösung für die Finanzsorgen der Hauptstadt gefunden. «Berlin soll seine Probleme hinter sich lassen und sofort ins Jahr 2003 übergehen», schlägt sie vor. «Mit dem dann nicht ausgegebenen Haushalt des Jahres 2002 in Höhe von ca. 20 Milliarden Euro könnte das Haushaltsloch sofort halbiert werden.» Damit nicht genug: Rein rechnerisch müsse Berlin sofort das Jahr 2005 einführen, um das Defizit zu beseitigen - dann wären sogar noch einige Rücklagen drin.

Und auch der ADAC legte pünktlich zum Aprilbeginn noch einen Vorschlag für mehr Verkehrsicherheit auf den Tisch. Der Autoclub fordert eine dritte Blinkleuchte - und zwar für vorne, wenn man geradeaus fahren will.


Quelle: Yahoo! Schlagzeilen