2002-07-18 17:40:02
Magdeburg/Mainz (dpa) - Die Panne bei der Ziehung der Lottozahlen am
Mittwoch hat keine Auswirkung auf die Gewinne der Mitspieler. Dies
versicherte die Juristin Brigitte Lösecke vom Deutschen Lotto- und
Totoblock in Magdeburg. «Die vorgeschriebene Öffentlichkeit bei der
Ziehung war jederzeit gewährleistet», sagte sie.
Drei Glückspilze aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland
strichen für sechs Richtige je rund 320 000 Euro ein. Bei der Ziehung
im ZDF war die Lotto-Trommel wegen eines technischen Defekts nach der
dritten Kugel ausgefallen.
Der Grund für den Defekt ist nach Angaben des ZDF noch unklar. Die
saarländische Konstruktionsfirma werde möglichst noch am Donnerstag
mit der Reparatur der Maschine beginnen, sagte die Sendeleiterin beim
ZDF in Mainz, Angela Schöneberg. Mehr als 40 Zuschauer hätten
verunsichert oder verärgert angerufen, nachdem die Ziehung
unterbrochen werden musste.
Um 19.30 Uhr wurde die Ausspielung mit einer Ersatzmaschine
fortgesetzt. Das Ziehungsteam bestand nach Angaben des zuständigen
Ziehungsleiters von Lotto Rheinland-Pfalz, Rolf-Peter Leonhardt, aus
drei Personen. Neben dem Leiter waren eine Ziehungsassistentin und ein
Aufsichtsleiter dabei. Dieser fertigt als eine Art Notar auch das
offizielle Protokoll über die Ziehung an. Leonhardt sagte der dpa,
alle für einen solchen Zwischenfall vorgesehenen Regelungen seien
eingehalten worden. Sowohl die normal vor der Panne als auch die
später mit dem Ersatzgerät gezogenen Zahlen seien gültig.
Nach Angaben von Sendeleiterin Schöneberg wurden bei der Fortsetzung
der Ziehung die verbliebenen 46 Kugeln aus der defekten Maschine in
das Ersatzgerät gelegt und die schon gezogenen Kugeln in den
Auffangbechern platziert. Anschließend wurden alle gezogenen Zahlen
auf dem Bildschirm in einer laufende Serie eingeblendet.
«Vor jeder Ziehung gibt es einen kompletten Probedurchlauf. Der
verlief am Mittwochabend ohne Probleme», sagte Leonhardt. In der
Sendung sei das Gerät dann nach der dritten Kugel nicht wieder
angesprungen. Grund scheine ein Defekt in der Steuerung gewesen zu
sein: «Die Stromzufuhr funktionierte zumindest noch», sagte der Leiter
des Ziehungsteams. Nach Angaben des Lotto-Blocks wird das defekte
Gerät seit Dezember 2000 vom ZDF eingesetzt. Bis Mittwoch habe es
keine Panne gegeben.
Die Juristin Lösecke betonte, derartige Vorfälle seien sehr selten. In
den ersten zwei Jahren nach dem Start des Mittwochs-Lottos 1982 habe
die damalige Technik öfter Ärger gemacht. «Zu einer richtigen Störung
des Ziehungsablaufs ähnlich wie diesmal kam es jedoch nur am 8. Januar
1986. Da versagte das Ziehungsgerät nach der fünften Zahl.» Am 6.
Februar 1999 zerbrach während der Ziehung der letzten Zahl für die
Zusatzlotterie «Spiel 77» die Kugel mit der «6». Die entscheidende
Ziffer wurde mit einem Ersatzgerät nachgezogen.