Da wiehert mal wieder der Amtsschimmel:

Behörden und Humor sind zweierlei. Die Narren verkörpern Unordnung, sie verdrehen sittliche Werte, verhöhnen die Kirchen und verlachen die Macht. Der Karneval ist ein von der Obrigkeit geduldetes Ventil, das unterdrückte Triebe für einige Tage in die Freiheit entlässt, auf dass anschließend wieder Ordnung herrsche.

Wenn nun Beamte das jecke Treiben mit einer Verordnung regeln wollen, wird es ernst und ist als gezielter Angriff auf die Freiheit des Narrentums zu werten. Der "Runderlass zur Entwicklung und Gewährleistung eines kontrollierten Behörden-Humors", intern auch "Konfetti-Erlass" genannt, ist dafür das jüngste Beispiel. Damit will der Chef der NRW-Staatskanzlei in Düsseldorf, Minister Wolfram Kuschke, den Frohsinn in den Amtsstuben des Landes in geordnete Bahnen lenken. Der Erlass tritt am 27. Februar um 11.11 Uhr in Kraft, ließ die Landesregierung verkünden.

Klar hat Kuschke die Gefahr närrischer Anarchie erkannt: "Unkontrollierter Humor verträgt sich nicht mit den Grundsätzen des Berufsbeamtentums." Und um zu beweisen, dass auch ordentlicher Humor richtig lustig sein kann, gilt es ab sofort als förderungswürdig, wenn Verordnungen mittels Locher in Konfetti verwandelt werden. Das diene dem Bürokratieabbau, verkündet der Helau-Minister. Doch die Freiheit hat Grenzen: Vom "Konfetti-Erlass" ausgenommen sind ausdrücklich Steuerbescheide. Beim Geld verstehen auch Jecken keinen Spaß.