3. root
ist eine häufig gestellte Frage: JA, das ist mit mehr oder weniger Aufwanda) "Was denn, mit der Knoppix-CD und durch Starteingabe 'boot: knoppix 2'
kommt man ohne Kennworteingabe an alle Plattenpartitionen heran?" -
BEI ALLEN gängigen PC-Betriebssystemen möglich! Die Grundsatzregel lautet
"Wer physikalischen Rechnerzugang hat, kann sich Zutritt verschaffen.
Die Schutzmaßnahmen hiergegen sind starke BIOS-Kennwörter und verschlüsselte
Nutzdaten-Partionen.
b) root ist nicht gleich root: Bei gestartetem kde3-Desktop ist root ein
normaler Anwender mit zusätzlichen Systemkompetenzen, dh. die Daten
anderer user kann er häufig gar nicht einsehen, zumindest nicht verändern.
Diese Einschränkungen entfallen jedoch beim Start mit einer Rettungs-CD.
Es wird nochmal auf den Link unter 2.a) verwiesen, bei dem praktisch auf-
gezeigt ist, wie man sich mit 'fdisk -l' einen Überblick über vorhandene Parti-
tionen verschafft und wie einfach diese gemountet (eingehängt) werden können.
c) Der Anwender root kann je nach Verwendungszweck in der Konsole auf
verschiedene Arten gestartet werden - Beispiele:
su - f-prot / (REM Virenprüfer) - exit .. genügt für reine Konsolenbefehle
kdesu kwrite - exit .. ermöglicht dem root auch das Starten von Desktop-Anw.
ssh root@localhost .. root arbeitet mit einer besonders gesicherten
Verbindung zur lokalen Arbeitsstation (Konsolen- und Desktopbefehle).
4. Beispiele
a) Mit genügend Sachkenntnis können mit der Rettungs-CD auch per root-
Konsole alle essentiellen Aufgaben wahrgenommen werden einschließlich
Brennen einer Gesamtsicherung auf CD(RW). Wichtig ist ein vorheriges
Konzept und das Austesten.
b) Ein sinnvoller Einsatz der Rettungs-CD sind auch Reparaturen an
Dateien beispielsweise an einer fehlerhaften /etc/fstab, die das Mounten
von Partitionen und Geräten beim Start bestimmt: Die Knoppix-CD verfügt über
das NortonCommander-ähnliche Tool 'mc' (MidnightCommander), mit dem per
Taste F4 ein komfortabler Editor zum Bearbeiten aufgerufen werden kann.
Zum Beispiel könnte in der /etc/fstab eine andere startbare Partition als
"/" eingetragen werden. Oder eine fehlerhafte /boot/grub/menu.lst
[grub-boot-Datei - verhindert bei Fehlern den Linux-Plattenstart] wird
per Rettungs-CD - mc - F4 korrigiert.
c) Mit gpart, parted, fdisk usw. stehen leistungsfähige Bearbeitungstools
für die Festplatten-Partitionen zur Verfügung, sofern der User nicht
andere Werkzeuge einsetzt. Da der Einsatz dieser Linux-Werkzeuge vom
jeweiligen Einzelfall abhängt und das Blättern/Suchen per 'man gpart' bzw.
'info gpart' mühsam ist, sind die mit Suse8.2 ausgelieferten Manuals als
Anhang im Textformat beigefügt. Mit gpart kann man beispielsweise
defekte Partitionstabellen wieder herstellen lassen, nachdem root die
im Probelauf ermittelten Strukturdaten bestätigt hat. Laut fdisk.man
ist das jedoch nicht frei von Risiken, da nicht alle zum Einrichten von
Festplatten benutzten Partitionsmanager sich an gängige Standards
halten.
d) root-Passwort vergessen? Per Rettungs-CD KEIN PROBLEM [wegen
Risiko-Abschätzung siehe Grundsätzliches bei Ziffer 3.a)!]:
Angenommen, die Kennwort-Datei shadow liegt auf /mnt/hda1, dann
'mc' starten, nach /mnt/hda1/etc navigieren und Markierung auf die
Datei shadow setzen. F4 antippen für Edit, der Rest ist simpel, in
meinem Beispiel lautet gleich die erste Zeile
root:.nOMDX.W4yu4E:12160:0:10000::::
Nach Edit lautet die Zeile ohne verschlüsseltes Kennwort
root::12160:0:10000:::: - dh. die Zeichen zwischen dem ersten
und dem zweiten Doppelpunkt wurden entfernt. Zum Zurücksetzen
von Kennwörtern anderer user kann man genauso verfahren. Neue
Kennwörter können in der Konsole mit 'passwd' eingegeben werden.
PS: Vor dem Testen habe ich mir zur Sicherheit eine Sicherungs-
kopie von shadow erstellt - sicher ist sicher..
Alle getroffenen Aussagen wurden nach bestem Wissen und Gewissen
überprüft. Dennoch kann keine irgendwie geartete Gewährleistung
übernommen werden, dass sich alle Distributionsversionen gleich
verhalten. AUCH FÜR LINUX GILT: Anwendungen sind Menschenwerk
und daher nie ganz frei von Fehlern - Datensicherungen sind daher
unverzichtbar.


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